Ich bringe dich zum Schweigen – Sarah Nisi

Klappentext:
Dein Traum ist zum Greifen nah. Doch der Preis dafür ist hoch …
Die Beziehung der Stiefschwestern Phoebe und Charlie ist seit ihrer Kindheit durch Konkurrenzkampf geprägt. Ein Ereignis in der Schulzeit machte daraus offene Feindschaft. Umso überraschter sind beide, als sie jetzt, mit Ende 20, gemeinsam ein größeres finanzielles Erbe antreten sollen. Die einzige Bedingung: Sie müssen sich unterstützen – denn nur durch enge Zusammenarbeit kann ihnen der Durchbruch in der Theaterszene Londons gelingen. Was sich wie eine Aufforderung zur Versöhnung anhört, wird für Charlie und Phoebe zum Albtraum. Und das Ringen um eine erfolgreiche Inszenierung ein fatales Spiel um Leben und Tod.


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Titel: Ich bringe dich zum Schweigen
Autor: Sarah Nisi
Verlag: btb
Länge: 352 Seiten
ASIN: B0BMGBVPDB
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Charlie und Phoebe sind Stiefschwestern, sie hatten eine sehr feindliche Kindheit und auch die Zeit im Erwachsenenalter ist nicht einfach, daher beschließen beide (unabhängig voneinander) die andere zum Schweigen zu bringen, damit endlich Ruhe einkehrt ….

Meinung:
Sarah Nisi schreibt flüssig und so gut dosiert, dass das Kopfkino einfach anspringen muss. In unterschiedlichen Sichtweisen wird die Handlung von den Charakteren (jeder bekommt seine Kapitel), von Rückblenden und von Tagebucheinträgen beleuchtet und man ist tatsächlich gefordert, um alles miteinander zu verknüpfen. Natürlich fügt sich am Ende alles und das Ende ist schlüssig und raffiniert. Die Charaktere sind sehr lebendig und es ist tatsächlich schwer zu differenzieren, welche Stiefschwester es im Leben schwerer hatte und wem man was zutrauen würde. Andere Figuren sind gut integriert, bleiben nicht immer greifbar und sind doch präsent, wenn es sie benötigt, ohne dabei konstruiert zu wirken. Das wurde stark umgesetzt und wertet die Geschichte auf. Die Details, welche über die Schauplätze gestreut wurden, sind absolut ausreichend, regen die Fantasie an und erzeugen Spannung, ohne aufdringlich zu wirken.

Cover:
Das Cover passt ganz gut zum Schauplatz der Handlung, hätte aber noch ein paar kleine Details haben dürfen – bspw. einen ausgestopften Fuchs (wer das Buch kennt, wird es wissen).

Fazit:
Ein spannender Psychothriller mit vielen Facetten, der definitiv Spannung und Kopfkino erzeugt. Die Charaktere sind stark ausgearbeitet und lassen einen regelrecht mitfiebern. Von mir gibt es 4 Sterne, weil ich zwischendurch ein paar Stellen hatte, die mir zu langgezogen erschienen. Eine Leseempfehlung geht an alle, welche gerne gute Thriller lesen und eine verworrene Handlung mögen.

Escape Room: Nur drei Stunden – Chris McGeorge

Klappentext:
Ein verschlossenes Zimmer, eine Leiche, fünf Verdächtige und nur drei Stunden Zeit – ein tödliches Spiel beginnt!
Morgan Sheppard, der einst als »Kinder-Detektiv« Berühmtheit erlangte, wacht er in einem ihm unbekannten Hotelzimmer auf, zusammen mit fünf Fremden. Keiner von ihnen weiß, wie er hierher geraten ist. Die Tür ist verriegelt, und im Badezimmer liegt die Leiche von Simon Winter, Morgans langjährigem Psychiater. Über den Fernseher meldet sich ein maskierter Mann: Morgan hat drei Stunden Zeit, unter den Anwesenden Winters Mörder zu enttarnen. Gelingt es Morgan nicht, werden sie alle sterben.
Es beginnt ein Spiel der besonderen Art. Die Mitspieler: eine Kellnerin, ein Putzmann, eine Schauspielerin, ein Anwalt und eine Schülerin. Sie alle sind Verdächtige. Aus dem Zimmer gibt es kein Entkommen, und während die Uhr gnadenlos heruntertickt, greifen Panik und Misstrauen immer mehr um sich, bis die Situation eskaliert. Kann Morgan das tödliche Spiel gewinnen?


