Juli
26
Das Schlimmste aber war der Judenstern – Helen Waldstein Wilkes
Cora

Klappentext:
Prag, 15. März 1939: Deutsche Truppen marschieren in die Tschechoslowakei ein, Hitler steht auf der Prager Burg. Am selben Tag, buchstäblich in letzter Sekunde, bekommen Helens Eltern Edmund und Gretl den entscheidenden Stempel in ihr Ausreisevisum gedrückt: `Genehmigt!´. Beginn einer Odyssee, die die junge jüdische Familie nach Kanada verschlägt. In Europa herrscht Krieg. In den Briefen aus der Heimat erfahren sie vom Schicksal ihrer Verwandten. Die Briefe werden weniger. Bald kommt keiner mehr. Helens Eltern beginnen zu schweigen. Jahre später entdeckt Helen Waldstein Wilkes die Briefe in einer zerschlissenen Pappschachtel. Verzweifelte Briefe. Sie liest, findet Fotos. Sie entdeckt eine verschwundene Welt. Und macht sich schließlich mit vielen Fragen und großer Hoffnung im Gepäck auf den Weg nach Europa.


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Titel: Das Schlimmste aber war der Judenstern
Autor: Helen Waldstein Wilkes
Verlag: Osburg Verlag
Seiten: 280
ISBN: 978-3955100438
Meine Bewertung: 5 Sterne – Leseempfehlung

Eine Rezension zu einer wahren Geschichte zu schreiben ist immer schwer. Noch schwerer ist es, wenn das Buch so gut war, dass einem die Worte fehlen. Und genauso geht es mir. Ich habe den Titel gelesen, habe mir das Cover angeschaut und wurde neugierig, auch der Klappentext versprach eine aufrührende Geschichte, dennoch hatte ich irgendwie Angst dieses Buch zu lesen. Ich bin immer sehr emotional und war mir nicht mehr sicher ob das Buch nicht „zu nah“ ist. Als ich es dann doch in den Händen hielt, war ich ziemlich nervös, was erwartet mich beim Lesen? Wie emotional schreibt die Autorin? was haben die Übersetzer aus der Geschichte gemacht? Und dann tauchte ich ein ….

In die Welt von Helen Waldstein Wilkes, wie sie im Alter von 60 Jahren einen Karton mit Briefen ihrer Familie öffnet und wie sie versucht ihre Familiengeschichte zu rekonstruieren. Sie nahm mich, mit ihren Schilderungen und den Briefauszügen, mit in ihr Leben, sie teilte sehr viel mit mir und ich sah ihre Familie vor meinem geistigen Auge auftauchen. Litt, weinte und fühlte mit ihnen. Durch die originalen Abschriften der Briefe war die Bindung so stark zu spüren, dass ich mich teilweise immer wieder distanzieren wollte, aber ich war so versessen auf Aufklärung, dass ich am Ball blieb. Wie muss es erst Helen Waldstein Wilkes ergangen sein?

Der Schreibstil ist sehr gut und passend. Es werden immer wieder Erfahrungen, Begegnungen und Briefe in chronologischer Reihenfolge niedergeschrieben. So wie die Autorin ihre Aufklärungsarbeit begonnen hat, so wird auch der Leser ins Geschehen integriert. Trotz der vielen Übersetzer, im Buch selbst sind 5 angegeben, bleibt die Geschichte authentisch und emotional – sogar sehr emotional – des Öfteren weinte ich und hatte Angst, aber auch Zuversicht mischte sich in meine Gedanken. Ich kann für mich sagen, dass dies eins der bewegendsten Bücher ist, welches ich je gelesen habe.

Hintergrundinfo:

Es gibt eine Lesereise zum Buch.
Helen Waldstein Wilkes spricht Deutsch und wird bei allen Veranstaltungen vom Verleger Wolf-Rüdiger Osburg begleitet.

Termine der Lesereise:

  • 28.08.2014: 18:00 Uhr: Deutsches Historisches Museum Berlin (öffentlich)
  • 01.09.2014: Lauenburgische Gelehrtenschule Ratzeburg
  • 02.09.2014, 09:30 Uhr: Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe Büchen
  • 02.09.2014, 20 Uhr: Pfarrei St. Answer Ratzeburg (öffentlich)
  • 03.09.2014: Anne-Frank-Schule Barkteheide
  • 03.09.2014: Synagoge Bad Segeberg (öffentlich)
  • 04.09.2014, 19 Uhr: Gesellschaft für Christich-Jüdische Zusammenarbeit Lübeck (öffentlich)
  • 05.09.2014: Waldorfschule in Ostholstein

 

Ich bedanke mich beim Osburg Verlag für das Rezensionsexemplar.

