Lass zu, was dich groß macht – Ilona Lindenau

Klappentext:
Negative Gedanken schüren Selbstzweifel, Unsicherheit, Lustlosigkeit – nur zu oft sabotieren wir uns selbst. Und dieser innere Saboteur macht uns und anderen das Leben unnötig schwer. Neueste biologische und neurowissenschaftliche Studien weisen den Zusammenhang nach, den negative Glaubenssätze auf Wohlbefinden und Produktivität haben. Selbstkritische Überzeugungen aus der Vergangenheit können eine unangenehme Kraft in unserem Leben entwickeln: Sie belasten und beschränken uns, limitieren unser Denken und Handeln und können uns in herausfordernden Situationen und Konflikten impulsiv reagieren lassen. Das lähmt und macht nicht nur uns, sondern auch anderen im Zusammenleben mit uns das Leben schwer.

Einfach positiv denken, hilft da nur bedingt. Es braucht stärkere Tools, wie den achtsamen Self-Talk der Kommunikationsexpertin Ilona Lindenau, um langfristig die inneren Einstellungen zu ändern, denn gesprochene, aber auch gedachte Selbstansprachen sind mächtig. „Oft fühlen wir uns von diesem Gedankenkarussell im Kopf fremdbestimmt, als hätten wir keine Wahl“, so die „Botschafterin für motivierende Kommunikation“, die ihr Wissen auch in Trainings und Vorträgen weitergibt. „In Wahrheit haben wir die Wahl und können unseren Self Talk bewusst ändern. Und wenn unser Self Talk freundlicher ist, sind wir wohlwollender und weniger bewertend.“ Praxisnah und immer mit Blick auf die Lösungen, zeigt sie den Lesern Wege auf, wie sie den eigenen Saboteur-Code knacken können. So lassen sich neue Schritte in ein selbstbestimmtes Leben gehen. Die von Ilona Lindenau entwickelte „Power of Words-Methode: Kraft durch inneren Monolog“ ist das Tool, mit dessen Hilfe es gelingt. Von der Pflicht, sich selbst anzunehmen, zur Kür – dem Mut, sich verletzlich zu zeigen, ist dieses Buch ein kluger Begleiter, ein Mutmacher und Sparringpartner auf dem spannenden und nie endenden Weg zu sich selbst.

Ilona Lindenau arbeitet seit 25 Jahren als „Botschafterin für motivierende Kommunikation“ für Unternehmen wie Allianz, Bayer, Deutsche Bahn, Siemens, WMF oder Würth. Sie wurde bei den bekanntesten deutschen Kommunikationstrainern und in den USA ausgebildet, wo sie viele Jahre lebte. Ihr Wissen gibt die Kommunikationsexpertin in Vorträgen, in Coachings und in ihrer Life & Business Coaching Academy in Frankfurt weiter. Die Autorin ist medial sehr gut vernetzt und beliebte Interviewpartnerin in Focus, Emotion und Wirtschaftswoche.


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Titel: Lass zu, was dich groß macht
Autor: Ilona Lindenau
Verlag: Goldegg
Seiten: 176
ISBN: 978-3990601310
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Meine Meinung:
Es ist sehr schwer dieses Buch zu beschreiben. Ich habe es schon weiterempfohlen, als ich noch beim Lesen war und konnte nur sagen „kauf das, das ist der Wahnsinn!“. Nun habe ich es schon seit über einer Woche ausgelesen und bin immer noch nicht schlauer, wie ich das Werk in Worte packe.

Der Einstieg ins Buch ist sehr leicht, es geht um die „inneren Saboteure“. Wie uns unser „Selftalk“ dazu bringt an uns und allem zu zweifeln. „Du bist nicht gut genug“, „du schaffst das nicht“ etc. das hat bestimmt jeder schon gehört bzw. gedacht.
Jede andere Technik (sei es von Motivationstrainern, Affirmationskarten etc) würde uns nun suggerieren, einfach zu sagen „ich bin gut und glücklich“. Dies wirkt wie abgedroschene Phrasen und genau dies ist es auch. Unser Unterbewusstsein erkennt, dass wir ihm etwas vorgaukeln. Denn wenn wir die positiven Affirmationen glauben würden, dann wäre der Selftalk der inneren Saboteure doch schon vorbei. Unser Unterbewusstsein ist also so clever unsere eigene Wahrheit zu erkennen und diese wiederzugeben. Ein Teufelskreis!

