Lass zu, was dich groß macht – Ilona Lindenau

Klappentext:
Negative Gedanken schüren Selbstzweifel, Unsicherheit, Lustlosigkeit – nur zu oft sabotieren wir uns selbst. Und dieser innere Saboteur macht uns und anderen das Leben unnötig schwer. Neueste biologische und neurowissenschaftliche Studien weisen den Zusammenhang nach, den negative Glaubenssätze auf Wohlbefinden und Produktivität haben. Selbstkritische Überzeugungen aus der Vergangenheit können eine unangenehme Kraft in unserem Leben entwickeln: Sie belasten und beschränken uns, limitieren unser Denken und Handeln und können uns in herausfordernden Situationen und Konflikten impulsiv reagieren lassen. Das lähmt und macht nicht nur uns, sondern auch anderen im Zusammenleben mit uns das Leben schwer.

Einfach positiv denken, hilft da nur bedingt. Es braucht stärkere Tools, wie den achtsamen Self-Talk der Kommunikationsexpertin Ilona Lindenau, um langfristig die inneren Einstellungen zu ändern, denn gesprochene, aber auch gedachte Selbstansprachen sind mächtig. „Oft fühlen wir uns von diesem Gedankenkarussell im Kopf fremdbestimmt, als hätten wir keine Wahl“, so die „Botschafterin für motivierende Kommunikation“, die ihr Wissen auch in Trainings und Vorträgen weitergibt. „In Wahrheit haben wir die Wahl und können unseren Self Talk bewusst ändern. Und wenn unser Self Talk freundlicher ist, sind wir wohlwollender und weniger bewertend.“ Praxisnah und immer mit Blick auf die Lösungen, zeigt sie den Lesern Wege auf, wie sie den eigenen Saboteur-Code knacken können. So lassen sich neue Schritte in ein selbstbestimmtes Leben gehen. Die von Ilona Lindenau entwickelte „Power of Words-Methode: Kraft durch inneren Monolog“ ist das Tool, mit dessen Hilfe es gelingt. Von der Pflicht, sich selbst anzunehmen, zur Kür – dem Mut, sich verletzlich zu zeigen, ist dieses Buch ein kluger Begleiter, ein Mutmacher und Sparringpartner auf dem spannenden und nie endenden Weg zu sich selbst.

Ilona Lindenau arbeitet seit 25 Jahren als „Botschafterin für motivierende Kommunikation“ für Unternehmen wie Allianz, Bayer, Deutsche Bahn, Siemens, WMF oder Würth. Sie wurde bei den bekanntesten deutschen Kommunikationstrainern und in den USA ausgebildet, wo sie viele Jahre lebte. Ihr Wissen gibt die Kommunikationsexpertin in Vorträgen, in Coachings und in ihrer Life & Business Coaching Academy in Frankfurt weiter. Die Autorin ist medial sehr gut vernetzt und beliebte Interviewpartnerin in Focus, Emotion und Wirtschaftswoche.


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Lass zu, was dich groß macht
Autor: Ilona Lindenau
Verlag: Goldegg
Seiten: 176
ISBN: 978-3990601310
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Meine Meinung:
Es ist sehr schwer dieses Buch zu beschreiben. Ich habe es schon weiterempfohlen, als ich noch beim Lesen war und konnte nur sagen „kauf das, das ist der Wahnsinn!“. Nun habe ich es schon seit über einer Woche ausgelesen und bin immer noch nicht schlauer, wie ich das Werk in Worte packe.

Der Einstieg ins Buch ist sehr leicht, es geht um die „inneren Saboteure“. Wie uns unser „Selftalk“ dazu bringt an uns und allem zu zweifeln. „Du bist nicht gut genug“, „du schaffst das nicht“ etc. das hat bestimmt jeder schon gehört bzw. gedacht.
Jede andere Technik (sei es von Motivationstrainern, Affirmationskarten etc) würde uns nun suggerieren, einfach zu sagen „ich bin gut und glücklich“. Dies wirkt wie abgedroschene Phrasen und genau dies ist es auch. Unser Unterbewusstsein erkennt, dass wir ihm etwas vorgaukeln. Denn wenn wir die positiven Affirmationen glauben würden, dann wäre der Selftalk der inneren Saboteure doch schon vorbei. Unser Unterbewusstsein ist also so clever unsere eigene Wahrheit zu erkennen und diese wiederzugeben. Ein Teufelskreis!

