Vom Fluchttier zum Designerpferd: Wege und Irrwege in der Pferdezucht – Barbara Schulte

Klappentext:
Die deutsche Sportpferdezucht befindet sich im Prozess einer stetigen Veränderung und – so will man meinen – auch Verbesserung. Immer rittigere Pferde sind das Ziel, die sich auch von Amateuren problemlos korrekt reiten lassen und in der Lage sind, auf Turnieren gute Leistungen zu bringen. Doch die Realität ist eine andere, sagt Barbara Schulte. Sie beschreibt eine Entwicklung, die dazu führt, dass junge Pferde ihre zunächst spektakulären Bewegungen bald nicht mehr zeigen können, dass die Nutzungsdauer von Sportpferden stetig sinkt und sich Erkrankungen des Bewegungsapparates mehren. Ein Buch, das provoziert, polarisiert und zum Nachdenken anregt.


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Titel: Vom Fluchttier zum Designerpferd: Wege und Irrwege in der Pferdezucht
Autor: Barbara Schulte
Verlag: Müller Rüschlikon
Seiten: 160
ISBN: 978-3275018550
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Ich bin weder Züchter, noch möchte ich züchten. Aber ich habe auf Pferden reiten gelernt die komplett anders sind, als die heutigen Exemplare. Da stellt sich mir doch die Frage: Warum ist das so und was wird mit der heutigen Zucht bezweckt?

Dieses Buch beantwortet viele Fragen – angefangen mit der Zuchtgeschichte weit vor unserer Zeitrechnung; Zudem sind die Texte anschaulich bebildert und es gibt sogar Trainingstipps, wie mit den heutigen Pferden für eine Gesunderhaltung gearbeitet werden muss. Dieses Training (erarbeitet von Ulrike Paulus) ist, meiner Meinung und Kenntnis nach, das einzige Training, welches auf die veränderte Statik der Tiere eingeht und sie damit wieder rittiger und leistungsfähiger macht.

Fazit:
Ein Buch, welches jeder gelesen haben sollte der mit Pferden zu tun hat! Viele Fragen werden fundiert sowie sachlich beantwortet und es ist einfach nur erschreckend wie sich die Zucht entwickelt – ich denke da nur an den guten alten Schäferhund …


 

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr hier:

(Pferde machen Handstand – aufgrund der veränderten Statik)

 


Wissenswerte Links:

Alles rund um den Verein pro Equo: proequo-ev.de

Bewegungsapparat Pferd: Praxisbezogene Anatomie und Biomechanik – Michaela Wieland, Claudia Schebsdat, Jörne Rentsch

Klappentext:
Wer regelmäßig manuelle Techniken beim Pferd anwendet, hat sicher schon einige Zeit mit klassischen Anatomiebüchern verbracht. Dieser Titel geht einen Schritt weiter und beschreibt auf einzigartige Weise die funktionellen Bedeutungen und Zusammenhänge des Bewegungsapparates beim Pferd.

Jeder Muskel wird so beschrieben und gezeichnet, dass er förmlich greifbar wird. Anatomische Details, die Darstellung der Muskeln in Funktionsgruppen und Wissenswertes zu Gewebearten und Gelenken vervollständigen den Rundumblick und lassen Zusammenhänge klar werden. So macht Anatomie Spaß und Wissen bleibt im Kopf.


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Titel: Bewegungsapparat Pferd: Praxisbezogene Anatomie und Biomechanik
Autor: Michaela Wieland, Claudia Schebsdat, Jörne Rentsch
Verlag: Sonntag
Seiten: 216
ISBN: 978-3830494447
Meine Bewertung: 1 Sterne – gefällt mir gar nicht

Ich habe lange überlegt ob ich eine Rezension zu diesem Buch schreibe, hatte es dann verworfen und bin nun leider durch ein paar Bemerkungen wie „kennst du das Buch, es wurde mir empfohlen“ oder „das Buch soll echt gut sein, meinst du das lohnt sich zu kaufen“ oder „in dem Buch ist die Biomechanik total toll erklärt“ dazu gezwungen eine nicht so tolle Buchbewertung abzugeben, denn das Buch ist einfach mal fehlerhaft, zu teuer und schlecht bebildert!