Die Autorin beschreibt genau dieses Szenario auf S. 66 […] Wie ich damals zum Beispiel an meinem Schlafzimmer-Spiegel einen Zettel mit der Botschaft befestigte:“Ich bin glücklich“ oder „Bewertungen sind mir egal“. Obwohl das möglich sein könnte, erkannte mein Unterbewusstsein:“Total gelogen!“. […] Und genau hier setzt Ilona Lindenau an. Sie erklärt die Funktion des Unterbewusstseins und zeigt Strategien wie man die inneren Saboteure zum Schweigen bringt und stattdessen seine eigenen Stärken hervorholt.

Das Thema des Selftalk war für mich neu. Denn die „Power-of-Words-Methode“ ist einfach einzigartig. Sie lässt den Selftalk im Hirn zu, prüft diesen auf Wahrheitsgehalt und entwickelt dann Strategien, um den Selftalk in anderer / positiver Form zuzulassen. So können Denkmuster aufgebrochen und nachhaltig verändert werden.
Sich mit dem inneren Kritiker zu befassen ist ein spannender und konstruktiver Prozess, der umgehend positive Wirkung zeigt.

Fazit:
Ein must read für jeden! Egal ob die inneren Saboteure gerade aktiv sind oder nicht, allein schon um zu verstehen wie das Unterbewusstsein wirkt, wirkt Wunder. Daher gibt es volle 5 Sterne!


Interview:
Negative Gedanken schüren Selbstzweifel, Unsicherheit und den Glauben, Vorsätze nicht umsetzen zu können. Sie machen das Leben schwer. Dabei könnte man doch einfach positiv denken und alles wird erreicht! Ist das so einfach?
Ilona Lindenau: Schön wär ́s!! Aber das Gehirn, das Unterbewusstsein lässt sich nicht „bescheißen“.
Es funktioniert nur in sehr begrenztem Maße, wenn überhaupt. Könnten wir uns alle sagen „Ich bin schön und schlank“, wären wir alle Supermodels. Sind wir aber nicht. Auch werden wir nicht mal eben zum Millionär, wenn wir es uns vornehmen, den Vorsatz auf einen Zettel schreiben und diesen herumtragen. Umgekehrt „klappt“ es besser. Selbstzweifel und Selbstkritik wirken sich nachhaltig auf das Lebensgefühl aus und wir fühlen uns wirklich schlecht. Unsere Glaubenssätze sind unsere eigenen – und stärksten – Widersacher. Sie hindern uns darin, wirklich „groß“ zu werden. Hier gilt es, dem Täter auf die Spur zu kommen, wie ein Detektiv die inneren Saboteure aufzuspüren und Wege zu finden, sie zum Schweigen zu bringen. Wir sind uns selbst dann nicht ausgeliefert.

„Wer ist eigentlich der Chef in meinem Kopf?“ mit dieser Frage fängt es an. Wer negativen Glaubenssätzen und Überzeugungen stoppen und ihnen Positives entgegensetzen will, kann nicht einfach – schwupps – die Gedanken umpolen und ins Positive drehen. Es gilt vielmehr, auch kognitiv ein Stärkenbewusstsein zu entwickeln. Erst dann entsteht ein neues, realistisches und optimistisches Selbstbild. Solange sich die eigenen Saboteure unbewusst in unserem Kopf tummeln, lassen sich negative Glaubenssätze nicht fundamental verändern.

