Oktober
14
Flammenkinder – Lars Kepler
Cora

Das schwedische Autoren-Ehepaar Alexander Ahndoril und Alexandra Coelho Ahndoril haben unter ihrem Pseudonym „Lars Kepler“ ihren 3. Roman „Flammenkinder“ herausgebracht.

Lars Kepler wurde erschaffen, da die beiden mit dem Namen „Lars“ eine Hommage an den schwedischen Schriftsteller Stieg Larsson erbringen wollten. Der leider verstorbene Schriftsteller hat Alexandra und Alexander sehr inspiriert und ganz Schweden mit seinen Büchern belebt.

Zu „Kepler“ kamen sie durch den Astronomen Johannes Kepler – der, wie die beiden Autoren fanden, ein guter Detektiv war. Er löste schließlich das Rätsel um die Planetenbewegung mit der Entdeckung seiner Planetengesetze.

Klappentext:
In einer Einrichtung für suizidgefährdete junge Mädchen im Norden Schwedens wird eine Zwölfjährige ermordet aufgefunden – aufgebahrt in einem Bett, mit beiden Händen vor dem Gesicht. In der gleichen Nacht wird eine Krankenschwester brutal erschlagen. Niemand hat etwas gesehen. Als in einem Zimmer ein blutverschmierter Hammer gefunden wird, scheint der Fall aufgeklärt, doch das Mädchen, das dort lebte, ist verschwunden. Ihm ist es gelungen, in einem Auto zu fliehen. Für die Polizei beginnt damit ein dramatischer Kampf gegen die Zeit, denn in dem Wagen saß ein kleines Kind. Das Auto wird kurze Zeit später in einem Fluss in der Nähe entdeckt, und die Mörderin gilt auf tragische Weise als überführt. Nur Kriminalkommissar Joona Linna ist skeptisch. Zu viele Fragen sind noch offen. Was war das Mordmotiv? Und warum wurde eines der Opfer so merkwürdig aufgebahrt?

Der Kriminalroman beginnt im Haus Birgitta – eine Einrichtung für gewaltbereite und suizidgefährdete Mädchen nördlich von Sundsvall, Schweden. Elisabeth Grimm, eine Betreuerin der Einrichtung wo Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren leben, erlebt die schlimmste Nacht ihres Lebens. Alles beginnt ruhig und harmlos. Die Mädchen streiten sich mal wieder und Elisabeth greift durch und schickt ein Mädchen, Miranda, in das Isolierzimmer der Einrichtung. Als auch die anderen Mädchen nach diesem Vorfall endlich in ihren Zimmern sind und die Nacht eingekehrt ist, möchte auch Elisabeth zu Bett gehen und hört kurz davor eigenartige Geräusche und versucht der Sache auf den Grund zu gehen. Leider war dies ihr größter Fehler…

Stil:
Der Schreibstil von Lars Kepler ist großartig. Die Geschichte ist in sehr kurzen Kapiteln gehalten, was die Spannung aufbaut und das Lesen erleichtert. Auch sind die Sätze so aufgebaut, dass sich der Leser wie in einem Film vorkommt. Ich dachte beim Lesen immer, dass ich mittendrin bin und nicht nur lese, dass war schon echt toll und gut umgesetzt.

Protagonist:
Kommissar Joona Linna, der eigentlich aus Finnland kommt, ist in diesem Teil als Beobachter und nicht als eigenständiger Ermittler tätig. Warum das so ist erfährt der Leser bröckchenweise im Buch. Joona ist mir sehr sympathisch. Mit viel Witz, Charme, Sarkasmus und guter Beobachtungsgabe ist er ein toller Typ ohne Superhelden-Charakter.

Cover:
Ein gelber Vogel in einer blau-grauen Hand, der einzige Farbfleck im Bild. Viel anfangen konnte ich damit nicht und kann es auch nach dem Lesen noch nicht zuordnen. Ein gelber Vogel wird zwar im Buch erwähnt, aber ein anderes Motiv hätte meiner Meinung nach besser auf die Titelseite gepasst. Schön ist aber der Wiedererkennungswert des Covers zu den anderen Lars Kepler Büchern. Es ist immer ein gelber Tupfer in der ansonsten eintönigen Covergestaltung zu sehen.

Fazit:
Schade fand ich, dass ich die ersten beiden Teile nicht gelesen habe (Der Hypnotiseur und Paganinis Fluch) denn teilweise wusste ich mit einigen Szenen nichts anzufangen, da mir das Grundwissen um den Kommissar Joona Linna fehlte. Also würde ich dazu raten bei dieser Reihe mit Teil 1 anzufangen 😉

Ich empfehle dieses Buch an Krimi und Thriller interessierte mit einem starken Magen, denn einige Szenen sind schon ein bisschen eklig – aber für mich in Ordnung und vertretbar.

