Der König von Berlin – Horst Evers

Klappentext:
Der junge, ehrgeizige Kommissar Lanner wird tatsächlich aus Cloppenburg nach Berlin versetzt. Allerdings erwarten ihn dort Kollegen, die ihn als Dorfsheriff schikanieren, und eine Bevölkerung ohne den geringsten Respekt. Dazu die vergrabene Leiche eines Miethais im Hinterhof, der mysteriöse Tod vom Chef der größten Schädlingsbekämpfungsfirma, und kurz darauf wird Berlin auch noch von einer gewaltigen Rattenplage bedroht. Als Aushilfskammerjäger getarnt macht sich Lanner an die Enträtselung der mysteriösen Fälle und taucht bald viel tiefer in den Organismus der Stadt ein, als er sich das eigentlich gewünscht hatte.


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Titel: Der König von Berlin
Autor: Horst Evers
Sprecher: Horst Evers
Verlag: argon Verlag
Länge: 384 Seiten / 7 Std. 15 Min. (ungekürzt)
ISBN: 978-3839812105
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Eine Leiche wird gefunden, aber keine gewöhnliche, es handelt sich um eine Ratte. Die Kammerjäger Toni und Georg wissen: Wo eine Leiche liegt, da gibt es mehrere! Sie finden den Bau der Ratten und darin eine Leiche, diesmal menschlicher Natur. Als dann auch noch der verhasste Schulfreund von Georg, Hauptkommissar Lanner, die Ermittlungen aufnimmt entdecken sie unvorstellbares im Herzen von Berlin …

Stil:
Ich mag Horst Evers und seine Art Dinge, die trocken sind, absolut witzig zu beschreiben und vorzutragen. Normalerweise sind es kleine Kurzgeschichten, die Evers seinen Zuhörern eröffnet, aber mit diesem Kriminalroman hat er gezeigt, dass viel mehr in ihm steckt. Die Geschichte ist logisch, witzig und macht einfach nur Spaß. Durch die, doch sehr wandelbare Stimme war jede Sekunde des zuhörens ein Genuss.

Charaktere:
Ich bin ganz großer Fan von Toni. Der polnische Kammerjäger, kann ganz gut Deutsch, hat aber festgestellt, dass er mit „ist gut – ist nicht gut – ist egal“ viel weiter kommt und genau diese Einfachheit macht ihn zu meinem Liebling 😀

Georg, der kleine vertrottelte, entpuppt sich doch als sehr liebenswürdig und passt hervorragend in seine Rolle.

Hauptkommissar Lanner, ein nordischer Typ, der es echt schwer hat mit den Berlinern. Ich musste immer wieder lachen, wie Lanner uns Berliner empfand und seine Gedanken dazu waren so toll, dass man ihn lieb haben muss.

Cover:
Das Cover passt, da die Berliner U-Bahn eine Rolle in der Geschichte spielt, was nun das Federvieh auf der Bahnsteigkante verloren hat, dass weiß ich nun nicht.

Fazit:
Ein absolutes must read / hear für alle,die Humor lieben. Dieser Kriminalroman ist leicht, kommt ohne Blut aus und ist sogar für Kinder geeignet. Eine wundervolle Geschichte, die gerade für Berliner ein ganz besonderer Genuss ist. Auch nicht Berliner können der Geschichte ohne Probleme folgen – und lernen das mürrische Volk somit gleich ganz gut kennen.

Schoßgebete – Charlotte Roche

Klappentext:
Am liebsten tagsüber und Fenster zu wegen der Nachbarn. So mag es Elizabeth. Ihr Mann macht die Heizdecken auf dem Bett an, dann kann’s losgehen. Sie fährt sofort mit der Hand rein in Georgs XXL-Yogahose. Und ab hier betrügt sie ihre Männer hassende Mutter, die ihr beibringen wollte, dass Sex etwas Schlechtes sei. Hat aber nicht geklappt, Glück für Elizabeth, Glück für Georg. Aber Sex ist ja nicht alles, es gibt auch noch das Essenkochen für ihre Tochter Liza, und es gibt den Exmann, Lizas Vater. Keine geringe Rolle spielen auch ihre Ängste und ihre schrecklichen Eltern. Wobei diese Themen für Elizabeth seit dem Unfall immer zusammengehören.


