Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg – Hape Kerkeling

Klappentext:
Es ist ein sonniger Junimorgen, als Hape Kerkeling, bekennende „couch potato“, endgültig seinen inneren Schweinehund besiegt und in Saint-Jean-Pied-de-Port aufbricht. Sechs Wochen liegen vor ihm, allein mit sich und seinem elf Kilo schweren Rucksack: über die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, durch das Baskenland, Navarra und Rioja bis nach Galicien zum Grab des heiligen Jakob, seit über 1000 Jahren Ziel für Gläubige aus der ganzen Welt. Mit Charme, Witz und Blick für das Besondere erschließt Kerkeling sich die fremden Regionen, lernt er die Einheimischen ebenso wie moderne Pilger und ihre Rituale kennen. Er erlebt Einsamkeit und Stille, Erschöpfung und Zweifel, aber auch Hilfsbereitschaft, Freundschaften und Belohnungen – und eine ganz eigene Nähe zu Gott. In seinem Hörbuch über den Wert des Wanderns zeigt der beliebte Spaßmacher, wie er auch noch ist: abenteuerlustig, weltoffen, meditativ.


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Titel: Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg
Autor: Hape Kerkeling
Sprecher: Hape Kerkeling
Verlag: Hörbuch Hamburg
Länge: 629 Minuten
ASIN: B08PC5BYJJ
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Hape Kerkeling begibt sich auf den Jakobsweg. Zu Beginn sollten die Aufzeichnungen sein persönliches Reisetagebuch werden, doch seine Erkenntnisse und Gedanke über sich, seinen Weg und die Welt sind so vielschichtig, dass er diese veröffentlicht.

Stil:
Das Hörbuch ist vom Autor gelesen und das macht es natürlich noch viel authentischer. Vor allem, weil Hape seine Emotionen so noch mehr zum Ausdruck bringen kann – nur er weiß, wie er sich hier und dort gefühlt hat und kann diesen Stellen somit noch mehr Tiefe verleihen. Die Beschreibungen seiner Reise mit den Ausblicken, Reisebekanntschaften und Gefühlen ist einmalig. Auch die Erkenntnisse, welche Hape über sich selbst gewonnen hat, sind sehr persönlich.

Die Beschreibungen, dass eben nicht alles rosig ist und dass auch viel Schindluder am Jakobsweg betrieben wird, ist traurig. Aber wo Licht ist, da gibt es auch viel Schatten. Der Weg zur Selbsterkenntnis wird halt auch dort von schwarzen Schafen unterwandert. Dennoch ist es schön zu erleben, wie Hape und seine Bekanntschaften sich durch die Widrigkeiten kämpfen und versuchen, dass beste aus den Situationen zu machen. Die privaten Schilderungen vom Autor snd gut eingebunden und lockern den strapaziösen Weg des Künstlers auf.

Cover:
Das Cover passt absolut zum Inhalt und weckt Reiselust.

Fazit:
Ein ganz tolles Hörbuch, sehr gut geschrieben und gelesen. Eine absolute Hörempfehlung für Reise- und Pilgerfreunde sowie Fans von Hape Kerkeling. Volle 5 Sterne für eine Geschichte mit tiefen Einblicken ins Privatleben und den Jakobsweg.

U – Timur Vermes

Klappentext:
Nur noch fünf U-Bahn-Stationen trennen die junge Lektorin Anke Lohm von einer Dusche und dem frisch bezogenen Bett im Gästezimmer ihrer besten Freundin. Zwar nervt sie nach einer Bahnreise mit allen Komplikationen der einzige andere Fahrgast im leeren Zug, aber beim nächsten Halt will der junge Mann aussteigen, und dann ist endlich, endlich Ruhe. Sollte diese nächste Station nicht eigentlich längst da sein? Als aus zwei Minuten fünf werden, dann zehn, zwanzig, in denen die Bahn ungebremst durch die endlose Dunkelheit schießt, ahnt Anke Lohm, dass dies mehr sein könnte als nur eine U-Bahn-Fahrt: der größte Fehler ihres Lebens.


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Titel: U: U-Bahn
Autor: Timur Vermes
Sprecher: Eva Meckbach, Shenja Lacher, Timo Weisschnur, Katharina Pütter
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH
Länge: 122 Minuten
ASIN: B09J58BMKX
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Vorab, diese Geschichte geht nur als Hörspiel! Beim Lesen der Lektüre hätte ich ab Seite 1 abgebrochen. Viel zu wirr! Als Hörspiel allerdings sehr gut umgesetzt!

