April
25
Kate Burkholder 03: Wenn die Nacht verstummt – Linda Castillo
Cora

Klappentext:
Sie lebten wie vor hundert Jahren. Sie sind gottesfürchtig und rechtschaffend. Doch auch sie trifft der Hass.

Abgeschlachtete Tiere auf der Weide, ein Farmer, der an sein umgekipptes Fuhrwerk gefesselt fast erfriert: In Painters Mill häufen sich die Verbrechen gegen die Amischen. Dann werden auf der Farm der Familie Slabaugh drei Leichen in der Güllegrube gefunden: Vater, Mutter und ein Onkel. Ist auch dies ein Verbrechen aus Hass gegen die Glaubensgemeinschaft? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Polizeichefin Kate Burkholder, die bis zu ihrem 18. Lebensjahr selbst eine Amische war, kennt die Menschen dort nur zu gut. Mit ihrem Freund John Tomasetti löst sie ihren persönlichsten Fall.


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Titel:  Wenn die Nacht verstummt
Autor: Linda Castillo
Verlag: Fischer
Seiten: 336
ISBN: 978-3596184521
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Kate Burkholder ermittelt wieder. In ihrem 3. Fall geht es um Hassdelikte. Die Amischen werden öffentlich diskriminiert und auch ihr Hab und Gut wird ruiniert. John Tamasetti unterstützt Kate wieder und zusammen versuchen die beiden die Täter zu fassen …

Schreibstil:
Der Schreibstil ist, wie in den anderen Bänden auch, sehr hart und nichts für schwache Nerven. Trotzdem liest sich dieser Band sehr flüssig und bleibt bis zum Ende spannend.

Charaktere:
Kate entwickelt sich langsam zu einer Alkoholikerin, was mir persönlich nicht gefällt. Sie sollte sich bei ihren schweren Fällen lieber einem Psychologen anvertrauen, als ihre Sorgen mit Wodka und Bier herunterzuspülen und dann auch noch Autofahren – was für ein Vorbild 🙄

Tomasetti öffnet sich und wird, für mich, zu weich dargestellt. Bei seiner Vergangenheit ist diese Entwicklung zwar wünschenswert aber unrealistisch und klischeehaft.

Cover:
Das Cover finde ich wieder sehr schön. Ein Buggy in der einsamen Landschaft, passt.

Fazit:
Dieser Teil war von der Geschichte her spannend, aber er reicht nicht an Teil 1 und 2 (Die Zahlen der Toten & Blutige Stille) heran. Hier geht es zwar auch um die Amischen, aber es hätte sich auch um jede andere Minderheit handeln können. So werden kaum spezifische Dinge, die die Amischen betreffen, erwähnt und dies finde ich schade. Auch entwickelt sich die Liebesbeziehung zwischen Kate und John weiter, was nicht unbedingt hätte sein müssen.

Wenn die Nacht verstummt ist ein lesenswerter und spannender Krimi, der auch als abgeschlossener Teil sehr zu empfehlen ist. Die vorangegangenen Bände müssen nicht zwingend gelesen werden, da alles relevante erwähnt wird. Daher geht meine Leseempfehlung an Krimifans und Spannungsliebhaber.

April
24
Frauen fühlen anders. Männer auch. – Barbara Schweder
Cora

Klappentext:
Liebe, soziale Gefühle, Empathie, aber auch Sex oder Aggression werden von Frauen und Männern nicht nur unterschiedlich wahrgenommen, sondern auch auf geschlechtstypische Weise verarbeitet. Barbara Schweder zeigt anhand von Beispielen aus vielen Lebensbereichen wie Partnerschaft, Familie, Elternschaft, Kindheit, Schule, Berufsleben, Altern und Kriminalität:

  • woher diese Unterschiede in der Gefühlswelt von Männern und Frauen kommen,
  • wie der unterschiedliche Umgang mit Gefühlen die Kommunikation zwischen den Geschlechtern erschwert,
  • und wie man mit Verständnis für die natürlichen, individuellen und sozialen Anlagen Fallstricke und Stolpersteine orten und umschiffen kann . auch mit einer Prise Humor.

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Titel:  Frauen fühlen anders. Männer auch.
Autor: Barbara Schweder
Verlag: Orac
Seiten: 191
ISBN: 978-3701505470
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Autorin:
Dr. Barbara Schweder, geboren 1963, Studium der Anthropologie und Zoologie in Wien und North Carolina, USA, Forschungsassistentin und Lektorin an der Universität Wien, seit 2009 Assistentin am Institut für forensische Neuropsychiatrie am Neurologischen Psychiatrischen Zentrum Belvedere, Wien. Buchautorin (u.a. „Mimosen in Hosen“ 2004, „Mutterliebe“ 2008).

