Leere Herzen – Juli Zeh

Klappentext:
Sie sind desillusioniert und pragmatisch. Sie haben den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie den modernen Selbstoptimierungswahn oder das kleinbürgerliche Gutmenschentum. Sie haben sich in der Welt erfolgreich eingerichtet – und sie haben keine Lust, deswegen Schuldgefühle zu haben. Zusammen mit dem Informatikgenie Babak Hamwi hat Britta Söldner eine kleine Firma aufgezogen, die beide reich gemacht hat. Hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume aber betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Als ihr Unternehmen unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald ist nicht nur Brittas Firma in Gefahr, sondern auch ihr Leben…


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Titel: Leere Herzen
Autor: Juli Zeh
Sprecher: Ulrike C. Tscharre
Verlag: Der Hörverlag
Länge: 449 Min.
ASIN: B076M8BKVL
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Leere Herzen haben viele. Viele wünschen sich daher den Tod, doch einfach so sterben ist für viele dann doch etwas Schlechtes. Daher haben Britta und Babak den Tod zum Geschäft gemacht. Sie haben eine Agentur gegründet, mit der Sie potenzielle Selbstmörder auf ihre Glaubenssätze testen und so sicherstellen können, ob sie sich wirklich sicher sind zu sterben…

Stil:
So viele Menschen, welche sterben wollen, weil sie es im Leben einfach nicht aushalten, sterben grundlos. Britta und Babak testen ihre Kandidaten und erwecken entweder neue Lebensgeister oder geben dem Tod einen Sinn. Dies ist wohl für die überlebenden eine geniale Therapieform und für die anderen – naja sie wären wohl eh irgendwie gestorben. Daher ist die Grundidee genial und krank zugleich. Gelesen wird das Buch von Ulrike Tscharre und die Stimme passt perfekt zur Stimmung und zur allgemeinen Situation. Gelesen hätte ich das Buch aber wohl eher nicht, es gibt zu viele Details, zu gestellte Dialoge und es ist irgendwie alles drüber, was auch das Zuhören teilweise erschwert.

Charaktere:
Es ist schwierig, die Figuren zu greifen, auch wenn viel über sie bekannt ist, bleibt doch etwas Dunkles an ihnen. Und genau das ist es, was nachher den Plot ausmacht.

Cover:
Das Cover wird erst verständlicher, wenn man die Geschichte kennt, ob es nun passt oder nicht müsste wohl jeder für sich entscheiden.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Plot mit heftiger Auflösung, welcher mich stellenweise gut unterhalten, partiell aber auch gelangweilt hat. Daher nur 3 Sterne und eine Lese-/Hörempfehlung an Leser:innen, welche gerne etwas Ungewöhnliches lesen/hören und bereit für neues sind.

Achtsam morden 01: Achtsam morden – Karsten Dusse

Reiheninfo:
Achtsam morden
Das Kind in mir will achtsam morden
Achtsam morden, am Ende der Welt
Achtsam morden, im Hier und Jetzt

Klappentext:
Björn Diemel wird von seiner Frau gezwungen, ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen, um seine Ehe ins Reine zu bringen, sich als guter Vater zu beweisen und die unausgeglichene Work-Life-Balance wieder herzustellen. Denn als erfolgreicher Anwalt hat Björn sehr wenig Zeit für seine Familie.

Der Kurs trägt Früchte und Björn kann das Gelernte sogar in seinen Job integrieren, allerdings anders als gedacht. Denn als sein Mandant, ein brutaler und mehr als schuldiger Mafiaboss, beginnt, ihm ernstliche Probleme zu bereiten, bringt er ihn einfach um – und zwar nach allen Regeln der Achtsamkeit.