In Ihrer langjährigen Beratertätigkeit haben Sie zahlreiche Gespräche und Coachings durchgeführt.
Woher kommen Ihrer Erfahrung nach diese Selbstzweifel – diese inneren Saboteure – die uns hindern, Erfolg und Lebensfreude zu erlangen?
Ilona Lindenau: Der Gedanke, „Negative Überzeugungen kommen immer aus der Kindheit“, liegt nahe, stimmt aber nicht. Zwar gibt es negative Überzeugungen, die wir aus der Kindheit mitnehmen – vor allem ist entscheidend, wie mit uns in den ersten drei Lebensjahren umgegangen wurde. Wenn etwa die starke Bindung zur Mutter durch Krankheit unterbrochen wird, kann das Ängste generieren, die das ganze Leben hindurch wirken. Aber das ist eben nicht alles: Negative Überzeugungen können sich immer in uns festsetzen, nicht nur in der Kindheit. Etwa wenn wir einen Verlust erleiden oder uns etwas nicht gelingt. Doch wir können uns unseren Ängsten stellen und gerade dadurch innerlich wachsen.

Gibt es innere Kritiker, die ganz besonders „beliebt“ sind?
Ilona Lindenau: Jede Menge! Besonders beliebt sind Selbstzweifel, also alles, was uns den Mut nimmt, Vertrauen zu haben – etwa in Beziehungen oder im Beruf. Vor allem aber wir wahre Meister darin, uns schlecht zu machen und an unseren Fähigkeiten zu zweifeln. Die Frage, die man sich häufig stellt, lautet dann „Bin ich überhaupt gut genug?“ Manche denken, dass sie ihre Umwelt betrügen, andere haben ein Schein-Selbstbewusstsein, das aus Angst geboren ist. Es gibt viele Beispiele hierfür. Wer innere Stimmen hört, ist nicht krank, aber blockiert sich häufig selbst. Zweifel an der eigenen Qualität, an den eigenen Stärken und daran, ob andere uns mögen, gehören zu den beliebtesten und leider auch wirkungsvollsten inneren Kritikern. Sie übertönen alles und führen dazu, dass wir positives Feedback gar nicht mehr hören, geschweige denn, es annehmen können. Weder sich
selbst noch anderen über den Weg trauen: Das macht – und hält – viele Menschen klein.

Aber einfach nur zu sagen „Ich bin der Größte“ ist ja sicherlich auch nicht der richtige Weg. Wie schaffe ich den Spagat zwischen Selbstüberschätzung und inneren Zweifeln?
Ilona Lindenau: Diese Frage höre ich häufig, vor allem, wenn es darum geht, die eigenen Stärken anzunehmen. Der Schlüssel liegt in konstruktiver Ehrlichkeit. Das vermittle ich mit meiner Arbeit.
Wohin führt es denn, sich selbst zu zerfleischen? Schluss damit! Eine konstruktive Selbsteinschätzung erlaubt mir, mich anzunehmen, wie ich bin. Jeder hat Stärken und Schwächen. Sie müssen nur ins richtige Verhältnis gesetzt werden. So lässt sich ein Gleichgewicht erzielen, mit dem wir mit uns im Reinen sind und uns weiterentwickeln können. Auf die Balance kommt es an!

Sie haben die „Power-of-Words-Methode“ entwickelt. Können Sie uns kurz beschreiben, was sich dahinter verbirgt?
Ilona Lindenau: Die „Power-of-Words-Methode“ ist eine generelle Haltung, die dabei hilft, ein Bewusstsein für die eigenen Gedanken, die eigene Wortwahl und deren Wirkung auf andere zu entwickeln. Sie unterstützt darin, achtsamer mit den eigenen Aussagen und Gedanken in Bezug auf sich selbst und andere zu sein. Das betrifft wirklich jeden. Ziel ist es, die Macht und Kraft der Worte zu verstehen und sie für sich anzuwenden – mit positivem Effekt. Ein wesentlicher Schritt dabei ist die Stärken-Schwächen-Analyse, die bis ins Unterbewusstsein vordringt. Sie macht sichtbar, dass es oft gar nicht wirklich große Schwächen gibt, sondern vielmehr Potential und Talente, die wir nur gering achten. Als Ritual kann es daher hilfreich sein, sich den eigenen Stärken zuzuwenden und sie immer wieder hervorzuheben. Die Kraft der Worte – richtig genutzt – bringt uns im Leben weiter.

