Das Therapiezimmer – Aimee Molloy

Klappentext:
Keiner sieht dich. Doch du hörst alles …
Der Psychotherapeut Sam und seine Frau Annie ziehen aus New York in die verschlafene Kleinstadt, in der Sam aufgewachsen ist. Dort arbeitet Sam fast rund um die Uhr in seiner Praxis im Souterrain mit seinen (hauptsächlich weiblichen) Klientinnen, während Annie zu viel Zeit allein verbringt. Sam ahnt nicht, dass durch einen Lüftungsschacht all seine Therapiesitzungen im Obergeschoss zu hören sind: die Frau des Apothekers, die sich scheiden lassen möchte. Die Malerin mit dem enttäuschenden Liebesleben. All diese Geschichten mit anzuhören, ist unwiderstehlich. Doch dann taucht die betörende junge Französin in dem grünen Mini Cooper auf. Und Sam geht eines Tages zur Arbeit, um nicht wieder zurückzukehren …


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Titel: Das Therapiezimmer
Autor: Aimee Molloy
Verlag: Rowolt
Seiten: 384
ASIN: B093PMF7GD
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Sam ist Psychotherapeut und behandelt in seiner Privatpraxis. Doch er ahnt nicht, dass seine Praxis durch einen Lüftungsschacht mit dem Obergeschoss verbunden ist, und so kann jede Sitzung belauscht werden. Kurz nachdem Sam eine neue Klientin annimmt, verschwindet er spurlos …

Schreibstil:
Ich kann es einfach nicht leiden, wenn im Prolog schon so viel verraten wird wie in diesem Buch. Gelesen, zack, gleich schlechte Laune. Es ist bescheiden, wenn der Prolog als Ich-Erzähler verfasst wird und die Handlung immer abwechselnd als Allwissender-Erzähler und Ich-Erzähler. Daher war die Spannung erstmal weg. Dann dümpelt die Geschichte bis Seite 99 (Tolino Leseposition) so dahin und es geht ausschließlich um die Leiden der Klienten und das Leben der Protagonisten. Ein kleiner Showdown lockert die Geschichte dann auf und der Rest ist schlicht und einfach geklaut! SPOILER Es geht um Stephen King’s Sie / Misery – es wird sogar teilweise auf die Geschichte verwiesen SPOILER ENDE – ja gehts noch?! Spätestens dann hatte ich keine Lust mehr das Buch zu lesen, denn es hörte einfach nicht auf mit den künstlich erzeugten Missgeschicken der Charaktere und dem Versagen der Polizei.

Charaktere:
Obwohl so viel Augenmerk auf die Psychotherapie gelegt wird, sind die Charaktere recht blass. Dass gerade Sam sich von Gefälligkeiten einlullen lässt zeigt, dass er kein guter Therapeut sein kann, blauäugig und naiv geht er an alles heran und hat keinen Plan. Auch die Beziehung, welche Annie und Sam führen, bleibt rätselhaft, es ist nicht klar, was die beiden verbindet – nur Rollenspiele?!

Die anderen Personen wirken absolut konstruiert, so wie es gerade passt. Die psychischen Störungen, welche vorhanden sein sollen, werden nur dann sichtbar, wenn sie der Handlung helfen sollen. Oder es wird auf den Spoiler (siehe oben) verwiesen. Was dann wieder zum geklauten Part zurückführt.

Cover:
Das Cover wirkt gruselig, klaustrophobisch und war für mich der Grund, dieses Buch lesen zu wollen.

Fazit:
Die Geschichte konnte mich nicht überzeugen. Die Charaktere sind flach und die Geschichte teilweise geklaut. Von mir gibt es 2 Sterne und eine Leseempfehlung spreche ich an Thrillerfans aus, welche durchgeknallte Psychos mögen.

Ich bedanke mich bei Rowohlt für das Rezensionsexemplar.

Ein allzu braves Mädchen – Andrea Sawatzki

Klappentext:
Tagelang bellen die Hunde im Garten des Anwesens, bevor man Winfried Ott findet. Der 71-Jährige liegt nackt im Schlafzimmer seiner Villa, offenbar ermordet mit einer scharfkantigen Waffe. Zur gleichen Zeit entdeckt die Polizei in einem Waldstück eine verstörte junge Frau. Ihre roten Haare leuchten zwischen dem Grün der Bäume. Sie kann sich nicht erinnern, wie sie an diesen Ort gelangt ist. Was sie der Psychiaterin zu erzählen hat, lässt niemanden kalt. Aber entspricht das, was sie erlebt zu haben glaubt, auch der Wahrheit?


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Titel: Ein allzu braves Mädchen
Autor: Andrea Sawatzki
Sprecher: Andrea Sawatzki
Verlag: OSTERWOLD
Länge: 3 Std. 07 Min.
ISBN: 978-3869522005
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Eine junge Frau, verwirrt und verwahrlost, wird in einem Waldstück aufgefunden und zur Sicherheit in eine Klinik gebracht. Sie redet nicht und fasst nur langsam vertrauen in ihre Therapeutin. Was die Therapeutin zu hören bekommt ist schockierend und grausam …

Stil:
Dies ist mein erstes Buch, welches ich von Andrea Sawatzki gehört habe. Ich finde ihre Stimmfarbe genial – wer kennt sie nicht ?! – aber ohne visuelle Reize wirkt ihre Stimme noch imposanter. Sie spricht atmosphärisch und hat mich die ganze Zeit gefesselt. Ich musste das Hörbuch förmlich in einem Rutsch beenden, weil ich diese Spannung einfach nicht unterbrechen wollte. Wobei das mit der Spannung schon so eine Sache ist: der Plot selbst ist einfach gehalten und schnell wird klar, auf welches Ende die Geschichte zugeht.

Charaktere:
Die junge Frau hat es in mein Herz geschafft. Durch die Integration der Person in die Geschichte – wir wissen nichts, die Psychologin weiß nichts und wir entdecken ihre Persönlichkeit zusammen – muss sie einfach im Gedächtnis bleiben und auch wie sich ihre Geschichte entwickelt und aufbaut ist Wahnsinn.

Cover:
Da Cover ist interessant aber eine wirkliche Verbindung zur Geschichte kann ich nicht erkennen.

Fazit:
Als Hörbuch definitiv ein must hear – spannend und atmosphärisch! Als Buch würde ich es nur Lesern empfehlen, die schnell in Geschichten eintauchen und fühlen können was die Autorin meint. Mir hat „Ein allzu braves Mädchen“ sehr gut gefallen, die Stimme und der Duktus von Andrea Sawatzki taten ihr übriges. Daher gibt es von mir volle 5 Sterne.

Im Totengarten – Kate Rhodes

Klappentext:
… eine Hand: direkt neben meinem Fuß auf dem dunklen Gehweg. Sie war klein und lag geöffnet da, als warte sie darauf, dass irgendein Passant ihr ein paar Münzen gab … In den Straßen Londons treibt ein brutaler Killer sein Unwesen. Er tötet junge Frauen. Sein Markenzeichen: Er ritzt blutige Kreuze in die Haut seiner Beute. Sie könnte sein nächstes Opfer sein: Alice Quentin, Psychologin im Dienste der Polizei. Die Jägerin wird zur Gejagten. Erst gerät ihr Bruder unter Verdacht, dann verschwindet ihre Freundin. Und bald beherrscht Alice nur noch ein Gedanke: Er wird mich nicht bekommen.


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Titel: Im Totengarten
Autor: Kate Rhodes
Verlag: Ullstein
Seiten: 448
ISBN: 978-3548284620
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Alice Quentin, als Kind wurde sie selbst Opfer von häuslicher Gewalt und auch im erwachsenen Alter schafft sie es nicht, sich und ihre Familie in ein normales Umfeld zu bringen. Was liegt näher, als eine Karriere als Psychologin zu beginnen? Alice, die beste ihres Faches, hilft der Polizei bei der Aufklärung eines sehr speziellen Falles …

Schreibstil:
Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich daher auch gut lesen. Allerdings schafft Kate Rhodes es nicht Spannung in ihren Krimi – ein Thriller ist dieses Buch definitiv nicht – einzubinden. Schnell ist klar, wer der eigentliche Täter ist auch und das Querlesen ging zu einfach.

Charaktere:
Alice, eine Psychologin mit kaputtem Hintergrund, ist naiv, krank und einfach einfallslos. Ich mochte sie nicht und habe auch bis zur letzten Seite keine Verbindung zu ihr aufbauen können.

Die anderen Charaktere waren leider ebenso flach wie Alice. Ich habe auch nach dem Beenden des Buches noch so viele offene Fragen, warum einige Charaktere so dargestellt wurden und warum sie sich so entwickelt haben … Vielleicht müsste ich mir dann weitere Bände aus der Ermittlerreihe von Alice Quentin kaufen, aber so interessant waren die Persönlichkeiten dann doch nicht 🙄

Cover:
Das Cover ist super. Die Farben passen sehr gut zusammen und der Schnitt im Cover ist toll gesetzt. – Wer das Buch in den Händen gehalten hat, weiß was ich meine 😉

Fazit:
Ein langweiliger Auftakt, der mich nicht unterhalten hat. Auch das Querlesen ging mir zu glatt und zu einfach. Die Charaktere wirkten aufgesetzt und handelten routiniert. Der Spannungsbogen fehlte komplett und daher vergebe ich 2 Sterne (Einer fürs Buch, der andere fürs Cover). Eine Leseempfehlung gebe ich nur an Leser, welche gerne etwas über Psychologen mit kaputtem Hintergrund lesen und keinen Thriller erwarten.

