Summer Heat: Nicht alle werden überleben – Solveig-Marie Kastner

Klappentext:
Ein Luxusresort, flirrende Begegnungen und ein tödliches Geheimnis

Mia und Yanis, die einander in einer Ferienanlage an der Algarve begegnen, sind sich sicher, dass dort zwischen atemberaubenden Stränden, rauen Wellen und hoch aufragenden Klippen der Sommer ihres Lebens auf sie wartet. Im exklusiven Platô Beach Resort, das auf einem Plateau an der Steilküste liegt, finden Urlaubsgäste tagsüber Ruhe und Entspannung, während die milden Nächte durchgetanzt werden – das Resort veranstaltet luxuriöse Partys, während derer der Champagner in Strömen fließt. Für Mia und Yanis, die für eine Saison zum Arbeiten an die Algarve gekommen sind, ist das eine ganz neue Welt. Vom ersten Moment an sind beide wie elektrisiert, sie Animateurin, er Barkeeper, und es dauert keine Woche, bis sie sich näherkommen. Dass Mia aus einem bestimmten Grund an die Algarve gekommen ist, ahnt Yanis nicht. Nach einer Weile macht beiden die bedrückende Atmosphäre des Resorts zu schaffen und verwandelt ihre anfängliche Zuneigung in tiefes Misstrauen. Irgendetwas stimmt an diesem Ort nicht. Über den Sommer reiht sich ein seltsames Ereignis ans andere. Und als eine Leiche in der Bucht angespült wird, müssen die beiden sich fragen, ob der jeweils andere wirklich der Mensch ist, für den er sich ausgegeben hat …

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Titel: Summer Heat – Nicht alle werden überleben
Autor: Solveig-Marie Kastner
Sprecher: Nina-Zofia Amerschläger, Martin Krah, Lisa Cardinale
Verlag: Hörbuch Hamburg
Länge: 851 Minuten
ASIN: ‎B0G4SKH37T
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Mia hat ihren Job bei der Bank gekündigt, noch schnell einen Yoga-Kurs an der VHS besucht und sich dann in einem Resort in Portugal beworben, um dort zu arbeiten.
Alles könnte so schön sein, wenn da nicht …

Meinung:
Ich bin so froh diesen Titel gehört zu haben, beim Lesen hätte ich wahrscheinlich abgebrochen, denn Mia ist ein furchtbarer Charakter. Es ist nämlich nicht ersichtlich, warum sie im Hotel arbeiten will, sie berichtet zwar immer, dass es wichtig ist und sie spionieren muss, aber warum? Und genauso übertrieben geht es leider weiter. Sie bezeichnet einen Kollegen als Haifisch, weil er beim Grinsen viele Zähne zeigt und weil etwas Unheimliches von ihm ausgeht. Was, das weiß auch nur sie. Und Yanis, ja der ist super sexy und schwups verliebt. Das ist alles so weit hergeholt und ständig diese düsteren Gedanken, das Mädchen ist schwer traumatisiert, aber warum?
Natürlich wird später alles erklärt, aber dafür braucht man echt einen starken Wunsch, um dranzubleiben. Und bei dieser Sache haben die Sprecher Nina-Zofia Amerschläger, Martin Krah, Lisa Cardinale unwahrscheinlich geholfen, denn alle lesen ihren Part sehr gut und so kann man sich von der Handlung berieseln lassen.
Das Ende war bedauerlicherweise etwas vorhersehbar und hatte nebenbei noch einen aufklärenden Charakter, der sehr stark umgesetzt war. Wenn dieser Thematik zu Beginn mehr Raum gegeben worden wäre, hätte es mir besser gefallen – einfach weil es wichtig ist!

Cover:
Ich hätte mir eher eine schöne Steilküste an der Algarve gewünscht – es würde zum Inhalt, zum Resort und zu Portugal passen. Die Algarve besitzt schließlich mitunter die schönsten Strände Europas.

Fazit:
Das Hörbuch wurde richtig gut umgesetzt, dass das Buch zu Beginn etwas zäh ist muss man überhören und dann wird es zu einem guten Thriller mit Aufklärungscharakter. Ich vergebe daher 3 Sterne und eine Hörempfehlung.

Ich bedanke mich bei Hörbuch Hamburg für das Rezensionsexemplar.

