Die perfekte Ehefrau – Gemma Rogers

Klappentext:
Könnte das Verlangen meines Mannes nach einer anderen Frau die Antwort auf meine Gebete sein?
Nach einer stürmischen Romanze und drei Jahren Ehe habe ich versucht, eine gute Ehefrau zu sein.
Aber Tom, mein Mann, beobachtet mich ständig und kontrolliert jeden meiner Schritte. Er wählt meine Kleidung und meine Frisur aus und bestimmt sogar, was und wie viel ich essen darf. Ich bin von den Menschen, die ich liebe, isoliert, darf nicht mehr arbeiten und sitze zu Hause fest, um jede seiner Launen zu erfüllen. Meine Identität und mein Leben sind längst verschwunden.
Ich ersticke langsam, aber ich weiß, dass Tom mich niemals lebendig gehen lassen wird. Eine zufällige Begegnung mit Savannah ändert alles: Tom konnte seine Augen nicht von ihr losreißen.
Kann sie meine lang ersehnte Rettung sein? Kann sie mir meinen Wunsch nach Freiheit erfüllen?

Anzeige über Amazon Partnernet

Titel: Die perfekte Ehefrau
Autor: Gemma Rogers
Sprecher: Bettina Gartenmann; Josefine Hoffmann; Daniel Henry
Verlag: RBmedia
Länge: 580 Minuten
ISBN: 978-3691283747 ‎
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Chloe wird von ihrem Mann Tom kontrolliert. In allen Lebensbereichen entscheidet er über ihr Aussehen, ihr Essen und ihre Kommunikation – auch im Bett hat Chloe nichts zu melden. Ihn verlassen? Schafft sie wahrscheinlich nicht lebend. Aber als Tom die hübsche Savannah kennenlernt, wittert Chloe eine Chance.

Meinung:
Das Hörbuch ist fesselnd gesprochen und die Stimmen passen sehr gut zu den Charakteren. So erhalten Chloe, Savannah und Tom ihre eigenen Kapitel (mit Ansage) und schildern ihre Erlebnisse und Gefühle. Es ist erdrückend und schockierend zugleich, was die Charaktere erleben und wie sie ihr Leben gestalten (lassen). Zu Beginn wird extrem viel Wert auf die Beschreibungen der Ehe zwischen Tom und Chloe gelegt und wie sich alles entwickelt hat. Natürlich hätte sich eine eigenständige Frau, wie Chloe, nicht sofort in eine so untergeordnete Rolle gefügt, aber es sind immer die Feinheiten und Routinen, welche jeden Charakter verändern können – dies wird eindrücklich geschildert. Als dann Savannah ins Spiel kommt, ist auch hier gut beschrieben, wie Menschen ticken, wie sich Allianzen bilden und was Menschen zu tun bereit sind, um ihre Ziele zu erreichen. Spannend wäre gewesen wie sich Savannah verändert hätte, wenn sie den Job angenommen hätte, der ihr Leben neu aufstellen sollte. Wäre sie an jemanden geraten, der auch ihr Leben komplett bestimmt hätte? Tom hingegen war von Anfang an gestört. Ich habe keine Ahnung, ob das an der Stimme von Daniel Henry gelegen hat, aber er war so extrem unsympathisch, ich konnte mir ihn einfach nicht als den Mann vorstellen, der er nach außen hin zu sein vorgab.
Obwohl die Geschichte sehr lange und sehr ruhig das Leben der Protagonisten aufzeigt, wird es zum Ende hin tatsächlich extrem turbulent und einem Thriller absolut gerecht. Die Handlung regt auch zum Nachdenken an, denn diese beinhaltet neben der dominanten Beziehung noch Themen der häuslichen Gewalt sowie Prostitution und der Umgang in der Gesellschaft. Die perfekte Ehefrau ist daher ein sehr guter Domestic-Thriller aber auch ein Buch, der die Schattenseiten unserer Gesellschaft aufzeigt oder besser, der dahin zeigt, wo man selten hinsieht, ins eigene / fremde Zuhause – was kann man tun, damit niemand solch ein Leid ertragen muss?