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Titel: Escape Room – Nur drei Stunden
Autor: Chris McGeorge
Verlag: Knaur
Länge: 401 Seiten
ASIN: B07BW9WBRB
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Morgan Sheppard wacht in einem Hotelzimmer auf, mit ihm sind 5 andere Personen im Zimmer und eine Leiche. Ein perfides Spiel beginnt, denn Morgan soll beweisen wie gut er in seinem Job als „Ermittler“ ist und bekommt 3 Stunden, um den Fall aufzuklären …

Meinung:
Die Handlung beginnt spannend. So wechseln sich Rückblenden und Gegenwart ab und man bekommt einen Einblick in die Geschehnisse und kann sich einen Teil zusammenreimen. Die Idee von Escape Room ist daher interessant und stellenweise gut umgesetzt. Allerdings SPOILER ANFANG ist es doch recht unlogisch, dass 5 Personen in einem Zimmer gefangen sind und einfach tatenlos zusehen, was Morgan macht. Sie kommen nicht auf die Idee im Zimmer nach Hinweisen zu suchen und sind damit absolut teilnahmslos – wer würde bitte so reagieren? Auch das Ende ist etwas bescheiden, denn Morgan scheint auf einmal die Zurückgelassenen (und schwer verletzten) Leute zu vergessen und kümmert sich erstmal um andere Sachen. Auch das Moran relativ schnell die Lösung findet, aber es einfach nicht für nötig befindet sich damit zu befassen ist mehr als dämlich. SPOILER ENDE Die Charaktere wirken alle stark konstruiert und es scheint nur darauf abzuzielen von der eigentlichen Sache abzulenken, so wurde die Handlung schnell langweilig.

Cover:
Das Cover ist gelungen, wirkt beklemmend und passt perfekt zum Inhalt.

Fazit:
Der Inhalt wirkt extrem konstruiert und auch die Charaktere sind Statisten. Einzig die Rückblenden haben Interesse geweckt, um weiterzulesen – was dann auch zu dünn war, um das Buch zu empfehlen und generell als gut zu bewerten. Daher vergebe ich nur 2 Sterne und gebe keine Leseempfehlung.

Mercy 02: Erweckt – Rebecca Lim

Reihenfolge:
Gefangen
Erweckt
Besessen
Befreit

Klappentext:
Mercy erwacht im Körper von Lela, die versucht, sich und ihre kranke Mutter mit einem Kellnerjob über Wasser zu halten. Aber warum gelingt es Mercy nicht, sich an ihr Leben als Carmen zu erinnern? Einer von Lelas Stammkunden scheint der Schlüssel zu ihrer Erinnerung zu sein. Wird Mercy es mit seiner Hilfe am Ende doch noch gelingen, zu ihrer großen Liebe Ryan zurückzukehren?


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Titel: Gefangen
Autor: Rebecca Lim
Verlag: Ravensburger
Länge: 256 Seiten
ISBN: ‎978-3473368297
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Nachdem Mercy im ersten Teil den Körper von Carmen verlassen hat, wacht sie nun in Lela auf. Auch das Leben von Lela ist nicht einfach und schnell wird klar: Mercy übernimmt wieder einen Lebensteil, um den Menschen dahinter (vor Qualen) zu beschützen…

Meinung:
Mercy wirkt in diesem Teil eher schwächlich. Sie kann ihre Kraft nicht nutzen (dies geht nur, wenn sie zornig und wütend ist) und in diesem Teil ist sie es nicht. Sie ist voll trauer (verständlich) und voll liebe. Und hier wird es unlogisch.

SPOILER ANFANG Mercy will zu Luc – warum erschließt sich immer noch nicht und wer Luc ist, bleibt auch immer noch geheim. Luc schafft es aber, dass Mercy sich an Ryan (aus Band 1) erinnert und die beiden haben so starke Gefühle zueinander, das nur noch Fragezeichen auftauchen. Im ersten Band waren sie befreundet, sie gingen durch dick und dünn und auf einmal ist es die große Liebe? Stellenweise spricht Mercy selbst davon, dass sie Ryan nur benutzt und dann wieder nicht. Ja was denn nun? SPOILER ENDE

Dieser Teil wirkt stark konstruiert und das Ende ist leider vorhersehbar. Natürlich gibt es auch hier wieder einen Cliffhanger – dafür aber mit mehr Informationen für Mercy. Sie wird sich also im dritten Band an mehr erinnern – hoffen wir es auch für uns 😉

Cover:
Das Cover passt zum ersten Band, wobei es wilder aussieht – was nicht wirklich zu Mercy (in diesem Band) passt.