Was geben Sie Menschen als ersten Rat mit auf den Weg, um den inneren Kritiker ruhigzustellen?
Ilona Lindenau: Die gute Nachricht ist: Wir können lernen, der Chef im eigenen Kopf zu werden. Und dem inneren Kritiker Grenzen so zu setzen. „Isso“ heißt das Zauberwort. Es bedeutet, erst einmal zu akzeptieren, wie es ist. Dann muss ich mit dem inneren Kritiker umgehen – nicht gegen ihn, sondern mit ihm arbeiten. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten und Methoden, die dabei helfen. Die Stopp-Technik beispielsweise dient dazu, die inneren Gedankengänge zu stoppen und aus dem eigenen Hamsterrad rauszuspringen. Sind die ersten Schritte gelernt, ist es ganz einfach, diese Methode für sich zu nutzen. Mit einem kleinen Impuls lässt sich das eigene Gehirn quasi erschrecken, etwa mit einem kleinen „Anschnippen“, das den inneren Kritiker zum Schweigen bringt.

Sind Ihrer Erfahrung nach Frauen und Männer in gleichem Maße anfällig für einen negativen „Self-Talk“?
Ilona Lindenau: Ja. Aber das hängt von den Themen ab. Es gibt Themen und Situationen, die sich bei Männern und Frauen etwas anders auswirken. Aber beide Geschlechter sind aber für negativen Self-Talk anfällig. Nur die Themen variieren etwas, etwa im beruflichen Bereich.

Wie man sich von diesen inneren Saboteuren befreit, darüber haben Sie jetzt einen Ratgeber geschrieben. Wie kam die Idee zum Buch?
Ilona Lindenau: Ich hatte den Wunsch, meine Selbsterfahrung der letzten 25 Jahre mit anderen zu teilen. Es ist mir sehr wichtig, dass Menschen freundlicher und wertschätzender miteinander umgehen. Frieden finden mit sich und anderen hat viel damit zu tun, wie wir sprechen und denken. Das Buch soll vermitteln, dass eine größere Wachsamkeit, Feinfühligkeit, Awareness mir selbst, aber auch für andere förderlich ist. Menschen, die in Frieden mit sich sind, und annehmen, was sie als Persönlichkeit ausmacht, gehen auch mit anderen besser um. Das zu vermitteln und Wege zu zeigen, wie das möglich wird, ist die Kernbotschaft dieses Buches und war meine Motivation, es zu schreiben.

Wer sollte das Buch lesen?
Ilona Lindenau: Fragen wir doch mal umgekehrt, „Wer sollte es nicht lesen?“ Menschen, die zu sehr von sich selbst überzeugt sind. Die von sich denken, dass sie bereits großartig sind oder schon gelassen durchs Leben gehen. Aber sie können dieses Buch natürlich auch lesen! Wer aber von inneren Saboteuren klein gehalten wird und diese erkennen will, Blockaden überwinden und dadurch die eigenen Potentiale entwickeln möchte, für alle diejenigen ist „Lass zu, was dich groß macht“ hilfreich. Auch wer mit anderen Menschen arbeitet, in einem Kontext mit anderen steht, oder daran interessiert ist, was Denken und Worte mit bei anderen auslösen kann, möchte ich ansprechen. Das Bewusstsein für die Macht der Worte ist elementar und der Weg zu mehr Lebensfreude, innerer Zufriedenheit und Erfolg. Darum wünsche ich mir, dass mein Buch viele Menschen inspiriert.


Ich bedanke mich bei Ilona Lindenau für das Rezensionsexemplar.

[Interview] Tina Wolff

Liebe Tina,
erstmal herzlichen Glückwunsch zum ersten Buch! – Pferdefrauen ticken anders (meine Rezi findet ihr hier)

Wie fühlt es sich an, das eigene Buch (in gedruckter Form) in den Händen halten zu können?

Seltsam. Wirklich, es ist einfach nur seltsam.

Deine Figuren wirken alle sehr lebendig und du hast viele private Details (beispielsweise deine Körpergröße und deinen Beruf) verwendet.
Gibt es in deinem Leben auch einen Hannes oder wer hat dich zu diesem Charakter inspiriert?