Cover:
Das Cover passt sehr gut, die von außen verschlossene Tür und der Titel, welcher langsam Risse bekommt. Sehr gut umgesetzt!

Fazit:
Ein sehr heftiger Thriller mit starkem Ende, es war für die Geschichte passend und zeigt auch, wie sehr Personen verletzt werden können. Allerdings hätte ich mir einen überlegteren Umgang in der Schlussszene gewünscht, es war mir etwas zu einseitig. Daher vergebe ich nur 4 Sterne für einen berührenden Thriller. Absolute Empfehlung für Thrillerfans.

Ich bedanke mich bei rbmedia für das Rezensionsexemplar.

Keine Angst, Darling – Vera Buck

Klappentext:
Millionen wollen sein wie sie.
Doch ihr Leben ist eine gefährliche Lüge.

In der Luxussiedlung Santa Familia in Florida hat Lea endlich, wonach sie sich immer gesehnt hat: ein sicheres Zuhause, eine Tochter, die sie über alles liebt, und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Für ihr schillerndes Leben wird sie online von Millionen gefeiert – nur ihre Schwester Paula misstraut der makellosen Inszenierung. Als Lea plötzlich verstummt, reist Paula besorgt von Deutschland nach Florida. Doch in der Sancta Familia ist ihre Schwester nicht. Ihr Mann behauptet, sie sei in einem Retreat. Aber warum gibt es kein Lebenszeichen? Je tiefer Paula in die scheinbar heile Welt der Siedlung eindringt, desto sichtbarer werden die Risse: Strenge Regeln erfordern bedingungslosen Gehorsam. Und Frauen, die sich widersetzen, verschwinden …

Anzeige über Amazon Partnernet

Titel: Keine Angst, Darling
Autor: Vera Buck
Verlag: Lübbe
Länge: 475 Seiten
ASIN: ‎B0GWR4BZYJ
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Frauen brauchen Sicherheit und die bekommen sie zu Hause, von ihrem Mann. Daher sollte sich die Frau auch dankbar zeigen und ihren Mann vergöttern. Dieses Bild stellt Lea in Social Media zur Schau und begeistert viele Menschen mit ihrem Lebensstil. Nur Paula, Leas Schwester ist nicht überzeugt und als Lea dann nichts mehr postet, sucht Paula nach ihrer Schwester …

Meinung:
Bereits der Debütroman „Runa“ von Vera Buck hat mich vor 10 Jahren mehr als begeistert und mit „Keine Angst, Darling“ schafft es die Autorin wieder, mich zu fesseln und mit extrem vielen Gedanken zurückzulassen.

Der Roman behandelt viele Themen sehr differenziert u. a. das Frauenbild der Moderne im Gegensatz zur Tradition, häusliche Gewalt und Übergriffigkeit im öffentlichen Raum, Glaubenssätze sowie Social Media und bringt diese Themen damit sehr präsent in den eigenen Kopf ohne zu bewerten oder zu urteilen.
Die Handlung ist logisch aufgebaut und ist in mehrere Erzählweisen aufgeteilt. So gibt es die Geschichte von Paula in der Gegenwart, die von Lea vor dem Verschwinden, ein Haushaltsbuch als Tagebuch und Transkripte von Podcast und Social Media Posts. Es ist also sehr lebendig und zeigt (aufgrund der Transkripte) auch gleich die Marketingstrategien in Social Media auf.
Der Schreibstil ist flüssig und absolut punktiert, auch wenn ich zu Beginn etwas Bedenken hatte, dass ich mir nun Transkripte von perfekten Hausfrauen durchlesen muss, war ich absolut positiv überrascht, wie gut die Beschreibungen waren und das es genau das ist, was den Sog zur Nachahmung vertieft.