Achtsam Morden 05: Achtsam Morden durch bewusste Ernährung – Kartsen Dusse

Reiheninfo:
Achtsam morden
Das Kind in mir will achtsam morden
Achtsam morden, am Ende der Welt
Achtsam morden, im Hier und Jetzt
Achtsam morden durch bewusste Ernährung

Klappentext:
Guten Appetot!
Dank Achtsamkeit hat Björn Diemel seine Mitte gefunden. Seine Problemzonen sind nun allerdings die Ränder seines Körpers, die sich immer weiter von dieser Mitte entfernen. Björn erkennt, dass In-sich-Ruhen und Mangel an Bewegung zwei grundverschiedene Dinge sind.Als Unbekannte versuchen, Björns Tochter zu entführen, gelingt es ihm aufgrund seiner Körperfülle nur mit Mühe, die Täter in die Flucht zu schlagen. Also lässt Björn sich von Joschka Breitner in Bezug auf die Grundsätze bewusster Ernährung coachen. Er taucht ein in die faszinierende Welt des Heilfastens und der Ernährungsbausteine. Noch ahnt Björn nicht, wie wunderbar sich Ernährung, Entspannung und das Auflösen von Gewaltfantasien miteinander kombinieren lassen.

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Titel: Achtsam Morden durch bewusste Ernährung
Autor: Karsten Dusse
Verlag: Heyne
Länge: 385 Seiten
ASIN: ‎B0CDC3R4CC
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Björn ist dick geworden und erkennt die Notwendigkeit der bewussten Ernährung.

Meinung:
Mein erstes Buch, welches ich aus dieser Reihe selbst gelesen und nicht gehört habe und es war bedauerlicherweise enttäuschend. Ich habe keine Ahnung, ob mich die Stimme von Karsten Dusse sonst so verzaubert hat oder, ob dieser Teil der Reihe wirklich schlecht war.
Schon der Einstieg war befremdlich. Björn beschreibt seine Körperfülle und seine Fressattacken zwischen einem Haufen Haschisch im Kindergarten. Dass nicht alles gesetzestreu im Hause Diemel läuft, ist klar, aber irgendwie waren mir diese Beschreibungen schon zu heftig bzw. essenstechnisch zu eklig und das Thema Hasch ist eh nicht meins. Es wurde dann auch nicht besser als es mit dem Ernährungsthema begann, denn es wirkte nicht durchdacht bzw. authentisch. Eher erhielt es den Anschein, als würde der Autor etwas wiedergeben, was er sich mühsam angelesen, aber selbst nicht zu 100 % verstanden hat. Es wirkte stellenweise belehrend und auch widersprüchlich. Der eigentliche Krimi kam deutlich zu kurz und war vorhersehbar und damit langweilig. Vielmehr ging es um die Themen Ernährung, Haschisch, Klima, Bildung und wie man sich schwarz ein paar Euro mehr verdienen könnte – allerdings wenig differenziert. Ich kann mich nicht erinnern, dass die vorherigen Teile auch so langatmig und belehrend waren oder ob es tatsächlich einen Unterschied macht, die Bücher zu hören oder zu lesen. Zumindest hat mir ganz viel Joshka Breitner gefehlt, denn den gab es fast nur in den Kapitelüberschriften, mit seinen Zitaten.

Cover:
Das Cover passt zu den anderen Bänden und spiegelt den Inhalt gut wider.

Fazit:
Der schwächste Teil der Reihe. Wer einen Ernährungsratgeber mit ein bisschen Krimi lesen möchte, wird hier aber fündig. Für alle, welche einen Björn Diemel mit Sascha erleben wollen, ist das Buch allerdings nichts. Daher vergebe ich nur 2 Sterne, weil es mich nicht überzeugen konnte.

Shadowscent 01: Die Blume der Finsternis – P. M. Freestone

Reiheninfo:
Die Blume der Finsternis
Die Krone des Lichts

Klappentext:
Im Kaiserreich Aramtesch haben Düfte Macht – und diejenigen, die sie beherrschen!

Ausgerechnet am Blütenmond passiert in den geheimen Gärten der Hüterin der Düfte die Katastrophe: Der Kronprinz, der gerade erst angereist war, liegt vergiftet am Boden. Rakel, der armen Dienerin mit einem besonderen Talent für Düfte, und Ash, dem Leibwächter des Prinzen, fällt die eigentlich unlösbare Aufgabe zu, das rettende Gegenmittel zu finden. Dafür müssen die beiden kryptische Geheimnisse aus uralten Zeiten entschlüsseln und ihre eigenen verborgenen Wahrheiten erkennen …

Die Welt von Aramtesch bietet alles von flirrender Wüstenhitze bis zu kalten Hofintrigen.


