Happy New Year: Zwei Familien, ein Albtraum – Malin Stehn

Klappentext:
Silvester. Du dachtest, alles wird wie immer. Alte Freunde, viel Sekt, ein bisschen Hoffnung. Doch dann folgt der absolute Albtraum: Eine der Töchter verschwindet. Die Panik steigt. Die Beziehungen eskalieren. Wer lügt hier und warum?

Dichter Nebel liegt über der Stadt: Die 17-jährige Jennifer verschwindet von einer Party. Am anderen Ende des Orts stößt ihre Mutter Lollo mit ihren alten Freundinnen Nina und Malena auf das neue Jahr an. Sie haben nicht mehr viel gemeinsam, aber die Silvesterfeier der Familien hat Tradition. Als die Eltern nach einem Abend mit zu viel Alkohol und zu wenig Ehrlichkeit aufwachen, ist der Albtraum Realität. Pure Panik folgt. Dunkle Geheimnisse kommen an die Oberfläche. Wie gut kennen wir unsere Freunde und unsere Liebsten? Und was ist wirklich in dieser Silvesternacht passiert?


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Titel:
Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum: Silvester mit Freunden? Überleg es dir gut …
Autor: Malin Stehn
Verlag: Fischer
Seiten: 464 Seiten
ASIN: B0B8QS9ZBK
Meine Bewertung: 4 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Eine Sylvesterparty unter alten Bekannten und am Ende ist nichts mehr so, wie es einmal war …

Meinung:
Malin Stehn beschäftigt sich viel mit der Zwischenmenschlichkeit. Fast jeder Charakter bekommt sein eigenes Kapitel und so kann direkt in die Gedanken der Protagonisten geschaut werden. Schnell wird klar, dass sich die Freunde aus den Augen verloren haben und sie nur noch zusammen feiern, weil es eine Gewohnheit ist und weil sie sich schon über Jahrzehnte kennen. Es ist wie aus dem Leben, nicht jeder Kontakt wird abgebrochen – auch wenn man kaum noch Gemeinsamkeiten hat, der Kontakt wird einfach nur reduziert. Wobei man sich schon fragen muss, ob einem auch der wenige Kontakt nicht schon zu viel ist. Aber genau dies wird in den ersten Kapiteln schon deutlich. Dennoch ist die, nach außen scheinende, Fassade so stark abweichend von den Gedanken, dass sich die Frage auftut, warum man sich den Kontakt überhaupt noch gibt. Neid, Missgunst und Abneigung haben auch in einer Bekanntschaft nichts zu suchen!

Der Einstieg ins Buch ist leicht, die Charaktere stellen sich selbst (Eigenwahrnehmung) und durch die anderen (Fremdwahrnehmung) vor und die Abweichungen sind schon heftig. Allerdings fehlt es dennoch an Tiefe der Charaktere, denn eine subjektive Eigenmeinung kommt so nicht wirklich zustande, dafür fehlt es den Personen an Tiefe. Gerade Fredrick wirkt nicht authentisch und seine Verzweiflung wirkt künstlich. Immer wieder in seinen Teilen von seinen Gedanken zu lesen ist anstrengend. Das Ende kommt mir dann zu schnell und zu einfach, hier hätte ich ebenfalls mehr Tiefe erwartet.

Cover:
Das Cover ist wundervoll! Auch, weil das Bild im Buch eine Rolle spielt. Ansonsten passen die Farben sehr gut zusammen.

Fazit:
Ein Thriller, der die menschliche Psyche analysiert und auch das Zwischenmenschliche im Fokus hat. Mir hat die Geschichte gut gefallen, nur Fredrick und das Ende hätte ich gerne etwas differenzierter erlebt. Daher nur 4 Sterne und eine Leseempfehlung geht an Fans von Krimis, Thrillern, Hobbypsychologen sowie an Leser:innen, welche gerne Geschichten von nordischen Autoren lesen.

Ich bedanke mich beim Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar.