Inhalt:
Eine Fahrt mit der U-Bahn, welche zum Horrortrip wird. Anke ist völlig erschöpft und möchte nur noch nach Hause, als sich die Bahn in Bewegung setzt und es auch nach über 20 Minuten keinen Bahnhof gibt, wird sie und ihre beiden Mitfahrer nervös. Was geht hier vor?!

Stil:
Die Geschichte ist tatsächlich wirr. Eine allwissende Erzählerin begleitet durch die Geschichte. Die Worte, welche sie spricht, ergeben stellenweise erst Sinn, wenn man sich ganz auf die Geschichte einlässt, so wird ein Koffer gezogen und es kommen einfach viele „klonk, klonk, qietsch, klonk, schrap, schrap“ dazwischen mischen sich dann die Stimmen der Figuren, welche sich unterhalten, mit leichten Stimmverzerrungen, je nachdem wo sich die Charaktere befinden. Das Hörbuch sollte also da gehört werden, wo man sich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren kann, sonst wird es noch anstrengender der Geschichte zu folgen. Bei 2 Stunden Spieldauer beansprucht es die rosa Zellen jetzt nicht so sehr, aber länger hätte es auch tatsächlich nicht sein dürfen. Sprachlich und technisch wirklich gut umgesetzt, allerdings ist die Handlung eher so mittelmäßig.

Charaktere:
Interessant ist, dass zufällige Begegnungen tatsächlich so ablaufen (können) und die Geschichte daher einen Bezug zu den Charakteren bildet – allein schon wegen des indirekten Voyeurismus 😉 Anke ist die typische Geschäftsfrau und ihre Begleiter einfache Leute aus dem Leben. Auf den ersten Blick ggf. etwas nervig, aber später doch irgendwie sympathisch und Notsituationen schweißen auch irgendwie zusammen. Eine genauere Beschreibung oder mehr Informationen wären in diesem Kontext eher schlecht gewesen.

Cover:
Das Cover passt absolut zur Geschichte und war für mich auch der Grund, warum ich das Hörbuch haben wollte.

Fazit:
Als Hörspiel wirklich gelungen, als Buch extrem schwer zu lesen. Daher geht die Empfehlung ausschließlich zum Hörbuch! Auf die Geschichte muss man sich dennoch einlassen und die Handlung ist nicht immer ganz rund, daher vergebe ich nur 4 Sterne.

Hummeldumm – Tommy Jaud

Klappentext:
Schuld an allem ist sowieso Matzes Freundin: Sina fand, dass eine Gruppenreise durch Namibia genau das Richtige vor dem Umzug wäre. Und sie hat den falschen Handyadapter gekauft. Nicht schlimm eigentlich, hätte Matze nicht vor der Abreise vergessen, die Reservierungsgebühr für die Eigentumswohnung zu überweisen. Jetzt ist es zu spät. Jetzt wird er mit neun Volltrotteln in alberner Wanderkleidung zwei Wochen lang in einem Minibus quer durch Namibia gerüttelt. Als Sina ihm dann auch noch immer neue Einrichtungsideen präsentiert, weiß Matze, dass er heimlich das Geld überweisen und die Wohnung retten muss. Keine leichte Aufgabe zwischen Feldbett und Funkloch. Vor allem, wenn der einzige Ort mit Handyempfang die riesige Holzgiraffe am Pool ist.


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Titel: Hummeldumm
Autor: Tommy Jaud
Sprecher: Tommy Jaud
Verlag: argon
Länge: 334 Minuten
ASIN: B003BFXPJY
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Matze kümmert sich um eine neue Wohnung und seine Freundin Sina bucht derweil einen Urlaub – eine Gruppenreise durch Namibia. Eine abenteuerliche Reise beginnt, denn Matze hat vergessen die Reservierungsgebühr für die neue Wohnung zu zahlen und eine Überweisung aus Afrika ist nicht so einfach und auch die Reisegruppe sorgt nicht weniger für eine entspannte Zeit …

Stil:
Der Schreibstil von Tommy Jaud ist zu überspitzt und es wirkt einfach nur konstruiert. Wenn er sich eine Beziehung wirklich so vorstellt, dass keiner mit dem anderen redet und wenn sich die Partner so wenig kennen, dann ist das echt arm!

