Oktober
11
Dem Tod auf der Spur / Der Totenleser – Michael Tsokos
Cora

Klappentext:
Ein Mann, der sich verfolgt fühlt und dann erstochen aus dem Wasser gefischt wird. Ein grausiger Fund in einem Möbelstück. Eine Wasserleiche, gekleidet im Stil des 19. Jahrhunderts. Nahezu täglich hat Michael Tsokos, Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner, es mit Toten zu tun, die auf außergewöhnliche Weise ums Leben gekommen sind. Und immer wieder muss er sich die Frage stellen: War es Suizid, war es ein Unfall – oder war es Mord?

Titel: Dem Tod auf der Spur / Der Totenleser
Autor: Michael Tsokos
Verlag: Ullstein
Seiten: 512
ISBN: 978-3548374994
Meine Bewertung: 5 Sterne

Inhalt:
Prof. Dr. Michael Tsokos ist Rechtsmediziner an der Charité Berlin. In beiden Büchern (hier als Doppelband) schreibt er von seiner Arbeit.

Meinung:
Ein Krimi kann nie so hart sein wie die Realität und dies wird leider in den geschilderten Fällen deutlich.

„Dem Tod auf der Spur“ ist eine Art Einführung in die Arbeit eines Rechtsmediziniers. Es werden Begrifflichkeiten, Arbeitsunterschiede (Pathologe / Rechtsmediziner) und Untersuchungsmethoden erklärt und natürlich auch echte Fälle (mit geänderten Daten) geschildert und aufgeklärt.

„Der Totenleser“ ist etwas Detaillierter, was die Fallbeschreibungen angeht. Es gibt mehr Hintergründe zur Tat und zu den Personen und weniger Informationen zur rechtsmedizinischen Untersuchung.

Dennoch sind beide Bände absolut lesenswert, wenn man denn hinter die Kulissen blicken möchte. Die Fälle sind wirklich heftig und teilweise kaum zu fassen. Menschliche Abgründe sind wahrlich tief, mehr kann man dazu nicht sagen.

Der Schreibstil von Tsokos ist sehr gut, es menschelt zwischen den Zeilen deutlich und der Text liest sich schnell weg. Auch die Art, den Leser bei den Fällen miteinzubeziehen und ihn mitraten zu lassen, ist interessant. So wird ein Autopsiebericht zur Verfügung gestellt und auch zwischen den Ermittlungsschritten Fragen gestellt. So wird gleich der Kriminalist in einem angesprochen.

Fazit:
Eine Teilautobiografie die es in sich hat. Der Arbeitsalltag eines Rechtsmediziniers ist anders als die Medien es darstellen und es ist Teils noch grausamer. Daher ist dieses Buch nichts für schwache Nerven. Schockierender als die Geschichten ist aber fast noch, dass die Rechtsmedizin auch unter Sparmaßnahmen der Regierung zu leiden hat und das Facheinrichtungen geschlossen werden – so kann die Welt nicht sicherer werden. Ein passender Ausspruch eines Rexchtsmediziners, welcher bei „Der Totenleser“ auf S. 507 zitiert wird lautet: […] Wenn alle unerkannt Ermordeten am Jüngsten Tag ihre Zeigefinger aus dem Grab strecken, werden unsere Friedhöfe Spargeldeldern gleichen. […]. Von mir gibt es volle 5 Sterne für diese Bände, ich habe viel über die Arbeitsweise gelernt und empfehle dieses Buch jedem – der mit der echten Grausamkeit umgehen kann.