Emma – Jane Austen

Klappentext:
Emma Woodhouse, eigenwillig, selbstsicher, jung und sehr schön, gehört zu den großen Frauengestalten der Weltliteratur. Scheinbar nur um die andern bemüht, beschließt sie, etwas mehr Schwung in das Liebesleben ihrer Freunde zu bringen. Doch ihre Bemühungen schlagen fehl und führen zu den seltsamsten Verwicklungen. Erst am Ende gelingt die Wendung zum Guten und auch Emma findet ihr Glück in der Liebe.


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Titel: Emma
Autor: Jane Austen
Verlag: Anaconda
Seiten: 553
ISBN: 978-3866470415
Meine Bewertung:
3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Hauptsächlich geht es um Emma, der so langweilig ist, dass sie ihre Mitmenschen verkuppeln will. Natürlich nicht zu deren besten oder doch ?!

Schreibstil:
Die Übersetzung fand ich gut, zumindest lies sie sich gut lesen. Allerdings hat mir der „Witz“ von Austen gefehlt. Ob es nun an der Übersetzung oder an dem Roman lag, kann ich schlecht beurteilen. Fakt ist: Emma war bis jetzt der schwächste Roman den ich von Austen gelesen habe. Es passiert so gut wie gar nichts. Es werden keine Häuser, Grundstücke oder ähnliches beschrieben, nein es geht einfach nur um Emma und ihre hirnlosen Ideen.

Charaktere:
Emma, gleich in den ersten Sätzen wird sie als intelligent, schön und selbstsicher angepriesen. Nun ja, ich finde sie eher egoistisch und durch ihre langweile, die sie zu haben scheint, handelt sie unüberlegt – was für mich nicht unbedingt etwas mit Intelligenz zu tun hat, sie hatte ja Zeit zum Denken … Ich mochte sie nicht und konnte mich nicht in sie hineinversetzen.
Austen schrieb irgendwo, dass sie mit Emma eine Protagonisten ins Leben gerufen hat, die wohl keiner Leiden mag, außer Austen selbst – nun, dies ist ihr wohl gelungen.

Die anderen Charaktere waren teilweise zu überspitzt gezeichnet, auch hier hatte ich keinen, der mich wirklich überzeugen konnte.

Cover:
Das Cover gefällt mir gut, mich würde interessieren warum es gewählt wurde und ob es nicht zu freizügig erscheint.

Fazit:
Ein Roman, der nur in meinem Regal bleibt damit meine Sammlung vollständig ist. Gefallen hat er mir nicht sonderlich, da ich mit den Figuren nicht zurechtgekommen bin und die Handlung eher langweilig war. Von mir gibt es daher nur 3 Sterne und eine Leseempfehlung ausschließlich für Leser, welche an Klassikern interessiert sind.

Braun & Hammer: Narzissmus brutal – Heinz-Gerhard Witte & Holger Schmidt

Klappentext:
Die Psychologen Braun und Hammer sind vertraute Freunde und tauschen sich auch fachlich aus. Besonderer Redebedarf besteht, weil Patient Theodor Konrad Wolf, der an einer schweren und brutalen Form von Narzissmus leidet, Braun selbst in den Wahnsinn treibt. Die Therapeuten geraten an die Grenzen ihres psychologischen Auftrages, als klar wird, dass sich ein Verbrechen anbahnt und der Narzisst dabei einen teuflischen Plan ausheckt. Ein Buch voller Spannung und Charakter! Für Leser, die es lieben, tief in die Absurditäten der menschlichen Psyche einzutauchen…


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Titel: Braun & Hammer: Narzissmus brutal
Autor: Heinz-Gerhard Witte & Holger Schmidt
Verlag: Provoke Media
Seiten: 320
ISBN: 978-3981640939
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen 🙁 Der Klappentext hat sich vielversprechend angehört und ich dachte es geht um einen Narzissten. Irgendwie war dies auch so, aber nur zum Teil. Ich fange mal vorne an:

In diesem Buch geht es um 2 Psychologen (T. Braun und P. Hammer) und einen Patienten (T. K. Wolf). Die beiden Psychologen sind gut befreundet, treffen sich oft und tauschen sich aus. Der Leser erfährt also viel über das Privatleben der Therapeuten und auch über Behandlungen. Besonderes Augenmerk liegt, bei den Gesprächen der beiden Therapeuten, auf dem Patienten Wolf, der wegen seines ausgeprägten Narzissmus in Behandlung ist.

