50 Fragen, die das Leben leichter machen: Wie durch kluge Selbstführung ganz nebenbei Klarheit entsteht – Karin Kuschik

Klappentext:
Fragen bringen uns blitzschnell in Kontakt. Mit anderen, mit uns selbst, und sie öffnen Türen, wo eben noch Wände waren. Manche kommen unbequem daher, andere tänzeln sich ins Gespräch oder klingen paradox: »Was könntest du tun, um dein Problem zu verschlimmern?« etwa. »Hin-zu, weg-von oder Hauptsache unterwegs?« liefert großartige Hinweise zur Standortbestimmung und dass Abgrenzung auch mit einem Fragezeichen gelingen kann, zeigt: »War das ein Angriff oder eine Frage?« Karin Kuschiks unnachahmliche Mischung aus wirksamen Instant-Tipps und kurzweiligem Storytelling direkt aus dem Leben, gelingt erneut bestechend gut. Auch ins Tieftauchbecken springt die Autorin diesmal mehrfach: »Bin ich ein Mensch geworden, zu dem ich als Kind gern aufgesehen hätte?«, »Wäre heute ein guter Tag, um zu sterben?« Tiefe leicht erzählt durch die Macht der klugen Fragen.


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Titel: 50 Fragen, die das Leben leichter machen: Wie durch kluge Selbstführung ganz nebenbei Klarheit entsteht
Autor: Karin Kuschik
Sprecher: Karin Kuschik
Verlag: Hörbuch Hamburg
Länge: 566 Minuten
ASIN: B0F2FK5W8Z
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Fragen helfen uns mit anderen Menschen zu interagieren, uns zu entwickeln, das Gesicht zu wahren und zu wachsen – 50 Fragen, die uns Unterstützen jeden Tag besser zu machen.

Meinung:
Nachdem mich schon das 50 Sätze-Buch von Karin Kuschik absolut überzeugt hat, hat mich das 50 Fragen-Buch noch mehr abgeholt. Fragen helfen einfach besser, um zu Interagieren, sei es nun mit sich oder anderen. Auf Fragen muss man Antworten, was immer etwas mit Reflexion zu tun hat. Das Hörbuch wird von der Autorin wieder selbst eingesprochen und ihre emotionale Stimme schafft es noch mehr aus den Textern herauszuholen. Kleine Erfahrungsberichte runden jedes Kapitel ab und es gibt (am Ende jedes Kapitels) noch einen kleinen Infotext, was diese Frage besonders macht. Ein kleiner Alltagshelfer in allen Situationen, die einen selbst und die Mitmenschen zum Nachdenken und Überdenken bringt und damit ein besseres miteinander fördern. Sei es nun für die persönliche Weiterentwicklung, im Job, bei Freunden oder jenen, welche einem nicht so gut gesonnen sind. Tiefgründigkeit leicht verständlich und bereichernd.

Cover:
Es passt zum 50-Fragen-Buch und damit absolut treffend.

Fazit:
Eine tolle Ergänzung und absolut hörenswert! Von mir gibt es volle 5 Sterne und eine uneingeschränkte Empfehlung, weil der Inhalt zum Interagieren einlädt und das fällt vielen immer schwerer und wer damit keine Probleme hat, der kann nur besser werden 😉

Ich bedanke mich bei Hörbuch Hamburg für das Rezensionsexemplar.

Steinroller: Der Steinzeit-Kommissar – Martin Lassberg

Klappentext:
Ein ziemlich platt gewalzter Mann liegt in der Steppe. War’s ein Mammut oder hat da ein Jäger mit der Keule zugeschlagen? Für Kommissar Steinroller sieht die Sache nach Mord aus. Doch wer glaubt schon einem Sippenmitglied, das lieber seinen Höhlenmalereien nachgeht, als zu jagen, und das zudem mit Grips gesegnet ist? Zumindest für Weichhaar, die smarte Frau an seiner Seite, ist Intelligenz sexy. Und so macht sich Steinroller mit ihr und seinem grobschlächtigen Assistenten daran, herauszufinden, wer den eigenen Stamm bedroht. Die urkomische Aufklärung des ersten Mordfalls der Menschheitsgeschichte.


