Vollendet 01: Die Flucht – Neal Shusterman

Reiheninfo:
Die Flucht
Der Aufstand
Die Rache
Die Wahrheit

Klappentext:
Sie sagen, dass du weiterlebst. Sie lügen.

Connor, 16 Jahre alt und ständiger Unruhestifter, hat es längst geahnt, doch nun steht es fest: Er soll umgewandelt werden. Seine Eltern haben seinen Körper vollständig zur Organspende freigegeben. Und zwar nicht erst nach seinem Tod. Sondern sofort.
Risa ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und darf nicht länger auf Kosten des Staates leben. Auch sie soll umgewandelt werden.
Als ihre Wege sich unerwartet treffen, müssen Connor und Risa sich blitzschnell entscheiden – Flucht oder Umwandlung? Können sie dem System entkommen, das Jagd auf Menschen wie sie macht?


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Titel: Vollendet 01: Die Flucht
Autor: Neal Shusterman
Verlag: Fischer
Seiten: 477
ASIN: B07CJYWQ9Z
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Weil es zu wenig Organspender gibt und sich die Parteien nicht für oder gegen eine Abtreibung einigen konnten, gibt es die nachträgliche Abtreibung. Zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr dürfen die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind umwandeln lassen wollen. Der Körper wird zerlegt und die Einzelteile verwertet. Als Connor erfährt, dass er ein Wandler ist, denkt er nur an eines: Die Flucht …

Schreibstil:
Der Einstieg ins Buch ist einfach. Jedes Kapitel trägt den Titel von dem Charakter, um den es geht. Vor jedem größeren Abschnitt ist zudem noch eine kleine Vorgeschichte, damit man sich auf den kommenden Teil  einstimmen kann. Gruselig und schockierend ist, dass Neal Shusterman sich tatsächlich geschehene Dinge herausgesucht hat, die er zudem mit Verlinkungen belegt. Er baut seine Dystopie also teilweise auf Tatsachen auf. Der Ausdruck ist passend und gesittet.

Charaktere:
Jeder Teen hat seine eigene Geschichte und auch die Eltern handeln, wie sie es gewohnt sind. Sie wirken alle echt und lebendig und entwickeln sich mit ihren Aufgaben weiter, können aber nicht über ihren Schatten springen – was sie noch sympathischer macht.

Cover:
Das Cover passt zur Geschichte, so kann man sich Teile transplantieren lassen und weiter leben. Einige machen es fürs Aussehen, anderen um nach einem Unfall oder einer Krankheit zu überleben.

Fazit:
Eine spannende und teils sehr heftige Dystopie, die eher etwas für ältere ist. Es sei denn, man möchte sein Kind abschrecken und es ebenfalls wandeln lassen 😉 Auch haben mir die Einführungen in die Abschnitte mit den hinterlegten Tatsachen gefallen – ich konnte mich sogar an diese erinnern. Daher 5 Sterne und eine Leseempfehlung geht an jeden, der gerne Dystopien liest, sich mit der Organspende und oder Abtreibung (egal ob dafür oder dagegen) und die Folgen davon, beschäftigen möchte.

Eleria 01: Die Verratenen – Ursula Poznanski

Reiheninfo:
Eleria 01: Die Verratenen
Eleria 02: Die Verschworenen
Eleria 03: Die Vernichteten

Klappentext:
Vertraue niemandem.
Denn jemand will deinen Tod.
Es könnte jeder sein.

Eine Welt, die perfekt und gerecht erscheint.
Sechs Studenten, die dachten, sie kennen die Wahrheit.
Doch plötzlich sind sie auf der Flucht, verraten, verfolgt und dem Schicksal ausgeliefert.


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Titel: Die Verratenen
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Seiten: 464
ISBN: 978-3785579206
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Eleria wächst in einer Sphäre auf. Sie ist eine der Top Studentinnen und auch ihre Freunde sind die neuen Hoffnungsträger. Alles könnte so schön sein, wenn Eleria nicht ein Gespräch belauscht hätte, in dem von ihrem Tod die Rede ist. Hat sie sich nur verhört oder soll sie wirklich ein Teil einer Verschwörung gegen die Sphären sein …

Schreibstil:
Ursula Poznanski schreibt flüssig über das Leben in der Sphäre, wie die Figuren zueinander stehen und baut einen kleinen Spannungsbogen auf. Leider zieht sich alles etwas, sodass der erste Band schnell weggelesen ist, aber gefühlt einfach gar nichts passiert ist.