Juli
25
[Autorenlesung] Veranstaltung im DHM (Deutsches Historisches Museum)
Cora

Liebe Leser,

heute habe ich etwas ganz besonderes für euch! Und zwar möchte ich euch eine ganz besondere Lese-Veranstaltung empfehlen. Diese findet im DHM (Deutsches Historisches Museum) in Berlin statt und bezieht sich auf das Buch „Das Schlimmste aber war der Judenstern“ – Das Schicksal meiner Familie von Helen Waldstein Wilkes. Ich habe dieses Buch förmlich verschlungen! Es war sehr emotional und aufschlussreich, dass ich es euch unbedingt ans Herz legen möchte (meine Rezension erscheint in den nächsten Tagen).

Auszug von der Webseite des DHM und Osburg Verlag:

Eine Veranstaltung des Osburg Verlags in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum und der Botschaft von Kanada.

Deutsche Truppen marschieren in die Tschechoslowakei ein, Hitler steht auf der Prager Burg. Prag, 15. März 1939: Buchstäblich in letzter Sekunde bekommen Helen und ihre Eltern den entscheidenden Stempel in ihr Ausreisevisum gedrückt: »Genehmigt!«. In Kanada beginnt die junge jüdische Familie ein neues Leben. Mit der Heimat verbindet sie nur noch die Briefe der Verwandten. Verzweifelte Briefe. Erst viele Jahre später, nach dem Tod ihrer Eltern, beginnt Helen Waldstein Wilkes diese Briefe zu lesen. Mit vielen Fragen und großer Hoffnung im Gepäck auf den Weg nach Europa.

Über die Autorin:
Helen Waldstein Wilkes, geboren in Strobnitz/Horni Stropnice. Im April 1939 geht die Familie von Prag über Antwerpen ins kanadische Exil. Sie promoviert in Romanistik und lehrt über 30 Jahre an Universitäten in Kanada und den USA. Ihre Forschungsinteressen beziehen sich auf interkulturelle Kommunikation, Spracherwerb und Fragen der Neurolinguistik. In ihrem Ruhestand, den sie in Vancouver verbringt, erforscht sie ihr eigenes kulturelles Erbe.

Termine der Lesereise:

  • 28.08.2014: 18:00 Uhr: Deutsches Historisches Museum Berlin (öffentlich)
  • 01.09.2014: Lauenburgische Gelehrtenschule Ratzeburg
  • 02.09.2014, 09:30 Uhr: Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe Büchen
  • 02.09.2014, 20 Uhr: Pfarrei St. Answer Ratzeburg (öffentlich)
  • 03.09.2014: Anne-Frank-Schule Barkteheide
  • 03.09.2014: Synagoge Bad Segeberg (öffentlich)
  • 04.09.2014, 19 Uhr: Gesellschaft für Christich-Jüdische Zusammenarbeit Lübeck (öffentlich)
  • 05.09.2014: Waldorfschule in Ostholstein

Helen Waldstein Wilkes spricht Deutsch und wird bei allen Veranstaltungen vom Verleger Wolf-Rüdiger Osburg begleitet.

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Juli
21
Elionore Brevent 02: Engel lieben gefährlich … – Kristina Günak
Cora

Klappentext:
… Hexen aber auch.
Nach einem Jahr mit dem Werjaguar Vincent glaubt Hexe Elionore Brevent ihr Leben im Lot. Einzig Vampir Nicolas Deauville, der bei Eli im Garten beharrlich seine neu entdeckten Hexenkünste übt, stört die traute Zweisamkeit der Verliebten und sorgt nach einem schief gegangenen Zauber für erhebliche Aufregung.
Als Vincent dann noch plötzlich eine unerwartete Seite seiner Persönlichkeit enthüllt, ist es mit der Ruhe in Elis Leben wieder einmal vorbei. Ohne den Mann ihres Herzens muss sich die Hexe auf die Suche nach dem spurlos verschwundenen Nicolas machen, an ihrer Seite nur den beherzten Ex-Engel Florentine und den mysteriösen Pax …