Die Autorin beschreibt genau dieses Szenario auf S. 66 […] Wie ich damals zum Beispiel an meinem Schlafzimmer-Spiegel einen Zettel mit der Botschaft befestigte:“Ich bin glücklich“ oder „Bewertungen sind mir egal“. Obwohl das möglich sein könnte, erkannte mein Unterbewusstsein:“Total gelogen!“. […] Und genau hier setzt Ilona Lindenau an. Sie erklärt die Funktion des Unterbewusstseins und zeigt Strategien wie man die inneren Saboteure zum Schweigen bringt und stattdessen seine eigenen Stärken hervorholt.

Das Thema des Selftalk war für mich neu. Denn die „Power-of-Words-Methode“ ist einfach einzigartig. Sie lässt den Selftalk im Hirn zu, prüft diesen auf Wahrheitsgehalt und entwickelt dann Strategien, um den Selftalk in anderer / positiver Form zuzulassen. So können Denkmuster aufgebrochen und nachhaltig verändert werden.
Sich mit dem inneren Kritiker zu befassen ist ein spannender und konstruktiver Prozess, der umgehend positive Wirkung zeigt.

Fazit:
Ein must read für jeden! Egal ob die inneren Saboteure gerade aktiv sind oder nicht, allein schon um zu verstehen wie das Unterbewusstsein wirkt, wirkt Wunder. Daher gibt es volle 5 Sterne!


Interview:
Negative Gedanken schüren Selbstzweifel, Unsicherheit und den Glauben, Vorsätze nicht umsetzen zu können. Sie machen das Leben schwer. Dabei könnte man doch einfach positiv denken und alles wird erreicht! Ist das so einfach?
Ilona Lindenau: Schön wär ́s!! Aber das Gehirn, das Unterbewusstsein lässt sich nicht „bescheißen“.
Es funktioniert nur in sehr begrenztem Maße, wenn überhaupt. Könnten wir uns alle sagen „Ich bin schön und schlank“, wären wir alle Supermodels. Sind wir aber nicht. Auch werden wir nicht mal eben zum Millionär, wenn wir es uns vornehmen, den Vorsatz auf einen Zettel schreiben und diesen herumtragen. Umgekehrt „klappt“ es besser. Selbstzweifel und Selbstkritik wirken sich nachhaltig auf das Lebensgefühl aus und wir fühlen uns wirklich schlecht. Unsere Glaubenssätze sind unsere eigenen – und stärksten – Widersacher. Sie hindern uns darin, wirklich „groß“ zu werden. Hier gilt es, dem Täter auf die Spur zu kommen, wie ein Detektiv die inneren Saboteure aufzuspüren und Wege zu finden, sie zum Schweigen zu bringen. Wir sind uns selbst dann nicht ausgeliefert.

„Wer ist eigentlich der Chef in meinem Kopf?“ mit dieser Frage fängt es an. Wer negativen Glaubenssätzen und Überzeugungen stoppen und ihnen Positives entgegensetzen will, kann nicht einfach – schwupps – die Gedanken umpolen und ins Positive drehen. Es gilt vielmehr, auch kognitiv ein Stärkenbewusstsein zu entwickeln. Erst dann entsteht ein neues, realistisches und optimistisches Selbstbild. Solange sich die eigenen Saboteure unbewusst in unserem Kopf tummeln, lassen sich negative Glaubenssätze nicht fundamental verändern.

In Ihrer langjährigen Beratertätigkeit haben Sie zahlreiche Gespräche und Coachings durchgeführt.
Woher kommen Ihrer Erfahrung nach diese Selbstzweifel – diese inneren Saboteure – die uns hindern, Erfolg und Lebensfreude zu erlangen?
Ilona Lindenau: Der Gedanke, „Negative Überzeugungen kommen immer aus der Kindheit“, liegt nahe, stimmt aber nicht. Zwar gibt es negative Überzeugungen, die wir aus der Kindheit mitnehmen – vor allem ist entscheidend, wie mit uns in den ersten drei Lebensjahren umgegangen wurde. Wenn etwa die starke Bindung zur Mutter durch Krankheit unterbrochen wird, kann das Ängste generieren, die das ganze Leben hindurch wirken. Aber das ist eben nicht alles: Negative Überzeugungen können sich immer in uns festsetzen, nicht nur in der Kindheit. Etwa wenn wir einen Verlust erleiden oder uns etwas nicht gelingt. Doch wir können uns unseren Ängsten stellen und gerade dadurch innerlich wachsen.