SPOILER: Matze sitzt täglich mehrere Stunden im Auto, er kann es nicht leiden und ausgerechnet im Urlaub soll er insgesamt über 80 Stunden mit einem kleinen Reisebus durch Namibia touren – wer tut seinem Partner sowas an?! SPOELER ENDE

Die Reisegruppe erfüllt alle Klischees und es geht nun wirklich alles schief, was schiefgehen kann. Es ist einfach alles etwas drüber. Einzig die Stimme und die Art, wie Tommy Jaud seine Geschichte vorträgt, die Dialekte spricht und auch die Emotionen spiegelt, sind genial.

Charaktere:
Matze ist absolut verplant und es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum er nicht offen zu Sina ist. Er wirkt dadurch wie ein Waschlappen und Mitläufer – was er in dieser Geschichte auch ist. Er geht keine eigenen Wege und entwickelt sich leider auch nicht weiter.

Sina ist absolut fixiert auf sich, erkennt die Bedürfnisse des Partners nicht und wirkt unsympathisch.

Einzig sympathisch ist der Reiseführer, immer gute Laune und stets bemüht es allen recht zu machen. Locker und entspannt geht es mit ihm durch Namibia – da wäre ich auch gleich mitgefahren 🙂

Die Reisegruppe ist durchwachsen. Natürlich gibt es alle Klischees, die Sexymaus, den reichen Kerl, den Witzbold, … alles vertreten, was man (nicht) braucht. Die Beschreibungen der Gruppenmitglieder war teilweise drüber, es wirkte schon fast beleidigend und überheblich, wie die Personen vorgestellt wurden.

Cover:
Das Cover wird erst nach dem Lesen / Hören des Buches klar, geht es doch auch um das Erdmännchen Carlos.

Fazit:
Das Hörbuch konnte mich nur aufgrund der Stimme von Tommy Jaud begeistern, der Inhalt sprach mich enttäuschenderweise nicht an. Daher vergebe ich nur 2 Sterne und keine Leseempfehlung.

Mein Weg durch Himmel und Höllen: Das Abenteuer meines Lebens – Alexandra David-Néel

Klappentext:
Alexandra David-Néel, geboren 1868 bei Paris, studierte als erste Frau an der Sorbonne und am Institut für orientalische Sprachen. Ab 1888 verbrachte sie, nur unterbrochen von Lehraufträgen in Paris und Vortragsreisen, ihr Leben in Asien, vor allem in Indien und Tibet. Dort wurde sie als erste Europäerin in den Stand eines Lamas erhoben. Noch im Alter von hundert Jahren ließ Alexandra David-Néel vorsorglich ihren Reisepass verlängern. Sie starb 1969 im Alter von 101 Jahren.


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Titel: Mein Weg durch Himmel und Höllen: Das Abenteuer meines Lebens
Autor: Alexandra David-Néel
Verlag: Fischer
Seiten: 320
ISBN: 978-3596164585
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Thomas Wartmann beschreibt über ca 30 Seiten das Leben von Alexandra David-Néel und stimmt den Leser so wunderbar auf den Reisebericht dieser einzigartigen Frau ein. Die Autorin nimmt einen dann mit auf eine spannende und gefährliche Reise nach Lhasa (Tibet).

Schreibstil:
Das Vorwort war etwas „trocken“, wobei der Lebenslauf von David-Néel mehr als spannend ist. Diese Frau hat so viel kraft und, wenn die Auszüge aus ihren Briefen gut übersetzt sind, einen wundervollen Sinn für Humor. Der Schreibstil von Alexandra David-Néel selbst ist blumig, detailverliebt und spannend. Leider „hüpft“ teilweise die Handlung, weil eine Geschichte von früher so schön zur eigentlichen Handlung passt. Nach anfänglichem eingewöhnen haben mir diese Einspielungen allerdings viel Freude bereitet. Der Ausdruck ist immer passend gewählt und bei so viel Sturheit und Verbissenheit, die die Autorin an den Tag legte, kann sich manch einer etwas abschneiden.

Meine Meinung:
Mich hat die Geschichte von Alexandra David-Néel mitgerissen und sehr begeistert. Auch wenn nicht alles so passiert ist wie beschrieben (wie von einigen Kritikern behauptet wird), hat die Autorin doch großes geleistet. Sie hat eine Welt (in meinem Kopf) erschaffen und ich fühlte mich mit ihr nach Tibet versetzt. Die Gefahren und Erlebnisse habe ich so natürlich erlebt, als wäre ich dabei gewesen. Ich habe mich geekelt, gefürchtet und war teilweise einfach nur froh und erleichtert, wenn eine Reiseetappe überstanden war.

Ebenfalls haben mich die buddhistischen Zitate und Geschichten sehr angesprochen. Es ist selten, dass Bücher so in eine Religion eintauchen und man noch etwas für sich mitnehmen kann.