Die Charaktere entwickeln sich. Sehr interessant sind die langsam eingebauten Routinen, welche die Personen verändern. Es ist für außenstehende sehr schwer nachzuvollziehen, warum man sich (in gewissen Bereichen) manipulieren lassen kann, andererseits geht es in anderen Phasen sehr schnell und diese Dynamik zeigt Vera Buck anhand vieler Beispiele und die haben wir alle selbst in der Hand. Laufen wir vor der Arbeit zum Bäcker oder nutzen wir einen Drive-thru, um den Weg zur Arbeit ohne Fußmarsch schneller hinter uns zu bringen? Wir werden nicht gleich faul, aber wir gewöhnen uns daran und laufen dann weniger. Es sind Feinheiten, welche uns in Bahnen lenken, die wir später als normal empfinden und durch diese kleinen Routinen verändert sich das Leben und irgendwann findet man so vieles normal, was wir uns vor einiger Zeit nicht einmal vorstellen konnten. Diese Art der Manipulation ist perfekt dargestellt und bietet zudem gleich an, das eigene Verhalten zu hinterfragen und oder zu optimieren.
Besonders gefallen hat mir Paula, ihre Stärke und auch ihr Umgang mit Fehlern. So will sie nur helfen, setzt sich aber auch mit ihrer Vergangenheit auseinander und offenbart tiefliegende Traurigkeit und die Erkenntnis, nicht immer richtig gehandelt zu haben und das sie aus Fehlern lernen kann. Dennoch steht sie zu sich und zu ihrer Familie. Sie ist stark, allerdings nicht übermenschlich – sie wirkt einfach gut gefestigt im Leben.
Lea hat viel durch im Leben und sucht daher nach Schutz und halt – einfach logisch! Dass sie sich über kleine Routinen immer mehr von sich selbst entfernt ist ihr bewusst, aber was wiegt stärker, das eigene selbst oder der Wunsch nach einem sicheren Leben? Eine sehr spannende und individuelle Frage, welche die Autorin perfekt gelöst hat. Im Nachwort gibt es weitere Informationen, welche sehr schlüssig sind.
Auch die anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt, es gibt kein schwarz oder weiß, jeder hat etwas an sich, was ihn einzigartig macht und das auch bei Nebenfiguren!

Cover:
Das Cover sagt mir ehrlicherweise gar nicht zu. Die Farben beißen im Auge und spiegeln nicht den Inhalt wider. Eine glückliche Familie vor einem gepflegten Haus wäre passender gewesen. So wie Paula es in einer Szene beschreibt: Passend für eine Werbepostkarte für Sancta Familia.
Den Farbschnitt (Paperback) finde ich dagegen grandios!

Fazit:
Ein absolutes must read! Für jeden Thrillerfan und wer sich mit manipulierendem Verhalten, Social Media und dem Frauenbild in der Moderne und Tradition beschäftigen möchte. Von mir gibt es daher 5 Sterne.

Ich bedanke mich bei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

Die Vegetarierin – Han Kang

Klappentext:
„Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.“

Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt.

„Ich hatte einen Traum,“ so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Die Vegetarierin
Autor: Han Kang
Sprecher: Rike Schmid, Devid Striesow, Thomas Loibl
Verlag: Finch & Zebra
Länge: 332 Minuten
ASIN: B01MTXODC7
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Yeong-Hye verändert ihr Leben, sie möchte keine tierischen Produkte mehr essen (hier hätte der Titel „Die Vegetarierin“ besser gepasst) und diese Verhaltensweise verändert ihr Leben und das ihrer Familie und Angehörigen …