Gibt es innere Kritiker, die ganz besonders „beliebt“ sind?
Ilona Lindenau: Jede Menge! Besonders beliebt sind Selbstzweifel, also alles, was uns den Mut nimmt, Vertrauen zu haben – etwa in Beziehungen oder im Beruf. Vor allem aber wir wahre Meister darin, uns schlecht zu machen und an unseren Fähigkeiten zu zweifeln. Die Frage, die man sich häufig stellt, lautet dann „Bin ich überhaupt gut genug?“ Manche denken, dass sie ihre Umwelt betrügen, andere haben ein Schein-Selbstbewusstsein, das aus Angst geboren ist. Es gibt viele Beispiele hierfür. Wer innere Stimmen hört, ist nicht krank, aber blockiert sich häufig selbst. Zweifel an der eigenen Qualität, an den eigenen Stärken und daran, ob andere uns mögen, gehören zu den beliebtesten und leider auch wirkungsvollsten inneren Kritikern. Sie übertönen alles und führen dazu, dass wir positives Feedback gar nicht mehr hören, geschweige denn, es annehmen können. Weder sich
selbst noch anderen über den Weg trauen: Das macht – und hält – viele Menschen klein.

Aber einfach nur zu sagen „Ich bin der Größte“ ist ja sicherlich auch nicht der richtige Weg. Wie schaffe ich den Spagat zwischen Selbstüberschätzung und inneren Zweifeln?
Ilona Lindenau: Diese Frage höre ich häufig, vor allem, wenn es darum geht, die eigenen Stärken anzunehmen. Der Schlüssel liegt in konstruktiver Ehrlichkeit. Das vermittle ich mit meiner Arbeit.
Wohin führt es denn, sich selbst zu zerfleischen? Schluss damit! Eine konstruktive Selbsteinschätzung erlaubt mir, mich anzunehmen, wie ich bin. Jeder hat Stärken und Schwächen. Sie müssen nur ins richtige Verhältnis gesetzt werden. So lässt sich ein Gleichgewicht erzielen, mit dem wir mit uns im Reinen sind und uns weiterentwickeln können. Auf die Balance kommt es an!

Sie haben die „Power-of-Words-Methode“ entwickelt. Können Sie uns kurz beschreiben, was sich dahinter verbirgt?
Ilona Lindenau: Die „Power-of-Words-Methode“ ist eine generelle Haltung, die dabei hilft, ein Bewusstsein für die eigenen Gedanken, die eigene Wortwahl und deren Wirkung auf andere zu entwickeln. Sie unterstützt darin, achtsamer mit den eigenen Aussagen und Gedanken in Bezug auf sich selbst und andere zu sein. Das betrifft wirklich jeden. Ziel ist es, die Macht und Kraft der Worte zu verstehen und sie für sich anzuwenden – mit positivem Effekt. Ein wesentlicher Schritt dabei ist die Stärken-Schwächen-Analyse, die bis ins Unterbewusstsein vordringt. Sie macht sichtbar, dass es oft gar nicht wirklich große Schwächen gibt, sondern vielmehr Potential und Talente, die wir nur gering achten. Als Ritual kann es daher hilfreich sein, sich den eigenen Stärken zuzuwenden und sie immer wieder hervorzuheben. Die Kraft der Worte – richtig genutzt – bringt uns im Leben weiter.

Was geben Sie Menschen als ersten Rat mit auf den Weg, um den inneren Kritiker ruhigzustellen?
Ilona Lindenau: Die gute Nachricht ist: Wir können lernen, der Chef im eigenen Kopf zu werden. Und dem inneren Kritiker Grenzen so zu setzen. „Isso“ heißt das Zauberwort. Es bedeutet, erst einmal zu akzeptieren, wie es ist. Dann muss ich mit dem inneren Kritiker umgehen – nicht gegen ihn, sondern mit ihm arbeiten. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten und Methoden, die dabei helfen. Die Stopp-Technik beispielsweise dient dazu, die inneren Gedankengänge zu stoppen und aus dem eigenen Hamsterrad rauszuspringen. Sind die ersten Schritte gelernt, ist es ganz einfach, diese Methode für sich zu nutzen. Mit einem kleinen Impuls lässt sich das eigene Gehirn quasi erschrecken, etwa mit einem kleinen „Anschnippen“, das den inneren Kritiker zum Schweigen bringt.