Charaktere:
Obwohl die Charaktere ausgiebig vorgestellt werden und man sie als Leser eng begleitet fehlt etwas. Sie sind trotzdem zu weit entfernt, irgendetwas scheint nichts zu stimmen und daher sind sie nicht greifbar. Wirklich liebgewonnen habe ich keinen. Es war mir schlichtweg egal was mit ihnen passiert.

Cover:
Das Cover kann ich nicht deuten, ein Blatt?! Nach dem Lesen wird es klarer, aber es ist definitiv zu trist.

Fazit:
Ein erster Teil, der einen netten Einstieg aufzeigt. Hätte ich die Trilogie nicht komplett gekauft, würde ich wohl nicht weiterlesen. Weil ich sie nun aber habe, gebe ich auch Teil 2 eine Chance. Eine Empfehlung spreche ich nicht aus, denn mir fehlte zu viel, nach dem Lesen dachte ich nur: „und was war das jetzt“?! Daher nur 3 Sterne, denn das Buch lässt sich wirklich gut lesen.

Die letzte Stunde – Minette Walters

Klappentext:
Südengland, Juli 1348: An der Küste ist die Pest ins Land gekrochen. Binnen kürzester Zeit entvölkert sie ganze Landstriche, Angst und Panik regieren. Allein Lady Anne, die Herrin von Develish, nimmt das Heft in die Hand. Sie bringt all ihre Schutzbefohlenen auf ihrem Anwesen in Sicherheit und lässt die Zugangsbrücke verbrennen. In ihrem kleinen Reich zählen nicht mehr gesellschaftliche Konvention und Rang, sondern Einsatz für die anderen. Als neuen Verwalter setzt Anne Thaddeus ein, den niedrigsten, aber klügsten ihrer Diener. Doch kann sich die Schicksalsgemeinschaft gegen die schreckliche Krankheit behaupten, die vor ihren Toren tobt? Gegen die Verzweifelten und Raffgierigen, die Develish angreifen? Werden die kargen Vorräte reichen? Dann geschieht ein grausamer Mord und droht Lady Annes Gemeinschaft endgültig zu zerreißen …


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Titel: Die letzte Stunde
Autor: Minette Walters
Verlag: HEYNE
Seiten: 656
ISBN: 978-3453271685
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
In Südengland bricht die Pest aus, einzig die Bewohner von Gut Develish wissen sich zu schützen…

Meine Meinung:
Es ist lange her, dass ich ein Buch von Minette Walters gelesen habe und daher freute ich mich über den ersten Teil der neuen Saga. Das Buch beginnt mit Landkarten, welche die Schauplätze untermauern und einen guten Einstieg liefern. Dann geht es auch schon los mit dem Leben auf Develish und bald bricht die Pest in Umliegenden Dörfern aus. Die Beschreibungen sind so lebendig, als wäre man selber dabei. Der Ausdruck passt zum Geschehen und zu den Charakteren. Hier wirkt alles echt. Die Charaktere interagieren miteinander ganz ungezwungen, es scheint eine selbstständige Gemeinschaft zu sein, welche auch ohne Autorin zurecht kommen. Dies macht die Geschichte so leicht zu lesen. Durch die Beschreibungen der Landschaft, der Dörfer und den Erfahrungen ist es ein leichtes die Digitalisierung um uns herum zu vergessen. Kurz gesagt: Ein Buch, welches flüssig gelesen werden kann und eine entspannte Auszeit bereitet.

Fazit:
Volle 5 Sterne für ein entspanntes Lesevergnügen. Hoffentlich kommt bald der nächste Band in den Handel 😀

Ich bedanke mich bei Bücher.de für das Rezensionsexemplar.