True Crime: Der Abgrund in dir – Romy Hausmann

Klappentext:
Mit den hier versammelten Fallerzählungen führt Romy Hausmann den Beweis, dass kein Thrillerautor auch nur annähernd so bizarre Verbrechen schreiben kann wie das Leben. In einfühlsamen Gesprächen mit Angehörigen und Opfern, Tätern und Ermittlern, mit renommierten Richtern, Forensikern, Medizinern und Traumaexperten spürt sie den Fragen hinter dem Offensichtlichen nach. Die Ergebnisse dieser Gespräche verdichtet sie zu einer sehr persönlichen Tagebucherzählung über die Macht der Gefühle von Opfern und Hinterbliebenen, zerstörte Leben und den Versuch, einen Abschluss zu finden.


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Titel:
True Crime – Der Abgrund in dir: Was den Menschen zum Mörder macht
Autor: Romy Hausmann
Sprecher: Romy Hausmann, Heike Warmuth, Oliver Kube
Verlag: HörbucHHamburg
Länge: 598 Minuten
ASIN: B0BBG3XB89
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Romy Hausmann schildert wahre Kriminalfälle und schreibt zudem noch biografisch, wie sie sich während der Recherche fühlte, wie sie Kontakt mit Angehörigen aufnahm und lässt auch noch interessante Interviews einfließen.

Stil:
Die Aufmachung des Hörbuches ist genial! Romy Hausmann liest ihre eigenen Aufzeichnungen selbst vor, schildert ihre Empfindungen und dies sehr emotional. Heike Warmuth und Oliver Kube sprechen die Fälle und Interviewpartner ein, was das ganze Werk unwahrscheinlich lebendig macht. Die Fälle, welche sich die Autorin herausgesucht hat, gehen wahrlich unter die Haut und, wie sie selbst beschreibt, würde kein Agent diese „Schlamperei“ oder auch „Ungereimtheiten“ in einem Thriller zulassen, so absurd sind teilweise echt Fälle. Die Aufarbeitung und Ausgestaltung ist sachlich, distanziert und pietätvoll – es wirkt sehr professionell und ist damit noch greifbarer.

Cover:
Das Cover spricht mich nicht sonderlich an. Ich dachte beim Stöbern durch die Hörbuchauswahl eher an einen neuen Vampirroman, als an wahre Kriminalgeschichten. Ggf. hätte man da noch etwas herausholen können.

Fazit:
Ein absolut emotionales und tief wirkendes (Audio)Buch über wahre Kriminalfälle, welche so unglaublich wirken, dass sie kaum echt sein können. Gut vorgetragen und sauber ausgearbeitet. Daher volle 5 Sterne und eine Leseempfehlung, für alle, die sich für (echte) Kriminalfälle interessieren.

Der Pfau – Isabel Bogdan

Klappentext:
Ein charmant-heruntergekommener Landsitz in den schottischen Highlands, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, Lord und Lady McIntosh, die das alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – und am Ende weiß keiner, was eigentlich passiert ist.

Isabel Bogdan erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von einem Wochenende, das ganz anders verläuft als geplant: Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung wollen in der ländlichen Abgeschiedenheit ihre Zusammenarbeit verbessern, werden aber durch das spartanische Ambiente und einen verrückt gewordenen Pfau aus dem Konzept gebracht. Lord McIntosh stoppt den Problem-Pfau auf rustikale Weise – und das führt zu urkomischen Verwicklungen.


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Titel: Der Pfau
Autor: Isabel Bogdan
Sprecher: Christoph Maria Herbst
Verlag: argon Verlag
Länge: 316 Minuten
ASIN: B01BU3LXAG
Meine Bewertung:

Inhalt:
Ein altes Herrenhaus, welches zwingend saniert werden muss. Wer würde da nicht auf die Idee kommen und dies teilweise vermieten? So ganz ohne Luxus, ist es bestens geeignet, um sich ganz auf sich oder eben ein Team zu konzentrieren. Und so kommt es, dass Liz mit ihrer Abteilung ihr Teambuildingseminar im schottischen Landsitz abhält und der Pfau der Vermieter ihnen zusätzlichen Ärger beschert ….