Meinung: Ich werde spoilern!
Der Einstieg ins Buch ist interessant, hier kommt der Ehemann von Yeong-Hye zu Wort und erzählt von seinem Leben und das seiner Frau, wie sie sich verändert hat und wie dies ihr und sein Leben beeinflusst. Dieser Teil macht Lust auf mehr und ist sehr gut und „belanglos“ gelesen, was perfekt zum Typ passt. Im zweiten Teil wird es dann abstrus, denn hier kommt der Schwager zu Wort und was er mit seiner Schwägerin anstellt und anstellen möchte. Sagen wir es so, es ist ein sehr bildlicher Softporno, der nicht immer nachvollziehbar ist – aber jeder hat ja seinen Fetisch. Gelesen wurde dieser Teil etwas zu distanziert, was die Faszination auch etwas reduzierte. Im dritten Teil kommt die Schwester von Yeong-Hye zu Wort und erzählt vom Verlauf und der Vergangenheit der Mädchen. Dieser Teil ist wieder glaubhafter, aber verstörend. Letzten Endes hat der Titel wenig mit dem Inhalt zu tun und auch der Klappentext lässt etwas anderes vermuten, als der Inhalt schließlich hergibt. Dass das Buch den Nobelpreis für Literatur 2024 erhalten hat, kommt wohl daher, dass Yeong-Hye selbst gar nicht zu Wort kommt und die Geschichte, um sie herum erzählt wird, obwohl sie die Person ist, um die es geht. Dies schafft eine Distanz zu einer sehr speziellen Protagonistin. Einzig in sehr gewaltvollen Szenen ihrer Kindheit kommt Yeong-Hye zu Wort und sie beschreibt bestialische Tierquälerei bis ins Detail, mit dem Fazit, dass es sie nicht im Geringsten gestört hat… Es ist definitiv ein Buch, bei dem man sich selbst mehr hinterfragen sollte als die Charaktere. Was deutet man aus dem, was man liest und wie möchte oder würde man selbst damit umgehen?

Cover:
Das Cover wirkt, obwohl es mit Blumen dekoriert ist, dunkel und herabziehend. Theoretisch passend.

Fazit:
Ein Buch was ich tatsächlich nicht gelesen hätte, aber zum Hören war es ok (stellenweise ging es dann auch in doppelter Geschwindigkeit). Die Handlung ist stellenweise widersprüchlich und die Charaktere scheinen nicht zu leben, sondern agieren nach gesellschaftlichen Erwartungen. Als Hörbuch fand ich es angenehm und gerade weil mich Anfang und Ende angesprochen habe, vergebe ich noch 3 Sterne. Eine Empfehlung gebe ich nur eingeschränkt. Man muss sich auf den Stil einlassen und zwischen den Zeilen lesen.

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind – Jonas Jonasson

Klappentext:
Anders, ein Kleinkrimineller – seit seinen zahllosen Gefängnisaufenthalten nur noch „Mörder Anders“ genannt –, ist frisch aus dem Knast entlassen und braucht einen neuen Job. Da kommt ihm die Begegnung mit der geschäftsfreudigen Pfarrerin Johanna, die wegen ihrer atheistischen Gesinnung arbeitslos geworden ist, gerade recht. Zusammen mit dem Hotelmitarbeiter Per gründen sie eine „Körperverletzungsagentur“ mit Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend – bis Anders nach dem höheren Sinn des Ganzen fragt. Ein Wunder geschieht: Jesus antwortet. Von diesem Augenblick an will Anders sein Leben in neue Bahnen lenken. Und so hat Johanna gleich die nächste geniale Business-Idee parat: Mit Anders‘ religiöser Leidenschaft lässt sich wunderbar Geld verdienen – indem man eine eigene Kirche, oder (noch viel besser!) gleich eine eigene Religion gründet …


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
Autor: Jonas Jonasson
Sprecher: Shenja Lacher
Verlag: Der Hörverlag
Länge: 449 Minuten
ISBN: ‎978-3844521313
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Anders möchte nicht mehr morden, denn ein weiterer könnte ihn viel zu lange hinter Gitter bringen. Daher beschließen Johanna und Per dem armen Anders zu helfen und managen seine Aufträge – es wird keiner mehr getötet, aber Beine oder Arme brechen ist okay. Als Anders dann auch noch den Weg zu Gott findet, ist das Chaos perfekt …

Meinung:
Jürgen von der Lippe liest einfach herrlich. Seine Stimme verstellt er extra für die Charaktere und so haucht er ihnen noch mehr Leben ein. Ein Lacher nach dem anderen ist daher durch die Geschichte und Jürgen garantiert! Die Handlung ist simpel und beleuchtet die Religion, Gewalt und Freundschaft auf eine ganz besondere Weise – humoristisch, aber auch beängstigend, gerade was den Hype auf einzelne Personen angeht. Der Autor hat hier besonders den christlichen Glauben ins Visier genommen, was einige Lesende befremdlich finden können, daher sollte man den Humor und Übertreibungen verstehen.