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Titel: Steinroller: Der Steinzeit-Kommissar
Autor: Martin Lassberg
Sprecher: Boris Aljinovic
Verlag: DAV
Länge: 474 Minuten
ISBN: 978-3862316632
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Ein Sippenmitglied wird tot aufgefunden. Ein Mammut war es nicht, da ist sich Steinroller sicher. Daher ermittelt der Höhlenmaler nun mit seinen Assistenten und zu allem Glück hat er seine Erfinderin Weichhaar mit dabei …

Meinung:
Ich habe selten so gelacht bei einem Krimi. Die Idee einen Mordfall so anzugehen ist genial und die Charaktere traumhaft. Boris Aljinovic haucht den Charakteren zusätzlich Leben ein und so wird fleißig mitgefiebert und sich gefreut, wenn Weichhaar wieder etwas erfindet, was das Leben leichter werden lässt und die Mordaufklärung voranschreitet. Natürlich gibt es auch explizite Szenen, bei denen Weichhaar das Mammut von Steinroller huldigt – also auch hier alles sehr witzig und absolut originell. Die Sprache passt du den Figuren, welche sich im Laufe der Geschichte entwickeln und jeder ist einzigartig in seinem Sein.

Cover:
Das Cover passt perfekt zum Inhalt und es ist bereits witzig gezeichnet.

Fazit:
Wer Krimis mag und gerne lacht, wird dieses Buch lieben! Ich vergebe herzliche 5 Sterne und werde mir das Hörbuch definitiv nochmals anhören.

Die Vegetarierin – Han Kang

Klappentext:
„Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.“

Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt.

„Ich hatte einen Traum,“ so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.


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Titel: Die Vegetarierin
Autor: Han Kang
Sprecher: Rike Schmid, Devid Striesow, Thomas Loibl
Verlag: Finch & Zebra
Länge: 332 Minuten
ASIN: B01MTXODC7
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Yeong-Hye verändert ihr Leben, sie möchte keine tierischen Produkte mehr essen (hier hätte der Titel „Die Vegetarierin“ besser gepasst) und diese Verhaltensweise verändert ihr Leben und das ihrer Familie und Angehörigen …

Meinung: Ich werde spoilern!
Der Einstieg ins Buch ist interessant, hier kommt der Ehemann von Yeong-Hye zu Wort und erzählt von seinem Leben und das seiner Frau, wie sie sich verändert hat und wie dies ihr und sein Leben beeinflusst. Dieser Teil macht Lust auf mehr und ist sehr gut und „belanglos“ gelesen, was perfekt zum Typ passt. Im zweiten Teil wird es dann abstrus, denn hier kommt der Schwager zu Wort und was er mit seiner Schwägerin anstellt und anstellen möchte. Sagen wir es so, es ist ein sehr bildlicher Softporno, der nicht immer nachvollziehbar ist – aber jeder hat ja seinen Fetisch. Gelesen wurde dieser Teil etwas zu distanziert, was die Faszination auch etwas reduzierte. Im dritten Teil kommt die Schwester von Yeong-Hye zu Wort und erzählt vom Verlauf und der Vergangenheit der Mädchen. Dieser Teil ist wieder glaubhafter, aber verstörend. Letzten Endes hat der Titel wenig mit dem Inhalt zu tun und auch der Klappentext lässt etwas anderes vermuten, als der Inhalt schließlich hergibt. Dass das Buch den Nobelpreis für Literatur 2024 erhalten hat, kommt wohl daher, dass Yeong-Hye selbst gar nicht zu Wort kommt und die Geschichte, um sie herum erzählt wird, obwohl sie die Person ist, um die es geht. Dies schafft eine Distanz zu einer sehr speziellen Protagonistin. Einzig in sehr gewaltvollen Szenen ihrer Kindheit kommt Yeong-Hye zu Wort und sie beschreibt bestialische Tierquälerei bis ins Detail, mit dem Fazit, dass es sie nicht im Geringsten gestört hat… Es ist definitiv ein Buch, bei dem man sich selbst mehr hinterfragen sollte als die Charaktere. Was deutet man aus dem, was man liest und wie möchte oder würde man selbst damit umgehen?

Cover:
Das Cover wirkt, obwohl es mit Blumen dekoriert ist, dunkel und herabziehend. Theoretisch passend.

Fazit:
Ein Buch was ich tatsächlich nicht gelesen hätte, aber zum Hören war es ok (stellenweise ging es dann auch in doppelter Geschwindigkeit). Die Handlung ist stellenweise widersprüchlich und die Charaktere scheinen nicht zu leben, sondern agieren nach gesellschaftlichen Erwartungen. Als Hörbuch fand ich es angenehm und gerade weil mich Anfang und Ende angesprochen habe, vergebe ich noch 3 Sterne. Eine Empfehlung gebe ich nur eingeschränkt. Man muss sich auf den Stil einlassen und zwischen den Zeilen lesen.

Nachtwild – Gin Phillips

Klappentext:
Es ist ein herrlicher Tag, und Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo – als plötzlich Schüsse fallen. Am Ausgang liegen Tote auf dem Boden. Joan weiß nicht, was geschehen ist, ob die Polizei unterwegs ist, ob der oder die Täter noch in der Nähe sind. Als sie weitere Schüsse hört, flüchtet sich Joan mit Lincoln in ein leerstehendes Gehege. Das Leben ihres Sohnes hängt jetzt allein von ihr ab und davon, ob sie einen Weg finden wird, sie beide zu retten. Jedes Geräusch, jede Bewegung kann tödlich sein.


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Titel: Nachtwild
Autor: Gin Phillips
Sprecher: Andrea Sawatzki, Maren Kroymann, Barnaby Metschurat, Rike Schmid
Verlag: DAV
Länge: 421 Minuten
ISBN: 978-3742404107
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Joan und ihr Sohn Lincoln verbringen einen schönen Tag im Zoo, doch als sieh gehen wollen machen ein paar Irre eine Großwildjagd und Joan versucht alles, um Lincoln und sich in Sicherheit zu bringen …

Meinung:
Ich bin sehr lange um dieses Hörbuch herumgeschlichen, weil ich Lesungen von Andrea Sawatzki sehr mag, mich die Handlung allerdings abgeschreckt hat. Es gibt mittlerweile so viele Menschen, welche sich über andere stellen und diese verletzen, dass ich mich diesem Thema in meiner Freizeit nicht auch noch stellen möchte. Letzen Endes habe ich mir das Hörbuch dann doch geladen und es ist schockierend, packend und furchtbar. Interessant ist, dass nicht nur die Sichtweise von Joan, sondern auch die eines Täters und von weiteren Zoobesuchern beleuchtet wird. Natürlich bekommen Joan und Lincoln den meisten Raum, aber es ist auch an die anderen gedacht und auch sie haben ihre Beweggründe und Geschichten, welche sie belasten. Alle Sprecher sind sehr gut, betonen in den richtigen Phasen und machen das Hören zu einem schockierenden und fiebernden Erlebnis. Erschreckend ist die Art, wie die Jäger vorgegangen sind (vor der Tat) und die entsprechenden Beweggründe dazu. Es wirkt so realistisch und ist daher noch beängstigender. Am Ende konnte ich nicht mehr alles nachvollziehen, hier wurde mir Joan zu heldenhaft. Dennoch waren alle Charaktere greifbar und sympathisch. Auch der Jäger, welchem man ins Innere schauen konnte (bildhaft gesprochen), war nicht zwingend böse.

Cover:
Das Cover wirkt blutig und gefährlich – es passt daher sehr gut zur Handlung.

Fazit:
Ein packender und schockierender Thriller, welcher anders verläuft als erwartet. Sehr gut gelesen und nur am Ende etwas stockend. Daher 4 Sterne und eine Hörempfehlung an alle, welche gerne Psychothriller mögen, die unter die Haut gehen.

Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie – Sacha Batthyany

Klappentext:
Als der Journalist Sacha Batthyany zufällig erfährt, dass seine Großtante Margit in eines der schlimmsten Nazi-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges verwickelt war, ist er schockiert. Schnell merkt er, dass dem Schweigen über die Tat kaum beizukommen ist – die Familie hat sich arrangiert, es wird nach vorn geblickt und nicht zurück. Als er auf das Tagebuch seiner Großmutter stößt, verändert das seinen Blick auf die Familie und sich selbst radikal. Prägen vorangegangene Generationen die Art, wie wir leben? Sind wir doch alle Kriegsenkel?