(lacht) Ich wollte unbedingt die Geschichte schreiben, deshalb habe ich es mir einfach gemacht, nach dem Motto: Schreib über das was du kennst, dann ersparst du dir eine Menge Recherchen. Deshalb hat Lisa meine Größe, meinen Job und mein Pferd. Der Rest ist frei erfunden. Somit gibt es keinen Hannes. Tut mir leid, der ist rein fiktiv. Ich wollte zur tüddeligen Lisa einen ruhigen Gegencharakter haben, der vielleicht auf den ersten Blick etwas langweilig wirkt. Aber stille Wasser sind eben nur an der Oberfläche ruhig. Verdächtig ruhig…

Die Liebe zu Heinrich und die Eigenarten eines Kaltblutes hast du sehr emotional verfasst. Auch das Cover zeigt einen stoffeligen Gesellen und das Lesezeichen verspricht einen herrlichen Weideausblick.
Wie schwer war es, deine Liebe zum Detail beim Verlag durchzusetzen?

Mein ehemaliges Pferd Lukas diente als Vorbild für den dicken Heinrich und einige der Geschichten im Buch sind definitiv nicht erfunden. Von daher fiel es mir nicht schwer über so ein stoffeliges Kalblut zu schreiben. Beim Lektorat, ob mit der Literaturagentur oder beim Verlag, hatte ich das Glück, dass sich keine der Damen mit Pferden auskannte und ich somit bei den Geschichten von Heinrich freie Hand bekam. Dafür musste ich mich zwar auf die Hinterbeine stellen, aber es war mir wichtig, dass Pferdefrauen, die dieses Buch lesen, sagen können: Ja, das kenne ich. So ist das mit den Pferden. Die Heinrich-Episoden sollten authentisch sein und nicht nur als nette Rahmenhandlung für die eigentliche Liebesgeschichte herhalten.

Deine Geschichte hat Ähnlichkeit mit „Bille und Zottel“ aus den 70ern. Die Geschichten spielen auch in Norddeutschland und die Familie ist nicht begeistert, dass die Protagonistin reitet. Ich war ein sehr großer Fan der Buchreihe (ich besitze sogar noch alle Bände) und finde, du hast die Träumerei der Jugendbücher in eine wundervolle Liebesgeschichte für
Erwachsene weiter gesponnen.
Wie sehr hat dich Tina Caspari inspiriert und was genau hat den Funken überspringen lassen?

Ach, ja. Bille & Zottel (seufzt). Ich habe selbstverständlich auch alle Bücher und habe sie geliebt. Das erste Buch, das ich gelesen habe war Bille & Zottel. Ein absoluter Mädchentraum. Ehrlich gesagt ist mir erst nach der Fertigstellung des Manuskriptes aufgefallen, dass „Pferdefrauen ticken anders“ eine Art von Bille & Zottel für Erwachsene ist. Eigentlich wollte ich nur kurze Anekdoten von Lukas aufschreiben und plötzlich wurde es zu einer Liebesgeschichte mit Pferd. Also aus Versehen sozusagen. (lacht)

Wird es weitere Geschichten um Heinrich und Lisa geben?

Jein…

Wenn ja, wann ist es so weit?

Es wird weitere Geschichten geben, in denen ehemalige Nebenfiguren die nächste Hauptrolle bekommen. Somit bleiben einige Charaktere erhalten, wie zB der dicke Heinrich natürlich. Wann und ob ich dafür einen Verlag finde, oder in welcher Form die folgenden Romane rauskommen, das weiß ich nicht. Es bleibt alles sehr spannend.

Du schreibst auch Kurzgeschichten und nimmst an Schreibwettbewerben teil, wie und wo kann man dich am besten verfolgen?

Am Besten geht es über Facebook, über meine Autorenseite. Dort gebe ich auch Termine für Lesungen oder Poetry Slams bekannt und poste hin und wieder kleine (meist satirische) Kurzgeschichten. Im Juni werde ich mich dann im Stand-up-Comedy-Bereich ausprobieren und bin schon ganz aufgeregt. Und bei Lovelybooks bin ich auch zu finden.

Ich wünsche dir weiterhin viele Einfälle für weitere Geschichten und bedanke mich sehr für das Interview und deine Geschichten!

Vielen Dank, Cora, für Deine Fragen. Es hat mir viel Spaß gemacht darauf zu antworten. Und Einfälle habe ich schon zu viele, was mir fehlt ist die Zeit sie in den PC zu tippen. Ich hoffe ich kann bald mit neuen Geschichten vom Behringer-Hof aufwarten und den Lesern damit Freude bereiten.