Fazit:
Auch dieser Tel konnte mich noch nicht wirklich abholen. Er wirkt konstruiert, wirr und hat wenig Spannung. Dafür mehr Traurigkeit und Depressionspotenzial. Daher gibt es wieder nur 3 Sterne, man kann das Buch gut lesen, aber es hat einen nicht um. Eine Leseempfehlung spreche ich daher (wieder) nur eingeschränkt aus.

Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie – Sacha Batthyany

Klappentext:
Als der Journalist Sacha Batthyany zufällig erfährt, dass seine Großtante Margit in eines der schlimmsten Nazi-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges verwickelt war, ist er schockiert. Schnell merkt er, dass dem Schweigen über die Tat kaum beizukommen ist – die Familie hat sich arrangiert, es wird nach vorn geblickt und nicht zurück. Als er auf das Tagebuch seiner Großmutter stößt, verändert das seinen Blick auf die Familie und sich selbst radikal. Prägen vorangegangene Generationen die Art, wie wir leben? Sind wir doch alle Kriegsenkel?

Berührend und kenntnisreich berichtet Batthyany von dem unsichtbaren Band, das uns noch heute mit der Vergangenheit verbindet.


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Titel: Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie
Autor: Sacha Batthyany
Sprecher: Barnaby Metschurat, Dagmar Manzel, Corinna Kirchhoff
Verlag: DAV
Länge: 312 Minuten
ASIN: B01B88NSOC
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Im März 1945 werden 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter am Schloss Rechnitz ermordet. Daran beteiligt soll Margit von Batthyany gewesen sein. Als Sacha Batthyany (Großneffe von Margit) davon erfährt recherchiert er …

Meinung:
Das Hörbuch ist nur die gekürzte Fassung, es ist daher schwer zu beurteilen, was „wichtiges“ fehlt. Aber auch das Buch mit 256 Seiten ist nicht sonderlich dick. Meine Rezension bezieht sich allerdings nur auf das Hörbuch!

Gesprochen wird es von Barnaby Metschurat, welcher den Part von Sacha Batthyany übernimmt – er schafft es, die Verwirrung und auch den Drang der Aufklärung in seine Stimme zu legen. Ebenso die Verzweiflung, warum die Beziehung zwischen Vater und Sohn nicht funktioniert und die ständige Suche nach Antworten, sind deutlich herauszuhören. Corinna Kirchhoff übernimmt das Lesen der Tagebucheinträge von Margit Batthyany-Thyssen. Die Stimmfarbe wirkt nach jemanden, der mit der Beschreibung von Margit nicht zusammen passt. Es ist schwierig dies auszudrücken, wenn man nur die kurzen Beschreibungen von Sacha Batthyany hat und das was die Tagebucheinträge verraten. Corinna Kirchhoff klingt reflektierter, ruhiger – als die Person, welche sie verkörpern soll. Dagmar Menzel spricht (die Jüdin) Agnes, welche das Leben im KZ und als Zwangsarbeiterin schildert – ihre Stimme passt zur verlassenen und kämpferischen Person, welche so viele Schicksalsschläge erleiden musste. Die Kapitel sind gut aufgebaut und halten die Spannung aufrecht – was ist denn nun passiert? War Margit wirklich an allem beteiligt und wird es Agnes aus Auschwitz schaffen?  Es soll kein „Roman“ sein, sondern wachrütteln, aufklären und zur Selbstreflexion anregen. Würde ich es können, einen Juden verstecken? Sacha Batthyany stellt sich diese Frage und gibt sie auch weiter. Seine Antwort ist klar, die des Lesers auch? Wie hätten wir reagiert zu dieser Zeit und was für Gefühle nimmt man im Nachhinein noch mit? Margit verrät in ihren Tagebuchauszügen, was sie dachte und wie sie fühlte.

