April
03
Die Känguru-Offenbarung – Marc-Uwe Kling
Cora

Klappentext:
Endlich: Es geht weiter! Nach dem Manifest folgt die Offenbarung! Hier kommt die fulminante Fortsetzung der Fortsetzung: Das Beuteltier und der Kleinkünstler auf der Jagd nach dem mysteriösen Pinguin. Haltet euch bereit: »Dies ist die Offenbarung des Kängurus, dem Asozialen Netzwerk zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und sie wurde gesandt durch eine E-Mail zu seinem Knecht Marc-Uwe, der bezeugt hat das Wort des Kängurus und das Zeugnis vom Asozialen Netzwerk, was er gesehen hat. Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung, denn die Zeit ist nahe.« Halleluja.


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Titel: Die Känguru-Offenbarung
Autor: Marc-Uwe Kling
Sprecher: Marc-Uwe Kling
Verlag: Hörbuch Hamburg
ISBN: 978-3869091358
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Das Känguru ist wieder da und erlebt mir Marc-Uwe neue, spannende und atemberaubende Geschichten…

Stil:
Schreibstil und Ausdruck sind wieder göttlich. Allerdings hat das Känguru eine leicht veränderte Stimme – da fehlte Herrn Kling wohl etwas „Rachen“ 😉 Aber dennoch bleibt die Geschichte lustig und alle Charaktere sind gut zu unterscheiden. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten und auch neue Gesichter tauchen auf.

Besonders gefallen haben mir die Anspielungen auf die heutige Zeit. Kritisches Hinterfragen, Ironie und Satire gehörten schon immer zu den beiden Protagonisten, aber irgendwie haben sie es hier auf den Punkt gebracht. Von mir gibt es wieder eine absolute Hörempfehlung für alle, die sich über sprachgewaltige, gut verpackte Witze freuen können und auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen – denn Bildung wird für diesen Teil, genauso wie das verstehen der englischen Sprache, vorausgesetzt..

Fazit:
Die Känguru-Offenbarung ist nach „Die Känguru-Chroniken“ und „Das Känguru-Manifest“ der dritte Teil dieser Reihe und kann unabhängig von den anderen gehört werden. Allerdings finde ich es schöner die Geschichte der beiden Protagonisten von Beginn an zu begleiten, als mittendrin einzusteigen. Auch sei noch gesagt, dass sich der Duktus von Marc-Uwe Kling von Band zu Band verändert – und nicht mehr unbedingt vom jungen Hörern verstanden wird.

März
30
Die Unsichtbaren – Roy Jacobsen
Cora

Klappentext:
Norwegen, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: eine abgelegene Insel hoch oben im Norden an der zerklüfteten Küste. Für Hans und Maria Barroy ist sie das Paradies auf Erden. Sie leben mit ihrer kleinen Familie von dem, was der karge Boden und das wilde Meer ihnen bescheren. Ihre Tochter Ingrid hingegen will mehr. Sie geht aufs Festland. Als Hausmädchen findet sie eine Anstellung bei einer wohlhabenden Familie. Rührend kümmert sie sich um deren Kinder Felix und Suzanne. Doch eines Tages sind deren Eltern verschwunden. Ingrid entschließt sich, die beiden Waisen mit auf ihre Insel zu nehmen. Es ist der Beginn einer dramatischen Entwicklung! Anrührend und weise, heiter und lebendig. Roy Jacobsens Beschreibungen der Menschen und der Natur sind atemberaubend.


