Hüter der Erinnerung – Lois Lowry

Klappentext:
Jonas lebt in einer Welt ohne Not, Schmerz und Risiko. Alles ist perfekt organisiert, niemand muss sich über irgendetwas Sorgen machen, sogar die Berufe werden zugeteilt. Als Jonas Nachfolger des »Hüters der Erinnerung« werden soll, beginnt er eine Ausbildung beim alten Hüter. Und hier erfährt er, welch hohen Preis sie alle für dieses scheinbar problemlose Leben zu zahlen haben. Jonas‘ Bild von der Gesellschaft, in der er lebt, bekommt immer mehr Risse, bis ihm klar wird, dass er seinen kleinen Pflegebruder Gabriel diesem unmenschlichen System keinesfalls ausliefern möchte. Es bleibt ihm nur die Flucht – ein lebensgefährliches Unterfangen …


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Titel: Hüter der Erinnerung
Autor: Lois Lowry
Verlag: dtv
Seiten: 256
ISBN: 978-3423782258
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Jonas lebt in einem System, welches erschaffen wurde um die menschlichen Unterschiede auszumerzen. Es wird alles kontrolliert, von der Erziehung der Kinder bis zum Klima; nichts wird dem Zufall überlassen. Die Gemeinschaft der Gleichheit kennt nichts anderes und als Jonas nach der 12er-Zeremonie zum Nachfolger des Hüters der Erinnerungen benannt wird, gleicht dies einem Schock. Alles Wissen über die Menschheit schlägt auf ihn nieder und er erkennt, wie wichtig Individualität ist …

Schreibstil:
Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzulesen. Die Sätze sind kurz und einfach gehalten und ich dachte an ein Kinder- statt an ein Jugendbuch. Nach einiger Zeit wurde die Geschichte aber recht spannend und die Zerrissenheit in Jonas wurde sehr deutlich dargestellt. Wie schlimm ist es, etwas zu wissen, was andere nicht wissen? Und wie schlimm ist es, seiner Identität beraubt worden zu sein um gleich zu sein? Diese Thematik war unglaublich gut geschildert und berührt mich auch jetzt noch sehr. Allerdings hört dann die Geschichte auf, gerade da als ich dachte nun wird es ja richtig spannend … Was ist passiert?! Meiner Recherche nach gibt es noch drei weitere Bände um „The Giver“, wie die Reihe im Englischen heißt, allerdings nicht alle auf Deutsch und vom Inhalt her nicht wirklich zu Jonas Geschichte passend, was ich sehr schade finde.

Charaktere:
Jonas hat mir sehr gefallen, auch der Sprung vom Kind zum reifen Mitglied der Gemeinschaft war glaubhaft sowie seine Entwicklung.

Der Geber, der alte Hüter der Erinnerungen, machte mir zu Beginn etwas Angst, aber er scheint ein herzensguter Mensch zu sein, dem nur das Wohle seiner Mitmenschen am Herzen liegt.

Trotz der Gleichheit, waren die Charaktere auf minimale Art doch unterschiedlich, was ich auf eine Art interessant, aber auch etwas widersprüchlich fand.

Cover:
Das Cover wirkt leider nur, wenn man die Geschichte kennt. Im nachhinein finde ich es sehr gut gewählt, vor dem Lesen konnte ich damit nur wenig anfangen.

Fazit:
Eine sehr spannende und erschreckende Dystopie, welche ich schon fast als Pflichtlektüre ansehe – gerade in der heutigen Zeit wo doch aus Protest wieder mal rechts gewählt wird; Kriege ausgetragen werden, weil die Waffenlobby auf dem Rücken der Bevölkerung Geld machen will; Machtgierige Menschen sich über Gesetze stellen und so weiter und so fort. Ggf. sollten diesen Menschen mal Erinnerungen von früher eingetrichtert werden, damit sie aus Fehlern lernen und nicht glauben daraus profitieren zu können. Mir hat das Buch, trotz des eigenartigen Endes, gut gefallen, daher vergebe ich 4 Sterne.

Cassia & Ky (Die Auswahl – Band 1) – Ally Condie

Klappentext:
Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich ausgewählt wird. Was würdest du tun? Für die wahre Liebe dein Leben riskieren?


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Titel: Cassia & Ky – Die Auswahl
Autor: Ally Condie
Verlag: Fischer
Seiten: 464
ISBN: 978-3596188352
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Cassia lebt in einer Welt in der alles von der Gesellschaft / einem System bestimmt wird. Es gibt keine Krankheiten mehr, es gibt nur noch ausgewählte Musik, Gemälde, Gedichte, Blumen (jeweils 100 Stück). Auch wird die Zeit des Todes bestimmt, mit 80 Jahres gibt es das „Abschiedsbankett“ und dann wird einem noch in der gleichen Nacht das Leben ausgehaucht. Neben dem traurigen Abschiedsbankett gibt es auch noch das „Paarungsbankett“, dies findet im 17. Lebensjahr statt und auch dort sucht das System die passenden Partner aus. Doch was, wenn das System Fehler macht?

Schreibstil:
Die Idee hinter Cassia & Ky ist toll, aber die Umsetzung lag mir gar nicht. Ally Condie schreibt in einer Art die so was von Anspruchslos und langweilig ist, dass ich mich teilweise quälen musste weiterzulesen. Für junge Leser mag das Buch aber gut geeignet sein, da Ally Condie seicht schreibt und der Ausdruck immer gut gewählt ist.

Charaktere:
Alle Charaktere haben mich nicht berühren können, zu blass, zu fern, ich weiß es nicht 🙁 Auch konnte ich die Handlungen von ihnen nicht nachvollziehen.

Cover:
Das Cover ist sehr gut gewählt, es beschreibt das Buch sehr gut. Ein Mädchen eingesperrt, das selber keine Wahl hat, wo ihr Leben hin läuft.

Fazit:
Eine super Idee, die ich gerne weiterverfolgen würde, aber nur mit einer anderen Umsetzung. Auch habe ich wahrscheinlich den Plot nicht ganz verstanden 🙁 Xander und Cassia fahren gemeinsam zum Paarungsbankett, sie kennen sich und der Leser kann eine Beziehung zu beiden aufbauen. die beiden mögen sich und der Leser glaubt an die beiden. Dann taucht Ky auf, von dem der Leser nichts weiß und auf einmal ist das Liebe?! Das ist mir zu hoch, zu fremd und ab da fand ich das ganze Buch zu konstruiert. Auch sind die Verbindungen zu den Panembüchern (Die Tribute von Panem – Suzanne Collins) so stark, dass ich immer wieder „Distrikt 12, die Friedenswächter und die Tribute“ vor mir sah als die Funktionäre aus diesem Buch. Daher vergebe ich nur 3 Sterne für den ersten Band und werde auf die Nachfolgenden Bücher verzichten.