Dennoch ist mir das Buch zu „dünn“. Es ging mehr um die Beziehung von Sacha zu seinem Vater, zu den Problemen innerhalb einer Familie, welche schweigt. Es wäre auch informativ gewesen, dass die Toten aus Rechnitz nie gefunden wurden, dass die Ermittlungen eingestellt wurden und daher nicht weiter ermittelt wird. Aber eventuell steht das ja im Buch und wurde beim Hörbuch eingekürzt. Es ist aber wichtig und gehört ebenfalls zur Aufarbeitung. Daher ist der Stoff etwas einseitig gehalten.

Cover:
Das Cover ist zu nichtssagend, hier hätte man eventuell noch mit Bildern vom Schloss oder einem Familienfoto etwas aufwerten können.

Fazit:
Ein sehr gut gemachtes Hörbuch über ein aufrüttelndes Thema. Allerdings hätte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht. Daher gibt es nur 4 Sterne, allerdings mit einer absoluten Empfehlung, denn die Fragen, welche Sacha Batthyany stellt, sollte sich jeder selbst einmal stellen.

Vox – Christina Dalcher

Klappentext:
Ihr könnt uns die Wörter nehmen, aber zum Schweigen bringt ihr uns nicht! Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als einhundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr. Schon bald jedoch kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmutes, ihrer Träume beraubt. Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurückerkämpfen und erhält eine Gelegenheit…

Ich habe „VOX“ als Warnung geschrieben, als Warnruf gegen eine Politik der Geschlechtertrennung, aber auch, um zu zeigen, wie sehr unsere Persönlichkeit und Menschlichkeit von unserer Sprache abhängt. Ich habe mir selbst die schreckliche Frage gestellt: „Was wäre, uns würde dieses Vermögen genommen?“
— Christina Dalcher


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Titel: Vox
Autor: Christina Dalcher
Sprecher: Andrea Sawatzki
Verlag: Argon
Länge: 587 Minuten
ASIN: B07F8R26Z4
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Die Regierung hat genug von Frauen, die ihre Männer nicht mehr als gottgleich anerkennen. Sie möchte ein Leben wie in den 50er Jahren: Nur 2 Geschlechter und klare Rollenbilder. Dafür müssen die Frauen wieder lernen zu schweigen und wer sich widersetzt kommt in ein Umerziehungslager …

Meinung:
Die Idee zur Geschichte ist gruselig. Glaubensgemeinschaften und Männer, welche sich nicht mehr verehrt fühlen, weil der Mann nicht mehr als Schöpfer wahrgenommen wird, tun sich zusammen und krempeln die Welt um. Daher bestimmt die Regierung einen harten Kurs und verbietet den Frauen zu arbeiten und zu sprechen. Es werden viele Parallelen zu heute deutlich, gerade was die Geschlechterrollen angeht und auch der Hass auf Andersartigkeit bspw. queere Persönlichkeiten. Andrea Sawatzki liest absolut emotional und die Veränderungen sind grausam und unwürdig. Diese Geschichte hätte spannend und glaubhaft weitergehen können, wenn die Autorin nicht auch noch eine Liebesgeschichte mit Schwangerschaft eingebunden hätte. Denn ab diesem Teil wird einfach alles so kompliziert und unglaubwürdig, dass die Handlung einfach keinen Sinn mehr ergibt und die Geschichte wirklich nervt. Es kommen immer mehr Details an Licht, was in der Welt vor sich geht, wie sich die Figuren verhalten könnten und was sie aus ihren Chancen machen. Auch eine Widerstandsbewegung hat sich natürlich gebildet – aber clever ist die nicht … Christina Dalcher wollte wohl zu viel und am Ende hat sie selbst nicht mehr durchgesehen, sodass das große Finale zwar kam, aber viel zu kurz und Ende. Also stark angefangen und noch stärker nachgelassen, was sehr schade ist, denn das Thema hat definitiv Potenzial.

Cover:
Das Cover zeigt worum es geht, die Frau darf nicht sprechen und hat sonst auch nichts.

Fazit:
Ein interessanter Einstieg in eine Welt, in der Frauen nichts mehr dürfen und auch zu Hause nichts mehr haben, außer den Haushalt. Allerdings kommen dann zu viele Klischees und Möglichkeiten hinzu, sodass sich die Autorin verliert und die Handlung abstrus wird. Daher nur 3 Sterne – allerdings mit Leseempfehlung, weil die Idee gut ist.