Inhalt:
Teil 1 Grundlagen
– Gewebearten
– Bindegewebe
– Knochen
– Gelenke
– Bänder
– Muskeln
– Nervensystem

Teil 2 Funktionelle Anatomie
– Allgemeine Biomechanik
– Rumpfkonstruktion und Statik
– Schultergliedmaße
– Beckengliedmaße
– Kopf
– Wirbelsäule

Teil 3 Bewegung des Pferdes
– Biomechanik und Bewegungsablauf in den Grundgangarten des Reitpferdes

Meine Meinung:
Laut den Autorinnen ist dieses Buch, natürlich für alle Pferdeinteressierten, Richter, Reiter, Osteopathen und Physiotherapeuten gedacht. Ich sehe dies etwas anders, denn für die ersten drei genannten ist das Buch eindeutig zu Fachspezifisch und für die letzteren beiden zu fehlerbehaftet, ggf ist es eine nette Begleitung für die Ausbildung zum Pferdephysio /-osteo, mehr aber leider nicht! Natürlich schleichen sich in jedem Buch Fehler ein, dies ist leider schon zur Normalität geworden, aber bitte nicht bei einem Fachbuch bei dem 3 (!) ausgebildete Osteopathen am Werk waren, haben die sich das, was geschrieben wurde nicht mehr durchgelesen?

Bsp. Zitat S. 56: Bandscheiben (Disci intervertebrales) […] am C2/C3 und in der LWS zwischen Occiput und C1 zu finden […] – was möchte mir der Dichter damit sagen ?!

Dazu kommen noch Bilder, bei denen die Pferde fleißig im falschen Knick (höchster Punkt C3/C4) laufen, nicht in den Hanken gebeugt sind wie beschrieben und die Pferde mit unpassendem Equipment vorgestellt werden und Taktverschiebungen /-störungen zeigen. Was soll der geneigte Leser denn hier lernen, denn die Bilder sollen positive Beispiele sein! Bzw. was kann er glauben, wenn er es nicht besser weiß?!

Zudem wurden teilweise Bilder von anderen Fachbüchern des Thieme Verlag genutzt (Muskelphysiologie – Muskelfunktion und Versorgung), welche leider schon veraltet sind. Warum nutzt man nicht die neuesten Erkenntnisse und teilt diese gleich mit?

Fazit:
Das Buch wirkt wie: wir machen das mal schnell und fertig. Bei mir war dieses Buch ein Weihnachtsgeschenk und ging postwendend wieder zurück. Ich kann das Buch nicht empfehlen oder wenn dann nur in Kombination mit anderen Anatomiebüchern (als Bsp. ABC of the horse von Pauli Grönberg).

ABC of the Horse: Atlas – Pauli Grönberg

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch rezensieren soll und ob es überhaupt irgendjemand interessiert. Mittlerweile bin ich zu dem Schluß gekommen, dass dieses Buch eines der besten ist und für jeden Reiter, Richter, Pferdetherapeut eine Pflichtlektüre darstellen sollte!


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Titel: ABC of the Horse: Atlas
Autor: Pauli Grönberg
Verlag: PG Team OY
Seiten: 202
ISBN: 978-9526813028
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Detailgetreue Zeichnungen vom Skelett (einzelne Knochen sowie Gelenke), Bänder und Muskeln. Dazu finden sich allgemeine Erklärungen zu allen Bereichen und, was ganz wichtig ist: auch die Richtungsbezeichnungen (kranial, dorsal, ventral, medial, lateral, …) auch die Ursprünge und Ansätze der Muskulatur sowie die dazugehörige Muskelfunktion wird erläutert.

Meine Meinung:
Das Buch ist in Englisch und Latein verfasst, was es für den nicht englisch sprechenden Leser etwas schwierig machen könnte sich mit diesem Buch anzufreunden. Es gibt aber gute Übersetzungsprogramme, welche einem interessierten Leser durchaus weiterhelfen.

ABC of the horse Atlas ist, in meinen Augen, ein Buch für Reiter, Richter, Stallbetreiber und Pferdetherapeuthen. Denn es werden alle Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskeln beschrieben. Nur wer die Anatomie des Pferdes kennt, ist in der Lage das Pferd so zu trainieren, dass es den Reiter tragen kann. Wie oft sieht man im Stall oder auch auf großen Turnierplätzen schlecht bemuskelte Pferde?! Wer sich aber nicht mit der Anatomie beschäftigt, wird immer glauben, dass ein Pferd, so wie wir es oft sehen, super bemuskelt und toll trainiert ist – auch, wenn es einfach nur viel zu dick ist.

Auch für Reiter, welche gerne ihren Vorbildern nacheifern oder sich einen Trainer / Bereiter kommen lassen, ist dieses Buch ein muss. So entwickeln einige Pferde Fehlstellungen weil der Reiter gerne eine bestimmte Sache reitet und dem Pferd damit eine Muskulatur antrainiert, die eher schadet als hilft.