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Titel: Schoßgebete
Autor: Charlotte Roche
Sprecher: Charlotte Roche
Verlag: OSTERWORLDaudio
Länge: 284 Seiten / 9 Std. 41 Min. (ungekürzt)
ISBN: 978-3869521435
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Nachdem ich 2010 bereits den ersten Roman von Charlotte Roche, „Feuchtgebiete“, mit einem gewissen Ekel gelesen hatte, musste ich mir nun auch ihr zweites Werk zu Gemüte führen.

Inhalt:
Elizabeth, ist 33 Jahre alt, und lebt in einer Beziehung mit einem älteren Mann. Sie hat einen ausgeprägten Vaterkomplex und noch andere psychische Probleme. Sie schildert in „Schoßgebete“ ihren Alltag mit ihrem Mann, dessen Vorlieben, und den wöchentlichen Gang zu ihrer Psychologin. Mit Frau Dr. Drescher spricht sie über alles …

Stil:
Der Stil von Roche ist unverändert derbe, aber auch tiefgründig und traurig. So schildert sie lange und ausführlich wie ihr Mann „es“ gerne mag, aber auch das sie andere Vorlieben hat, die sie sich nicht auszuleben traut. Sie spricht über Eifersucht, Verlustängste und Depressionen. Die Thematik ist bedrückend und dann auch wieder humoristisch dargestellt, dass ich teilweise nicht wusste wo ich das Hörbuch einordnen sollte.

Charaktere:
Elizabeth ist eine sehr kranke Persönlichkeit. Mit ihrem Vaterkomplex und der großen Eifersucht gehört sie in Therapie. dort ist sie bereits, aber ob es wirklich etwas bringt? Sie macht alles für Georg, aber ich hatte das Gefühl, dass sie nicht glücklich ist.

Georg wäre kein Mann für mich, irgendwie Sexbesessen und egoistisch konnte ich ihn nicht leiden.

Cover:
Was das Cover mit dem eigentlichen Hörbuch zu tun hat frage ich mich noch immer …

Fazit:
Ein Buch mit vielen Facetten über Sexualität, Eifersucht, Depression und alltäglichem Familienstress. Mir war „Schoßgebete“ zu depressiv und teilweise Frauen verachtend, daher nur 2 Sterne.

Eine Lady zu gewinnen … – Sabrina Jeffries

Reiheninfo:
Lord Stonevilles Geheimnis
Spiel der Herzen
Ein vortrefflicher Schurke
Eine Lady zu gewinnen …

Klappentext:
Lord Gabriel Sharpe ist einer der besten Reiter Englands, der keinem Pferderennen widerstehen kann. Umso überraschter ist er jedoch, als ihn die junge Virginia Waverly herausfordert, deren Bruder bei einem Rennen ums Leben kam. Sie will sich an Gabriel rächen, den sie für den Tod ihres Bruders verantwortlich macht. Doch Gabriel will nicht nur das Rennen gewinnen, sondern auch Virginias Herz.


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Titel: Eine Lady zu gewinnen …
Autor: Sabrina Jeffries
Sprecher: Cathlen Gawlich
Verlag: audible GmbH
Länge: 380 Seiten / 10 Std. 35 Min. (ungekürzt)
ASIN: B00GYCD8GQ
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Den Sharpes bleiben nur noch wenige Monate um das Ultimatum ihrer Großmutter zu erfüllen: Alle Enkel müssen binnen eines Jahres unter der Haube sein; Lord Gabriel nutzt die Gunst der Stunde um sich an Virginia Waverly heranzumachen, da er glaubt etwas gutmachen zu müssen, denn Gabriel fuhr vor vielen Jahren ein Kutschenrennen gegen Virginias Bruder, der dabei tödlich verunglückte …

Stil:
Ich liebe diesen romantisch-erotischen-Stil von Sabrina Jeffries und diese zur Gänsehaut bringende Stimme von Cathlen Gawlich. Beide Frauen schaffen es eine so tolle Stimmung mit ihren Mitteln aufzubauen, dass man der Geschichte einfach nur verfallen kann.