Cover:
Das Cover passt nicht so gut zur Geschichte, aber zu den anderen Büchern vom Autor.

Fazit:
Ein witziges Buch, welches durch die Lesung von Jürgen von der Lippe erst richtig gut wurde. Daher vergebe ich für dieses Hörbuch 4 Sterne und für die Geschichte (wenn ich sie hätte lesen sollen) nur 4 Sterne. Eine Empfehlung für alle, welche gerne über skurrile Geschichten lachen können und möchten.

Sind wir noch zu retten? – Luis Teichmann, Saskia Hirschberg

Klappentext:
In jeder Stadt gibt es ein Viertel, in dem Menschen zwar mitten unter uns und doch am Rand der Gesellschaft leben. Einer der bekanntesten deutschen Brennpunkte war jahrelang das Einsatzgebiet von Rettungssanitäter Luis Teichmann.

Die Abgründe, die sich ihm dort offenbarten, zeigen, woran unser Land wirklich krankt: Arbeits- und Obdachlosigkeit, Drogensucht, alleingelassene Jugendliche in psychischen Krisen ― Menschen, die im öffentlichen Raum nicht stören sollen, Menschen, denen wirkliche Hilfe verwehrt wird. Stadtbekannte Wohnblöcke, in denen Uniformträger ein Feindbild sind, weil man Dinge lieber unter sich klärt. So etwas geht an Sanitätern wie Luis nicht spurlos vorbei …


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Sind wir noch zu retten?
Autor: Luis Teichmann
Sprecher: Luis Teichmann
Verlag: Lagato
Länge: 306 Minuten
ASIN: B0DFWGVWTX
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Luis Teichmann schreibt sich (in seinem zweiten Buch) erneut traumatisches von der Seele und gibt Verbesserungsvorschläge für den Rettungsdienst.

Meinung:
Luis hat eine angenehme Stimme und spricht sein Buch selbst ein, dies macht das Hörbuch noch authentischer. Auch weil viele (teils tief sitzende) Emotionen das Erlebte widerspiegeln. Er berichtet von seiner Anfangszeit, wie bestimmte Brennpunkte das Leben erschweren und wie machtlos der Rettungsdienst in vielen Bereichen ist. Es ist erschreckend zu hören, mit welchen Widrigkeiten die Mitarbeiter zu kämpfen haben und dass sie, bedauerlicherweise, mit vielen Sachen allein zurechtkommen müssen. Luis Teichmann zeigt allerdings nicht nur die Missstände auf, sondern berichtet auch von den positiven Seiten und zeigt zudem Lösungswege auf, damit der Job auch weiterhin Spaß machen kann. Ein sehr bewegendes Buch, welches uns alle etwas angeht.

Cover:
Das Cover hat Luis selbst aufgenommen, das vom Verlag bereitgestellte hat ihm nicht gefallen und da stimme ich ihm zu – sein Bild war die bessere Wahl.

Fazit:
Ein sehr gutes Buch, welches die Augen öffnet – so ist der Rettungsdienst wirklich. Weil Luis zudem sehr emotional über seine Erfahrungen spricht, ist das Hörbuch intensiver als das Buch – hier muss jeder selber entscheiden, wie viel Distanz man haben möchte. Mich hat das Hörbuch – gerade durch die emotionale Stimme – tief berührt und ich vergebe 5 Sterne und Empfehlung an jeden, damit man Mal weiß, was der Rettungsdienst wirklich leistet.