Oder aber ein Pferd verletzt sich oder wird durch einen Spielkameraden verletzt. Es entstehen Blutergüsse, Muskelanrisse oder ähnliches. Der Tierarzt kommt und dieser spart sich eine mühselige Übersetzung, beim Ultraschall erkennt man ggf ebenfalls etwas und kann sich noch besser mit dem Arzt über Trainingspläne austauschen um eine gezieltere Rehabilitation zu erreichen.

Aufbau:
Pauli Grönberg, selbst Pferdetherapeut, hat den ABC Atlas logisch und strukturiert aufgebaut. So beginnt er schon fast spielerisch mit einer Pferdezeichnung, welche er in alle Ebenen unterteilt hat (körpernah – medial, körperfern – lateral, etc.) diese Zeichnung macht den Einstieg in die Welt der Bezeichnungen leicht und alle anderen Zeichnungen von Muskel bis Knochen bauen darauf auf (als Beispiel wird die Vorhand des Pferdes von vorne abgebildet und im Buch findet man die „kraniale“ Ansicht). Grönberg setzt auf genaue Zeichnungen und ständige Wiederholung, was das Belohnungszentrum im Gehirn anspricht. So liest und lernt man gleichzeitig und freut sich, wenn man das gelernte gleich wieder nutzen kann. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber leider doch, denn Grönberg scheint kein gutes Dokumentensystem zu besitzen. So gibt es (in bis jetzt 5 erschienen Auflagen) immer wieder kleine Fehler. In einigen Auflagen wurden Fehler korrigiert, welche dann in der übernächsten wieder auftauchen. Es sei aber klar gesagt: die Fehler sind minimal und können getrost übergangen werden. Wer beim Autor persönlich bestellt – einfach mal googlen – zahlt auch weniger (im Moment 50,-) als bei allen gängigen Versandhäusern oder Buchläden.

Fazit:
Dieses Buch gehört einfach in jedes Bücherregal von Pferdeleuten. In vielen Fachbüchern um das korrekte Reiten wird ganz viel erzählt und gezeigt, aber kein einziger Autor geht auf die Grundsubstanz ein. Alle haben schon die perfekten Pferde, mehr oder weniger gut geritten, aber ein normal sterblicher zur heutigen Zeit wird es ohne korrektes anatomisches wissen niemals so weit bringen. Daher 5 Sterne für ein sehr detailgetreues Anatomiebuch für den kleinen Reiter bis hin zum Therapeuten.

Irrwege der modernen Dressur: Die Suche nach der klassischen Alternative – Philippe Karl

Klappentext:
Philippe Karl, einer der mutigsten Kritiker einer Dressurwelt, für die ein Pferd „Material“ ist und deren Ausbildungsmethoden einzig darauf abzielen, ein Pferd möglichst schnell in mit hohen Preisgeldern dotierten Prüfungen an den Start zu bringen, legt mit diesem Buch den Finger in die Wunde. Auf der Grundlage der psychischen, anatomischen und physiologischen Voraussetzungen des Pferdes analysiert der Autor die Grundsätze der modernen Dressur, wie sie in den Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) festgeschrieben sind. Mit Gegenüberstellungen von Auffassungen der größten Meister der Reitliteratur von La Guérinière bis Baucher gelingt es ihm, Dogmen und Irrwege aufzudecken und einen Lösungsweg aufzuzeigen, der hinausführt aus der Sackgasse, in der sich die auf Turnieren gezeigte Dressur heute befindet. Anschauliche Zeichnungen – von Philippe Karl selbst erstellt – und zahlreiche Fotos ergänzen das umfangreiche Werk.


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Titel: Irrwege der modernen Dressur
Autor: Philippe Karl
Verlag: CADMOS
Seiten: 160
ISBN: 978-3861274131
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
1. Schlüsselprobleme der Dressur
– Psychische Aspekte
– Natürliche Schiefe
– Gleichgewicht
– Gymnastizierung

2. Die Hand
– Der offizielle Einsatz der Hand
– Problematik des An-die-Hand-Stellens
– Alternative
– Arbeit auf Kandare
– Wendungen

3. Schenkel
– Vorwärtsbewegung
– Biegung
– Untertreten der Hinterbeine

4. Der Sitz
– Seitengänge
– Angoloppieren
– Kontergalopp
– Fliegender Galoppwechsel

5. Übergänge und Versammlung
– Übergänge
– Rückwärtsrichten
– Piaffe
– Passage

6. Ein System und seine Auswirkungen
– Die Ausbildungsskala
– Sport, Zucht und Geschäft
– Klassisch or nor klassisch?

7. Vorschlag einer „klassischen“ Alternative
– Die Schule der Légèreté
– Ausbildungsplan

* Die oben genannten Punkte sind nur die Hauptthemen im Buch, es gibt noch wesentlich mehr Unterthemen!