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Titel: Achtsam morden
Autor: Karsten Dusse
Sprecher: Matthias Matschke
Verlag: Random House Audio
Länge: 554 Min.
ASIN: B07RVFY5K4
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Björn ist Anwalt und hat es nicht leicht im Leben. Seine Klienten fordern ihn und seine Ehe droht zu scheitern. Ein Achtsamkeit-Seminar soll es richten. Doch wie sich die Sache dann entwickelt, hätte wohl keiner gedacht …

Stil:
Ich hatte zuerst den zweiten Teil der Reihe gehört und wusste daher – in etwa – was mich hier erwartet. Trotzdem war es schön, die Geschichte vertieft und in seiner ganzen Pracht genießen zu dürfen. Gerade der Witz, der derbe Humor und die Härte der Wirklichkeit (Rechtssystem) sind im richtigen Verhältnis eingesetzt und machen auch dieses Hörbuch zu einem spannenden und amüsanten Hörerlebnis. Matthias Matschke liest gut, allerdings fand ich die Stimme von Karsten Dusse besser und freue mich auch, dass er Teil 3 selbst liest.

Charaktere:
Die Charaktere sind sympathisch und entwickeln sich mit ihren Aufgaben – selbst den Bösewichten kann man nicht wirklich etwas übel nehmen – sie nutzen einfach das Gesetz und schlagen sich so durch. Besonders angetan hat es mir Joschka Breitner, teilweise hatte ich seine Antworten schon vorher im Kopf und musste so lachen, als er dies dann tatsächlich sagte. Achtsamkeit: kann ich 😀

Cover:
Das Cover passt zur Reihe und wunderbar zur Geschichte.

Fazit:
Ein schöner erster Teil, der auch eigenständig gelesen / gehört werden kann. Mich hat die Geschichte gut unterhalten und daher gibt es 4 Sterne und eine Lese-/Hörempfehlung für Humor- und Krimifans.

Achtsam morden 02: Das Kind in mir will achtsam morden – Karsten Dusse

Reiheninfo:
Achtsam morden
Das Kind in mir will achtsam morden
Achtsam morden, am Ende der Welt
Achtsam morden, im Hier und Jetzt

Klappentext:
Björn Diemel ist zurück – und mordet ganzheitlicher als je zuvor.

Inzwischen müsste es Björn Diemel besser gehen. Er hat den stressigen Job gekündigt und sich selbstständig gemacht. Er verbringt mehr Zeit mit seiner Tochter und streitet sich kaum noch mit seiner Frau. Ach ja, und nebenbei führt er noch ganz entspannt zwei Mafia-Clans. Warum nur kann Björn das alles nicht genießen? Warum verliert er ständig die Beherrschung?

Hat er das Morden einfach satt? Nein, nein, so ist es nicht. Sein Therapeut Joschka Breitner bringt ihn endlich auf die richtige Spur: Es liegt an Björns Innerem Kind!


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Titel: Das Kind in mir will achtsam morden
Autor: Karsten Dusse
Sprecher: Karsten Dusse
Verlag: Random House Audio
Länge: 520 Min.
ASIN: B087M7CJNK
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Björn ist Anwalt, lebt in Trennung und ist allgemein unzufrieden. Sein Therapeut sagt ihm, es liege an seinem inneren Kind und das will achtsam morden. Wie das geht, findet Björn mit seinem Kumpel Sascha heraus und ganz nebenbei regeln die 2 Männer auch noch die Leitung eines Kindergartens, bei dem die Eltern mehr ökologisches Verhalten wünschen …

Stil:
Ich kenne den 1. Teil der Reihe „Achtsam Morden“ nicht und es hat mir auch nicht geschadet. Ich bin gut in die Geschichte hereingekommen und Karsten Dusse hat eine angenehme Stimme – die Achtsamkeit ist wirklich glaubhaft! Die Tipps von Joschka Breitner und die Therapiesitzungen sind auch ins eigene Leben zu übertragen und umsetzbar, sodass diese Geschichte auch noch einen positiven Nebeneffekt hat – die achtsame Arbeit mit dem inneren Kind. Die Handlung ist witzig, schaurig und spannend. Die Ausdrucksweise absolut passend.