Die Unsichtbaren – Roy Jacobsen

Klappentext:
Norwegen, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: eine abgelegene Insel hoch oben im Norden an der zerklüfteten Küste. Für Hans und Maria Barroy ist sie das Paradies auf Erden. Sie leben mit ihrer kleinen Familie von dem, was der karge Boden und das wilde Meer ihnen bescheren. Ihre Tochter Ingrid hingegen will mehr. Sie geht aufs Festland. Als Hausmädchen findet sie eine Anstellung bei einer wohlhabenden Familie. Rührend kümmert sie sich um deren Kinder Felix und Suzanne. Doch eines Tages sind deren Eltern verschwunden. Ingrid entschließt sich, die beiden Waisen mit auf ihre Insel zu nehmen. Es ist der Beginn einer dramatischen Entwicklung! Anrührend und weise, heiter und lebendig. Roy Jacobsens Beschreibungen der Menschen und der Natur sind atemberaubend.


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Titel: Die Unsichtbaren
Autor: Roy Jacobsen
Verlag: Osburg Verlag
Seiten: 270
ISBN: 978-3955100353
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Die Insel Borrøy – bewohnt von Martin, seiner Tochter Barbro, seinem Sohn Hans mit Frau Maria und deren gemeinsame Tochter Ingrid – liegt küstennah zu Norwegen. Die Familie lebt allein mit der Natur, bis Ingrid eines Tages genug vom Inselleben hat …

Schreibstil:
Der Schreibstil ist speziell. So ist der Satzbau, je nach Thematik, sehr verschachtelt bis kurz – prägnant. Je nachdem, was Jacobsen ausdrücken bzw. den Leser fühlen lassen möchte. Durch den überwiegend hypotaktischen Stil lässt sich das Buch zu Beginn schlecht lesen, wenn man sich jedoch fallen und sich auf Autor und Buch einlässt überrascht  Jacobsen mit einem sehr realitätsnahen Bericht über ein einfaches Leben. Trotz allem kam bei mir keine Sympathie für die Charaktere auf, ich konnte mich zwar wunderbar auf das Buch einlassen, aber eine Fremde zu den Personen blieb.

Charaktere:
Ingrid ist ein junges Mädchen, welches in dieser Geschichte einen starken Reifeprozess durchlebt. Sie wird, nicht nur durch ihre Familie, sondern auch durch das raue Klima geformt und erhält dadurch eine ganz eigene Art.

Barbro, die wahrscheinlich eine schwere Kindheit hatte, ist zwar vom Geschlecht her weiblich, aber sie scheint doch viel männliches in sich zu tragen. Für feine arbeiten scheint sie nicht die Ruhe zu haben und daher tummelt sie sich lieber bei den Männern herum. Auch kann sie dort ihre handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Schade nur, dass ihr dies des öfteren negativ ausgelegt wird. Ich hatte immer das Gefühl, nur weil sie „anders“ ist, muss Barbro leiden.

Martin, Hans und Maria sind ruhige und tatkräftige Familienoberhäupter die eine ruppige – bestimmt durch die harte Arbeit – Ausdrucksweise an den Tag legen und auch nicht immer freundlich handeln.

Cover:
Das Cover finde ich sehr schön. Eine Frau die auf etwas oder jemanden wartet, ganz allein und verlassen auf einem Steg …

Fazit:
Mir fällt es selten schwer ein Fazit zu schreiben, aber hier, bei „Die Unsichtbaren“ fehlen mir wahrhaftig die Worte. Der Klappentext verspricht etwas mystisches, dramatisches, eine Entwicklung um die Protagonistin Ingrid, die ihre Heimatinsel verlässt und dann zurückkehrt. Darauf habe ich mich – als Leserin – eingestellt und eine spannende Geschichte erwartet. Ich beginne zu lesen und erhalte etwas komplett anderes und zwar eine sprachgewaltige, bewegende Geschichte um eine Familie zu beginn des 20. Jahrhunderts. Ich lese wie die Familie ums überleben kämpft, wie sie lebt und was sie erleben und kurz vor dem Ende des Buches wird dann auch der Klappentext war … Wer also etwas über eine kleine Insel im Meer, das Leben dort und die Eigenheiten der Bewohner lesen möchte, ist mit „Die Unsichtbaren“ bestens bedient.

Ich vergebe für diesen Roman 4 Sterne, einen ziehe ich aufgrund der Erwartungen, welcher der Klappentext in mir weckte, ab.

Ich bedanke mich beim Osburg-Verlag für das Rezensionsexemplar.