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Titel: Die Blume der Finsternis
Autor: P. M. Freestone
Verlag: Dragonfly
Länge: 384 Seiten
ISBN: 978-3748800125
Meine Bewertung: 1 Stern – gefällt mir nicht

Inhalt:
In einer Welt in der Düfte viel Macht haben und über alles entscheiden, können auch Gifte vertuscht, hergestellt und unschädlich gemacht werden – doch dies gelingt nur mit einer sehr guten Nase …

Meinung:
Der Klappentext und das Cover haben mich dazu verleitet „Shadowscent“ lesen zu wollen und leider kommt es dann doch auf den Inhalt an. Dieser zieht sich unwahrscheinlich und bis dann das passiert, was im Klappentext steht, ist das Buch schon zur Hälfte gelesen (oder überblättert). Der Einstieg ist schwierig. Die Geschichte von Rakel (der Nase) klingt zwar spannend, aber es geht irgendwie zu schnell. Die Namen der Ortschaften, die Flüche, die Ausdrucksweise, die Kleidung … alles ist dem Leser fremd, aber es wird nichts erklärt. Bedauerlicherweise wird es auch mit der Zeit nicht besser. In der Geschichte um Ash (Leibwächter des Prinzen) ist es ähnlich skurril: die ganzen Namen, die Verteilung der Herrschenden sowie der Aufgaben, alles wird hingeworfen, ohne erläutert zu werden. Erst nach knapp der Hälfte nimmt die Geschichte dann an Fahrt auf, nur um dann alles ganz entspannt werden zu lassen. Was soll das?! Knapp 400 Seiten Entspannung und Rätselraten im Kopf und zum Ende einen Cliffhanger, nur damit man den nächsten Band mit 500 Seiten kauft? Eher nicht … Die Charaktere bleiben blass, die Unterhaltungen und auch die Handlung wirkt absolut konstruiert und es bleibt nichts haften, außer extrem vielen Fragen.

Cover:
Das cover ist absolut magisch und macht Lust auf die Geschichte, welche sich hinter der Blüte der Finsternis verbirgt.

Fazit:
Ein gutes Cover und ein spannender Klappentext machen kein gutes Buch und daher kann ich der Geschichte nur einen Stern geben und keine Leseempfehlung. Denn die Handlung sowie die Charaktere wirken stark konstruiert.

Ich bedanke mich bei Harper Collins / Dragonfly für das Rezensionsexemplar

[Abgebrochen] Export A – Lisa Kränzler

Klappentext:
In Kanada, diesem für sie fremden Land, muss sich Lisa Kerz in das Highschool-Leben mit seinen neuen Regeln und Hierarchien einfügen. Und sie ist hin- und hergerissen zwischen den Extremen: auf der einen Seite das aufregende Neue, die Stoner, verlorene Jungs, die sie kennenlernt und mit denen sie schließlich in eine Wohngemeinschaft zieht – mit Punkrock, Drogen, Alkohol, Hunger und Zärtlichkeit. Auf der anderen Seite stehen die sonntäglichen Kirchenbesuche mit der Schwester, mit Predigten, die einer ausgeklügelten Choreografie folgen und angefüllt sind von Gottesliebe, aber auch von Warnungen vor dem Teufel und dem Bösen – und die unbedingte christliche Demut und Enthaltsamkeit verlangen. Lisa droht, zwischen der Angst vor der ewigen Verdammnis und ihrem wilden Leben zerrieben zu werden. Als sei das noch nicht genug, geschieht Lisa etwas Unsagbares, das alles verändern wird, und sie lädt eine Schuld auf sich, die sie ihr ganzes Leben begleiten wird.

In Rückblenden und mit feinsinniger Montagetechnik erzählt Lisa Kränzler in einer wunderbaren Sprache vor der Folie einer in Eis und Kälte erstarrten Landschaft, die Isolation bedeutet, von Einsamkeit und Erwachsenwerden, von Ekstase und Schuld. Ein packender Debütroman!


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Titel: Export A
Autor: Lisa Kränzler
Verlag: B00CBWPO4C
Länge: 272 Seiten
ASIN: B00CBWPO4C
Meine Bewertung: 1 Stern – gefällt mir gar nicht

Inhalt:
Lisa ist 16 Jahre alt, als sie nach Kanada geht, um ein Jahr die Highschool zu besuchen. Sie findet bei ihrer Schwester ein vorübergehendes Zuhause, geht als brave Christin in die Kirche, doch als sie ihre eigene Unterkunft bezieht, beginnt die heile Welt zu bröckeln …

Meinung:
Der Schreibstil von Lisa Kränzler ist gewöhnungsbedürftig. Sie hat ihren eignen Duktus, an den man sich anpassen muss. Viele Passagen sind in Englisch gehalten, gerade die Predigten von Pastor Leroy – wer der englischen Sprache nicht mächtig und oder nicht Bibelfest ist, hat starke Probleme. Dennoch ist die Quintessenz ganz einfach: Wir kommen alle in die Hölle! Die Protagonistin ist daraufhin so verschreckt, dass sie alles vergangenen infrage stellt – so weit, so verständlich. Was aber dann passiert, ist nicht mehr nachvollziehbar!

