Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte – Jonas Jonasson

Klappentext:
Eine abenteuerliche Reise, eine geheime Mission, eine fast perfekte Rache – ein echter Jonasson!
Wunderbar verrückt und respektlos komisch: Profitgieriger schwedischer Galerist, der für Geld über Leichen geht, trifft auf kenianischen Massai-Krieger, der nicht genau weiß, was Geld ist, dafür aber ein millionenschweres Gemälde besitzt…
In seiner einzigartigen Erzählweise beschreibt Jonasson einen Kultur-Clash der Extraklasse und hält den Menschen den Spiegel vor. Wie in seinen bisherigen Weltbestsellern umgarnt Jonasson sein Publikum mit überbordendem Ideenreichtum und zeichnet seine Figuren mit so viel Witz und Charme, dass es eine wahre Freude ist!


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Titel: Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte
Autor: Jonas Jonasson
Sprecher: Shenja Lacher
Verlag: Der Hörverlag
Länge: 614 Minuten
ASIN: B08KFHRGFS
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Ein schwedischer Galerist hat einen unehelichen Sohn und dieser ist auch noch schwarz. Daher entschließt er sich, seinen Sohn einfach in der Nähe eines Massai Dorfes auszusetzen – da gehört er ja schließlich hin. Doch leider fressen ihn die Löwen nicht, sondern er wird herzlich im Dorf aufgenommen und kehrt nach Schweden zurück – mit Massai-Papa Ole im Schlepptau …

Meinung:
Shenja Lacher hat eine angenehme Stimme und liest die Geschichte perfekt. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass er sich auch ein paar Schmunzler verkneifen musste, was noch sympathischer war. Die Geschichte greift viele Themen auf, unter anderem: Rassismus, Nationalitätsunterschiede, Scheinehe und Kunstdiebstahl. Ein bunter Mix über mehrere Kontinente und Epochen. Die Charaktere sind dabei höchst sympathisch und auch unsympathisch, passen dabei allerdings perfekt in ihr Rollenbild ohne konstruiert zu erscheinen und regen auch zum Denken über unsere Welt und den Umgang mit anderen Kulturen und Sichtweisen an. Die humoristische Art von Jonas Jonasson, mit brisanten Themen so spielend umzugehen, ist höchst angenehm und macht Lust auf mehr.

Cover:
Das Cover passt nicht wirklich zur Geschichte, aber zu den anderen Büchern vom Autor.

Fazit:
Ein unterhaltsames Buch über persönliche Rache und den Umgang mit (un)liebsamen Menschen. Die Geschichte wurde perfekt gelesen von Shenja Lacher und daher gibt es volle 5 Sterne – wenn ich es allerdings hätte lesen sollen, wäre es mir stellenweise zu lang erschienen und ich hätte nur 4 Sterne vergeben.

Schattwald – Barbara Dribbusch

Klappentext:
Als sich Anne nach dem Tod ihrer Großmutter Charlotte dem Nachlass widmet, macht sie eine unerwartete Entdeckung. Charlotte befand sich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Nervenheilanstalt Schattwald und schrieb in ihren Tagebüchern ihre schrecklichen Erlebnisse nieder. Was das Leben ihrer Großmutter in der Vergangenheit für immer veränderte, hat schließlich auch Auswirkungen auf die Gegenwart und plötzlich ist Anne in großer Gefahr…


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Titel: Schattwald
Autor: Barbara Dribbusch
Sprecher: Julia Fischer, Axel Wostry
Verlag: SAGA Egmont
Länge: 430 Minuten
ASIN: B0BS157D9Q
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Nach dem Tod der Großmutter reist Anna nach Linz und findet bei der Regelung des Nachlasses alte Tagebücher, welche ein Geheimnis bergen…

Stil:
Die Geschichte in zwei Zeiten zu schreiben ist gut gelungen, auch die unterschiedlichen Stimmen passen perfekt. Julia Fischer verkörpert die Geschichte von Anne in der Gegenwart und Axel Wostry spricht düster die Stimme der Vergangenheit in 1943. Der Aufbau ist spannend und geschichtsträchtig, wobei die Details – gerade im Sanatorium, zu Hitlers Zeiten – noch besser dargestellt werden könnten. So ist es leider doch etwas oberflächlich und es wirkt zu locker. Die Handlungen in 2014 sind stellenweise vorhersehbar und damit verliert sich die Dramatik der Situation.

Charaktere:
Leider stecken sie zu sehr in ihren Rollen fest. Es ist schnell klar, wie die Figuren handeln, was sie verheimlichen und wo sie hinwollen. Hier wäre mehr Abwechslung und Tiefgang schöner gewesen.

Cover:
Das Cover wirkt mystisch, passt aber nicht zwingend zur Geschichte. Einzig das alte Haus mit der jungen Frau im Vordergrund lässt erahnen, worum es gehen könnte.

Fazit:
Eine Familiengeschichte mit Historien- und Krimicharakter, welche stellenweise zu oberflächlich ist, daher nur 3 Sterne. Eine Hörempfehlung geht an jeden, der gerne Familiengeschichten zum Thema drittes Reich mag.

Die Bücherdiebin – Markus Zusak

Klappentext:
Liesel lebt während des Zweiten Weltkrieges bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching, wo sie die Juden nach Dachau ziehen sieht und die Bombennächte über München erleidet. Das Mädchen überlebt, weil der Tod – in dieser Zeit beschäftigter denn je und Erzähler dieses außergewöhnlichen Romans – Liesel in sein Herz geschlossen hat. Sie und die Menschen aus der Himmelstraße.