Meine Meinung:
Barbara Schweder berichtet, am Anfang noch sehr fundiert und mit vielen Studien über den Unterschied von Frauen und Männern. Als kleiner Appetithappen gibt es für jedes Kapitel eine Kurzgeschichte oder einen Abriss von einem Berühmten Werk. Im Verlauf des Buches rückt aber leider immer mehr die eigene Meinung in den Vordergrund, so dass ich mich nicht mehr auf die durchgeführten Studien einlassen konnte und das Buch immer wieder leicht verärgert weglegte.

Der Schreibstil ist gut und flüssig, zeigt aber deutliche Spuren einer Doktorarbeit. Wer also einen Lebensratgeber in leicht verständlicher Form für zwischendurch sucht, ist hier leider fehl am Platze. „Frauen fühlen anders. Männer auch.“ ist schon sehr direkt und mit vielen Fachbegriffen versehen. Auch die Anmerkungen und Literaturnachweise sind sehr lang. Gerade wegen der vielen Anmerkungen und den tiefgreifenden Studien, hat mich das Buch überrascht, ich habe mit etwas ganz anderem gerechnet 😉

Fazit:
„Frauen fühlen anders. Männer auch.“ ist ein lesenswertes und interessantes Buch über die Gehirnwindungen von Männlein und Weiblein. Ich empfehle das Buch an jeden, der gerne mehr über die Gefühlswelt und die Entwicklung dieser, erfahren möchte. Ich vergebe 4 Sterne für dieses Buch, einen ziehe ich aufgrund der häufig doch zu feministischen Meinung der Autorin ab.

Ich bedanke mich beim Kremayr & Scheriau Verlag für das Rezensionsexemplar.

April
23
Welttag des Buches
Cora

Ein sonniges Hallo an euch 😀

Heute, am 23.04., ist es mal wieder so weit. Wir feiern neben dem Tag des deutschen Bieres, auch den Welttag des Buches. Viele Blogger nehmen an der Blog-Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ teil, wir machen mal wieder alles anders und haben uns dazu entschlossen, diese Aktion einfach mal auszulassen und unser Gewinnspiel ein paar Tage nach der Lesefreude zu starten. Wir wünschen aber allen Teilnehmern und Buchverschenkern viel Spaß, Freude und Glück!


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Um euch aber nicht ganz ohne „Buchglück“ in den heutigen Tag zu entlassen gibt es noch einen kleinen Tipp: Heute gibt es das Buch 
Pandämonium – Die letzte Gefahr von Alexander Odin
 Gratis im Kindle Store! Wer keinen Kindle hat, kann sich die App kostenlos im App-Store (Android, Apple und PC) herunterladen.

Wer gar nicht lesen mag: Viel Spaß beim Biertrinken am Tag des deutschen Bieres 😀

Kategorien: Allgemeines Tags:
April
22
Schuld und Sühne – Fjodr Michailowitsch Dostojewski
Cora

Inhalt:
Rodion Raskolnikow, lebt in St. Petersbrug des 19. Jahrhunderts, schmeißt sein Studium und benötigt Geld. Neben vielen privaten Problemen ist die Geldnot eines seiner stärksten. So ist er oft Gast bei der Pfandleiherin Aljona, die ihn noch mehr Kostet als das Verleihen einbringt. Rodion beschließt daher aus Fadenscheinigen Gründen, die arme Aljona Iwanowa umzubringen. Doch wie geht es nach dem Mord weiter?!


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Titel: Schuld und Sühne
Autor: Fjodr Michailowitsch Dostojewski
Seiten: 573
ASIN: B004UBCWK6
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Schreibstil:
Der Schreibstil sowie die Übersetzung sind gelungen. So lässt sich dieses doch recht umfangreiche Werk schnell und flüssig lesen. Der Bildhafte Stil lässt den Leser in das St. Petersburg des 19. Jahrhunderts eintauchen und die düstere Stadt erfahren.

Charaktere:
Rodion ist ein sehr düsterer und teilweise verwirrter Charakter. So schmeißt er, als hochbegabter, sein Studium und versucht sich so durchzubringen. Auch den Mord scheint er, eine sehr lange Zeit, nicht zu bereuen. Er empfindet sich als Übermensch und rechtfertigt seinen Mord mit, wie er findet, guten Gründen.

Die anderen Charaktere sind alle auf ihre Art einzigartig und doch gleich. Jeder ist auf seinen Vorteil bedacht und es herrscht wenig Mitgefühl.
Das ganze Buch über musste ich mich fast auf jeder Seite fragen, wie ich die Charaktere einordnen kann. Sie sind liebenswürdig und doch teilweise sehr egoistisch.

Kurz: Dostojewski schafft es einen sehr tiefen Einblick in die menschliche Psyche und die Gedanken zu zeichnen und die Charaktere interessant aufleben zu lassen.

Fazit:
Schuld und Sühne ist ein sehr lesenswerter Klassiker der tief in die menschlichen Abgründe blicken lässt. Ich gebe 4 Sterne für ein sehr interessantes Werk, welches teilweise durch lange Monologe einschläfernd wirkte. Trotzdem waren diese nötig um die Hintergründe und Personen verstehen zu können.

