Juwel des Ostens – Maureen Lindley

Klappentext:
Peking 1914. Die achtjährige »Juwel des Ostens«, Tochter von Prinz Su und seiner jüngsten Konkubine, beobachtet heimlich ihren Vater beim Liebesakt mit einer Dienerin. Ihre frühe sexuelle Neugier wird ihr zum Verhängnis. Sie wird nach Tokio verbannt, von wo ihr später eine spektakuläre Flucht gelingt, und die Japaner sie als Spionin anwerben. Die wahre Geschichte einer außerordentlich mutigen und gefährlich sinnlichen Frau.


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Titel: Juwel des Ostens
Autor: Maureen Lindley
Verlag: Berlin Verlag
Seiten: 352
ISBN: 978-3833306396
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Zitate:
S. 18 […]Wenn man ein gesundes Leben führen will, dann ist es nur natürlich, darin selbst die wichtigste Person zu sein. Über den Verlust anderer traurig zu sein ist so, als sei man freiwillig krank, wenn man gesund sein kann.[…]
S. 47 […] denn bis auf den heutigen Tag ertrage ich es nicht, um Liebe zu werben.Wenn sie nicht ungefragt gegeben wird, erscheint sie mir wertlos […]
S. 89 […] Für einen kurzen Augenblick fand ich sie bewundernswert, denn sie rief mir ins Gedächtnis, dass Frauen interessantere Feinde als Männer sind, da sie mit subtileren Waffen kämpfen und tiefere Wunden zufügen als Männer mit ihrer brachialen Gewalt. […]
S. 344 […] Ich habe das gesamte Repertoire an Liebe erfahren und erst jetzt begriffen, dass Loyalität das Wertvollste ist. […]

Inhalt:
Der Roman wurde von Maureen Lindley als ich-Erzählerin geschrieben und erzählt die Geschichte von Yoshiko Kawashima, welche als chinesische Prinzessin geboren und als Kind nach Japan gegeben wurde. Die Protagonistin hat es wirklich gegeben, nur was wirklich zwischen den Pfeilern ihres Lebens passierte ist frei erfunden.

Meine Meinung:
Ich konnte sehr schnell in die Geschichte eintauchen und dachte nur, dass ich nach Beendigung des Buches unbedingt mehr über diese Frau herausfinden muss. Sie wurde im Roman als starke Persönlichkeit mit narzisstischer Störung sowie dem Stockholm-Syndrom dargestellt. Ob dem so war, wird wohl unklar bleiben. Fakt ist, dass sich die Autorin im Vorwort äußert, dass sie Yoshiko nicht eindimensional und böse darstellen möchte (wie die meisten Historiker es tun), sondern eher die Umstände schildern möchte, welche Yoshiko zu der Frau machten, die sie später war.
Ich muss gestehen, dass Maureeen Lindley es wirklich geschafft hat eine Protagonistin zu erschaffen, die meine Gefühle berührte. Allerdings auf unterschiedliche Weise. Die kleine Yoshiko in China – dort noch unter dem Namen „Juwel des Ostens“ – wirkt authentisch, aufgeweckt und glaubhaft. Der Weg nach Japan und ihre Adoption sowie die Veränderung des Wesens bzw. ihrer Psyche wirkten sehr gestellt. Natürlich verändert dieses traumatische Erlebnis alles, aber es fehlten ganze Züge von Verhaltensweisen. Als sie dann den mongolischen Prinzen heiratete und die Beschreibungen des Lebens dort, fehlte wieder etwas um Yoshiko und die sexuellen Handlungen rückten immer mehr in den Vordergrund. Ob die abgelegten Verhaltensweisen und die immer häufiger auftretenden sexuellen Eskapaden ein stilistisches Mittel sind, erschließt sich mit nicht. Ich fand es nur sehr schade, dass die eigentliche Persönlichkeit unter den Praktiken zu leiden hatte, zumindest kam die Protagonistin irgendwann selber zu dem Schluß, dass sie die Handlungen brauchte um zu existieren, was eine erneute Psychische Erkrankung deutlich macht.
Sehr schade hingegen ist, dass sich die Autorin nicht an alle historischen Fakten gehalten hat. Hier muss, wenn man sich an diese Thematik wagt, an den Tatsachen festgehalten werden.