Stil:
Christoph Maria Herbst liest so genial! Das Buch ist so verfasst, dass die Gedanken der Charaktere abwechselnd erzählt werden. Unterhaltungen finden eher indirekt statt und so ist es, als würde Christoph Maria Herbst alles live erzählen. Dies weckt eine gewisse Erwartungshaltung beim Zuhören und gibt ein zusätzliches Spannungsgefühl. Die Geschichte an sich ist turbulent, schräg, mit britischem Humor (schwarz) und Tiefgang – so werden auch viele zwischenmenschliche Probleme betrachtet.

Charaktere:
Dadurch, dass die Gedanken der Figuren so offen kommuniziert werden, wird man schnell gelenkt und kann sich nicht wirklich für oder gegen eine Person aussprechen. Am besten hat mir der Pfau gefallen, der hatte keine offenkundigen Gedanken und nur eins im Sinn: die blaue Konkurrenz. Das machte ihn einzigartig und zu einer Figur, welche nicht zu durchschauen war. Die anderen entwickelten sich aber mit ihrem Aufenthalt im Landsitz und es war interessant, wie sie mit ihren Aufgaben gewachsen sind und sich auch ihr Denkmuster veränderte.

Cover:
Das Cover passt absolut zur Geschichte und ist liebevoll gestaltet.

Fazit:
Eine Geschichte über Menschen und ihre Bedürfnisse. Wie sie sich geben, was ihnen wichtig ist und was man bereit ist zu tun. Mich hat das Hörbuch gut unterhalten, daher vergebe ich 5 Sterne und spreche eine Hörempfehlung an alle aus, welche seichte Geschichten mit schwarzem Humor mögen.

Panic: Wer Angst hat, ist raus – Lauren Oliver

Klappentext:
Panic verändert alle(s). Heather hatte nie vor, an dem verbotenen Spiel für Schulabgänger teilzunehmen. Denn der Gewinn ist zwar hoch, aber der Einsatz auch, und sie ist keine Kämpferin. Doch schnell wird ihr klar, dass es nur den richtigen Grund braucht, um dabei sein zu wollen. Und dass Mut auch eine Frage von Notwendigkeit ist. Dodge war sich immer sicher, dass er bei Panic mitmachen würde. Er hat keine Angst, denn es gibt ein Geheimnis, das ihn durchs Spiel pushen wird. Aber um zu gewinnen, muss man seine Gegner kennen…


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Titel: Panic: Wer Angst hat, ist raus
Autor: Lauren Oliver
Sprecher: Julia Nachtmann
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH
Länge: 363 Minuten
ASIN: B00OZN5RRE
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
PANIC – ein Spiel, was fast alle Schulabgänger nach ihrem Abschluss spielen. Sie bekommen einen Haufen Geld, wenn sie gewinnen. Im schlimmsten Fall droht der Tod.

Stil:
Julia Nachtmann hat eine sehr langsame und emotionslose Stimme. Das ist für ein actionreiches Jugendbuch nicht so schön. Um etwas Schwung in die Lesung zu bringen, habe ich das Hörbuch schneller abgespielt, was dann auch okay war.

Die Handlung an sich ist absolut konfus. Die Jugendlichen nehmen an einem gefährlichen Spiel teil, nur um Geld zu bekommen. Woher kommt das Geld, wenn alle an der Armutsgrenze leben? Wer bestimmt die Spielmacher? PANIC ist verboten und man darf sich nicht erwischen lassen. Es findet aber jedes Jahr in den Sommerferien statt – warum unternimmt dann keiner was?! Warum nimmt man FREIWILLIG an einem Spiel teil, was einen töten bzw. schwer verletzten könnte (bestes Beispiel ist eine Teilnehmerin, welche seit ihrer Teilnahme querschnittsgelähmt ist)? Und was ist die Message hinter dem Buch? Lieber ich sterbe, als so weiterzuleben? Super für ein Jugendbuch *AugenRoll

Die Szenerie ist dunkel gehalten. Alle leben in armen Verhältnissen, mit Drogen und Krankheiten und können „nichts“. Aber die Schule haben sie anscheinend schon geschafft, warum dann nicht wegziehen und ein vernünftiges Leben anfangen?!

Charaktere:
Heather und Dodge sind die beiden Hauptprotagonisten, welche sich auch in den Erzählsträngen abwechseln. Beide nehmen an PANIC teil und haben unterschiedliche Motivationen, welche nicht ganz nachvollziehbar sind. Sie wirken beide nicht gefestigt und handeln nicht ihrem Alter entsprechend.