Meinung:
Das Buch ist sehr aufwändig, mit vielen Fotos und Illustrationen, gestaltet. Philippe Karl erklärt anschaulich warum er etwas macht und gleichzeitig das wie. Besonders interessant fand ich die Unterschiede von seiner Reitweise zu der der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Gerade bei der Gegenüberstellung der Reitweisen habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind. „Endlich ! „, dachte ich mir, versteht mich jemand und stimmt mir zu, dass bei dieser völlig konfusen Reitweise (der FN) etwas nicht stimmen kann! PK schildert das Reiten so, wie ich es aus dem Bauch raus immer machen wollte bzw. mache und bestätigt mich, dass vorne festhalten und hinten treiben kontraproduktiv ist. Was ich (bei PK) befremdlich finde, sind die sehr stark schäumenden Pferdemäuler und die Flexion, aber PK befasst sich auch mit dieser Thematik ausführlich und erklärt einleuchtend und sachlich sein Handeln.

Fazit:
Ein sehr informatives und sachliches Buch, welches ich jedem Reiter und nicht Reiter empfehle. Es muss keiner seine Reitweise wechseln, aber über das „auf dem Pferd sitzen“ sollte überdacht werden. Was man dann aus dem neugewonnen Wissen macht, bleibt ja dann jedem selbst überlassen. Auf ein pferdefreundliches Reiten und volle 5 Sterne!

Pferde suchen einen Freund: … denn Pferde brauchen Sicherheit – Mark Rashid

Klappentext:
In seinem neuen Buch erzählt Pferdetrainer Mark Rashid, wie ihn ein Sturz von seinem Pferd aus der Bahn wirft. Was läuft nach Jahren der Arbeit mit Pferden und Menschen plötzlich falsch? Warum fehlen ihm auf einmal die nötige Klarheit und Sicherheit? Mark Rashid besinnt sich der Lehren seines alten Pferdemannes und beginnt mit Aikido, der japanischen Kampfkunst. Er lernt, die Energie des Pferdes aufzunehmen, sie mit der eigenen verschmelzen und findet so zum inneren Gleichgewicht zurück.


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Titel: Pferde suchen einen Freund: … denn Pferde brauchen Sicherheit
Autor: Mark Rashid
Verlag: Kosmos
Seiten: 240
ISBN: 978-3440113257
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir
 sehr

Bei diesem Buch musste ich echt schlucken. Mark Rashid berichtet von seinen Stürzen und Verletzungen die er im Laufe der Jahre erlebte. Sein Körper baute dadurch immer mehr ab und er konnte nicht mehr, so wie er wollte. Sein Weg damit umzugehen war: Aikido. Natürlich nicht sofort, aber auf einem Lehrgang kam er mit Menschen in Kontakt, die diese japanische Kampfkunst ausführten. Kampfkunst und Reitkunst sind anscheinend nicht so weit entfernt und von daher wurde beides irgendwie zusammengetan und was dabei herauskam steht in dieser Lektüre.

Ich fand den Ansatz sehr gut, er kann Menschen mit körperlichen und seelischen Einschränkungen helfen wieder Kraft zu schöpfen und Tierhaltern einen neuen Ansatz zum Umgang mit ihrem Tier aufzeigen.

Auch Geschichten mit dem alten Mann sind wieder vorhanden und es zeigt sich wieder deutlich, dass er Mark mit seinen kurzen Anweisungen des Öfteren ratlos zurückließ. Dennoch ist es immer wieder wundervoll zu lesen was genau diese Art mit Mark gemacht hat.

Ein Buch, welches ich nur für Leser empfehle, welche die anderen Werke von Mark Rashid kennen und für Menschen, die körperliche und seelische Probleme haben – es gibt immer einen Weg 😀 Von mir gibt es 5 Sterne, weil ich durch die niedergeschriebenen Geschichten wieder viel über den menschlichen Geist gelernt habe.

Reihenfolge nach (Original) Erscheinungsdatum:

Der auf die Pferde hört
Ein gutes Pferd hat niemals die falsche Farbe
Denn Pferde lügen nicht
Der von den Pferden lernt
Dein Pferd – dein Partner
Pferde suchen einen Freund
Starke Pferde, treue Freunde