Cover:
Das Cover finde ich sehr gelungen und es war kaufentscheidend.

Fazit:
Ein starker und beeindruckender Start in das Buch mit einem langen Mittelteil, vielen sexuellen Begegnungen und einem sehr schwachen und fiktiven Ende. Die wahre Geschichte von Yoshiko Kawashima ist spannend und kann in vielen Büchern und Onlineplattformen nachgelesen werden – wie man den Charakter dann deuten mag, ist jedem selbst überlassen. Ob man sie als psychisch kranke und teilweise hilflose Person erlesen möchte ist fraglich. Mir hat die Darstellung nicht gefallen und daher vergebe ich keine Leseempfehlung und nur 2 Sterne.

Der Spion mit dem Strumpfband – Lisa McAbbey

Klappentext:
London 1756: Die junge Agentin Clarissa Greenly, Tochter eines verarmten Barons, erhält den Auftrag, einem hohen Regierungsbeamten, dem nüchternen und strengen Earl von Hawkhurst, ein geheimnisvolles Notizbuch abzujagen. Doch so erfolgreich sie auch sonst ihre geheimen Aufträge ausführt – diesmal will es nicht klappen! Und jeder neue Versuch stürzt Clarissa in tiefere Gefühlsverwirrungen, denn der Earl entpuppt sich als äußerst attraktiver und leidenschaftlicher Mann.


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Titel: Der Spion mit dem Strumpfband
Autor: Lisa McAbbey
Verlag: beHEARTBEAT by Bastei Entertainment
Seiten: 207
ASIN: B01N97W0QG
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Clarissa Greenly, Agentin und verarmte Tochter eines Barons, muss dem Earl von Hawkhurst ein Notizbuch abluchsen. Dieser Auftrag scheint nicht so leicht zu sein, wie ihre bisherigen und dann schaut der Earl auch noch sehr gut aus …

Schreibstil:
<3 was soll ich noch groß schreiben? Nach „Die Reise nach Edinburgh“ und „Die Eroberung des Normannen“ schafft es Lisa McAbbey abermals, mich in eine längst vergessene Welt zu entführen. Ihr Hauptthema neben der romantischen Liebesgeschichte um James und Clarissa ist der siebenjährige Krieg 1756 – 1763.

Der Einstieg ins Buch war mit dem ersten Satz ein Highlight: „Gib acht, Mädchen, dass du keine Kanten oder Ecken beschädigst, die Einbände nicht zerkratzt, weder Eselsohren noch Fettflecken hinterlässt! Merk dir: Man muss Bücher wie rohe Eier behandeln – vorsichtig und sehr behutsam!“;
Ich liebe Bücher und von daher freute ich mich besonders, gleich so empfangen zu werden – so hieß es auch von William Cuthbert Faulkner (1892 – 1962): Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will; nun wusste ich ja, dass ich das komplette Buch von Lisa McAbbey lesen wollte, aber dieser Satz lies mein Herz wahrlich brennen und ich fühlte mich sofort angesprochen und tauchte ab in die große Buchhandlung von Mr. Noon, sah die Reihen von Büchern vor mir und roch den Staub, der sich über die Zeit auf die Einbände niederlegte und fieberte mit den Figuren mit und so weiter und so fort.

Kurz geschrieben: Ich war hin und weg, von der Idee der Geschichte, von den Figuren, deren Handlungen und der ganzen Kulisse. Die Liebesgeschichte mit teils sehr knisternden Szenen war ein wundervolles Geschenk für die teils trockenen politischen Geschehnisse, welche aber zur Geschichte passen. Besonders hervorzuheben ist der Ausdruck der Autorin, so nutzt sie längst vergessene Wörter um ihre Geschichte noch authentischer werden zu lassen. Ich bin einfach nur begeistert, so muss ein historischer Roman geschrieben sein!