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Titel: Die Unsichtbaren
Autor: Roy Jacobsen
Verlag: Osburg Verlag
Seiten: 270
ISBN: 978-3955100353
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Die Insel Borrøy – bewohnt von Martin, seiner Tochter Barbro, seinem Sohn Hans mit Frau Maria und deren gemeinsame Tochter Ingrid – liegt küstennah zu Norwegen. Die Familie lebt allein mit der Natur, bis Ingrid eines Tages genug vom Inselleben hat …

Schreibstil:
Der Schreibstil ist speziell. So ist der Satzbau, je nach Thematik, sehr verschachtelt bis kurz – prägnant. Je nachdem, was Jacobsen ausdrücken bzw. den Leser fühlen lassen möchte. Durch den überwiegend hypotaktischen Stil lässt sich das Buch zu Beginn schlecht lesen, wenn man sich jedoch fallen und sich auf Autor und Buch einlässt überrascht  Jacobsen mit einem sehr realitätsnahen Bericht über ein einfaches Leben. Trotz allem kam bei mir keine Sympathie für die Charaktere auf, ich konnte mich zwar wunderbar auf das Buch einlassen, aber eine Fremde zu den Personen blieb.

Charaktere:
Ingrid ist ein junges Mädchen, welches in dieser Geschichte einen starken Reifeprozess durchlebt. Sie wird, nicht nur durch ihre Familie, sondern auch durch das raue Klima geformt und erhält dadurch eine ganz eigene Art.

Barbro, die wahrscheinlich eine schwere Kindheit hatte, ist zwar vom Geschlecht her weiblich, aber sie scheint doch viel männliches in sich zu tragen. Für feine arbeiten scheint sie nicht die Ruhe zu haben und daher tummelt sie sich lieber bei den Männern herum. Auch kann sie dort ihre handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Schade nur, dass ihr dies des öfteren negativ ausgelegt wird. Ich hatte immer das Gefühl, nur weil sie „anders“ ist, muss Barbro leiden.

Martin, Hans und Maria sind ruhige und tatkräftige Familienoberhäupter die eine ruppige – bestimmt durch die harte Arbeit – Ausdrucksweise an den Tag legen und auch nicht immer freundlich handeln.

Cover:
Das Cover finde ich sehr schön. Eine Frau die auf etwas oder jemanden wartet, ganz allein und verlassen auf einem Steg …

Fazit:
Mir fällt es selten schwer ein Fazit zu schreiben, aber hier, bei „Die Unsichtbaren“ fehlen mir wahrhaftig die Worte. Der Klappentext verspricht etwas mystisches, dramatisches, eine Entwicklung um die Protagonistin Ingrid, die ihre Heimatinsel verlässt und dann zurückkehrt. Darauf habe ich mich – als Leserin – eingestellt und eine spannende Geschichte erwartet. Ich beginne zu lesen und erhalte etwas komplett anderes und zwar eine sprachgewaltige, bewegende Geschichte um eine Familie zu beginn des 20. Jahrhunderts. Ich lese wie die Familie ums überleben kämpft, wie sie lebt und was sie erleben und kurz vor dem Ende des Buches wird dann auch der Klappentext war … Wer also etwas über eine kleine Insel im Meer, das Leben dort und die Eigenheiten der Bewohner lesen möchte, ist mit „Die Unsichtbaren“ bestens bedient.

Ich vergebe für diesen Roman 4 Sterne, einen ziehe ich aufgrund der Erwartungen, welcher der Klappentext in mir weckte, ab.

Ich bedanke mich beim Osburg-Verlag für das Rezensionsexemplar.

März
28
[Abgebrochen] Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand – Jonas Jonasson
Cora

Klappentext:
Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht.


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Titel: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Autor: Jonas Jonasson
Verlag: btb
Seiten: 432
ISBN: 978-3442744923
Meine Bewertung: 1 Stern – gefällt mir gar nicht

Inhalt:
Allan wird 100 Jahre alt. Nach dem Mittagessen und vor seinem Geburtstagskaffee verschwindet er auf eigene Faust aus dem Altersheim. Egal wohin, nur weg – Geld hat er gespart – steigt Allan in einen Bus und fährt ins ungewisse …

Schreibstil:
Als freier Journalist und nun auch Schriftsteller hat Jonasson große Erwartungen in mir erweckt und nicht eingehalten. Der Schreibstil ist lächerlich banal und der Ausdruck vulgär bis rassistisch. Ich erinnere mich noch gut an die Debatte Preußler / Thienemann Verlag mit bzw. gegen seine Leser. Es wurde verlangt, dass Kinderbücher umgeschrieben werden, weil sie Wörter enthielten, die rassistisch bzw. nicht jugendfreundlich waren. Und hier? Zitat S. 42 […] warum er Dinge und Menschen in die Luft sprengte und ob seines Wissens Negerblut in seinen Adern floss […] Zitat S. 43 [..] dass er unheimlich gern mal einen richtigen Neger sehen würde, ob Herr Professor wohl zufällig gerade einen auf Lager habe […]  Was ist das denn? Nach diesem Kapitel entschied ich mich für einen Abbruch des Buches.

