Unstoppable Brain: Warum unser Gehirn uns manchmal ausbremst und wie wir das ändern. Neue Erkenntnisse der Neurowissenschaft: der Habenula-Code – Kyra Bobinet

Klappentext:
DER HABENULA-CODE: IMMUN WERDEN GEGEN MISSERFOLGE
In „Unstoppable Brain“ führt die Verhaltensforscherin Dr. Kyra Bobinet in eines der faszinierendsten, bislang kaum bekannten Hirnareale ein: die Habenula – ein Schalter in unserem Gehirn, der Motivation ausknipsen kann, wenn wir etwas als Scheitern („gescheitert“) bewerten. Doch genau das lässt sich ändern.

Bobinet zeigt, wie wir durch einen Perspektivwechsel, kreative Lösungsansätze und die Kraft der Iteration neue Wege einschlagen – und dabei selbst Rückschläge als wichtigen Teil des Prozesses begreifen können. Das Wissen um die Habenula und ihre Funktionsweise wirkt sich auf viele wichtige Bereiche unseres Lebens aus: Gesundheit, Stimmung/Stressbewältigung, Gewichtsmanagement/Abnehmen, Berufsleben, persönliche Beziehungen und vieles mehr. Wissenschaftlich fundiert, verständlich erklärt und berührend lebensnah ist dieses Buch eine Offenbarung – endlich gelingen dauerhafte, positive Veränderungen!

Denn wer nicht aufgibt, kann nicht scheitern. Und wer iteriert, ist unaufhaltbar.

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Titel: Unstoppable Brain
Autor: Kyra Bobinet
Verlag: Mankau
Länge: 267 Seiten
ASIN: B0GK96LNQ9 ‎
Meine Bewertung: 3 Sterne

Inhalt:
Unstoppable Brain von Kyra Bobinet beschäftigt sich mit der Frage, warum Menschen trotz guter Vorsätze oft in alte Gewohnheiten zurückfallen und wie das Gehirn dabei funktioniert. Die Autorin verbindet Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Psychologie und Verhaltensforschung und erklärt, dass viele Entscheidungen nicht rein rational getroffen werden, sondern von tief verankerten Mustern und Belohnungssystemen beeinflusst werden. Genauer gesagt von der Habenula, welche als „Bewertungssystem“ im Gehirn arbeitet.

Meinung:
Das Buch hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Positiv fällt auf, dass die Autorin neurobiologische Prozesse rund um Motivation, Rückschläge und Verhaltensänderung verständlich erklären möchte. Gleichzeitig wirkt der Aufbau des Buches jedoch widersprüchlich. Statt lösungsorientiert zu motivieren, arbeitet Bobinet häufig mit Negierungen und problemzentrierten Aussagen wie „Du bist nicht schlecht“ oder „Du bist nicht allein“. Dadurch richtet sich der Fokus zunächst stark auf Scheitern und Defizite, was für ein Motivationsbuch irritierend wirkt.

Ein großer Teil des Buches (ca. die ersten 140 Seiten) besteht aus Geschichten über Krisen, Süchte und gescheiterte Lebenssituationen. Diese Beispiele sollen zeigen, dass es viele Menschen gibt, welche scheitern – was dann zum Kapitel „Du bist nicht allein“ passt, auf Dauer wirkt dies jedoch extrem belastend. Erst später wird die eigentliche Kernidee deutlicher: Bobinet zieht sich die sogenannten „McGyvers“ heran. Diese Menschen finden nach Rückschlägen kreative Wege, um weiterzumachen. Laut Bobinet gelingt den McGyvern dies, weil sie lernen, die Habenula – einen Bereich des Gehirns, der mit Frustration und negativen Erwartungen verbunden ist – zu beeinflussen.

Zentral ist dabei das Konzept der „Iteration“. Der Begriff wird allerdings kaum klar erklärt. Iteration bedeutet aus Erfahrungen zu lernen, Fehler zu beobachten und den nächsten Versuch anzupassen. Genau dieses Begriffsverständnis setzt die Autorin allerdings voraus, statt sie verständlich herzuleiten. Des Weiteren verwendet Bobinet viele Fachbegriffe aus Neurowissenschaft und Psychologie und setzt auch viele Kenntnisse von Motivationstrainings voraus wie bspw. die SMART-Methode, ohne diese genauer einzuordnen. Wer also bisher keine Erfahrungen im Coaching oder Zielformulierung gemacht hat, kann mit der Lektüre schnell überfordert werden – oder muss viel nachschlagen.