Charaktere:
Clarissa ist eine wundervolle Protagonistin, welche ich umgehend vor meinem geistigen Auge sah. Ihre Art zu agieren passt zu ihr und wie sie sich in ihren Auftrag stürzte, brachte mir mehr als einmal ein lächeln ins Gesicht.

Der Earl von Hawkhurst ist ebenfalls ein sehr liebenswürdiger Zeitgenosse und auch ihn habe ich vergöttert! Was für ein toller Mann! Besonders sein Umgang mit Clarissa berührte mich.

Clarissas Vater erinnerte mich sehr an Mr. Bennet (aus Stolz und Vorurteil von Jane Austen), der gutmütige Alte hatte irgendwie nicht mehr alle Tassen im Schrank – so gutmütig kann man doch nicht sein! – aber er passt in das Bild der Geschichte so gut hinein, dass ich ihn doch irgendwie mochte.

Die anderen Charaktere wirkten ebenfalls so natürlich und zum liebhaben, dass ich sehr traurig bin „Der Spion mit dem Strumpfband“ schon ausgelesen zu haben, aber ich kann es ja immer wieder lesen 😉

Cover:
Das Cover ist sehr schön geworden und passt zur Geschichte.

Fazit:
Wieder ein ganz tolles Buch von Lisa McAbbey, welches jetzt schon zu meinen Favoriten für das Jahr 2017 zählt! Tolle Idee, wundervolle Charaktere und ein traumhafter Schreibstil! Ich empfehle es an jeden, der gerne romantisch-kriminalistische Liebesgeschichten liest! Von mir gibt es 5 Sterne!

Ich bedanke mich bei Lisa McAbbey für das Rezensionsexemplar.

Ein vortrefflicher Schurke – Sabrina Jeffries

Klappentext:
Lady Minerva Sharpe soll möglichst bald heiraten, wenn sie das Erbe ihrer Großmutter nicht verlieren will. Um der Großmutter einen Strich durch die Rechnung zu machen, täuscht sie eine Verlobung mit dem Draufgänger Giles Masters vor. Doch während Giles und Minerva Nachforschungen über den Tod von Minervas Eltern anstellen, entwickeln sie bald echte Gefühle füreinander.


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Titel: Ein vortrefflicher Schurke
Autor: Sabrina Jeffries
Sprecher: Cathlen Gawlich
Verlag: audible GmbH
Länge: 416 Seiten / 10 Std. 35 Min. (ungekürzt)
ASIN: B00F57P9SG
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Auf Halstead Hal soll wieder eine Ehe geschlossen werden, dieses mal ist Lady Minerva Sharpe an der Reihe. Aus Frust gibt sie im Ladys Magazin eine Annonce auf und ausgerechnet Giles Masters stellt sich ihr vor und gewinnt das Vertrauen von Hattie …

Stil:
Der Schreibstil ist wie immer sehr seicht, romantisch, kitschig und die Power kommt von Cathlen Gawlich. Auch hier schafft es Gawlich die Spannunskurve durch ihre Stimme enorm zu steigern und zu halten, die romantischen Szenen noch gefühlvoller in Szene zu setzen und das komplette Werk aufzuarbeiten.

Charaktere:
Minerva ist eine starke Frau, die aufzeigt, dass ein eigenständiges Leben wichtig ist und der eigene Standpunkt immer vertreten werden sollte. Ich mochte sie und freue mich für sie über den gewonnen Kampf um ihr Leben.

Giles, der bisher kaum in Erscheinung getreten ist, bekommt seinen großen Auftritt. Er erschien mir erst zu jungenhaft, entwickelte sich aber im Laufe der Geschichte, so dass ich den beiden meinen Segen geben konnte 😉

Cover:
Das Cover ist typisch und passend. Eine Frau mit Feder – zum Schreiben – in der Hand, trifft Minerva sehr genau.

Fazit:
Ein gelungener dritter Band der Reihe, mit einem schönen Vorgeschmack auf den vierten Teil der Serie. Die ersten beiden Teile (Lord Stonevilles Geheimnis und Spiel der Herzen) müssen nicht, sollten aber gelesen/gehört werden um die ganze Geschichte zu verstehen. Ich vergebe 4 Sterne für einen romantisch-erotisch-historischen Roman.