Im Nachwort wird noch einiges zu Dostojewski selbst erwähnt. Diesen Teil fand ich besonders interessant, da hier auch ein kleiner Zusammenhang zwischen ihm und der Geschichte „Schuld und Sühne“ hergestellt werden kann.

April
19
0.4 Eine perfekte neue Welt – Mike Lancaster
Cora

Klappentext:
„Wenn ihr gegen alle Wahrscheinlichkeit irgendwann diese Kassetten finden solltet, dann spielt sie ab, hört meine Stimme, ich bitte euch. Damit ihr wisst, dass es uns gegeben hat, dass es uns gibt und dass wir euch alle vermissen.“

Niemals hätte der fünfzehnjährige Kyle Straker gedacht, dass er ein Außenseiter werden könnte, ein 0.4er, vergessen und verschollen in einer perfekten neuen Welt. Doch das Unmögliche wird Wirklichkeit, und eines Tages muss Kyle feststellen, dass die Welt, wie er sie kennt, nicht mehr existiert. Nur eine Hoffnung bleibt ihm noch: Dass sein Bericht gefunden, seine Stimme gehört wird …


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Titel:  0.4 Eine perfekte neue Welt
Autor: Mike Lancaster
Verlag: Oetinger
Seiten: 272
ISBN: 978-3789141201
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Kyle lebt in einem kleinen verschlafenen Ort in dem einfach nichts passiert. Nicht einmal Handyempfang gibt es dort. Damit zumindest einmal im Jahr etwas passiert, gibt es den Talentwettbewerb. Dieser hat eine sehr lange Tradition und jeder Dorfbewohner ist herzlich eingeladen – egal ob als Zuschauer oder Teilnehmer.

Wie in jedem Jahr gibt es Zaubertricks, Bauchredner, Sänger, alles ist bereits bekannt, doch dann kommt Kyles Freund Danny auf die Bühne und möchte dem Publikum eine Hypnosevorstellung bieten. Kyle meldet sich mit drei anderen Dorfbewohnern freiwillig als Testperson. Es scheint alles gut zu funktionieren, doch als die vier ihre Augen wieder öffnen ist nichts mehr wie zuvor …

Schreibstil:
Der Schreibstil von Mike Lancaster ist grandios, gleiches gilt für den Aufbau des Buches. Dem Leser wird von Anfang an suggeriert, dass er ein Buch in der Hand hält, und das dies die Abschrift von 3 Kassetten beinhaltet, diese Kassetten wurde von Kyle Straker besprochen und von Mike Lancaster abgetippt und durch Anmerkungen im Text ergänzt. Durch den tollen Aufbau dachte ich die ganze Zeit wirklich ich lese die Kassetten und die Anmerkungen machten nur noch Lust auf mehr! Der Schreibstil ist sehr flüssig und nur durch den „Kassettenwechsel“ unterbrochen. Dies hebt die Spannungskurve ungemein. Der Ausdruck ist passend und den Situationen angemessen.

Charaktere:
Von der ersten Seite zog mich Lancaster in seinen Bann. Er ist der, der den Leser empfängt und Anmerkungen platziert wo die Kassetten plötzlich enden. Somit ist auch er eine große Persönlichkeit obwohl es in diesem Buch nicht um ihn selbst geht.

Kyle ist mit seinen 15 Jahren ein toller Typ der im Laufe der Geschichte wächst und seine Emotionen sehr gut schildert. Ich mochte ihn sehr und auch nachhaltig hat mich seine Haltung und sein Wesen sehr beeindruckt.

Lilly, Kate und Rodney (die 3 Freiwilligen) sind ein interessantes Gespann. Besonders Rodney entwickelt sich im Verlauf des Buches zu einem sehr interessanten Charakter und auch sein Hintergrund ist bemerkenswert. Ich mochte sie alle, sie waren sehr sympathisch ohne übermenschlich zu sein.

Cover:
Das Cover finde ich nicht so toll und es passt auch nicht zum Buch. Das englische Originalbild wäre treffender und ist aufwendiger gestaltet. Ich kann zumindest keine Verbindung zwischen dem Cover und der Geschichte herstellen.

Fazit:
Ein sehr beeindruckendes Buch, welches mich auch nach dem Lesen sicherlich noch eine Weile beschäftigen wird. Mike Lancaster schaffte es, mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zu ziehen.

Ich empfehle 0.4 an Leser welche Interesse an spannenden Geschichten zum Thema Weltanschauung und Science-Fiction haben. Wobei, wenn ich ehrlich bin, liegt mein Leseschwerpunkt nicht gerade bei den genannten Themen 😉

Mich hat einfach nur der Klappentext fasziniert: „Was passiert wenn du die Augen aufmachst und nichts ist mehr so, wie du es kennst?“ – wen also diese Frage interessiert, der ist bei „0.4 Eine perfekte neue Welt“ genau richtig! Ich vergebe 5 Sterne für ein wundervolles Buch welches mich sehr fesselte.