Charaktere:
Gabriel, der ungestüme, wilde Reite, der mir, trotz seiner kalten Schilderungen, sofort ans Herz gewachsenen ist und mir super sympathisch war, zeigt hier, wie vorschnell die Menschen verurteilen und verurteilt werden. Gabriel tat mir leid und dadurch wünschte ich ihm noch mehr Kraft und Glück als er brauchte.

Virginia ist eine starke Frau, die sich von Geschichten blenden lies. Sie zeigt, wie schnell wir zu manipulieren sind und das wir öfters auf uns vertrauen sollten. Ich mochte ihre Figur sehr.

Die anderen Sharpes spielten nur eine kleine Rolle, waren aber wieder füreinander da 😀

Cover:
Das Cover ist schön. Das grün passt zu Wiesen, Wäldern, Pferden und Geschwindigkeit – also zur Geschichte 😉

Fazit:
Ein romantisch-spannender vierter Teil, der wieder neues über den Tod der Sharp-Eltern und ein neues Pärchen brachte. Die Figuren sind wie immer schön ausgestaltet und sympathisch. Besonders schön finde ich die seichte Erotik, mit der die jungen Frauen an die Freuden der Ehe geführt werden und deren Entwicklung. Wer die ersten Teile kennt, muss sich diesen Band zulegen, für Neueinsteiger könnte es schwierig werden der Handlung komplett zu folgen.

Versöhnung mit dem inneren Kind: Von der heilenden Kraft der Achtsamkeit – Thich Nhat Hanh

Klappentext:
Ein Schatz, der nie verloren geht: unser inneres Kind

»Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.« Dieser berühmte Satz ist für alle gültig, die sich von Thich Nhat Hanh leiten lassen. Die Folgen seelischer Verletzungen in der Kindheit wie Angst und Verlassenheitsgefühle oder Wut und Trauer sind bis in die Zellebene hinein wirksam und blockieren unser inneres Wachstum. Thich Nhat Hanh zeigt, dass meist schon unsere Eltern oder sogar frühere Generationen dieselben belastenden Gefühlsmuster in sich getragen und weitervererbt haben. Deshalb ist es wichtig, als Erwachsener zu dem verwundeten inneren Kind Kontakt aufzunehmen.
Thich Nhat Hanh zeigt mit einem buddhistischen Ansatz, wie man durch die Praxis der Achtsamkeit das innere Kind heilen kann: Alle negativen Selbstbilder und Emotionen können überwunden werden, indem man sie bewusst wahrnimmt und durch Atemmeditation auflöst.


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Titel: Versöhnung mit dem inneren Kind: Von der heilenden Kraft der Achtsamkeit
Autor: Thich Nhat Hanh
Sprecher: Herbert Schäfer
Verlag: argon Balance
Länge: 176 Seiten / 3 Std. 50 Min. (gekürzt)
ISBN: 978-3839880098
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Bereits der Titel könnte für Hörer / Leser ohne Vorkenntnisse für Verwirrung sorgen. Was ist das Innere Kind und was für eine Kraft ist die Achtsamkeit?

Wer nun erwartet in diesem Werk eine Antwort zu erhalten ist leider falsch gewickelt 🙁

Thich Nhat Hanh setzt voraus, dass dies gewusst wird und wenn nicht – dann muss man sich eben so durch das Hörbuch quälen. Wie das Buch aufgebaut ist, weiß ich nicht, da das Hörbuch gekürzt ist, kann das Buch für unwissende eine schöne Alternative sein.

Aber fange ich mal vorne an. Ich habe Vorwissen, kenne mich in der Arbeit mit dem Inneren Kind aus und kenne auch die Arbeit mit der Achtsamkeit, daher habe ich mich gefreut etwas vom vietnamesischen Mönch zu lesen und auch seine Ansichten kennenzulernen. Leider bin ich mit dem Hörbuch, trotz Vorwissen, nicht ganz zurecht gekommen.