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Titel: Die Bücherdiebin
Autor: Markus Zusak
Sprecher: Boris Aljinović
Verlag: Random House Audio
Länge: 461 Minuten
ASIN: B002TVS8H0
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Der Tod erzählt von einem Menschenmädchen, welches er liebgewonnen hatte und wie sie ihm immer wieder entwischte …

Stil:
Boris Aljinović hat eine wundervolle Stimme und er vertont die Emotionen so genial, dass es angenehm ist, dem Tod zu lauschen. Die Geschichte beginnt interessant. Der Tod stellt sich und seine Arbeit vor und danach die einzelnen Charaktere. Der Einstieg ist damit einfach und interessant. Es geht danach eher um das Zwischenmenschliche und die Verbindungen der Charaktere untereinander. Wie sie leben und was das Schicksal zu Hitlers Zeiten für die Familie so war.

Der Schreibstil ist eher langwierig. Es kommt keine Spannung auf, weil der Tod vergangenes erzählt und alles vorwegnimmt. Man weiß also, worauf es hingeht und das dann über X Minuten zu hören ist speziell. Auch ist es sehr traurig eine Verbindung zu bestimmten Charakteren zu haben und diese dann gehen zu lassen. Die Bücherdiebin rührt daher schon zu Tränen.

Charaktere:
Liesel lässt sich nicht unterkriegen, hat viel durch im Leben und versucht immer stark zu bleiben. Besonders der Kampf, dass sie unbedingt Lesen lernen möchte und den Willen dafür aufbringt, ist – in dieser schweren Zeit – hoch anzurechnen.

Ihre Pflegeeltern sind ein interessantes Paar. Herr Hubermann, ebenfalls schlecht im Lesen, versucht alles, um Liesel glücklich zu machen. Frau Hubermann ist eine schrullige Alte, welche nur so ist, damit niemand ihre weiche Seite sieht. Beide sind auf ihre Art sympathisch, dennoch hätte mich mehr tiefe der beiden erfreut, das, was sie zeigten, war nur Fassade.

Cover:
Das Bild passt, aber der Titel nicht. Schließlich klaut Liesel keine Bücher, sondern nimmt sie im Einverständnis mit.

Fazit:
Nachdem mir die Bücherdiebin so oft empfohlen wurde, muss ich sagen, dass es mich zwar berührt, aber nicht unbedingt überzeugt hat. Die Figuren waren mir, trotz ihrer Vorstellung, zu blass. Die Geschichte hatte zu viele Klischees und Längen. Ich vergebe daher nur 3 Sterne und spreche eine Hör-/Leseempfehlung für Leute aus, welche Geschichten um die Nazizeit mögen.

Ich war Hitlers Trauzeuge – Peter Keglevic

Klappentext:
Ostersonntag 1945. In Berchtesgaden wird zum 13. Mal „Wir laufen für den Führer“ gestartet: eintausend Kilometer in 20 Etappen durch das Tausendjährige Reich. Der Sieger darf Adolf Hitler am 20. April persönlich zum Geburtstag gratulieren. Dank Leni Riefenstahl, die den großen Durchhaltefilm drehen soll, gerät der untergetauchte Harry Freudenthal in den Pulk der Läufer und entrinnt damit seinen Häschern. Der irrwitzige Lauf nach Berlin führt Harry schließlich bis in den Führerbunker, wo er Geschichte schreibt.‎

Mit großer Lust am‎ historischen Detail und der Absurdität der Ereignisse in den letzten Wochen des Dritten Reichs erzählt Peter Keglevic die Lebensgeschichte eines Berliner Juden, der es bis in den Führerbunker schafft und dessen Schicksal aufs engste mit dem von Adolf Hitler verbunden ist.‎


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Titel: Ich war Hitlers Trauzeuge
Autor: Peter Keglevic
Verlag: Albert Knaus Verlag
Seiten: 576
ISBN: 978-3813507270
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Harry Freudenthal nimmt als Jude am „Lauf für den Führer“ teil und gewinnt. Während der 20 Etappen hat Harry viel Zeit, um über sein bisheriges Leben nachzudenken …

Schreibstil:
Als Pendant zu „Er ist wieder da“ wurde dieses Buch beworben und es hat kläglich versagt. Harry läuft und läuft und läuft, ein Duracell-Hase hätte es nicht besser machen können. Daher ist ein Teil des Buches definitiv nur für Leser geeignet, welche sehr sportbegeistert sind. Der andere Teil widmet sich den Erlebnissen von Harrys bisherigem Leben. Leider springt die Geschichte so oft hin und her und beinhaltet so viele Namen und Orte, dass es sehr schnell zur Verwirrung kommt und ein kleiner Spickzettel für den Leser nötig wird. Muss das so sein?!

Der Ausdruck ist okay, ebenso wie die stilistischen Mittel. Ab der Hälfte des Buches sind dem Autor aber wohl die Ideen ausgegangen, denn es wiederholt sich vieles. Hier hätte man gute 150 Seiten kürzen können.

Charaktere:
Obwohl das Buch so lang ist und Harry wirklich viel erlebt, bleiben die Figuren sehr blass. Sie zeigen keine Tiefe und durch die Vielzahl der auftretenden Personen will man sich auch gar nicht so genau mit jedem einzelnen befassen.

Cover:
Das Cover wirkt sehr hart und durch die kantige Gestaltung wirkt es eher abschreckend.

Fazit:
Ein sehr langatmiges Buch, welches mich über 2 Monate Lesezeit kostete. Ich kann es nur an Sportbegeisterte Leser empfehlen und vergebe nur 2 Sterne.

Ich bedanke mich bei Bücher.de für das Rezensionsexemplar.