Charaktere:
Lieblos, überdreht, überzeichnet. Es gibt wenige Geschichten, in denen mich die Charaktere so genervt haben. Hier weniger durch ihre Art, als durch die immer wiederkehrende Beschreibung.

Cover:
Ich sehe keine Verbindung zwischen dem Cover und der Geschichte, vielleicht liegt es daran, dass ich das Buch nicht bis zum Ende gelesen habe … Es gefällt mir aber auch nicht besonders.

Fazit:
Ein Buch, welches als Bestseller verheizt wurde, aber dem ganzen nicht würdig ist. Eine platte Geschichte, mit abartigen und vulgären – für einige Leser bestimmt witzigen – Gags. Mir hat dieses Buch nicht gefallen und ich habe mich daher für einen Leseabbruch entschieden. Eine Leseempfehlung gibt es von mir nicht.

März
26
Der multiple Mensch: Über die Vielfalt jeder Seele – Peter Orban
Cora

Klappentext:
Umfassend und in klarer Sprache beschreibt der Autor zunächst das klinische Bild der multiplen Persönlichkeit, aber auch, das ist besonders wertvoll, die Teilung der Persönlichkeiten im gesunden Menschen.

Sie erfahren wie diese Trennung in verschiedene innere Personen zustande kommt, welchen Sinn sie hat und wie Sie ganz allmählich lernen können, sie als Teile in Ihnen zu würdigen. Wenn diese inneren Personen den richtigen Platz in ihrer Psyche bekommen, können sie Ihnen in ihrer Gesamtheit dienen.


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Titel: Der multiple Mensch: Über die Vielfalt jeder Seele
Autor: Peter Orban
Verlag: Schirner Verlag
Seiten: 150
ISBN: 978-3897674547
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Dieses Buch hat mich irgendwie magisch angezogen. Denn Orban geht davon aus, dass wir alle irgendwie multiple Persönlichkeiten sind. Diesen Standpunkt vertrete ich auch – ganz besonders nach der Lektüre von Hal und Sidra Stone „Du bist viele“ (es gibt leider immer noch keine Rezension von mir, da ich dieses Werk einfach nicht in eine Rezension packen kann 🙁 )

Der Autor erklärt hier in erster Linie was eine multiple Persönlichkeitsstörung ausmacht und veranschaulicht dies auch hervorragend mit Zeichnungen – die versteht wirklich jeder. Als nächsten Schritt erklärt er, wie diese verschiedenen Persönlichkeitsmerkmale sich bei „normal“ multiplen verhalten und was jeder in sich trägt. Als nächsten Punkt führt Orban die Dissoziation (Abspaltung) und deren Vorgang auf.

Alle Teile des Buches sind ausführlich beschrieben, bebildert und anhand von Fallbeispielen hervorragend herausgearbeitet, so dass das Buch für wirklich jeden verständlich ist – ich würde sogar sagen, dass dieses Werk auch für betroffene geeignet ist und die eigene Psyche mit ihren Veränderungen besser verstanden werden kann. Ich habe nur einen Kritikpunkt und diesen nur, weil mir im Klappentext suggeriert wurde: […] und wie Sie ganz allmählich lernen können, sie als Teile in Ihnen zu würdigen. Wenn diese inneren Personen den richtigen Platz in ihrer Psyche bekommen, können sie Ihnen in ihrer Gesamtheit dienen. […] Für mich klang dies, nach einer kleinen Erklärung, wie die Persönlichkeitsanteile wieder integriert / zusammengefügt / eingebunden werden können. Leider habe ich darüber nichts gelesen – aber seien wir mal ehrlich, warum muss man wohl Psychologie studieren um die menschliche Psyche im Ansatz zu verstehen?! – da wird wohl kein Buch mit 150 Seiten ausreichen 😉

Fazit:
Ein hervorragender Einblick in unsere Seele / Gesamtheit!