Thich Nhat Hanh geht davon aus, dass wir alle ein verletztes und missbrauchtes inneres Kind in uns aufweisen, diese Worte sind hart und können, meiner Meinung nach, abschrecken. Vielleicht liegt es aber auch an einem Übersetzungsfehler und der Autor möchte uns nur über die Verletzbarkeit unseres Inneren Kindes aufmerksam machen und verwendet daher diese doch sehr starken Wörter. Auch sind die Affirmationen für die Heilung, für mich, zu negativ. Es wird zu oft „nicht“ verwendet. Dann denke ich mal „nicht“ an lila Elefanten 🙄 Was ich sehr gut fand, waren die Erklärungen wie sich negative Sachen in unserem Bewusstsein verwurzeln, wachsen und wie unser Bewusstsein überhaupt funktioniert. Auch wurden immer wieder kleine Übungen in das Hörbuch integriert und mit Musik unterlegt.

Herbert Schäfer hat als Sprecher ganze Arbeit geleistet. Er hat eine schöne und ruhige Stimme, die perfekt gepasst hat.

Fazit:
Das Hörbuch lässt sich zwar gut hören, aber dennoch gibt es von mir keine Hör-Empfehlung. Für Unwissende ist es einfach zu flach und zu esoterisch. Es ist zu weit „innen“ angesetzt und führt den Hörer nicht sanft in die neue Materie ein, sondern wirft Brocken vor.
Für Hörer mit Vorkenntnissen ist vieles bereits bekannt und daher nur noch als Wiederholung interessant. Die Übungen, die im Hörbuch für ein liebevolles und verständliches Miteinander vorgestellt werden, können wir, meiner Meinung nach, so gar nicht umsetzen. Sie sind für unsere Mitmenschen (zumindest für den Großteil) zu spirituell und würden eher das Gegenteil herbeiführen – Umdenken ist gefragt!

Ich bedanke mich beim Argon Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein vortrefflicher Schurke – Sabrina Jeffries

Klappentext:
Lady Minerva Sharpe soll möglichst bald heiraten, wenn sie das Erbe ihrer Großmutter nicht verlieren will. Um der Großmutter einen Strich durch die Rechnung zu machen, täuscht sie eine Verlobung mit dem Draufgänger Giles Masters vor. Doch während Giles und Minerva Nachforschungen über den Tod von Minervas Eltern anstellen, entwickeln sie bald echte Gefühle füreinander.


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Titel: Ein vortrefflicher Schurke
Autor: Sabrina Jeffries
Sprecher: Cathlen Gawlich
Verlag: audible GmbH
Länge: 416 Seiten / 10 Std. 35 Min. (ungekürzt)
ASIN: B00F57P9SG
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Auf Halstead Hal soll wieder eine Ehe geschlossen werden, dieses mal ist Lady Minerva Sharpe an der Reihe. Aus Frust gibt sie im Ladys Magazin eine Annonce auf und ausgerechnet Giles Masters stellt sich ihr vor und gewinnt das Vertrauen von Hattie …

Stil:
Der Schreibstil ist wie immer sehr seicht, romantisch, kitschig und die Power kommt von Cathlen Gawlich. Auch hier schafft es Gawlich die Spannunskurve durch ihre Stimme enorm zu steigern und zu halten, die romantischen Szenen noch gefühlvoller in Szene zu setzen und das komplette Werk aufzuarbeiten.

Charaktere:
Minerva ist eine starke Frau, die aufzeigt, dass ein eigenständiges Leben wichtig ist und der eigene Standpunkt immer vertreten werden sollte. Ich mochte sie und freue mich für sie über den gewonnen Kampf um ihr Leben.

Giles, der bisher kaum in Erscheinung getreten ist, bekommt seinen großen Auftritt. Er erschien mir erst zu jungenhaft, entwickelte sich aber im Laufe der Geschichte, so dass ich den beiden meinen Segen geben konnte 😉

Cover:
Das Cover ist typisch und passend. Eine Frau mit Feder – zum Schreiben – in der Hand, trifft Minerva sehr genau.

Fazit:
Ein gelungener dritter Band der Reihe, mit einem schönen Vorgeschmack auf den vierten Teil der Serie. Die ersten beiden Teile (Lord Stonevilles Geheimnis und Spiel der Herzen) müssen nicht, sollten aber gelesen/gehört werden um die ganze Geschichte zu verstehen. Ich vergebe 4 Sterne für einen romantisch-erotisch-historischen Roman.