[Neuerscheinung] Endlich ist er da: Der 2. Teil der Raben-Trilogie von Nikola Hotel

Heute erscheint die Fortsetzung von Rabenblut – einen Flügelschlag entfernt. Die Fortsetzung trägt den Namen: Rabentod.

Ich durfte Rabentod vorab lesen und habe aus gegebenem Anlass mir der Autorin Nikola Hotel ein kleines Interview geführt, welches euch sicherlich Lust auf die Fortsetzung macht:

Cora: Vor einiger Zeit wolltest du keine Fortsetzung von Rabenblut schreiben – ich freue mich natürlich sehr, dass du Rabentod doch geschrieben hast –, aber warum kam es nun doch dazu? Was oder wer hat deine Meinung geändert?
Nikola: Ich habe lange mit mir gehadert, weil ich mich vor dem Ende gefürchtet habe. Die Geschichte um Isa & Alexej hat mich damals sehr bewegt und enorme Kraft gekostet. Die Vorstellung, viele Monate wieder in diese Welt einzutauchen, von der ich wusste, dass sie mir sehr viele Emotionen abverlangen wird, hat mir Angst gemacht. Geändert habe ich meine Meinung, weil so viele Leserinnen und Leser mir immer wieder geschrieben haben, wie sehr sie sich wünschen, dass es weitergeht. Die Leser wissen oft gar nicht, wie wichtig dieses Lob bei einem Schreibprozess ist und wie stark sie Einfluss nehmen können, indem sie mir ihre Gedanken dazu mitteilen. Dazu kann ich nur sagen: Ich lese jede Rezension und auch jede Nachricht sehr aufmerksam, um daraus zu lernen. Dass darunter so viele positive Reaktionen sind, dafür bin ich umso mehr dankbar!

Cora: Hattest du von Beginn des Schreibens im Kopf, wie Rabentod enden soll, oder hat sich alles beim Schreiben entwickelt?
Nikola: Das wusste ich schon von Anfang an. Ich plane zwar eine Geschichte nie durch, doch verwende ich sehr viel Zeit darauf, die Charaktere auszuarbeiten und kennenzulernen. Es kann deshalb nur so enden, wie es den Wünschen und Fähigkeiten der Helden entspricht. Auch wenn es für Außenstehende merkwürdig klingen mag: Ich habe keine Macht über meine Protagonisten, ich kann sie nicht zwingen, etwas zu tun, was nicht zu ihrem Charakter passt.

Cora: Wie schwer ist es für dich als Autorin, einen Protagonisten sterben zu lassen?
Nikola: Es fällt mir entsetzlich schwer. Ich liebe meine Protagonisten, sie gehen zu lassen, fühlt sich leider sehr, sehr real an.

Cora: Ich empfand die Todesszene und das danach als sehr emotional und habe geweint, wie erging es dir beim Schreiben und hast du dann doch noch mal überlegt, die Geschichte in diesem Punkt zu verändern?
Nikola: Natürlich berührt es mich, zu hören, dass diese Gefühle auch bei den Lesern und Leserinnen ankommen. Das ist ein großes Geschenk. Und doch hätte ich alles gegeben, um die Geschichte ändern zu können. Leider haben meine Protagonisten aber ihren eigenen Willen. Inzwischen weiß auch meine Familie, wie schrecklich das Schreiben solcher Szenen für mich sein kann, und versucht, mich im Alltag davon abzulenken. Das funktioniert nicht immer, aber es tröstet mich sehr. Und ja, ich heule Rotz und Wasser dabei, weswegen ich schon mehrmals darüber nachgedacht habe, ob ich mir so etwas überhaupt noch einmal zumuten soll.

Cora: Wird es einen dritten Teil geben?
Nikola: Ja. Mit der Arbeit zum dritten Band werde ich in diesem Sommer beginnen, und da hilft nur ganz viel Schokolade und Liebe. Beides bekomme ich von meinem Mann und meinen Söhnen geschenkt. Besser geht es nicht.

