Mit freundlichen Grüßen: Ein Jahr auf Jobsuche – Zets Cyril

Klappentext:
„Stellen Sie sich bitte kurz vor.“ Von diesem Zeitpunkt an kann ein Bewerbungsgespräch ganz verschiedene Richtungen nehmen.
Sybille, eine gestandene Marketingfachfrau, fühlt sich recht wohl in ihrem Leben. Eingebettet in enge Freundschaften, begegnet sie den Höhen und Tiefen des Alltags mit einem Augenzwinkern oder berechtigtem Frust, bis unvermittelt eine Tür zuschlägt. Mit der Kündigung in der Hand, am fernen Horizont die Gewitterwolken existenzieller Bedrohung erahnend, begibt sie sich auf Stellensuche. Sorgfältig werden Bewerbungsunterlagen erstellt und versandt, gewöhnliche und sonderbare Absagen archiviert und Sybille bereist emsig den deutschsprachigen Raum zwecks Vorstellungsgesprächen. Doch das ursprünglich optimistisch begonnene Vorhaben wird zunehmend von Zweifeln erschüttert, und bald fühlt Sybille sich in ein Labyrinth verstrickt, das viele Irrungen und Wirrungen für sie bereithält. Auch ihre Freundinnen kämpfen plötzlich mit Schicksalsschlägen und gerade in dieser höchst angespannten Situation tritt der smarte Collin in Sybilles Leben.
Welche bizarren oder auch haarsträubenden Situationen Sybille auf dem Weg in eine sonnigere Lebenslage meistern und verdauen muss, wird unterhaltsam und ironisch, mit einem guten Schuss Sarkasmus gewürzt erzählt. Und übrigens, die seltsamsten Begebenheiten, die Sybille auf ihrer bewegten Expedition durch den Bewerbungsdschungel widerfahren, kann man so oder so ähnlich durchaus im wahren Leben erfahren.


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Mit freundlichen Grüßen: Ein Jahr auf Jobsuche
Autor: Zets Cyril
Länge: 224 Seiten
ASIN: B00A02ZXUK
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Das Buch Mit freundlichen Grüßen – Ein Jahr auf Jobsuche von Zets Cyril bietet einen ehrlichen und oft humorvollen Einblick in die Realität der Jobsuche. Über ein Jahr hinweg begleitet man die Protagonistin durch Bewerbungen, Absagen und teils absurde Erfahrungen mit Unternehmen. Der episodische Aufbau macht deutlich, wie zermürbend und zugleich monoton dieser Prozess sein kann, während der lockere, ironische Ton dafür sorgt, dass das Buch trotz der ernsten Thematik gut lesbar bleibt.

Meinung:
Besonders gelungen ist die Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht und gesellschaftlicher Beobachtung. Viele Situationen wirken authentisch und dürfte vielen bekannt vorkommen, die selbst schon einmal auf Jobsuche waren. Gleichzeitig regt das Buch zum Nachdenken über den Arbeitsmarkt und den Umgang mit Bewerbern an.
Kritischer fällt jedoch ein zentraler Aspekt ins Gewicht: Die Protagonistin betont immer wieder, wie dringend sie einen Job benötigt und dass das Geld knapp wird. Dennoch lehnt sie mehrfach Stellen ab, weil sie ihr nicht passend erscheinen, und setzt die Suche unverändert fort. Diese wiederkehrende Diskrepanz zwischen Dringlichkeit und Handeln wirkt stellenweise wenig überzeugend und lässt einen etwas unzufrieden zurück. Gerade unter den geschilderten Umständen hätte man erwarten können, dass zumindest vorübergehend ein Job angenommen wird, um die Situation zu stabilisieren. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Problematik zwar betont, aber nicht konsequent durchdacht wird.

Cover:
Das Cover wirkt verträumt und doch strukturiert – so erscheint auch die Protagonistin, daher ist das Cover gut gewählt.

Fazit:
Das Buch ist unterhaltsam und bietet viele treffende Einblicke in die Herausforderungen der Jobsuche, schwächelt jedoch in der inneren Logik der Hauptfigur. Diese Ungleichgewichte trüben den Gesamteindruck etwas. Insgesamt vergebe ich daher 3 Sterne – lesenswert und reflektierend, aber mit inhaltlichen Schwächen, die den Eindruck nicht ganz rund machen.

Noise: Was unsere Entscheidungen verzerrt und wie wir sie verbessern können – Daniel Kahneman, Olivier Sibony, Cass R. Sunstein

Klappentext:
Warum treffen wir, je nach Umständen, völlig unterschiedliche Entscheidungen auf ein und derselben Faktengrundlage? Wieso kommen zwei Experten, die über identische Informationen verfügen, zu komplett anderen Schlussfolgerungen?

Zusammen mit Cass Sunstein und Olivier Sibony präsentiert Daniel Kahneman die Vielzahl von oft zufälligen Faktoren, die unsere Entscheidungsfindung stören und häufig negativ beeinflussen – sie sind im Begriff „Noise“ zusammengefasst. Wir müssen lernen, diese „Störgeräusche“ zu verstehen und mit ihnen umzugehen, nur dann können wir auf Dauer bessere Entscheidungen treffen. Diese Analyse ist ein Meilenstein zum Verständnis der Grundlagen unseres Handelns.


Anzeige über Amazon Partnerprogramm
Titel: Noise: Was unsere Entscheidungen verzerrt und wie wir sie verbessern können
Autor: Daniel Kahneman, Olivier Sibony, Cass R. Sunstein
Sprecher: Jürgen Holdorf
Verlag: Der Hörverlag
Länge: 1078 Minuten
ASIN: B093TG348P
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Jeder Mensch urteilt und handelt anders, das ist schön und so soll es sein. Dennoch gibt es immer mal wieder „fehleranfällige Verzerrungen“ (BIAS) und auch „unerwünschte Variablen bei der Urteilsfindung“ (NOISE). Die Unterschiede von BIAS und NOISE werden umfangreich untersucht und dargestellt.

Meinung:
Jürgen Holdorf ist ein brillanter Sprecher. Das doch recht trockene Thema bringt er gekonnt und angenehm rüber und es macht Freude, ihm dabei zuzuhören. Auch das Nennen von mehreren Geschlechtern ist beim Hören so nebenbei untergegangen. Beim Lesen wäre es mir sicherlich auf die Nerven gegangen. Die Beispiele von BIAS und NOISE sind gut gewählt, stellenweise aus den Medien bekannt und daher umso spannender. Ich habe mir das Hörbuch immer mal wieder angehört, um alle Informationen in Ruhe verarbeiten zu können. Trotz meiner selbstgewählten Pausen bin ich immer wieder gut in den Text reingekommen und konnte umgehend folgen. Die Ausdrucksweise ist absolut verständlich und die Erkenntnisse ausreichend belegt.

Cover:
Das Cover ist ansprechend. Durch den Stift und die Kritzelei ist man umgehend in der aktuellen (Büro-)Welt und hat die „Fehl-„Entscheidungen im Hinterkopf.

Fazit:
Ein sehr aufschlussreiches Buch mit viel Input. Stellenweise hatte ich das Gefühl von Wiederholungen, was ich etwas störend empfand. Allerdings ist Wiederholung auch ein gutes Mittel, um sich Sachen besser einzuprägen. Hier hat aber sicherlich jeder andere Punkte, welche man wiederholt haben möchte. Daher gebe ich nur 4 Sterne und eine absolute Empfehlung an jeden, der Entscheidungen treffen muss oder verstehen möchte, wie Entscheidungen getroffen werden.