Sind Ihrer Erfahrung nach Frauen und Männer in gleichem Maße anfällig für einen negativen „Self-Talk“?
Ilona Lindenau: Ja. Aber das hängt von den Themen ab. Es gibt Themen und Situationen, die sich bei Männern und Frauen etwas anders auswirken. Aber beide Geschlechter sind aber für negativen Self-Talk anfällig. Nur die Themen variieren etwas, etwa im beruflichen Bereich.

Wie man sich von diesen inneren Saboteuren befreit, darüber haben Sie jetzt einen Ratgeber geschrieben. Wie kam die Idee zum Buch?
Ilona Lindenau: Ich hatte den Wunsch, meine Selbsterfahrung der letzten 25 Jahre mit anderen zu teilen. Es ist mir sehr wichtig, dass Menschen freundlicher und wertschätzender miteinander umgehen. Frieden finden mit sich und anderen hat viel damit zu tun, wie wir sprechen und denken. Das Buch soll vermitteln, dass eine größere Wachsamkeit, Feinfühligkeit, Awareness mir selbst, aber auch für andere förderlich ist. Menschen, die in Frieden mit sich sind, und annehmen, was sie als Persönlichkeit ausmacht, gehen auch mit anderen besser um. Das zu vermitteln und Wege zu zeigen, wie das möglich wird, ist die Kernbotschaft dieses Buches und war meine Motivation, es zu schreiben.

Wer sollte das Buch lesen?
Ilona Lindenau: Fragen wir doch mal umgekehrt, „Wer sollte es nicht lesen?“ Menschen, die zu sehr von sich selbst überzeugt sind. Die von sich denken, dass sie bereits großartig sind oder schon gelassen durchs Leben gehen. Aber sie können dieses Buch natürlich auch lesen! Wer aber von inneren Saboteuren klein gehalten wird und diese erkennen will, Blockaden überwinden und dadurch die eigenen Potentiale entwickeln möchte, für alle diejenigen ist „Lass zu, was dich groß macht“ hilfreich. Auch wer mit anderen Menschen arbeitet, in einem Kontext mit anderen steht, oder daran interessiert ist, was Denken und Worte mit bei anderen auslösen kann, möchte ich ansprechen. Das Bewusstsein für die Macht der Worte ist elementar und der Weg zu mehr Lebensfreude, innerer Zufriedenheit und Erfolg. Darum wünsche ich mir, dass mein Buch viele Menschen inspiriert.


Ich bedanke mich bei Ilona Lindenau für das Rezensionsexemplar.

Was spricht eigentlich gegen Hufbeschlag? – Hiltrud Straßer

Klappentext:
In dem vorliegenden Buch wird auf die Diskrepanz zwischen der heutigen Lehrmeinung einerseits und dem dokumentierten Wissen der vergangenen Jahrtausende und den damit übereinstimmenden eigenen Forschungsergebnissen andererseits ausführlich eingegangen. Ziel des Buches ist es, dem Pferdeliebhaber bei der Vielzahl der veröffentlichten und kontrovers diskutierten Meinungen zum Thema Hufe die Möglichkeit zu geben, seine eigenen Erfahrungen mit den beschriebenen Erknntnissen zu vergleichen und so herauszufinden, was für oder gegen Hufbeschlag spricht.


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Was spricht eigentlich gegen Hufbeschlag?
Autor: Hiltrud Straßer
Verlag: Knirsch
Seiten: 130
ISBN: 978-3927091511
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Meine Meinung:
Überall sind die Pferde beschlagen, die Mittelchen in den Pferdesporthäusern für Hufkrankheiten füllen die Regale. In den Sattelkammern der Pferdeställe stehen die Präparate für die so stark beanspruchten beschlagenen (!) Hufe. Hufeisen sollen doch schützen und nicht den Huf schädigen – ja wenn das so ist, warum gibt es dann die zig Mittel und warum brauchen Barhufer das nicht? Wer sich diese Fragen schon gestellt hat, der sollte mit diesem Buch weitermachen, denn hier wird auf den Punkt erklärt, warum Pferde mit Eisen Zwanghufe aufbauen, warum das Horn bei Eisen geschädigt wird und was mit den inneren Strukturen passiert. Frau Dr. Strasser gibt zu jeder ihrer Aussagen wissenschaftliche Quellen und auch Videos an. Zudem prangert sie, zurecht (!), falsch abgebildete und aufgestellte Lehrmedien (Skelette, Zeichnungen, Bücher) an, die ein falsches Bild an Ausbildungsstätten (ua an Universitäten) vermitteln.

Dieses Buch ist, ebenso wie Strahlbeinlahmheit ein must read, es ist hervorragend ausgearbeitet und bringt die Sache auf den Punkt, denn bereits 1808 schrieb Bracy Clark in „Series of original experiments“: Pferde werden jährlich zu Tausenden zerstört, unter beschämenden, barbarischen Umständen, durch eine Folge von Fehlern, die uns durch Sitten und Gebräuche so normal geworden sind, dass wir die Ungeheuerlichkeiten nicht als solche bemerken.

Fazit:
Wer die Notwendigkeit für Eisen in Frage stellt oder es als normal ansieht, dass sein Pferd welche braucht, der sollte dieses Buch lesen! Von mir gibt es 5 Sterne und ich werde es immer wieder weiterempfehlen!

Wanka würde Wodka kaufen – Jule Kaspar

Klappentext:
Achtung, resolute Russin in Sicht! Wanka Nikolajewna Iwanowa ist notgelandet und mischt ihre neue deutsche Heimat auf. Der humorvolle Roman „Wanka würde Wodka kaufen“ von Jule Kaspar ist eine einzigartige Culture-Clash-Komödie mit einer liebenswert-schrägen Heldin.

Deutschland war eine schlechte Idee. Nicht, dass sie es sich ausgesucht hätte; sie wollte ja in Russland bleiben. Doch mit der Mafia kam das Zeugenschutzprogramm, und so musste Wanka, die im Zirkus zu Hause war, nehmen, was sie kriegt. Nicht nur das Land, sondern auch einen neuen, nicht einmal korrekten Namen: Jekaterina Poljakow. Plus den Schein-Ehemann. Weder mit ihm, Vladimir, noch mit seinen Gören versteht sie sich. Und ihr Betreuer, Herr Lehmann, zeigt bald allergische Reaktionen, wenn er nur ihren Namen hört. Denn die Russin versagt in jedem Job und begegnet den Deutschen auf eher besondere, ohne Zweifel Wanka-typische Weise. Ohne zu wissen, wohin sie kann, will sie bloß wieder weg, doch mit der Zeit macht ausgerechnet Vladimir ihr bewusst, dass Deutschland eigentlich ein ganz schönes Zuhause ist. Das Projekt „Integration“ scheint (fast) zu klappen, als die Russin auf Musikproduzent Max Leif aufmerksam wird, der eine Stelle als Putzfrau ausgeschrieben hat …

Eine Culture-Clash-Komödie zwischen Deutschland und Russland – originell, humorvoll und voller Situationskomik! Eine Komödie, die unter die Oberfläche und manchmal auch unter die Haut geht.


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Wanka würde Wodka kaufen
Autor: Jule Kaspar
Verlag: Knaur
Seiten: 336
ISBN: 978-3426521335
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Wanka wird über den Zeugenschutz von Russland nach Deutschland migriert. Kaum in Deutschland begibt sie sich widerwillig in eine Scheinehe und muss auf Jobsuche …

Schreibstil:
Jule Kaspar schreibt mit „Wanka würde Wodka kaufen“ ein Prequel zu den Max Leif Büchern (Die sieben Tode des Max Leif: Ein Hypochonder-Roman – Juliane Käppler und Die Schwangerschaft des Max Leif: Ein Roman in 9 Monaten – Juliane Käppler) und ja, Knaur hat ihr ein neues Pseudonym verpasst. Trotzdem ändert der neue Name nichts am gewohnt sympathischen Schreibstil. Auch in „Wanka“ baut Juliane wieder viele Alltäglichkeiten ein, lässt ihre Figuren leben und würzt das ganze mit viel Gefühl – von Tränen bis Lachkrämpfen ist alles dabei. Damit Wankas Dialekt richtig zur Geltung kommt, ist natierlich auch vieles in der typischen Ausdrucksweise von Wanka verfasst. So macht es auch noch Spaß das Buch vorzulesen und Wanka so richtig meckern zu lassen 😉

Charaktere:
Ich habe Wanka bereits in den Max Büchern ins Herz geschlossen und habe gebetet, dass es ein Buch über sie gibt. Und ja, jetzt habe ich sie noch mehr lieb. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, versucht es allen recht zu machen, macht weiter obwohl jeder von uns aufgegeben hätte und dennoch bleibt sie sich treu. Sie vermittelt eine wunderbare Stärke, mit Einfühlungsvermögen und dies mit einem Hauch Verletzlichkeit. Sie wirkt einfach verdammt real und das ist grandios.

Vladimir ist ein sehr interessanter Charakter. Zu Beginn war er sehr zurückhaltend, aber er taut immer mehr auf und zeigt was in ihm steckt. Sehr sympathisch ist seine eher stoffelige Art, er wirkt teilweise phlegmatisch aber bestimmt. Das passt wunderbar in die Geschichte.

Die Randfiguren der Geschichte passen ebenfalls voll ins Bild. Sie sind absolut aus dem Leben gegriffen und jeder wird auf die ein oder andere Art schon mit ihnen Bekanntschaft gemacht haben. Herrlich!

Cover:
Das Cover wirkt, blutrünstig, verrückt. Das passt definitiv zur Geschichte, auch wenn es kein wirklicher Krimi ist.

Fazit:
Wanka kann unabhängig der Max Bücher gelesen werden, es ist ein in sich geschlossener Roman und er hat es echt in sich! Es ist wirklich alles dabei: die Trauer etwas hinter sich zu lassen, bedenken vor etwas neuem, die Kraft bei sich zu sein und dabei offen für etwas oder jemanden. „Wanka würde Wodka kaufen“ ist bis jetzt mein Highlight 2019 und verdient volle 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

Ich bedanke mich bei Juliane für das Rezensionsexemplar.

Herrschaft für ein Jahr: Die wahre Geschichte eines BDSM-Paares – Ven Rouven

Klappentext:
In einer kalten Fabrikhalle treffen sie zum ersten Mal aufeinander. Gemeinsam bereisen der Herr und seine Dienerin die wundersame BDSM-Welt, die voll von Erlebnissen und Überraschungen ist. Sie ahnen nicht, dass diese wohl intensivste und ungewöhnlichste Zeit ihres Lebens gerade einmal ein Jahr halten und sehr fatal enden wird.
Schonungslos offen wird die wahre Geschichte eines BDSM-Paares in Romanform erzählt. So entsteht eine einmalige Dokumentation über eine Welt, die geprägt ist von Dominanz, Gehorsam, Schmerz und Lust.
Aber aufgepasst: Diese andere Seite kann von solch einer Faszination sein, dass sie einen ein Leben lang nicht mehr loslässt.


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Herrschaft für ein Jahr
Autor: Ven Rouven
Verlag: blue panther books
Seiten: 416
ISBN: 978-3862773572
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Jeder von ihnen führt sein eigenes Leben, aber alle 14 Tage treffen sie sich und leben ihre Beziehung aus. Alles scheint auf ihre Art harmonisch, bis der Herr von seiner Dienerin enttäuscht wird …

Schreibstil:
Ven Rouven hätte sonst was zu Papier bringen können, ich hätte alles gelesen! Dieser Mann hat einen Schreibstil der seinesgleichen sucht!
Seine Art zu schreiben wurde auch von der Mutter seiner Dienerin angemerkt. Zitat aus dem 3. Kapitel […] aber eines muss man ihm lassen, schreiben kann der! […]

Charaktere:
Es handelt sich um eine wahre Geschichte, daher ist es ziemlich schwierig die Charaktere zu beschreiben.

Der Herr wirkt sehr sympathisch. Er ist immer darauf bedacht, dass es seiner Dienerin oder seinen Gespielinnen gut geht und es immer etwas besonderes ist mit ihm zusammen zu sein. Diese Fürsorge, trotz der teilweisen harten Führung, ist ein gekonnter Spagat, der ihm leicht zu fallen scheint. Über sein Privatleben erfährt man in diesem Buch nichts, aber das ist auch nicht der Sinn dieser Erzählung.

Die Dienerin wirkt von Beginn an fahrig. Sie scheint etwas zu wollen, was sie selbst noch nicht kennt bzw. definieren kann. Im laufe der Geschichte wird deutlich, dass sie auch für ihr Umfeld nicht richtig greifbar ist. Dennoch ist es wahnsinnig interessant zu lesen, wie sie sich in einem Jahr Beziehung verändert und wozu ein Mensch in einer außergewöhnlichen Bindung fähig ist.

Die anderen Charaktere sind eher Randfiguren, wirken auf ihre Art mehr oder weniger gefestigt, sind interessiert oder sehr speziell. Die Mischung, wie der Autor seine Figuren vorstellt, ist genial. Er achtet jeden Menschen und erklärt ohne Umschweife warum er sich mit ihnen trifft oder eben nicht ohne dabei schlecht von jemanden zu reden. Die Achtung vor dem Individuum, welche der Herr vor allen Lebewesen hat, wird deutlich.

Cover:
Das Cover passt hervorragend zu Geschichte.

Fazit:
Ein Schreibstil, der sofort an die Geschichte fesselt und ein Inhalt, den es sich zu lesen lohnt. Von mir gibt es volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung – auch für Leser, welche Biografien mögen ist dieses Buch ein interessantes must read!

Ich bedanke mich bei blue panther books für das Rezensionsexemplar.

Während du stirbst – Tammy Cohen

Klappentext:
„Sehr wahrscheinlich werde ich TOT sein, bevor Sie das hier zu Ende gelesen haben.“

Drei Dinge gibt es über Jessica Gold zu wissen: Sie ist neunundzwanzig Jahre alt, sie hat eine Knopfphobie, und sie wurde entführt. Von einem Fremden, der sie zwölf Tage lang in seiner Wohnung gefangen hält, sie mit perfiden Grausamkeiten quält, sie angekettet in einer Hundehütte am Fuß seines Bettes schlafen lässt. Und jeden Tag überreicht er seinem Opfer ein Geschenk – eines grausamer als das letzte –, bis Jessica am zwölften Tag sicher weiß: Der Mann wird sie töten. Doch Jessica hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt …


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Während du stirbst
Autor: Tammy Cohen
Verlag: blanvalet
Seiten: 416
ISBN: 978-3734102196
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Jessica Gold ist 29 als sie ihren bevorstehenden tot niederschreibt und den Leser an ihrem restlichen Leben teilhaben lässt. Zeitgleich wird die Ermittlung zu ihrer Entführung beschrieben. Werden es die Ermittler schaffen sie zu retten und den Fall aufzuklären?

Schreibstil:
Tammy Cohen hat es tatsächlich geschafft mich ab der ersten Seite in ihren Bann zu ziehen. Die Welt, die Charaktere, die Situation, einfach alles was sie erschafft wirkt real und am schlimmsten: Die Charaktere sind sympathisch! Der Ausdruck ist perfekt gewählt, die Details sind genau richtig verteilt und es scheint alles zu stimmen, es wirkt perfekt. Doch alles was Perfekt wirkt, ist es leider nicht. Am Ende schwächelt Cohen und ihre Details werden ihr zum Verhängnis. Viele Spuren werden außer Acht gelassen und teilweise bleibt nur ein großes Fragezeichen zurück. Dennoch bleibt der Psyochothriller bis zum Ende spannend.

Charaktere:
Die Charaktere wirken sympathisch – selbst die eigentlich bösen. Die perfekte Maskerade bröckelt nur im Unterbewusstsein des Lesers, denn niemand ist perfekt und das kommt nach und nach zum Vorschein. Auch kann niemand 24/7 Schauspielern. Daher sind die Charaktere sehr faszinierend entworfen.

Cover:
Das Cover wirkt, nach dem Lesen, noch eindrucksvoller als davor. Die Prägung erweckt eine schöne Haptik und gerade das hat fiese Nachwirkungen – Kopfkino garantiert!

Fazit:
Ursprünglich wollte ich dem Buch nur 4 Sterne geben, weil es teilweise ein paar Fehlerchen enthält, aber die Sache mit dem geprägten Cover hat mich so angefixt, dass ich auf 5 Sterne erhöhe – Bitte das Buch lesen zum verstehen 😉 Von mir gibt es eine Leseempfehlung an Psycho-Thriller-Fans und an Leser, welche es mögen, wenn das Buch noch nach dem Lesen „nachwirkt“ – das ist hier der Fall. Eine spannende Geschichte mit viel Kopfkino ist garantiert.