So weit so gut, allerdings verstehen die Autoren wohl etwas anderes unter Narzissmus als ich. Herr Witte, Dipl. Psychologe aus Osnabrück, hat sicherlich viel Erfahrung, aber wie sieht es mit dem Rest der Leserschaft aus? Ein Narzisst ist für mich ein Mensch, der sich selbst am meisten liebt, er kommt als arrogant und egoistisch rüber, bewundert sich selbst und hält alle anderen für minderwertig. Und genau so erschien mir Wolf zu Beginn des Buches, allerdings taten sich dann noch andere Krankheitssymptome auf, welche ich nicht mit dieser Störung in Verbindung bringen konnte. Wahrscheinlich kommt die Selbstliebe nie allein, aber das störte mich irgendwie. Ich habe keinen Bezug mehr zum Narzissten Wolf gefunden und auch die Gespräche der Psychologen waren mir irgendwie am Thema vorbei. Der Schreibstil ist gut, allerdings etwas trocken und teilweise zu fachlich, was ich auf den Beruf von Witte zurück führe. Auch hatte ich Schwierigkeiten mit der Berufsbezeichnung der Therapeuten, sind sie nun Psychologen, Psychotherapeuten oder psychologische Psychotherapeuten? Alles unterschiedliche Berufsbezeichnungen, welche allerdings unterschiedliche Arbeitsfelder aufzeigt – Schade!

Die Charaktere sind leider auch klischeebehaftet und wenig originell. Einzig der Einblick in eine Therapie und wie der Therapeut über seine Patienten denkt, bringen etwas Leben ins Geschehen.

Das Cover gefällt mir gut. Ein Therapeut und sein Klient, der nur sich selbst sieht und wahrnimmt. Leider passt es nicht zwingend zur Geschichte.

Fazit:
Ein Buch, welches Einblicke in die Welt der Therapie bringt. Ich habe mir etwas ganz anders unter Titel, Cover und Klappentext vorgestellt und wurde durch meine Erwartungshaltung enttäuscht. Trockener Stil, viele Klischees und teilweise vorhersehbar, von daher gebe ich nur 2 Sterne für „Narzissmus brutal“ – es hat mir einfach nicht gefallen.

Ich bedanke mich bei Provoke Media für das Rezensionsexemplar.

Das Schlimmste aber war der Judenstern – Helen Waldstein Wilkes

Klappentext:
Prag, 15. März 1939: Deutsche Truppen marschieren in die Tschechoslowakei ein, Hitler steht auf der Prager Burg. Am selben Tag, buchstäblich in letzter Sekunde, bekommen Helens Eltern Edmund und Gretl den entscheidenden Stempel in ihr Ausreisevisum gedrückt: `Genehmigt!´. Beginn einer Odyssee, die die junge jüdische Familie nach Kanada verschlägt. In Europa herrscht Krieg. In den Briefen aus der Heimat erfahren sie vom Schicksal ihrer Verwandten. Die Briefe werden weniger. Bald kommt keiner mehr. Helens Eltern beginnen zu schweigen. Jahre später entdeckt Helen Waldstein Wilkes die Briefe in einer zerschlissenen Pappschachtel. Verzweifelte Briefe. Sie liest, findet Fotos. Sie entdeckt eine verschwundene Welt. Und macht sich schließlich mit vielen Fragen und großer Hoffnung im Gepäck auf den Weg nach Europa.


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Titel: Das Schlimmste aber war der Judenstern
Autor: Helen Waldstein Wilkes
Verlag: Osburg Verlag
Seiten: 280
ISBN: 978-3955100438
Meine Bewertung: 5 Sterne – Leseempfehlung

Eine Rezension zu einer wahren Geschichte zu schreiben ist immer schwer. Noch schwerer ist es, wenn das Buch so gut war, dass einem die Worte fehlen. Und genauso geht es mir. Ich habe den Titel gelesen, habe mir das Cover angeschaut und wurde neugierig, auch der Klappentext versprach eine aufrührende Geschichte, dennoch hatte ich irgendwie Angst dieses Buch zu lesen. Ich bin immer sehr emotional und war mir nicht mehr sicher ob das Buch nicht „zu nah“ ist. Als ich es dann doch in den Händen hielt, war ich ziemlich nervös, was erwartet mich beim Lesen? Wie emotional schreibt die Autorin? was haben die Übersetzer aus der Geschichte gemacht? Und dann tauchte ich ein ….

In die Welt von Helen Waldstein Wilkes, wie sie im Alter von 60 Jahren einen Karton mit Briefen ihrer Familie öffnet und wie sie versucht ihre Familiengeschichte zu rekonstruieren. Sie nahm mich, mit ihren Schilderungen und den Briefauszügen, mit in ihr Leben, sie teilte sehr viel mit mir und ich sah ihre Familie vor meinem geistigen Auge auftauchen. Litt, weinte und fühlte mit ihnen. Durch die originalen Abschriften der Briefe war die Bindung so stark zu spüren, dass ich mich teilweise immer wieder distanzieren wollte, aber ich war so versessen auf Aufklärung, dass ich am Ball blieb. Wie muss es erst Helen Waldstein Wilkes ergangen sein?