Berührend und kenntnisreich berichtet Batthyany von dem unsichtbaren Band, das uns noch heute mit der Vergangenheit verbindet.


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Titel: Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie
Autor: Sacha Batthyany
Sprecher: Barnaby Metschurat, Dagmar Manzel, Corinna Kirchhoff
Verlag: DAV
Länge: 312 Minuten
ASIN: B01B88NSOC
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Im März 1945 werden 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter am Schloss Rechnitz ermordet. Daran beteiligt soll Margit von Batthyany gewesen sein. Als Sacha Batthyany (Großneffe von Margit) davon erfährt recherchiert er …

Meinung:
Das Hörbuch ist nur die gekürzte Fassung, es ist daher schwer zu beurteilen, was „wichtiges“ fehlt. Aber auch das Buch mit 256 Seiten ist nicht sonderlich dick. Meine Rezension bezieht sich allerdings nur auf das Hörbuch!

Gesprochen wird es von Barnaby Metschurat, welcher den Part von Sacha Batthyany übernimmt – er schafft es, die Verwirrung und auch den Drang der Aufklärung in seine Stimme zu legen. Ebenso die Verzweiflung, warum die Beziehung zwischen Vater und Sohn nicht funktioniert und die ständige Suche nach Antworten, sind deutlich herauszuhören. Corinna Kirchhoff übernimmt das Lesen der Tagebucheinträge von Margit Batthyany-Thyssen. Die Stimmfarbe wirkt nach jemanden, der mit der Beschreibung von Margit nicht zusammen passt. Es ist schwierig dies auszudrücken, wenn man nur die kurzen Beschreibungen von Sacha Batthyany hat und das was die Tagebucheinträge verraten. Corinna Kirchhoff klingt reflektierter, ruhiger – als die Person, welche sie verkörpern soll. Dagmar Menzel spricht (die Jüdin) Agnes, welche das Leben im KZ und als Zwangsarbeiterin schildert – ihre Stimme passt zur verlassenen und kämpferischen Person, welche so viele Schicksalsschläge erleiden musste. Die Kapitel sind gut aufgebaut und halten die Spannung aufrecht – was ist denn nun passiert? War Margit wirklich an allem beteiligt und wird es Agnes aus Auschwitz schaffen?  Es soll kein „Roman“ sein, sondern wachrütteln, aufklären und zur Selbstreflexion anregen. Würde ich es können, einen Juden verstecken? Sacha Batthyany stellt sich diese Frage und gibt sie auch weiter. Seine Antwort ist klar, die des Lesers auch? Wie hätten wir reagiert zu dieser Zeit und was für Gefühle nimmt man im Nachhinein noch mit? Margit verrät in ihren Tagebuchauszügen, was sie dachte und wie sie fühlte.

Dennoch ist mir das Buch zu „dünn“. Es ging mehr um die Beziehung von Sacha zu seinem Vater, zu den Problemen innerhalb einer Familie, welche schweigt. Es wäre auch informativ gewesen, dass die Toten aus Rechnitz nie gefunden wurden, dass die Ermittlungen eingestellt wurden und daher nicht weiter ermittelt wird. Aber eventuell steht das ja im Buch und wurde beim Hörbuch eingekürzt. Es ist aber wichtig und gehört ebenfalls zur Aufarbeitung. Daher ist der Stoff etwas einseitig gehalten.

Cover:
Das Cover ist zu nichtssagend, hier hätte man eventuell noch mit Bildern vom Schloss oder einem Familienfoto etwas aufwerten können.

Fazit:
Ein sehr gut gemachtes Hörbuch über ein aufrüttelndes Thema. Allerdings hätte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht. Daher gibt es nur 4 Sterne, allerdings mit einer absoluten Empfehlung, denn die Fragen, welche Sacha Batthyany stellt, sollte sich jeder selbst einmal stellen.