Meine Bewertung für dieses Buch ist etwas zwiegespalten. Ich habe hin und her überlegt wie ich das Buch bewerten soll, denn es war gut und spannend geschrieben, aber das Ende ließ für mich zu viele Fragen offen. Natürlich wird Joona Linna weiter ermitteln und die Reihe wird fortgesetzt, diese offenen Fragen würde ich nicht bemängeln, aber für mich erscheinen noch Fragen, die die Mädchen betreffen einfach nicht beantwortet. Es fehlt mir zu viel über den Mordhergang, über die Ermittlungen, dann wurden bei der Fahndung Personen überprüft, die eindeutig etwas zu verbergen haben – nicht den Fall betreffend – aber was dennoch aufgeklärt hätte werden müssen. Und diese Unwissenheit nervt mich dann doch etwas. Daher bekommt dieses Buch von mir nur 3 Sterne.

 

Ich bedanke mich bei Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.


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Titel: Flammenkinder
Autor: Lars Kepler
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 624
ISBN: 978-3785724637
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen
Oktober
11
Eigenes Lesezeichen
Cora
Kategorien: Allgemeines Tags: ,
Oktober
09
Neues für den SuB
Cora

Nachdem ich die letzten Tage etwas lesefaul war, habe ich den heutigen Tag zum Kauf neuer Bücher genutzt. Das heißt, mein Stapel ungelesener Bücher wächst und gedeiht.

Ich möchte in den nächsten Tagen den 3. Abschnitt von Lars Keplers Flammenkinder schaffen und den 1. Teil der Sturm-Trilogie von Nora Roberts abschließen. Dann folgt Hautnah von Julia Crouch.

Meine Planung hört dort erstmal auf und ich werde mich spontan für das nächste Buch entscheiden, wir werden sehen 😉

Heute neu dazugekommen sind:

Der König und die TotenleserinDer König und die Totenleserin von Ariana Franklin

Klappentext:
Die erste Pathologin des Mittelalters ermittelt wieder. Artus, der sagenumwobene König, auf dessen Rückkehr seine Untertanen immer noch hoffen, und zwei Skelette, die von einem grausamen Mord erzählen: Könnte eines der beiden der geliebte König sein? Die Totenleserin Adelia erhält den Auftrag, die Ermordeten zu identifizieren, und gerät mitten in eine tödliche Intrige…

 

Der Fluch von ColonsayDer Fluch von Colonsay von Kaye Dobbie

Klappentext:
Eine junge Frau – ein altes Haus – eine düstere Vergangenheit. Eigentlich hat sie das Erbe gar nicht antreten wollen: Nur widerstrebend kehrt Rosamund nach Colonsay zurück, wo sie eine einsame Kindheit verbracht hat. Nun soll das stattliche, aber heruntergekommene Haus an der australischen Küste renoviert werden. Doch kurz nach ihrer Ankunft stellt Rosamund zu ihrem Schrecken fest, dass etwas Unheimliches in dem alten Haus vor sich geht. Zuerst ist es nur ein seltsamer Duft, dann folgen grauenhafte nächtliche Geräusche. Und schließlich hört sie eine Stimme, die klagend ihrem Namen zu rufen scheint. Als die ersten Unfälle auf der Baustelle geschehen, ist sich Rosamund sicher: Das Haus birgt ein furchtbares Geheimnis.

 

Der Durft der roten AkazieDer Durft der roten Akazie von Kaye Dubbie

Klappentext:
„Wer ist Ella Seaton?“ Diese Frage stellt sich Adam, als er am Straßenrand von Seaton Lagoon eine hübsche Dame von offensichtlich höherem Stande trifft, die aufgrund einer schweren Kopfverletzung ihr Gedächtnis verloren hat. Von den Gefahren des australischen Outbacks hat Ella Seaton, wie Adam sie nennt, keine Ahnung, und so machen sie sich gemeinsam auf, um nach Ellas Vergangenheit zu forschen. Eine Suche, die bald gefährlicher wird, als beide ahnen …

Oktober
03
Hinter goldenen Gittern – Choga Regina Egbeme
Cora

Klappentext:
Mit 42 Jahren lässt sich die Deutsche Lisa Hofmayer auf das Abenteuer ihres Lebens ein: Sie wird die 33. Frau eines reichen Afrikaners. In ihrer neuen Großfamilie findet Lisa ungeahnten Lebensmut Glücklich wächst ihre kleine Tochter Choga in der Obhut ihrer zahlreichen Mütter aus. Doch mit 16 Jahren wird ihr Leben zum Alptraum: Ihr Vater zwingt sie, einen 30 Jahre älteren Mann zu heiraten. Um Chogas Widerstand zu brechen, vergewaltigt er seine junge Frau brutal. Nur mit Hilfe ihrer Mutter gelingt Choga die FLucht …

Die Geschichte beginnt mit einem Treffen von Choga und ihrer deutschen Schwester Magdalena. Die beiden treffen sich das erste Mal in ihrem Leben und erzählen sich ihre Geschichten.
Magdalenas Bericht von der Zeit mit ihrer Mutter in Deutschland fällt sehr knapp aus, aber ausreichend. Während Choga in ihrem Roman die Kennenlernphase ihrer Mutter mit ihrem Vater schildert und dann ihre Erlebnisse von der Geburt bis zum Eintreffen der Schwester in Afrika ausführlich niederschreibt.