Als praktische Lösung präsentiert sie ihr eigenes ITERATES-Modell: Inspiration, Timing, Einflussbereich, Reduzieren von Hindernissen, Ausweiten von Unterstützung, Togetherness (Zusammenhalt), Erwartungen und Substitute (Alternative) finden. Viele dieser Punkte wirken nachvollziehbar und sinnvoll, basieren jedoch größtenteils auf bereits bekannten Ansätzen der Verhaltensänderung (mit Leistungszielen).
Gleichzeitig entsteht ein Widerspruch: Einerseits kritisiert Bobinet klassische Leistungsziele und Selbstoptimierung, andererseits führt ihr eigenes Modell erneut strukturierte Ziel- und Verhaltenssysteme ein. Dadurch wirkt „ITERATES“ eher wie ein neu verpacktes Konzept zur Selbstoptimierung mit Zielsetzung.

Kritisch erscheint außerdem die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Erklärung und Vermarktung. Das Buch verweist indirekt auf Apps und Programme der Autorin beziehungsweise ihrer Firma, wodurch stellenweise der Eindruck entsteht, dass wissenschaftliche Inhalte und geschäftliche Interessen ineinander übergehen. Auch die dargestellten Erfolgsgeschichten scheinen nicht immer ausschließlich auf die Methode zurückzuführen. Faktoren wie Unterstützung durch Netzwerke, öffentliche Aufmerksamkeit oder günstige Umstände scheinen ebenfalls eine große Rolle zu spielen, werden im Buch jedoch oft als Bestätigung des eigenen Konzepts dargestellt.

Cover:
Das Cover vermittelt den Eindruck eines übermächtigen Geistes, welchen wir in unserem Gehirn tragen und wir müssen diesen nur aktiveren. Daher ist das Cover perfekt gewählt.

Fazit:
Insgesamt enthält Unstoppable Brain interessante Gedanken zu Resilienz, Motivation und dem Umgang mit Rückschlägen. Das Buch bietet Denkanstöße, verliert sich jedoch häufig in problemorientierten Erzählungen, theoretischen Konstrukten und einer strategisch wirkenden Dramaturgie. Wer es liest, sollte die vorgestellten Modelle kritisch hinterfragen und eher als bekannte Methoden in neuer Verpackung betrachten. Ich vergebe daher nur 3 Sterne und eine Leseempfehlung gibt es aus genannten Gründen nur begrenzt.

Steampunk-Chronicles 02: Das Mädchen mit dem Flammenherz – Kady Cross

Reiheninfo:
Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
Das Mädchen mit dem Flammenherz

Klappentext:
Eine Heldin, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat
New York im Jahr 1897: Die 16-jährige Finley Jayne und ihre Gang erobern Manhattan. Ihre Mission: Jasper aus der Gewalt eines Mannes zu befreien, der vor nichts zurückschreckt. Ihre Waffen: übernatürliche Fähigkeiten, Freundschaft und Mut. Ihre Erfolgsaussichten: tendieren gegen null. Also genau die Art von Auftrag, bei der Finley Jaynes Herz höherschlägt. Dass es dies gelegentlich auch tut, wenn der geheimnisvolle Griffin sie nur lang genug anschaut, ignoriert sie geflissentlich. Dafür hat sie wahrlich keine Zeit …

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Titel: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
Autor: Kady Cross
Verlag: Heyne
Länge: 352 Seiten
ISBN: ‎ 978-3453534322
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Band 2 knüpft nahtlos an den ersten Teil an und so reisen die Freunde nach Amerika, um Jasper aus den Fängen der bösen Jungs zu befreien …

Meinung:
Auch der zweite Teil der Stempunk-Chronicles ist leicht vorhersehbar, aber die Charaktere entwickeln sich weiter, Leben in ihrer bezaubernden sowie spannenden Welt und es gibt (natürlich) viele Ereignisse, welche die besonderen Begabungen der Freunde hervorbringen. Auch auf der romantischen Seite passiert viel, denn Finley und Griffin müssen sich langsam eingestehen, dass da etwas zwischen ihnen passieren könnte – wenn sie denn wollen würden. Schade ist, dass Jack zwar wieder erwähnt wird, aber es dann nicht weitergeht. Theoretisch hätte Kady Cross es dann auch einfach sein lassen können ihn überhaupt in diesen Band einzuarbeiten. Das Ende ist, wie im ersten Teil, dann einfach da – es ist okay, aber irgendwie wirkt es wieder so gehetzt. Zudem bleiben auch hier Fragen offen und es hätte Potenzial für mehr.