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Titel: Engel lieben gefährlich …
Autor: Kristina Günak
Verlag: UBooks
Seiten: 298
ISBN: 978-3939239253
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Ein neues, spannendes Abenteuer wartet auf Eli. Ihr Vampir-Freund Nicolas verliebt sich in eine mysteriöse Frau. Aber nichts ist einfach wenn man halb Vampir, halb Hexer ist und in einer Welt mit magischen Wesen lebt …

Schreibstil:
Wie bei „Eine Hexe zum verlieben“ ist der Schreibstil von Kristina Günak göttlich. Die direkte und ehrliche Art der Charaktere ist erfrischend witzig und bringt Unmengen an Lesespaß. Auch ist dieser Band besser Lektoriert.

Charaktere:
Ich bin absoluter Eli-Fan! Die kleine Erdhexe ist mir immer noch sehr sympathisch und ihre lockere, direkte Art hat es mir echt angetan. Eli reagiert so, dass es nachvollziehbar und ehrlich ist, das ist so wichtig und schön.

Vincent hat es mir auch angetan. Auch wenn er in diesem Band nur eine Nebenrolle hat, ist mir der Gestaltwandler sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe, im dritten Teil mehr von ihm lesen zu können.

Nicolas ist so ein kleiner Tollpatsch! Auch ihn fand ich wieder amüsant. Und seine neue Liebe – ganz toll!

Auch die anderen Charaktere sind liebenswürdig und glaubwürdig. Gerade das finde ich immer wieder toll und erwähnenswert.

Cover:
Das Cover passt perfekt zur Geschichte 😀 ich mag es sehr.

Fazit:
Ein gelungener zweiter Teil, der mich total überzeugt hat! Der erste Teil muss nicht gelesen werden um diesen Band zu verstehen, es wäre aber dennoch sinnvoll. „Engel lieben gefährlich“ ist ein witziger, spannender und einfühlsamer Paranormal-Chick-Lit-Roman den ich absolut empfehlen kann. (Eine Neuauflage der Reihe ist in Arbeit).

Hintergrundinfo:
Teil 1 (Eine Hexe zum verlieben) befindet sich derzeit im Korrektorat und wird voraussichtlich im Dezember, im neuen Gewandt, erscheinen.

Ich bedanke mich bei Kristina Günak für das Rezensionsexemplar.

Juli
17
Totenblick – Markus Heitz
Cora

Klappentext:
„Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters“, lautet die rätselhafte Botschaft, die ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten hinterlässt. Fieberhaft suchen die Ermittler vor Ort nach versteckten Hinweisen. Bis sie eine grauenvolle Entdeckung machen: Der Täter hat auf der Netzhaut seiner Opfer genau das Bild fixiert, das sie im Augenblick ihres Todes sahen.


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Titel: Totenblick
Autor: Markus Heitz
Sprecher: Simon Jäger
Verlag: audio media Verlag
ASIN: B00EA1QY8W
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

ACHTUNG – zum besseren Verständnis sollte vorher Oneiros von Markus Heitz gelesen / gehört werden

Inhalt:
Laipzig. Ein Serienmörder hält die Polizei auf Trab. Er arrangiert seine Opfer nach bekannten Kunstwerken und meldet die Fundorte sofort nach Erschaffung mit dem Hinweis: „Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters“. Die Polizei rätselt lange und es sterben immer mehr Menschen – auch Polizisten, die dem Fluch des Totenblicks erliegen …

Stil:
Im Vergleich zu Oneiros schwächelt Totenblick sehr. Ein Thriller ist dieses Werk für mich nicht. Schnell war klar was der Mörder mit seinen Opfern macht und das es weitere Tote geben wird. Auch Jäger konnte mich dieses Mal nicht überzeugen. Spannung und Nervenkitzel habe ich total vermisst und die vielen Charaktere wirken sehr ermüdend.

Charaktere:
Der Bestatter Korf spielt wieder eine kleine aber wichtige Rolle – aus diesem Grund sollte „Onerios“ vor „Totenblick“ gelesen oder gehört werden. Es geht auch ohne, aber es könnten zu viele Fragen entstehen 😉
Korf mochte ich bereits sehr aus „Oneiros“ und auch hier gab er sich ruhig und sachlich.

Löwenstein, ein rundlicher Personaltrainer mit interessanter Vergangenheit, entwickelte sich zu stark zu einem Alleskönner. Ich fand ihn zu Beginn sympathisch, dies verlor sich allerdings recht schnell – denn er war einfach zu gut 🙁 Weniger ist manchmal mehr.

