November
26
Tagebuch – Anne Frank
Cora

Klappentext:
Das Tagebuch der Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich. Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin.

Titel: Tagebuch
Autor: Anne Frank
Verlag: Fischer Taschenbuch
Länge: 320 Seiten
ISBN: 978-3596152773
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Eine Autobiografie mit 2 Sternen zu bewerten ist schon recht arg, nun möchte ich auch gerne erklären warum:

Ich erinnere mich an meine Schulzeit, dort habe ich das Tagebuch der Anne Frank auch gelesen. Damals im Jahr 1996 kam mir das Buch viel dünner und nicht künstlich aufgebläht vor. Natürlich wurden in der neuesten Auflage auch noch Bilder von Anne und ihrer Familie abgedruckt – was ich gut finde – aber der Rest?!

1950* wurde das Tagebuch zum ersten Mal veröffentlicht, damals (angeblich) gekürzt, da gewisse Themen als unschicklich galten und nicht in ein Tagebuch einer 13-jährigen gehörten.

1986* erfolgte dann eine Ausgabe die durch das Niederländische Staatliche Institut für Kriegsdokumentation herausgebracht wurde, natürlich neu und vollständig überarbeitet.

1991* erfolgte dann durch den Anne-Frank-Fonds (dieser wurde von Annes Vater gegründet) eine erneute autorisierte Fassung.

1998* fand man dann bisher noch unbekannte Seiten des Tagebuches und schon musste eine neue Fassung mit neuen Erkenntnissen und Nachbemerkungen entstehen.

*Quelle der Jahreszahlen sowie Änderungen der Fassung / amazon.de

Nun frage ich mich als Leser: Was hat das noch mit einer Autobiografie zu tun?! Anna Frank schrieb ihr Tagebuch selbst und als sie hörte das ein niederländischer Minister im Exil nach dem Krieg alle Dokumente sammeln und veröffentlichen wollte, schrieb sie ihr Buch um. Sie erfand Namen – Pseudonyme – und veränderte ihr eigenes Werk, bis sie damit zufrieden war. Also warum hat man es nicht so gelassen?!

Diese Fassung hat wenig mit dem bewegenden und erschütternden Berichten von Anne Frank zu tun, die ich noch in Erinnerung hatte. Hier geht es um eine 13-jährige die ihr Tagebuch füttert und sich ihre Probleme (mit ihrer Mutter, ihren Klassenkameraden und Mitmenschen) von der Seele schreibt, nicht immer ist eine Neuauflage einen Kauf wert. Meine Leseempfehlung geht daher an die alten Auflagen, die ungeschönt und auf wesentliche reduziert sind. 2 Sterne für ein zu stark verändertes, in meinen Augen, nicht authentisches Buch.


Kommentare:

  1. Cora sagt:

    Es zeigt sich doch immer wieder, dass die eigene Intuition gut ist. Mir kam das Buch damals „falsch“ rüber und heute bei meiner Recherche zu ganz anderen Dingen finde ich diesen spannenden Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14317313.html
    Es bleibt mysteriös …

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