Alles muss versteckt sein – Wiebke Lorenz

Klappentext:
Was tust du, wenn deine Mordfantasien Wirklichkeit werden?
Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint …


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Titel: Alles muss versteckt sein
Autor: Wiebke Lorenz
Verlag: Karl Blessing Verlag
Seiten: 352
ISBN: 978-3896674692
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Die Geschichte beginnt in der forensischen Psychiatrie. Maria befindet sich seit der schlimmen Nacht, in der sie ihren Lebensgefährten Patrick ermordet haben soll, dort. Der Alltag mit psychisch Kranken, die Erlebnisse der Patienten und der Umgang mit dem Personal werden geschildert und dann beginnt Marie irgendwann mit ihrem Arzt den grausamen Fall aufzuarbeiten. Was ist wirklich passiert?

Der Schreibstil von Wiebke Lorenz ist flüssig und lässt sich gut lesen. Die Recherche über das Thema Zwangserkrankungen merkt man. Die Diagnosen, Verhaltensarten und Ängste der Patienten sind schlüssig, aber leider hört es dann auch schon auf. Denn eine Spannungskurve schafft die Autorin nicht. Der Inhalt plätschert so dahin und schnell ist klar, was wirklich in dieser schlimmen Nacht passierte.

Die Charaktere wirken, bis auf die Erkrankten, sehr konstruiert und flach. Es scheint, als ob der Fokus auf der Krankheit und dem verstehen lag und nicht auf der Glaubwürdigkeit der Personen. So konnte ich Marie sehr schnell fassen und mit ihr fühlen, da ich ihre Krankheit und den Leidensweg gut nachvollziehen konnte. Dies gelang mir beim Arzt und weiteren „gesunden“ Personen nicht. Auch Patrick, Maries Lebensgefährte, wirkte so was von Langweilig, dass ich nicht verstanden habe, warum sie sich in ihn verliebt hat.

Das Cover verstehe ich nach dem Lesen noch weniger als zuvor. Eine Frau, die die blutigen Hände hinter dem Rücken faltet, als würde sie sich schämen? Irgendwie passt das nicht richtig zur Geschichte.

Fazit:
Ein sehr interessantes Buch zum Thema Zwangserkrankungen. Wer allerdings einen spannenden und fesselnden Thriller erwartet wird schwer enttäuscht. Schnell ist klar, was in der Nacht passierte und die konstruierte Handlung schleicht langsam bis zum Ende. Mich hat die wirklich gute Beschreibung über die forensische Psychiatrie und deren Insassen sowie Krankheiten überzeugt, dafür vergebe ich 3 Sterne und meine Empfehlung geht eher an Leser, die sich mit dem Thema Psyche beschäftigen wollen. Für reine Thriller-Fans könnte das Buch ein Reinfall sein.

Mängelexemplar – Sarah Kuttner

Klappentext:
Caro lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, liebenswert und aggressiv, überdreht und traurig. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da.
Lustig und tieftraurig, radikal und leidenschaftlich erzählt Sarah Kuttner von dem Riss, der sich plötzlich durch das Leben ziehen kann.


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Titel: Mängelexemplar
Autor: Sarah Kuttner
Sprecher: Sarah Kuttner
Verlag: argon Verlag
ISBN: 978-3866107625
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Zu diesem Hörbuch wird es keine gewöhnliche Rezension geben, sondern nur sehr persönliche Worte und eine absolute Kaufempfehlung!

Sarah Kuttner schafft es sehr genau die Empfindungen, Gefühle, Gedanken und Mängel einer gestörten Seele – in diesem Fall Depressionen und Panikattacken – aufzuzeigen und auch, wie die Umwelt mit diesem „Exemplar“ umzugehen hat. So konnte ich vieles nachfühlen sowie nacherleben, denn genau so fühlte ich mich, als mich die böse Depressionswelle einfing und mit davon schwemmte. Genau wie Caro bei „Mängelexemplar“ erlebte ich die Therapie, die Medikamente und die Freunde. Eine Geschichte, wie das Leben es schreibt und das in einer flippigen Art verpackt wurde! Danke liebe Sarah für die Beschreibungen, die so zutreffend sind und hoffentlich auch gesunde Menschen berühren werden!