Mit den anderen Charakteren bin ich auch nicht warm geworden. Sie wirken alle konstruiert, falsch und irre. Auch, dass einige andere durch Intrigen und Zickereien in den Tod treiben oder anders zur Strecke bringen, spricht nicht für sie.

Cover:
Das Cover passt zur Geschichte. Wenn einer springt, springen alle.

Fazit:
Ein Buch ohne Mehrwert! Gerade in der heutigen Zeit sollte die Jugend sensibilisiert werden. Allgemeine Rücksichtname, Respekt und Höflichkeit fehlt. Dieses Buch fördert den Hass auf andere, fördert Intrigen und zeigt, dass andere Menschen Ballast für das eigene Vorankommen sind. Ich vergebe aus diesen Gründen nur zwei Sterne und spreche keine Empfehlung für dieses Buch aus.

Die Chroniken von Peter Pan: Albtraum im Nimmerland – Christina Henry

Klappentext:
Du glaubst, meine Geschichte zu kennen. Aber sie entspricht nicht der Wahrheit. Denn Peter Pan lügt. Peter wird euch erzählen, dass ich der Bösewicht bin, dass ich ihm Unrecht getan habe, dass ich niemals sein Freund war. Aber wie ich schon sagte, Peter lügt. Dies ist, was wirklich geschehen ist: Ich bin Peter Pan auf seine Insel gefolgt, weil er mir ewige Kindheit und unendlichen Spaß versprochen hat. Ich war sein erster und bester Freund auf der ganzen Welt und seine rechte Hand. Aber Peters Verständnis von Spaß ist so gefährlich wie ein Piratensäbel, und als ich das erkannte, wurde Nimmerland für mich zum Albtraum.


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Titel: Die Chroniken von Peter Pan: Albtraum im Nimmerland
Autor: Christina Henry
Sprecher: Tim Schwarzmaier
Verlag: Random House
Länge: 547 Minuten
ASIN: B0968RZ9XP
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Die Geschichte von Peter Pan und seinem Nimmerland kennt jeder, doch was, wenn es sich ganz anders zugetragen hat, und Peter nicht der liebe Junge ist …

Stil:
Tim Schwarzmaier liest genial! Er gibt Jamie so viel Leben und Emotionen, dass ein Eintauchen in die Geschichte umgehend gelingt. Dennoch ist die Handlung alles andere als erwartet und eher traurig, gruselig und erschütternd. Die Sprache ist sehr lebhaft und die Ausdrucksweise wechselt zwischen kindlich naiv, bis erwachsen. Schön ist die Verbindung zwischen der originalen Geschichte von 1902 (von James Matthew Barrie) und der Disneygeschichte 1953.

Charaktere:
Peter ist absolut unsympathisch. Also so, wie er mir schon immer vorkam, nur kann ich es jetzt greifen. Weil „Albtraum Nimmerland“ ein absolut perfektes Prequel zu Peter Pan darstellt.

Jamie ist ein Opfer und gefangen in seinem Hass. Eine tragische Geschichte hat ihn so werden lassen, aber wäre eine Art Vergebung nicht irgendwann besser?

Die anderen Figuren erfüllen ihren Zweck, alle sind irgendwie gefangen in ihren Rollen und entwickeln sich nicht weiter. Es passt zur Geschichte, aber es ist irgendwie traurig, dass sie sich ihrer Situation so hingeben. Kämpfen ist kein Weg.

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Der Junge, der Piraten-Haken und beides ist untrennbar miteinander verwoben.

Fazit:
Eine sehr gute und vor allem tragische Umsetzung dieser Geschichte, um Peter Pan. Besonders gefallen hat mir die Stimme von Tim Schwarzmaier und seine Emotionen. Obwohl mich die Geschichte etwas traurig zurücklässt, ich hätte mir ein Happy End für Jamie gewünscht, vergebe ich 5 Sterne. Eine Lese/Hörempfehlung gebe ich an Liebhaber von Schauergeschichten und Fans von Peter Pan, um die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu können. Es ist definitiv nichts für Kinder!