Cover:
Das Cover passt zum Inhalt und zur Reihe.

Fazit:
Eine schöne Fortsetzung und ein passender Abschluss der Dilogie. Allerdings gibt es immer noch ein paar offene Fragen – dennoch eine schöne Geschichte, die sich gut lesen lässt und etwas ganz anderes ist, als das, was es sonst so gibt. Daher vergebe ich 3 Sterne.
Steampunk, starke Frauen und sympathische Männer sowie ein bisschen Romantik. Daher eine Leseempfehlung für alle, welche gerne ungewöhnliches lesen und nicht alles bis ins kleinste Detail aufgelöst haben wollen.

Steampunk-Chronicles 01: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett – Kady Cross

Reiheninfo:
Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
Das Mädchen mit dem Flammenherz

Klappentext:
Eine Heldin, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat
Sie ist eine ganz besondere junge Lady: Ihr Name ist Finley Jayne, sie ist sechzehn Jahre alt und arbeitet als Dienstmädchen. Gelegentlich. Vor allem aber macht sie in den finstersten Gassen Londons Jagd auf Verbrecher. Finley mag hübsche Kleider, ihre Unabhängigkeit und wohlerzogene junge Männer. Wen Finley nicht mag, der kommt ihr besser nicht in die Quere, denn sie ist außergewöhnlich stark. Doch hinter ihren enormen Kräften verbirgt sich ein dunkles Geheimnis …

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Titel: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
Autor: Kady Cross
Verlag: Heyne
Länge: 464 Seiten
ISBN: ‎ 978-3453314641
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Finley wird in ihrem Job bedrängt, wehrt sich und flieht. Dabei läuft sie Griffin in die Arme, welcher sich Finley annimmt und ihr ein Zuhause anbietet – doch es ist nicht alles so wie es scheint, weder bei Griffin, noch bei Finley …

Meinung:
Die Steampunk-Chronicles lagen schon echt lange auf meinem SuB und im Nachhinein habe ich mich echt geärgert nicht schon viel früher in die Welt eingetaucht zu sein. Der Schreibstil von Kady Cross ist flott, spannend und romantisch. Die Charaktere sind eigenständig und entwickelt sich. Auch wenn einige Dinge vorhersehbar sind, so bleibt es doch interessant, wie sich die Charaktere entscheiden und wie sie letzten Endes handeln werden. Gerade Finley ist eine sehr starke Persönlichkeit. Sie weiß, was sie will, achtet dabei auf Etikette, aber bleibt dennoch sich selbst treu. Auch wenn sie Hilfe annimmt, wirkt es nicht als würde sie sich retten lassen, sondern als hilfreiche Unterstützung, um Ziele zu verfolgen. Diese starke Charaktereigenschaft ist gut dargestellt – ohne diese übertriebene „One-Woman-Eigenschaften“ oder „Mädchen in Not“ Episoden. Auch die anderen Charaktere sind leistungsmäßig gut verteilt. Die kleine Emily als Technikerin – passt super, weil sie mit ihrer Zierlichkeit gut an Maschinen werkeln kann. Der große Sam mit seiner Kraft (eine starke Finley haben wir ja schon) und der hübsche Griffin. Natürlich ist auch der geheimnisvolle Jack nicht zu verachten, denn er unterstützt die Geschichte im romantischen Sinne.
Was allerdings verstörend wirkte, war das schnelle Ende. Es wurde so viel Zeit darauf verwendet alles zu planen und die Geschichte spannend zu halten für den großen Showdown und dann war nach 3 Seiten alles vorbei. Ernsthaft? Ich kann das nicht glauben! Ich freue mich sehr auf den zweiten Teil, welcher dann allerdings nicht mehr in London spielen soll – der Cliffhanger zeigt einen anderen Kontinent als Bühne. Hier interessiert mich, ob man auch die Nebencharaktere wiedertrifft.