Fazit:
Eine sehr spannende Reise (ob sie nun so passiert ist oder nicht) mit einzigartigen Persönlichkeiten und tiefen Einblicken in fremde Kulturen. Für mich ein Buch, welches unbedingt gelesen werden sollte. Daher 5 Sterne.

Reise nach Edinburgh – Lisa McAbbey

Klappentext:
London 1754: Die junge Samantha Fairfax begibt sich als Mann verkleidet auf eine folgenschwere Reise nach Edinburgh. Wird man ihr auf die Schliche kommen und sie als Frau entlarven? Doch auch die anderen Passagiere der Kutsche scheinen nicht die zu sein, die sie zu sein vorgeben. Befindet sich tatsächlich ein Mörder an Bord? Und warum schaut ihr der elegante Comte so intensiv in die Augen? Eine spannende und gefährliche Reise in ein neues Leben beginnt für Samantha.


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Titel: Reise nach Edinburgh
Autor: Lisa McAbbey
Verlag: Forever
Seiten: 397
ASIN: B00N2XSP68
Meine Bewertung:
5 Sterne – gefällt mir sehr

Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn nicht wirklich mit der Geschichte klargekommen bin. Das erste Kapitel zieht sich dermaßen, dass ich immer wieder andere Dinge gefunden hatte, mit denen ich mich beschäftigen konnte. Die Vorstellung der ganzen Personen und die wirklichen Geschichten dahinter gingen mir teilweise zu tief und waren mir zu lang. Aber dann dachte ich mir: Es ist ein historischer Roman, wenn ich „alte“ Bücher lesen (Austen, Bronte), dann ist das genauso! Und dann, nach dem ersten Kapitel wurde das Buch flüssiger und lies sich so wundervoll Lesen, dass ich gar nicht mehr aufhören wolle und konnte …

Inhalt:
10 Tage soll die Reise von London nach Edinburgh dauern. 10 Tage, in denen Samuel Hard alias Samantha Fairfax mit 6 anderen Herrschaften in einer Kutsche eingepfercht ist. Erst in Edinburgh kann Sam wieder die sein, die sie ist – aber sind die anderen Reisenden alle ehrlich oder haben auch sie ein Geheimnis?! Eine spannende und kuriose Reise beginnt …

Schreibstil:
Der Schreibstil von Lisa McAbbey ist detailgetreu, verliebt, mitfühlend und plastisch. Es macht Spaß ihrer Geschichte zu folgen und die Entwicklung der Charaktere mitzuerleben. Zu Beginn der Reise lernte ich die Charaktere kennen und konnte mir, genau wie Sam, eine Meinung bilden, schön war, dass die Reisegesellschaft und der Leser mit der Zeit zusammenwachsen. Alle lernen sich besser kennen und man weiß wie diese oder jene Person reagieren wird. Ich mag sowas, vor allem weil ich dann immer mit raten kann wer was macht und wie sich die ganze Situation verändert 😳 Der Ausdruck ist passend und gehoben.

Charaktere:
Sam ist zu beginn sehr naiv. Sie hat zwar einen starken Willen, kennt aber die Gefahren noch nicht. Dank „Mr. Rüpel“ wächst sie mit ihren Aufgaben und das hat mir sehr gefallen.

Mr. Rüpel ist genial! Obwohl er Henry James heißt, wird er aufgrund seines Benehmens so bezeichnet und es hat hervorragend zu ihm gepasst. Ich mochte ihn irgendwie sofort und dieses Gefühl blieb die ganze Geschichte lang bestehen. Ein ganz toller und einzigartiger Charakter.

Der Comte war die einzige Person, die ich nicht greifen konnte. Seine Geschichte wollte ich nicht glauben, aber ich konnte mir auch keine andere Vorstellen, als sein Hintergrund aufgeklärt wurde war ich überrascht und freute mich, dass ich meinem Gefühl glauben konnte.

Die anderen Charaktere waren interessant und es machte auch hier Freude zu raten, zu erleben und mit ihnen zu lachen.

Cover:
Das Cover ist traumhaft schön! Dieses „künstliche“ alte ist super umgesetzt und lädt zum Träumen ein.

Fazit:
Ein wundervoller historischer Roman, der zu Beginn Längen aufweist aber dann durch seinen Zauber besticht. Romantisch, historisch und spannend bis zur letzten Seite! Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Ich bedanke mich bei Lisa McAbbey für das Rezensionsexemplar.