 

[Interview] Annie Bertram

Nachdem mich „Wahre Märchen“ so in den Bann gezogen hat, musste ich einfach ein Interview mit Annie Bertram führen – naja irgendwie wusste ich das schon vor dem Lesen. Der erste Blick auf die Online-Vorschau des Werkes hat mich schon umgehauen und hier ist es nun:

Wie kam es zur Idee von „Wahre Märchen“?

Märchen haben mich schon als Kind sehr fasziniert. Als ich später als erwachsener Mensch wieder zu einem Märchenbuch griff und nach vielen Jahren sie erneut gelesen habe, stellte ich fest, dass die Botschaften, welche in den Märchen stecken auch heute noch Bestand haben.
Ich begann mir vorzustellen, wie die Märchen wohl heute erzählt werden würden und begann die alten Klassiker der Gebrüder Grimm und Hans Christian Andersen neu zu interpretieren.
So schrieb ich ein Storyboard indem ich die Märchen mit neuen Bildern neu aufleben liess. Modelle wurden ausgesucht, Orte gefunden und Kleider und Accessoires angefertigt. Nachdem die Bildstrecke den Autoren vorlag, haben sie die Märchen neu geschrieben. Mir war es sehr wichtig, kein reines Bilderbuch zu produzieren. Vielmehr möchte ich die Leserschaft einladen in Bilder- und Textwelten einzutauchen.

Warum Märchen? Welchen Bezug hast du selber zu Märchen?

Märchen liebe ich seit meinen Kindheitstagen und sie haben bis heute ihren Zauber auf mich nicht verloren.

Welches ist dein persönliches Lieblingsmärchen? (Als Kind und heute) und warum?

Meine Lieblingsmärchen stammen von Hans Christian Andersen und sind unter anderem „Das Mädchen mit dem Schwefelholz“, „Die wilden Schwäne“ und „Die kleine Meerjungfrau“ schon als Kind fand ich sie traurig schön und auch nach mehrmaligen Lesen huscht mir immer noch ab und an eine Träne heraus.

Was entsteht zuerst, deine Bilder oder die Geschichten der Autoren?

Als erstes steht das Originalmärchen welches als Inspirationsquelle dient. In „Wahre Märchen“ fällt das ganz unterschiedlich aus – mal bleibt das Märchen recht nah am Original – manchmal ist die Erzählersicht verändert oder es fliessen aktuelle Themen unserer Zeit ein.
Bild und Text bilden eine Symbiose.

Gibst du den Autoren Märchen vor oder durften sie selbst wählen?

In der Regel dürfen sich die Autoren aus dem vorhanden Material ein Märchen aussuchen.

Warum wählst du überwiegend Frauen für deine Arbeit aus? Was fasziniert dich an ihnen? Und hattest du diesbezüglich eine Absprache mit Oliver Graute beim gestiefelten Kater?

Frauen bedeuten für mich mehr Poesie – deswegen kommen sie generell mehr in meinen Arbeiten vor.
Meine Frauen sind Heldinnen und Königinnen und das fasziniert mich.
Bei der gestiefelten Katze habe ich erneut mit 2 Models / Zwillingen gearbeitet, die mich seit meinem ersten Buch begleiten. So wurde aus dem Kater eine Katze und aus dem armen Sohn eine Tochter als Mann verkleidet. Das Märchen ist recht stark abgewandelt – da ich mir eine Umsetzung rein bildtechnisch ganz nah am Original nicht vorstellen konnte.
Zudem möchte ich neue Bilderwelten erschaffen, als das was man bereits oft sieht (z.B. Prinzessin küsst Frosch auf einer Hand) .
Oliver hat diese Geschichte mit einer guten Brise Humor und Sarkasmus neu interpretiert und ich freue mich jedes Mal aufs Neue, sie wieder und wieder durchzulesen.

Hattest du bei der Gestaltung des Buches / der Geschichten Mitspracherecht?

Für die wunderbare Gestaltung des Buches ist Oliver Graute verantwortlich, welcher auch die Geschichte zur gestiefelten Katze geschrieben hat.
Er schlug mir in einem Probelayout das Design vor, was mich sofort vollkommen begeisterte.
Feder & Schwert (Verlag des Buches) scheute keine Mühen und Kosten für die aufwendige Verarbeitung des Buches. Die Geschichten entstanden in enger Zusammenarbeit mit Autoren, Verlag und mir.
An dieser Stelle möchte ich allen danken, die das alles ermöglicht haben und vielen Dank liebe Cora für das Interview!