Cover:
Das Cover zeigt eine starke Persönlichkeit im Stile des Steampunk. Es passt absolut zum Inhalt.

Fazit:
Ein spannender Einstieg in die Steampunk-Chronicles, allerdings ist das Ende echt flach und es bleiben viele Fragen offen. Daher vergebe ich nur 3 Sterne und hoffe auf eine gute Fortsetzung. Eine Empfehlung spreche ich für alle aus, welche sich für Technik und starke Charaktere begeister können.

Kleinhirn an Großhirn: ICH HABE FERTIG!: Ein fast (un)möglicher Schicksalsschlag sowie andere Absurditäten in der Medizin und überhaupt im Leben … – Johannes Ralph

Klappentext:
Ein eher überflüssiger Schlaganfall hatte sein Dasein bereichert.
Medizinisch wähnte er sich bestens versorgt.
Bis ihm immer mehr Zweifel kamen – auch durch Erinnerungen an sein früheres Leben als Arzt.
Wie ist das bei Ihnen?
Fühlen Sie sich in guten Händen, wenn Ihnen mal was passiert?
(Eine sentimental-romantische Abrechnung mit unserem hinreißenden Gesundheitssystem.)


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Titel: Kleinhirn an Großhirn: ICH HABE FERTIG!: Ein fast (un)möglicher Schicksalsschlag sowie andere Absurditäten in der Medizin und überhaupt im Leben …
Autor: Johannes Ralph
Verlag: OneQuestion
Länge: 320 Seiten
ISBN: 978-3000705311
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Wenn ein Arzt ins Krankenhaus muss, dann hinterfragt man viel und dieses Buch ist das Ergebnis, um mit den ganzen Eindrücken zurechtzukommen …

Meinung:
Dieses Buch ist kein stilles Leseerlebnis. Im Gegenteil. Es wirkt wie ein innerer Monolog unter Hochspannung, ein permanenter Dialog zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, zwischen Verstand und impulsivem Handeln. Inhaltlich begleitet man eine Figur, die ins Krankenhaus muss und sich in einem Geflecht aus Beobachtungen, Zweifeln und gesellschaftlicher Überforderung verliert. Große Handlung im klassischen Sinne gibt es kaum – stattdessen entsteht die Dynamik aus Erfahrungen und Gedanken.
Auffällig ist der Stil. Kurze, abgehackte Ein-Wort-Sätze stehen neben langen, verschachtelten Gedankenkonstruktionen, die sich fast überschlagen. Dies erzeugt ein Tempo, das gleichzeitig antreibt und ermüdet. Man spürt beim Lesen die Frustration, die sich durch jede Seite zieht. Die Ironie, die der Autor einstreut, wirkt selten leicht oder befreiend – vielmehr hat sie etwas Angespanntes, fast krampfhaftes. Es ist kein humorvolles Augenzwinkern, sondern eher ein hysterisches Lachen, das jederzeit kippen könnte. Genau darin liegt aber auch die Stärke des Buches: Es fühlt sich ehrlich an. Ungefiltert. Roh.
Allerdings liest es sich nicht einfach. Der Stil kann anstrengend sein, gerade weil er keine Ruhephasen bietet. Wer eine klare Handlung oder klassische Erzählstruktur erwartet, wird schnell an Grenzen stoßen. Gleichzeitig passt diese Form perfekt zum Inhalt: Die Zerrissenheit der Figur spiegelt sich direkt in der Sprache wider.

Fazit:
Dieses Buch ist ein intensives, unbequemes Buch, das mehr über ein Gefühl als über eine Geschichte funktioniert. Es fordert Geduld und Bereitschaft, sich auf einen ungewöhnlichen Stil einzulassen. Wer genau das sucht, wird hier etwas Eigenwilliges und Eindringliches finden. Ich vergebe 3 Sterne, weil der Roman nicht leicht, sondern stellenweise frustrierend ist (so wie die Situationen halt wirklich sind). Es ist einfach ein fieses Schicksal, sehr zynisch dargestellt.