März
24
Die Päpstin – Donna W. Cross
Cora

Klappentext:
Im bitterkalten Winter des Jahres 814 bringt die heidnische Frau des Dorfpriesters ein Mädchen zur Welt: Johanna. Sie wächst in einer Welt düsteren Aberglaubens auf, gegen den ihr Vater grausam zu Felde zieht; er läßt sogar die Hebamme des Ortes als Hexe verfolgen. Ein Mensch erkennt bei Johanna besondere Gaben: Aeskulapius, der Pädagoge aus dem fernen Byzanz, weist sie als einziges Mädchen in die Lehren der Philosophie und Logik ein. Doch beinahe wird Johanna ihr Wissensdurst zum Verhängnis. Nur der Ritter Gerold, ihr Freund und späterer Liebhaber, vermag sie vor dem grausamen Magister Odo zu bewahren. Nach einem verheerenden Feldzug der Normannen weiß sie endgültig: Frauen wie sie überleben in dieser Welt nicht. So geht sie als Mönch verkleidet ins Kloster Fulda. Als Medicus betritt sie Jahre später Rom, die Stadt des Papstes – wo die Wechselfälle des Schicksals sie schließlich selbst auf den heiligen Stuhl bringen.


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Titel: Die Päpstin
Autor: Donna W. Cross
Verlag: Aufbau Digital
Seiten: 587
ASIN: B004TTN2GM
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Die junge Johanna will mehr. Sie möchte unter den gleichen Bedingungen, wie die Männer in ihrem Zeitalter, groß werden und lernen. Mit ihrem klugen Verstand und wachem Geist, versucht sie durch Maskerade und Taktik ihr Möglichstes …

Schreibstil:
Der Ausdruck ist einfach und somit lässt sich das Buch schnell und einfach lesen. Was mich immer wieder verwirrte, waren Wortwidersprüche. So vermischt Cross Meilen / Kilometer und ändert dann noch historische Fakten – dies natürlich zugunsten des Romans 🙄

Charaktere:
Johanna symbolisiert für mich eine sehr starke Frau, die für alle Frauen vergangener und kommender Epochen steht. Sie kann sehr viel und nutzt ihren Verstand um Gleichstellung / Gleichberechtigung zu erzielen.

Die Männer im Buch kommen zum größten Teil nicht gut weg. So sind sie doch davon überzeugt, dass sie die einzig wahren sind – zum größten Teil ist dem, gerade in der kath. Kirche, immer noch so. Schade, aber wohl nicht zu ändern. Umso mehr habe ich mich über die wenigen Ausnahmen gefreut. Es ist genau die Art von Männern, die den Geist bzw. das Wesen eines Menschen gesehen und nicht auf das Äußere geachtet haben. Es sollte mehr Menschen (egal ob männlich oder weiblich) dieser Art geben.

Cover:
Mit dem Cover kann ich irgendwie gar nichts anfangen. Es ist mir zu „rot“ und wirkt eher aggressiv und vernichtend.

Fazit:
Ein sehr schöner Roman, über die stärken des Willens, den ich an Leser von historischen Büchern empfehlen würde. Einzig die Verdrehung der historischen Fakten ist mir ein kleiner Dorn im Auge. Und ob Johanna nun wirklich auf dem Papststuhl saß, das werden wir wohl nie erfahren – sämtliche Dokumentationen, Bücher und Schriften werden wohl immer widersprüchlich ausgelegt werden. Ich denke daher, dass sich Leser, die sich gerne mit Mythen und starken Persönlichkeiten beschäftigen, mit „Die Päpstin“ eine eindrucksvolle Lesezeit bescheren können 😉