Charaktere:
Alle sind auf ihre Art liebenswert, selbst die bösen Buben. Die Handlungen der Figuren sind logisch und werden gut erklärt, auch die Gedanken des inneren Kindes und der Umgang mit ihm sind niedlich und nachvollziehbar geschildert. Liebevoller Umgang mit allem und jedem und wer nicht spurt, der muss halt selbst ernten, was er gesät hat.

Cover:
Das Cover passt zur Reihe und spiegelt perfekt den Titel wider. Achtsames Blutvergießen.

Fazit:
Das Hörbuch konnte mich überzeugen. Es hat Freude bereitet Karsten Dusse zuzuhören und Björn auf seiner Reise zur Verbindung mit seinem inneren Kind zu begleiten. Die Charaktere sind sympathisch und die Handlung witzig bis derb. Daher 4 Sterne und eine Lese-/Hörempfehlung für alle, welche gerne lachen, aber trotzdem Krimis mögen.

Wistings Cold Cases 02: Wisting und der fensterlose Raum – Jørn Lier Horst

Reiheninfo:
Wisting und der Tag der Vermissten
Wisting und der fensterlose Raum
Wisting und der Atem der Angst
Wisting und der See des Vergessens

Klappentext:
William Wisting bekommt einen äußerst heiklen Auftrag: Im idyllischen Wochenendhaus eines an Herzinfarkt plötzlich verstorbenen Spitzenpolitikers wurden Umzugskisten mit achtzig Millionen Kronen gefunden. Die Kisten standen im innersten, fensterlosen Raum des Hauses. Stammt das Geld etwa aus einem Raubüberfall, der fast zwanzig Jahre zurückliegt? Unterstützung bekommt Wisting von Adrian Stiller, der sich gerade mit dem ungeklärten Verschwinden des möglichen Täters befasst. Doch wie gelangte das Geld in den Besitz des Politikers? Oder stammt es gar aus einer ganz anderen Quelle?


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Titel: Wisting und der fensterlose Raum
Autor: Jørn Lier Horst
Verlag: Piper
Seiten: 432
ISBN: 978-3492316729
Meine Bewertung: 4 Sterne

Inhalt:
Wisting erhält einen Spezialauftrag vom Generalstaatsanwalt: Ein Spitzenpolitiker stirbt und hinterlässt in seiner Strandhütte mehrere Kartons mit Geld. Woher stammt es und warum hat er 80 Millionen Kronen einfach so herumliegen?

Schreibstil:
Obwohl ich den ersten Teil der Reihe nicht kenne, bin ich sehr gut in die Geschichte reingekommen. Die Figuren und die Szenerie wurden gut beschrieben und wenn es Beziehungen aus dem 1. Teil gab, dann wurden diese sehr gut eingebunden und erläutert. Die Ausdrucksweise ist typisch nordisch, wortkarg, aber treffend. Jørn Lier Horst arbeitete vor seiner Karriere in leitender Stellung bei der norwegischen Kripo, dies merkt man und es ist sehr angenehm einen realitätsnahen Krimi zu lesen.

Charaktere:
Alle sehr sympathisch und nordisch verschlossen. Dennoch sind sie vielschichtig. Was mir nicht gefallen hat, war die Tatsache, dass die kleine Amalie mit ihren 2 Jahren viel vor dem iPad sitzt. Dies muss nicht sein und ist in dem Alter nicht förderlich.

Cover:
Das Cover wirkt langweilig. Hier hätte ich mir etwas mehr Nähe zur Geschichte gewünscht. Aber es passt zu den Covern der anderen Bände.

Fazit:
Ein guter Krimi, welcher  fast bis zur letzten Seite die Spannung halten konnte. Von mir gibt es 4 Sterne – einen ziehe ich aufgrund der iPad Nutzung für 2-jährige ab. Eine Leseempfehlung gibt es für Krimifans, welche die Nähe zur Polizeiarbeit schätzen.

Ich bedanke mich bei Piper für das Rezensionsexemplar.