Ich bedanke mich bei OneQuestion für das Rezensionsexemplar.

Splitterherz 01: Splitterherz – Bettina Belitz

Reiheninfo:
Splitterherz
Scherbenmond
Dornenkuss

Klappentext:
Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen.
Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt.
Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.


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Titel: Splitterherz
Autor: Bettina Belitz
Verlag: skript5
Länge: Minuten
ASIN: B00EEJU6HU
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
In Splitterherz zieht die 17-jährige Ellie mit ihren Eltern von Köln in ein kleines Dorf – ein Neuanfang, der eigentlich unauffällig verlaufen soll. Ihr einziges Ziel ist es, ihr Abitur zu schaffen, ohne erneut zur Außenseiterin zu werden. Doch genau das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn im Dorf kennt jeder jeden und das Interesse an der „Neuen“ ist groß. Während Ellie versucht, sich einzufügen, fühlt sie sich gleichzeitig immer mehr zu Colin hingezogen – einem geheimnisvollen Jungen, der lieber Abstand zu Menschen hält und seine Zeit fast ausschließlich mit seinen Tieren verbringt. Seine abweisende Art macht ihn nur noch faszinierender für Ellie…

Meinung:
Teilweise konnte ich mich sehr gut in Ellie hineinversetzen – gerade der Umzug von der Stadt aufs Land hat bei mir viele eigene Erinnerungen geweckt. Diese typischen „Stadt-Land“-Konflikte sind authentisch beschrieben und haben Ellie für mich anfangs wirklich sympathisch gemacht. Umso enttäuschender war es, dass sich dieser Eindruck im Laufe der Geschichte verändert hat. Ellie wirkt oft extrem impulsiv und hat ihre Gefühle kaum unter Kontrolle, was sie stellenweise anstrengend und wenig greifbar macht. Die Beschreibung „stur wie eine Fünfjährige“, die im Buch fällt, trifft es leider ziemlich gut. Auch ihre ständigen Ohnmachtsanfälle und das häufige Einschlafen wirken übertrieben und fast schon unglaubwürdig – irgendwann fragt man sich ernsthaft, ob dahinter nicht eigentlich eine medizinische Ursache stecken müsste.
Auch die Darstellung der Eltern hat bei mir Fragen aufgeworfen: Sie wirken erstaunlich passiv und lassen vieles einfach geschehen, ohne wirklich einzugreifen. Dass Ellies Bruder Paul verschwunden ist und scheinbar kaum jemand – außer Ellie – emotional darauf reagiert, verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Colin hingegen bleibt lange der typische geheimnisvolle „perfekte“ Junge, der fast schon zu gut erscheint. Mit der späteren Entwicklung rund um seine besonderen Fähigkeiten wird die Handlung noch unrealistischer. Die Nebenfiguren bleiben insgesamt recht blass und tauchen oft nur dann auf, wenn sie für die Handlung gebraucht werden, was sie etwas konstruiert wirken lässt.
Zwar merkt man deutlich, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, doch gerade deshalb wirken einige Szenen überraschend explizit, was die Zielgruppe etwas schwer einzuordnen macht. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass der erste Band für sich genommen recht abgeschlossen wirkt und ein zufriedenstellendes Ende bietet.

Cover:
Das Cover ist auf den ersten Blick etwas verwirrend, aber gleichzeitig sehr ansprechend gestaltet. Genau diese Mischung passt gut zur Geschichte selbst, die ebenfalls nicht immer klar strukturiert ist, dafür aber von starken Emotionen und viel Herzschmerz lebt.

Fazit:
Splitterherz bietet einen interessanten Einstieg in die Trilogie und punktet mit einer spannenden Grundidee sowie einer emotionalen Atmosphäre. Allerdings wirkt die Umsetzung an einigen Stellen unausgereift, sowohl was die Handlung als auch die Charaktere betrifft. Insgesamt ein solides Jugendbuch mit Stärken und Schwächen, das mich zwiegespalten zurücklässt. Daher vergebe ich 3 Sterne und empfehle es vor allem Leserinnen, die Geschichten über geheimnisvolle Figuren und intensive Gefühle (die nicht immer zu erklären sind) mögen.