SPOILER ANFANG
Lisa zieht in ihre ersten eignen vier Wände, fängt an, mit Jungs zu schlafen, zu saufen (wie ein Seemann und bis zur Besinnungslosigkeit) und kommt dann in einer Drogenhöhle, in der sie neben weiteren Saufeskapaden, Drogenexzessen, Tierquälerei und anderen Delikten immer weiter abrutscht. Das schlimmste: es gefällt ihr und sie hat Spaß dabei! Weg sind die „schlimmen“ Gedanken, dass sie in die Hölle kommen könnte und das, obwohl sie immer noch sonntags mit ihrer Schwester in die Kirche geht.
SPOILER ENDE

Es ist daher absolut unverständlich, was dieses Buch vermitteln soll. Saufen, Drogen, Tierquälerei und Diebstahl sind okay? Bekifft sein ist witzig? Wenn man so stoned ist, dann ist es egal, ob man zwischen Müll, Unrat und einer nicht funktionierenden Toilette wohnt und es ist auch egal, wenn der Vermieter bei -30 Grad die Heizung abstellt? Schule schwänzen in Kanada ist leichter als in Deutschland?
Diese ganzen Aussagen regen auf und auch, dass die Familie den Zerfall von Lisa mitbekommt, aber nicht agiert.

Cover:
Das Cover konnte und kann ich immer noch nicht deuten, theoretisch hätte ein versifftes Zimmer, Alkoholflaschen und Drogen besser gepasst.

Fazit:
Eine Geschichte, die niemand braucht. Lisa lebt verwahrlost und allein in einem Loch und freut sich auch noch darüber. Mich hat die Handlung dermaßen aufgeregt, dass ich das Buch abgebrochen habe. Daher vergebe ich auch nur einen Stern und gebe KEINE Leseempfehlung.

[Abgebrochen] Babas Vermächtnis – Michael Hetzner [Gastrezension]

Klappentext:
Gucci oder Prada, Porsche oder Mercedes? So viele Entscheidungen am frühen Morgen … Als Nichte des russischen Präsidenten ist Swetlana privilegiert. Geld regiert die Welt und so hat sie früh gelernt, mit entsprechenden Scheinchen Ärgernisse aus der Welt zu schaffen. Doch so oberflächlich ihre Welt voll Glitter und Glamour erscheinen mag – Swetlana ist talentiert, intelligent und sucht nach ihrem Platz im Leben. Das Sternbild des Einhorns werde ihr den Weg weisen, meinte Baba einst, und sie möchte gern den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Großmutter erfüllen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Auf ihrer Reise nach St. Petersburg erweist sich der Mann ihrer Träume als Reinfall, dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und sie muss vor einer Verbrecherbande fliehen.


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Titel: Babas Vermächtnis
Autor: Michael Hetzner
Verlag: Wenz Verlag
Länge: 224 Seiten
ISBN: 978-3937791630
Meine Bewertung: 1 Stern – gefällt mir gar nicht

Es kommt ja immer darauf an, wie man etwas schreibt / sagt und was der andere versteht. Wie das Buch gelesen wird und wie es gelesen werden will.

Mir kommt das Buch vor, als hätten es zwei verschiedene Menschen geschrieben. Nehmen wir z.B. diese Zitate:

„Diese Stunde gehört ihr und Baba. Obwohl der Samowar nicht durch ein Holzfeuer zum Kochen gebracht wird, riecht es für Swetlana nach Holz, Tannenzapfen und frischem Brunnenwasser. Sie nimmt das Kännchen, das auf dem Kessel steht, und gießt Teekonzentrat in zwei Gläser. Dann füllt sie sie mit Wasser auf und gibt je einen Löffel Marmelade dazu. Swetlana nimmt einen Schluck von dem süßen Schwarztee und schließt die Augen.“

Dann kommen plötzlich solche Schreibstile:

„Der Aufzug ist defekt, und gerade scheißt ein Hund neben die halb geöffnete Fahrstuhltür. An der Decke leuchten grelle Neonröhren, damit ja niemand all den Dreck und die Hundescheiße übersieht. Wie sehr Swetlana ein gepflegtes Umfeld liebt! Während sie nach oben steigt, atmet sie ganz flach, denn es stinkt nach Pisse, Bratfett und Durchfall.“

Stilistisch, um die unterschiedlichen Epochen aufzuzeigen okay, aber es stört den Lesefluss und bringt den Kopf durcheinander.