Ich hatte große Schwierigkeiten mich in dieses Buch einzulesen. Choga Regina Egbeme ist mir am Anfang zu sehr hin und her gesprungen, so dass ich mich zu sehr konzentrieren musste. Nach ein paar Seiten hatte ich mich aber an den Stil gewöhnt und konnte flüssig weiterlesen.

Verwirrt hatte mich der Begriff „Harem“. Ich kannte diesen nur aus dem muslimischen, dort wird der Harem als ein abgetrennter und bewachter Wohnbereich für Frauen und Kinder eines Familienoberhauptes bezeichnet und muslimisch war Familie Egbeme nicht. Es waren stark religiöse Christen – eine Gemeinschaft mit dem Namen „The Family Of The Black Jesus“. Es wurde sich meist an christliche Werte gehalten, diese wurden gepredigt und zitiert. Die Gottesfürchtigkeit und der Glaube an Gott, Teufel und Hölle war allgegenwärtig.  Nachdem ich also immer wieder über den Begriff „Harem“ stolperte und eigentlich eher an eine bewachte Frauenschar dachte, ging es mit dem Verstehen und Lesen wieder flüssiger weiter. Auch wurden mir viele Fragen nicht beantwortet. Was passierte mit den männlichen Kindern, die die Frauen gebaren? Es wurde zwar erwähnt, dass die Jungen 2 Jahre bei der Mutter blieben und die Frau auch Ruhe vor ihrem Mann hatte, aber was danach mit den Jungen passierte, blieb mir leider verborgen.

Auch die Beweggründe warum Lisa Hofmayer ihre Tochter doch etwas westlich aufwachsen lies und ihr somit das Leben als unterwürfige Erwachsene erschwerte habe ich nicht verstanden. Dennoch kam die Liebe der vielen Mütter die Choga empfand und erhalten hatte wunderbar herüber und rührte mich sehr.

Das Cover selbst hat mir auch etwas muslimisches Versprochen und es nicht wirklich gehalten, auch im Buch war oft die Rede von Verschleierung, das war mir irgendwie alles so unpassend. Natürlich mag es die Glaubensbewegung geben, völlig neu erschaffen von den Gründern der „Family Of The Black Jesus“.

Fazit
Eine Geschichte die viele Stile mischt. Den muslimischen und den christlichen Glauben, die südländische und westliche Erziehung und Begriffe, die ich mit Sachen verbinde, die ich nicht im Buch wiedergefunden hatte. Ich denke, dass das Buch sehr lesenswert ist es interessante Einblicke liefert, aber alle Fragen, die zum Leben von Choga Regina Egbeme gehören würden konnten mir nicht beantwortet werden und daher vergebe ich nur 3 Sterne.


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Titel: Hinter goldenen Gittern – Ich wurde im Harem geboren
Autor: Choga Regina Egbeme
Verlag: Ullstein
Seiten: 253
ISBN: 978-3548363042
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen
September
30
Satans Erbe – John Maylynn
Cora

Dieses Buch hat sehr viele Handlungsstränge, die alle irgendwann zusammen finden – ich mag das 😀 . Begonnen wird 2008 im Sanatorium. Die Patientin Elisa fängt nach 11 Jahren totaler Verschlossenheit wieder an zu reden und beginnt dann mit Hilfe von Ärzten ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Was ist ihr wohl zugestoßen?

Stil
Der Stil von John Maylynn ist außergewöhnlich. Beim Lesen wusste ich sofort, was mir der Autor mitteilen wollte und ich sah Bilder seiner Geschichte vor mir – das mag ich auch, allerdings wurde es mir bei einigen Textpassagen zuviel. Diese Brutalität die John Maylynn an den Tag legt passt mir nicht. Natürlich spricht der Titel des Buches Bände, aber dennoch wollte ich keine Opferrituale lesen und auch nicht wissen wie der Begriff „Menschenopfer“ noch interpretiert werden kann.

Charaktere
Es gibt so viele Personen im Buch, dass jeder auf seine Art einzigartig ist. Fast jeder Charakter wirkt real und hat daher einen glaubwürdigen Platz in der Geschichte. Zu Teilen fühlte ich so stark mit, dass ich einige Seiten Überblättern musste, da ich das Leid einfach nicht lesen konnte.

Cover
Mit dem Cover kann ich gar nichts anfangen und weiß auch nicht recht, was es mir sagen soll. Natürlich wird im Vorwort die Geschichte der weißen und schwarzen Rose erklärt, aber ich hätte mir jetzt, da ich die Geschichte kenne eher ein anderes Cover gewünscht.

Fazit
Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und ich würde es erst ab mindestens 16 Jahren freigeben, denn einige Stellen sind einfach zu brutal für Jugendliche. Sehr gefallen hat mir der bildliche Stil und auch die vielen Stränge der Geschichte, das macht Spannung und weckt bei mir immer den Wissensdurst. Ich vergebe für Satans Erbe 4 Sterne, weil mir das Buch bis auf die satanistischen Rituale der Tier- und Menschenopfer sehr gefallen hat.


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Titel: Satans Erbe
Autor: John Maylynn
Verlag: bookshouse
Seiten: 390
ASIN: B008KEBF2K
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir