Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie – Sacha Batthyany

Klappentext:
Als der Journalist Sacha Batthyany zufällig erfährt, dass seine Großtante Margit in eines der schlimmsten Nazi-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges verwickelt war, ist er schockiert. Schnell merkt er, dass dem Schweigen über die Tat kaum beizukommen ist – die Familie hat sich arrangiert, es wird nach vorn geblickt und nicht zurück. Als er auf das Tagebuch seiner Großmutter stößt, verändert das seinen Blick auf die Familie und sich selbst radikal. Prägen vorangegangene Generationen die Art, wie wir leben? Sind wir doch alle Kriegsenkel?

Berührend und kenntnisreich berichtet Batthyany von dem unsichtbaren Band, das uns noch heute mit der Vergangenheit verbindet.


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Titel: Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie
Autor: Sacha Batthyany
Sprecher: Barnaby Metschurat, Dagmar Manzel, Corinna Kirchhoff
Verlag: DAV
Länge: 312 Minuten
ASIN: B01B88NSOC
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Im März 1945 werden 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter am Schloss Rechnitz ermordet. Daran beteiligt soll Margit von Batthyany gewesen sein. Als Sacha Batthyany (Großneffe von Margit) davon erfährt recherchiert er …

Meinung:
Das Hörbuch ist nur die gekürzte Fassung, es ist daher schwer zu beurteilen, was „wichtiges“ fehlt. Aber auch das Buch mit 256 Seiten ist nicht sonderlich dick. Meine Rezension bezieht sich allerdings nur auf das Hörbuch!

Gesprochen wird es von Barnaby Metschurat, welcher den Part von Sacha Batthyany übernimmt – er schafft es, die Verwirrung und auch den Drang der Aufklärung in seine Stimme zu legen. Ebenso die Verzweiflung, warum die Beziehung zwischen Vater und Sohn nicht funktioniert und die ständige Suche nach Antworten, sind deutlich herauszuhören. Corinna Kirchhoff übernimmt das Lesen der Tagebucheinträge von Margit Batthyany-Thyssen. Die Stimmfarbe wirkt nach jemanden, der mit der Beschreibung von Margit nicht zusammen passt. Es ist schwierig dies auszudrücken, wenn man nur die kurzen Beschreibungen von Sacha Batthyany hat und das was die Tagebucheinträge verraten. Corinna Kirchhoff klingt reflektierter, ruhiger – als die Person, welche sie verkörpern soll. Dagmar Menzel spricht (die Jüdin) Agnes, welche das Leben im KZ und als Zwangsarbeiterin schildert – ihre Stimme passt zur verlassenen und kämpferischen Person, welche so viele Schicksalsschläge erleiden musste. Die Kapitel sind gut aufgebaut und halten die Spannung aufrecht – was ist denn nun passiert? War Margit wirklich an allem beteiligt und wird es Agnes aus Auschwitz schaffen?  Es soll kein „Roman“ sein, sondern wachrütteln, aufklären und zur Selbstreflexion anregen. Würde ich es können, einen Juden verstecken? Sacha Batthyany stellt sich diese Frage und gibt sie auch weiter. Seine Antwort ist klar, die des Lesers auch? Wie hätten wir reagiert zu dieser Zeit und was für Gefühle nimmt man im Nachhinein noch mit? Margit verrät in ihren Tagebuchauszügen, was sie dachte und wie sie fühlte.

Dennoch ist mir das Buch zu „dünn“. Es ging mehr um die Beziehung von Sacha zu seinem Vater, zu den Problemen innerhalb einer Familie, welche schweigt. Es wäre auch informativ gewesen, dass die Toten aus Rechnitz nie gefunden wurden, dass die Ermittlungen eingestellt wurden und daher nicht weiter ermittelt wird. Aber eventuell steht das ja im Buch und wurde beim Hörbuch eingekürzt. Es ist aber wichtig und gehört ebenfalls zur Aufarbeitung. Daher ist der Stoff etwas einseitig gehalten.

Cover:
Das Cover ist zu nichtssagend, hier hätte man eventuell noch mit Bildern vom Schloss oder einem Familienfoto etwas aufwerten können.

Fazit:
Ein sehr gut gemachtes Hörbuch über ein aufrüttelndes Thema. Allerdings hätte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht. Daher gibt es nur 4 Sterne, allerdings mit einer absoluten Empfehlung, denn die Fragen, welche Sacha Batthyany stellt, sollte sich jeder selbst einmal stellen.

Vox – Christina Dalcher

Klappentext:
Ihr könnt uns die Wörter nehmen, aber zum Schweigen bringt ihr uns nicht! Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als einhundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr. Schon bald jedoch kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmutes, ihrer Träume beraubt. Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurückerkämpfen und erhält eine Gelegenheit…

Ich habe „VOX“ als Warnung geschrieben, als Warnruf gegen eine Politik der Geschlechtertrennung, aber auch, um zu zeigen, wie sehr unsere Persönlichkeit und Menschlichkeit von unserer Sprache abhängt. Ich habe mir selbst die schreckliche Frage gestellt: „Was wäre, uns würde dieses Vermögen genommen?“
— Christina Dalcher


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Titel: Vox
Autor: Christina Dalcher
Sprecher: Andrea Sawatzki
Verlag: Argon
Länge: 587 Minuten
ASIN: B07F8R26Z4
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Die Regierung hat genug von Frauen, die ihre Männer nicht mehr als gottgleich anerkennen. Sie möchte ein Leben wie in den 50er Jahren: Nur 2 Geschlechter und klare Rollenbilder. Dafür müssen die Frauen wieder lernen zu schweigen und wer sich widersetzt kommt in ein Umerziehungslager …

Meinung:
Die Idee zur Geschichte ist gruselig. Glaubensgemeinschaften und Männer, welche sich nicht mehr verehrt fühlen, weil der Mann nicht mehr als Schöpfer wahrgenommen wird, tun sich zusammen und krempeln die Welt um. Daher bestimmt die Regierung einen harten Kurs und verbietet den Frauen zu arbeiten und zu sprechen. Es werden viele Parallelen zu heute deutlich, gerade was die Geschlechterrollen angeht und auch der Hass auf Andersartigkeit bspw. queere Persönlichkeiten. Andrea Sawatzki liest absolut emotional und die Veränderungen sind grausam und unwürdig. Diese Geschichte hätte spannend und glaubhaft weitergehen können, wenn die Autorin nicht auch noch eine Liebesgeschichte mit Schwangerschaft eingebunden hätte. Denn ab diesem Teil wird einfach alles so kompliziert und unglaubwürdig, dass die Handlung einfach keinen Sinn mehr ergibt und die Geschichte wirklich nervt. Es kommen immer mehr Details an Licht, was in der Welt vor sich geht, wie sich die Figuren verhalten könnten und was sie aus ihren Chancen machen. Auch eine Widerstandsbewegung hat sich natürlich gebildet – aber clever ist die nicht … Christina Dalcher wollte wohl zu viel und am Ende hat sie selbst nicht mehr durchgesehen, sodass das große Finale zwar kam, aber viel zu kurz und Ende. Also stark angefangen und noch stärker nachgelassen, was sehr schade ist, denn das Thema hat definitiv Potenzial.

Cover:
Das Cover zeigt worum es geht, die Frau darf nicht sprechen und hat sonst auch nichts.

Fazit:
Ein interessanter Einstieg in eine Welt, in der Frauen nichts mehr dürfen und auch zu Hause nichts mehr haben, außer den Haushalt. Allerdings kommen dann zu viele Klischees und Möglichkeiten hinzu, sodass sich die Autorin verliert und die Handlung abstrus wird. Daher nur 3 Sterne – allerdings mit Leseempfehlung, weil die Idee gut ist.

Buchholz & Salomon 02: Invisible – Ursula Poznanski, Arno Strobel

Reiheninfo:
Anonym
Invisible

Klappentext:
Ein Arzt sticht während einer OP das Skalpell ins Herz eines Patienten. Ein junger Mann wird in aller Öffentlichkeit brutal erschlagen, ein Immobilienmakler niedergemetzelt in einer Blutorgie. Die Täter sind schnell gefasst, doch ihre Motive völlig unklar. Wurden sie manipuliert, ohne es zu merken? Mit ihrem Kollegen Daniel Buchholz muss Kriminalkommissarin Nina Salomon die tiefsten Geheimnisse der Opfer ergründen. Und was sie herausfinden, wirft ein völlig neues Licht auf unser Leben im digitalen Zeitalter…


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Titel: Anonym
Autor: Ursula Poznanski, Arno Strobel
Sprecher: Sascha Rotermund, Christiane Marx, Richard Barenberg
Verlag: Argon
Länge: 607 Minuten
ASIN: B07BBNVCSH
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Buchholz und Salomon ermitteln wieder. Diesmal versuchen sie mehrere Morde aufzuklären, welche doch irgendwie zusammen hängen. Aber auch das Privatleben der beiden wird vermehrt beleuchtet …

Meinung:
Nachdem ich mir den ersten Teil, der beiden angehört hatte, musste natürlich auch der zweite folgen. Dies aber eher, weil ich die Stimmen der Sprecher sehr mochte. Die Handlung war im ersten Teil schon speziell und in diesem Teil wurde es nicht besser. Zudem wurde auch der Umgang der Charaktere untereinander echt widerlich! So gab es sehr oft streit, laute Worte und absolute Feindseligkeit und das muss doch echt nicht sein. Die beiden sind alt genug, um sich unter Kontrolle zu haben – gerade, weil es keinen Auslöser gab, den das Verhalten erklären würde. Auch die privaten Befindlichkeiten waren absolut überspitzt und extrem vorhersehbar. Also kurz: Die Geschichte ist noch leichter zu durchschauen als die letzte und die Charaktere wirken immer konstruierter. Das Ende war richtig lächerlich! Es dauert Jahre, um einen Menschen zu manipulieren und nach einer Nacht soll er wieder normal sein?!

Cover:
Das Cover passt zu Reihe, aber nicht zwingend zum Inhalt.

Fazit:
Eine Fortsetzung, welche es nicht gebraucht hätte. Die Sprecher holen alles raus, was geht. Die Handlung ist vorhersehbar und konstruiert, daher nur 2 Sterne und eine Empfehlung gibt es nur zum Hören und nur an jene, welche den ersten Teil mochten.

Buchholz & Salomon 01: Anonym – Ursula Poznanski, Arno Strobel

Reiheninfo:
Anonym
Invisible

Klappentext:
Du verabscheust deinen Nachbarn? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf die Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr…

Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums Morituri. Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt ein grausamer Tod. Die User sind nur schwer zu fassen, der Tod aber ist ausgesprochen real. Und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben.


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Titel: Anonym
Autor: Ursula Poznanski, Arno Strobel
Sprecher: Sascha Rotermund, Christiane Marx, Richard Barenberg
Verlag: Argon
Länge: 682 Minuten
ASIN: B01LQ76NBK
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören

Inhalt:
Eine neue Webseite ist aufgetaucht. Du kannst jeden anschwärzen, den du möchtest, dann könnt ihr voten und der Sieger, der stirbt …

Meinung:
Ich bin froh, das Buch gehört zu haben, denn die Sprecher reißen wirklich viel raus. Allerdings können sie wenig über flache Charaktere und eine brutale Story hinwegsprechen. Die beiden Kommissare haben beide einen Knall – sie macht alles alleine und ist schwer traumatisiert und er hat einen Reinlichkeitsfimmel von seiner Mama mitbekommen. Gegensätze ziehen sich halt an und so knistert es – klingt konstruiert und liest sich auch so. Der Kriminalfall ist ebenso irre. Nur die Amerikaner sind in der Lage gegen Cybercrime gekonnt vorzugehen und ansonsten sitzt man halt vor dem PC und chattet mit den Usern – bis zum Date. Damit das ganze nicht zu langweilig wird, wird es zwischendrin noch ordentlich brutal. Das Ende sieht man kommen – nur die Ermittler nicht. Wirklich gut war, dass an den menschlichen Geist appelliert wurde. Jeder ist schuldig, auch wenn er nicht selbst mordet, aber andere anschwärzt oder seine Stimme für einen Mord einsetzt.

Cover:
Das Cover wirkt beängstigend, abgeschieden, mit Blick auf das Leben – es passt perfekt zum Inhalt.

Fazit:
Es ist ein schwacher erster Teil, der wirklich nur durch die Stimmen begeistern konnte. Inhaltlich schwach, bis auf den Appell an die Menschlichkeit. Daher gibt es nur 3 Sterne und ausschließlich eine Hörempfehlung.

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind – Jonas Jonasson

Klappentext:
Anders, ein Kleinkrimineller – seit seinen zahllosen Gefängnisaufenthalten nur noch „Mörder Anders“ genannt –, ist frisch aus dem Knast entlassen und braucht einen neuen Job. Da kommt ihm die Begegnung mit der geschäftsfreudigen Pfarrerin Johanna, die wegen ihrer atheistischen Gesinnung arbeitslos geworden ist, gerade recht. Zusammen mit dem Hotelmitarbeiter Per gründen sie eine „Körperverletzungsagentur“ mit Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend – bis Anders nach dem höheren Sinn des Ganzen fragt. Ein Wunder geschieht: Jesus antwortet. Von diesem Augenblick an will Anders sein Leben in neue Bahnen lenken. Und so hat Johanna gleich die nächste geniale Business-Idee parat: Mit Anders‘ religiöser Leidenschaft lässt sich wunderbar Geld verdienen – indem man eine eigene Kirche, oder (noch viel besser!) gleich eine eigene Religion gründet …


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Titel: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
Autor: Jonas Jonasson
Sprecher: Shenja Lacher
Verlag: Der Hörverlag
Länge: 449 Minuten
ISBN: ‎978-3844521313
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Anders möchte nicht mehr morden, denn ein weiterer könnte ihn viel zu lange hinter Gitter bringen. Daher beschließen Johanna und Per dem armen Anders zu helfen und managen seine Aufträge – es wird keiner mehr getötet, aber Beine oder Arme brechen ist okay. Als Anders dann auch noch den Weg zu Gott findet, ist das Chaos perfekt …

Meinung:
Jürgen von der Lippe liest einfach herrlich. Seine Stimme verstellt er extra für die Charaktere und so haucht er ihnen noch mehr Leben ein. Ein Lacher nach dem anderen ist daher durch die Geschichte und Jürgen garantiert! Die Handlung ist simpel und beleuchtet die Religion, Gewalt und Freundschaft auf eine ganz besondere Weise – humoristisch, aber auch beängstigend, gerade was den Hype auf einzelne Personen angeht. Der Autor hat hier besonders den christlichen Glauben ins Visier genommen, was einige Lesende befremdlich finden können, daher sollte man den Humor und Übertreibungen verstehen.

Cover:
Das Cover passt nicht so gut zur Geschichte, aber zu den anderen Büchern vom Autor.

Fazit:
Ein witziges Buch, welches durch die Lesung von Jürgen von der Lippe erst richtig gut wurde. Daher vergebe ich für dieses Hörbuch 4 Sterne und für die Geschichte (wenn ich sie hätte lesen sollen) nur 4 Sterne. Eine Empfehlung für alle, welche gerne über skurrile Geschichten lachen können und möchten.