Auch, wenn in der Lektüre viele Passagen ironisch gemeint sind, so kommen einige Stellen eher gehässig, gemein und oberflächlich rüber und dies ist stellenweise over the top.
Nehmen wir Dein erstes Zitat als Beispiel:

„Er ist unter dem Tisch hervorgekrochen und versucht, auf die Beine zu kommen. Aber er schafft es nur auf die Knie, dann kippt er wieder nach unten und liegt da, die Hände weit von sich gestreckt. Wie ein Gekreuzigter. Swetlana murmelt „svinja“, Schwein, und steigt über ihn hinweg. Dabei passiert ihr ein Missgeschick. (Sie kann ja so ungeschickt sein, wenn sie will.) Einer ihrer Absätze bohrt sich in die Haut zwischen Walters Daumen und Zeigefinger. Walter brüllt auf, als würde ihn jemand abstechen.

Der fett markierte Teil hätte hier nicht noch hinein gemusst. Das hat nichts mit Ironie zu tun, sondern ist grob und berechnend.

Dann wundere ich mich über die Person Swetlana. Am Anfang kommt sie mir eher bodenständig vor. Zumindest so bodenständig, wie man es in einer reichen Familie sein kann. Dann werden aber Ewigkeiten die Designer-Labels in ihrem Schrank aufgezählt, um im gleichen Atemzug zu erwähnen, dass sie ja nicht so werden will wie ihre Mutter.
Generell ist die Kleiderauswahl zu detailliert beschrieben (außer an einer Stelle – siehe im nächsten Absatz). Braucht man nicht wirklich.
Auch als sie sich das erste Mal zum Lernen bei sich zu Hause trifft, dafür, dass sie nur einen Bademantel auswählt, wird zu viel Gewese um den Kleiderschrank gemacht. Im weiteren Verlauf macht sie plötzlich eine „Amok“-Fahrt zur Diskothek und kauft Drogen. An dieser Stelle musste ich mich ernsthaft fragen „im Bademantel?“ – denn seit dem Morgen wurde ihr Kleiderstil nicht mehr erwähnt.

Der Drogentrip, welcher zwischenzeitlich erlebt wird, ist beängstigend echt beschrieben.

Alles in allem muss ich aber sagen, ich habe ab dem Punkt (Drogentrip) aufgehört, weil mir das Buch zu anstrengend war. Ich hatte mir mehr von dem Buch aus der Kurzbeschreibung erhofft. An der Stange hat mich nur „das Versprechen“ an die Baba gebunden. SPOILER ANFANG Nachdem ich dann aber enttäuscht lesen musste, es ist eine Familie zu gründen, mit einem intelligenten Mann, war das Buch für mich endgültig durch.
Und jetzt mal von einer Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Der Traum von Frauen ist nicht (und sollte auch niemals sein!) eine Familie zu gründen und Mutter zu sein! BITTE! Nach so vielen Jahrzehnten, in denen Frauen in Deutschland arbeiten gehen dürfen, ohne den Mann um Erlaubnis zu fragen, sollte dies (auch nicht in einem Buch) das erfüllendste Ziel für ein Mädchen mit 18 Jahren sein! SPOILER ENDE Jeder hat andere Ziele im Leben und eines davon sollte es sein, dass eigene Leben so gestalten zu können, dass man selbst glücklich und zufrieden ist. Wenn das bei Svetlana eintritt super, aber sie sollte sich nicht einem Leben hingeben, welches sie nicht präferiert.

Auch diese permanenten Klischees, wie es in armen Vierteln aussieht oder die surreale Idee, dass eine Frau einen Mann „erziehen“ kann! Nein, das funktioniert auch bei Männern nicht und es ist auch sehr unfreundlich, jemanden nach seinen Wünschen zu formen! Ich weiß, die russische Mentalität ist dahingehend etwas anders.

Schön beschrieben fand ich die Stellen, wo es um Orte in Russland ging oder Gemälde. Ich gebe zu, ich habe das ein oder andere auch mal über Google gesucht, weil ich mehr darüber erfahren wollte.
Auch die Beschreibung des ersten Mannes von Baba und das harte Schicksal, welches ihn und Baba nach seinem Tod traf, haben mich berührt.
Wie gesagt, dem gegenübergestellt, passen leider nicht die Dinge über das „Harz“-Viertel in Hamburg, die Stellen mit dem Liebhaber oder die Oberflächen „Kleiderauswahl“.

Ich bedanke mich bei Michael Hetzner für das Rezensionsexemplar.