Der Schreibstil ist sehr gut und passend. Es werden immer wieder Erfahrungen, Begegnungen und Briefe in chronologischer Reihenfolge niedergeschrieben. So wie die Autorin ihre Aufklärungsarbeit begonnen hat, so wird auch der Leser ins Geschehen integriert. Trotz der vielen Übersetzer, im Buch selbst sind 5 angegeben, bleibt die Geschichte authentisch und emotional – sogar sehr emotional – des Öfteren weinte ich und hatte Angst, aber auch Zuversicht mischte sich in meine Gedanken. Ich kann für mich sagen, dass dies eins der bewegendsten Bücher ist, welches ich je gelesen habe.

Hintergrundinfo:

Es gibt eine Lesereise zum Buch.
Helen Waldstein Wilkes spricht Deutsch und wird bei allen Veranstaltungen vom Verleger Wolf-Rüdiger Osburg begleitet.

Termine der Lesereise:

  • 28.08.2014: 18:00 Uhr: Deutsches Historisches Museum Berlin (öffentlich)
  • 01.09.2014: Lauenburgische Gelehrtenschule Ratzeburg
  • 02.09.2014, 09:30 Uhr: Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe Büchen
  • 02.09.2014, 20 Uhr: Pfarrei St. Answer Ratzeburg (öffentlich)
  • 03.09.2014: Anne-Frank-Schule Barkteheide
  • 03.09.2014: Synagoge Bad Segeberg (öffentlich)
  • 04.09.2014, 19 Uhr: Gesellschaft für Christich-Jüdische Zusammenarbeit Lübeck (öffentlich)
  • 05.09.2014: Waldorfschule in Ostholstein

 

Ich bedanke mich beim Osburg Verlag für das Rezensionsexemplar.

Der letzte Brief – Blum

Klappentext:
Die Kurzgeschichte »Der letzte Brief« handelt von einem Menschen, dessen Schicksal es ist, über seine gesamte Spezies richten zu können. 


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Titel: Der letzte Brief
Autor: Blum
Verlag: choose your art
Seiten: 29
ASIN: B0073WNQHM
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir
 sehr

Wieder eine einzigartige Novelle von Blum. Gleich im ersten Satz wird der Leser angesprochen. Es ist, als lese man einen Brief und nicht ein Buch über den letzten Brief. Diese Einbindung finde ich sehr schön und ich konnte mich gleich in den Brief fallen lassen.

Der Schreibstil gefällt mir. Dieser ist klar, deutlich und lässt sich flüssig lesen. Der Ausdruck ist gehoben, sodass es deutlich wird, dass sich ein gebildeter Mensch seine Sorgen von der Seele schreibt. Besonders beeindruckt hat mich diese Verzweiflung des Schreibers, ich konnte diese beim Lesen seines Briefes deutlich spüren und auch die ängstliche Faszination hinter seinem Schicksal.

Fazit:
Eine berührende und Faszinierende Novelle über eine Person, die eine besondere Gabe besitzt. Von mir gibt es für Idee und Ausführung 5 Sterne. Eine Leseempfehlung gebe ich an Leser, welche gerne in einer Geschichte angesprochen – somit hineingezogen – werden und das Besondere mögen.

Das Leben – Blum

Klappentext:
Die Kurzgeschichte ›Das Leben‹ handelt von einem Mann, dem fast alles genommen wird. Dennoch schafft er es nicht, sich des ihm einzig Verbliebenen zu entledigen.


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Titel: Das Leben
Autor: Blum
Verlag: choose your art
Seiten: 30
ASIN: B007BI1CCE
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir
 sehr

Dieses E-Book lag knappe 2 Jahre auf meinem Reader herum und genau heute, habe ich mich in „Das Leben“ gestürzt. Die Texte von Blum – jedenfalls die, die ich bis jetzt gelesen habe (Abriss, Der Böse Wolf, Vom Wunsch, alles richtig zu stellen) – sind immer sehr bewegend und tiefgründig. Ich finde, dass sie nur dann gelesen werden sollten, wenn es ruhig ist, sich zum Lesen Zeit genommen wird und man sich dann der Geschichte hingibt. Genau das habe ich gemacht und ich wurde in eine sehr bewegende Geschichte entführt.

Es geht um einen Mann, der viele Schicksalsschläge erleidet und wie er damit umgeht. Der Schreibstil ist ruhig, dennoch emotional und verständlich. Geschrieben wurde die Geschichte in der ich-Form, sodass es wahnsinnig echt und der Protagonist sofort greifbar erscheint.

Fazit:
Eine emotionale Kurzgeschichte, die ins Herz geht! Zu empfehlen für ruhige Lesezeiten. Von mir gibt es verdiente 5 Sterne für diese berührende Erzählung.