Die anderen Charaktere hatten eher eine Nebenrolle – abgesehen vom Mörder – und wuselten durch die Geschichte. Wirklich hängen geblieben ist mir nur noch ein Charakter: der Kommissar mit ADS (er vergisst alles, fummelt ständig an seinem Beruhigungsstein und wiederholt alles) – arghs, das ist langweilig immer wieder alles vorgekaut zu bekommen!

Cover:
Das Cover ist schön, es zeigt deutlich worum es in „Totenblick“ geht.

Fazit:
Ein schwacher Versuch einen Thriller zu schreiben. Mich konnte „Totenblick“ nicht überzeugen und auch die Auftritte von Korf retteten die Geschichte nicht. Von mir gibt es keine Leseempfehlung.

Juli
16
Harem Girls: Mein Leben als Geliebte des reichsten Manns der Welt – Jillian Lauren
Cora

Klappentext:
Das Sultanat Brunei war ein Land, von dem ich gerade erst gehört hatte. Meine Jobbeschreibung war bestenfalls etwas ungenau, aber ich fantasierte mir zurecht, dass ich ankommen und ein wildes Abenteuer vorfinden würde, einen Haufen Geld undeinen Arbeitgeber, der nichts Geringeres als ein Märchenprinz wäre. Das war meine Chance, ein neues Bild von mir zu entwerfen – vielleicht als königliche Mätresse oder als Heldin eines Spionageromans. Zugleich ahnte ich, dass ich ebenunterschrieben hatte, eine internationale Quasi-Prostituierte zu sein. Ich hätte Schlimmeres tun können. Ein unmoralisches Angebot und ein Leben in der Welt von 1001 Nacht


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Titel: Harem Girls: Mein Leben als Geliebte des reichsten Manns der Welt
Autor: Jillian Lauren
Verlag: Lübbe
Seiten: 337
ASIN: B004ROTJQG
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Der Klappentext verspricht persönliche Einblicke in das Leben als Edel-Prostituierte. Tja, leider nicht 🙁 Ich hätte mir das Lesen auch sparen können, denn wer nach Jillian Lauren googelt erfährt schon genauso viel wie der Leser dieses Buches. Der Rest ist geschmückt mit Kindheitserinnerungen, Hass und Liebe zu ihren Eltern und ein ganz winziger Teil widmet sich dem Leben nach Brunai.

Der Schreibstil ist ungewöhnlich. Im E-Book gibt es zwar Kapitel, aber die Unterteilungen in diesen Kapiteln sind wirr. So schreibt Lauren über eine Skulptur im Schloss und springt dann gedanklich in ihre Kindheit und das ganze ohne Absatz noch fast im gleichen Satz. Diese, komplett aus dem vorherigen Kontext gezogenen Passagen, haben mich immer wieder stutzen lassen. Wie kann die Autorin und dann auch der Verlag Szenen so verhunzen? An einer anderen Stelle liegt Lauren mit dem Sultan im Bett, im gleichen Satz beginnt die Geschichte ihrer Jugend ?! mich hat dieses hin und her dermaßen genervt, dass ich das Buch immer wieder zur Seite gelegt habe. Noch schlimmer: Die Einschübe der Vergangenheit waren so lang, dass ich immer überlegen musste was sie vor diesem Exkurs nun gemacht hat. Denn auch der Sprung zurück war ein Übergang ohne Kennzeichnung.

Fazit:
Eine Biografie über ein kaputtes selbst, gespickt mit pikanten Einblicken in den Harem des Sultans von Brunai. Ich gebe keine Leseempfehlung, denn die paar Seiten, die Jillian Lauren auf ihr Thema „Harem“ eingeht, kann ergoogelt werden. Viele Fragen bleiben offen. Auch im Netz steht: Dass der Sultan mit ihr ohne Kondom schlief – mein Gedanke, dass sie dies im Buch verarbeiten bzw. Erklärungen liefern würde, blieb ein Wunsch. Die Autorin erwähnte dies, machte sich kurz Gedanken zum Thema AIDS und erwähnte es nie wieder. Bei mindestens 40 (immer wieder wechselnden) Frauen finde ich diesen Umgang sehr gruselig und hätte mir da einfach mehr Infos gewünscht (Bsp. ärztliche Versorgung).