Ich danke dir, liebe Annie, für deine wundervollen Arbeiten und das du dir Zeit für mich und meine Fragen genommen hast!

Wer noch mehr über Annie Bertram erfahren und sich ihre tollen Arbeiten ansehen möchte, schaut sich bitte hier: www.AnnieBertram.com um!

[Interview] Jules Saint-Cruz

Normalerweise mache ich keine Interviews. Ich habe auch, bis heute, noch nie eins gemacht. Wenn ich eine Frage hatte, habe ich direkt gefragt und gut. Aber nach dem Lesen von Jules Saint-Cruz „LaLaurie“ hatte ich gleich mehrere Fragen und diese hat mir Jules in ihrer wunderbaren Art beantwortet.

Ich hoffe, dass euch meine Fragen genauso interessieren und ihr nun noch mehr Lust auf LaLaurie erhaltet. Es lohnt sich!

  • 1. Warum hast du dich diesmal für New Orleans als Schauplatz entschieden?
    Ich bin aus der Ferne fasziniert von New Orleans, seit ich in den USA gelebt habe. Meine amerikanischen Eltern hatten dort einen Bekannten, der die coolsten Geschichten erzählt hat. Irgendwann informierte ich mich selbst gezielt, las nach oder schaute Filme an. Ich mag die Mystik, die New Orleans anhängt, das Setting am Mississippi und die Musik, die in der Stadt geboren wurde.
  • 2. Wieso hast du eine Geschichte um Delphine LaLaurie geschrieben? Bzw. wie bist du auf sie gekommen und was fasziniert dich an ihr?
    Die Geschichte bezieht Delphine LaLaurie ja nur indirekt ein. Ich habe sie gefunden, weil ich bei Taras „Spaziergang“ über den Saint Louis Cemetery I recherchiert habe, wer dort außer der Voodoo-Queen Marie Laveau noch so liegt. So fand ich Delphine und fand ihren Nachnamen so geheimnisvoll, dass ich glatt die ganze Trilogie so nannte 😉 Taras Nachforschungen in der Story zufolge besteht allerdings keine Verwandtschaft – was natürlich gut ist. Wer mag schon eine sadistische Serienmörderin zur Großtante haben? 😉 Nichtsdestotrotz ist der Name in der Stadt natürlich mit Vorsicht ausgesprochen, erst recht nach den Geschehnissen. Delphine LaLaurie selbst fasziniert mich weniger, vielmehr mag ich die Idee, dass diesem Namen etwas „Böses“ anhängt.
  • 3. Warst du selbst schon in New Orleans?
    Mit dem Finger auf der Landkarte? Etwa hundert Mal 😉 New Orleans steht ganz oben bei meinen Reisezielen, aber bei meinen bisherigen USA-Flügen „nach Hause“ blieb keine Gelegenheit für einen Besuch. Ich recherchiere allerdings pingelig genau und arbeite bei Orten, an denen ich noch nicht war, wirklich sehr viel mit Landkarten, Stadtführern, Fotos und natürlich Google Streetview – letzteres ist eine tolle Hilfe. Außerdem frage ich Leute, die schon dort waren.
  • 4. Wenn ja, hast du dir eine Gruseltour gegönnt und dir das Haus von Delphine LaLaurie angesehen und den Friedhof?
    Delphine LaLauries Haus ist heute im Besitz von Nicolas Cage. Inwieweit er Besucher willkommen heißt, weiß ich nicht. Die Tore des Saint Louis Cemetery I stehen Besuchern bis nachmittags offen. Beide Orte würde ich unbedingt besuchen, und ich würde auch eine Tour durch den Bayou machen – allerdings nicht im Rahmen der Gruseltouren, sondern allein.

Ich bedanke mich ganz herzliche bei Jules Saint-Cruz für die Beantwortung meiner Fragen und bin nun noch gespannter auf die nächsten Teile – ich hoffe ihr auch 😉