LR01: Aus dem Leben einer Arbeitsbiene – Pete Snyder

Klappentext:
LR01 erzählt die Geschichte von drei mutigen Roboterbienen namens Leroy, Carla und Marv in einem vollautomatischen Bienenstock in ferner Zukunft. Als ob ihre Produktionsfehler ihnen nicht schon genug zu schaffen machen würden, müssen sie sich auch noch mit sinkenden Akkuladeständen, dem täglichen Programmablauf in der Bienenkolonie und der ständigen Überwachung durch die Securitybienen herumschlagen. Eines Tages wird Leroy durch eine unglaubliche Begegnung mit einer anderen, besonderen Biene aus seinem Rhythmus gebracht. Er beginnt die Welt, in der er lebt, zu hinterfragen und nichts ist mehr so, wie es war.


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Titel: LR01 – Aus dem Leben einer Arbeitsbiene
Autor: Pete Snyder
Verlag: Rediroma Verlag
Seiten: 332
ISBN: 978-3985272693
Meine Bewertung: 4 Sterne

Inhalt:
Leroy ist eine Arbeitsbiene mit Produktionsfehler, dieser erlaubt ihm sich etwas anders zu verhalten und auch abseits von seinem alltäglichen Programm zu denken und zu fühlen. Mit seinen „defekten“ Freunden Carla und Marv ist das Leben im Bienenstock allerdings erträglich. Bis Leroy eines Tages auf eine andere Biene trifft, die noch etwas anders ist als alles, was sie bisher kannten …

Schreibstil:
Pete Snyder schafft eine einzigartige Welt in einem künstlichen Bienenstück, welche sehr zum Nachdenken anregt. Bienen, die vollelektrisch funktionieren, die ihre Aufgabe haben und einfach das machen, was sie machen sollen. Doch hin und wieder tanzen Bienen aus der Reihe, sei es aufgrund von Produktionsfehlern oder weil der Programmcode nicht so stimmig ist. Fakt ist: Die Bienen entwickeln ein kleines Eigenleben. Sie denken, fühlen und sind neugierig. Dies ist auf eine Art sehr sympathisch, es werden Beziehungen aufgebaut, aber auch Abneigungen deutlich. Andererseits sind es Maschinen, welche mit schwachem Akku einfach entsorgt und durch neue Ersetzt werden. Und genau hier wird der Nerv getroffen: welche Beziehung haben wir als Leser zu Maschinen und wo führt uns die Reise hin?!

Charaktere:
Leroy hat mir sehr gut gefallen, es war zwischendurch sehr schwer im Kopf zu behalten, dass er eine Maschine ist.

Carla konnte ich zu Beginn gar nicht einschätzen, auch weil sie teils sehr gruselige Züge an sich hatte. Ist sie nun eine gute Biene oder meint sie es doch schlecht mit ihren Freunden, ich war sehr beruhigt, als die Sache sich aufklärte und ich endlich Gewissheit hatte.

Marv ist ein herrlicher Träumer – ich denke jeder kennt einen Marv 😉

Cover:
Das Cover gefällt mir nicht so ganz. Gerade weil es viel um Programmcode geht, wäre eine Typewriter-Font wie „Courier“ besser geeignet gewesen und ein bisschen mehr Farbe würde auch passen, schließlich geht es täglich um bunte Blumenwiesen und Nektar. Die kleine Roboterbiene ist aber so auch ganz niedlich.

Fazit:
Die Geschichte lässt sich gut lesen und ist für jung und alt spannend. Eine Mischung aus Biene Maja und Matrix, welche Freundschaft und Gefühle mit der modernen Wegwerfgesellschaft sowie Zukunftsvisionen mischt und zudem noch Einblicke in die Technik (bspw. Akkuleistung, künstliche Intelligenz) bietet. Mich hat LR01 berührt – gerade das Ende – und daher vergebe ich 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Menschem, welche sich gerne überraschen lassen und sich nicht auf ein Genre festlegen wollen. Denn eins ist sicher: Diese Geschichte passt so nirgends rein.

Ich bedanke mich bei Pete Snyder für das Rezensionsexemplar.