Bei lebendigem Leib – Souad

Klappentext:
Souad ist 17 Jahre alt, als ihre Familie sie zum Tode verurteilt. Weil sie schwanger wurde, hat sie die Familienehre beschmutzt – was im Westjordanland einen „Ehrenmord“ rechtfertigt. Ihr Schwager vollstreckt das Urteil – und verbrennt sie bei lebendigem Leib. Doch Souad kann schwer verletzt fliehen.

Wie durch ein Wunder hat Souad den heimtückischen Ehrenmordanschlag überlebt. Nun legt sie Zeugis ab – im Gedenken an die zahllosen Mädchen und Frauen, die nicht so viel Glück hatten wie sie. Und um die Weltöffentlichkeit auf dieses grausame, archaische Gesetz hinzuweisen!


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Titel: Bei lebendigem Leib
Autor: Souad
Verlag: blanvalet
Seiten: 288
ISBN: 978-3442362684
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Eigentlich hatte ich auf eine bewegende und tiefgründige Geschichte gehofft, die ich leider nicht erhalten habe. Souad berichtet am Anfang ihres Buches von ihrer schwierigen und von brutaler Gewalt beherrschten Kindheit, aber auch dabei schaffte sie es nicht mich zu fesseln. Immer wieder bricht sie mit Erzählungen ab um dann genau das gleiche nochmals zu beschreiben. Dann dachte ich „nun hab ichs schon 2 mal gelesen, das wird ja wohl nicht wieder kommen“, da fängt sie wieder an… Also alles ist doppelt gemoppelt und wird wieder neu aufgerollt (nein ich rede nicht vom Ehrenmord sondern vom Hüten der Ziegen, der Schläge durch den Vater, das Melken der Kühe, die Enge im Haus, …).

Nachdem ich dann gute 70 Seiten über die Prügelstrafen von Souads Vater und Bruder gelesen habe, wird es doch noch interessant und Souad berichtet über das höchste Glück einer Frau: Die Hochzeit. Beschrieben wird die Heirat von Souads Schwester. Danach, wer hätte es gedacht, geht es wieder mit der Kindheit weiter – einige Geschichten sind mir bekannt (von den Seiten davor – so kann man Bücher füllen). Irgendwann kommt es dann doch zum tragischen Fehler: Souad lässt sich unverheiratet Schwängern (komisch, dass wird nur einmal erwähnt). Das Mädchen muss sterben …

Meine Meinung:
Ich bin echt enttäuscht und ich kann dem Buch nichts abgewinnen. Natürlich sind Frauen in anderen Ländern nicht das, was sie hier sind – das sollte wohl jedem bekannt sein – daher ist das Geschehen in Souads Kindheit nichts neues mehr. Aber irgendwie habe ich von einem Spiegel-Bestseller (das ist übrigens mein letzter, ich werde nun alle Spiegel-Bestseller-Bücher meiden) etwas ganz anderes, tiefsinnigeres erhofft und nicht so ein Buch wo sich alle 3 Absätze das geschriebene wiederholt.

Der Schreibstil von Souad ist gruselig, aber ich bin mir nicht sicher ob es daran liegt, dass sie erst mit 24 Jahren lesen und schreiben gelernt hat oder ob es an der Übersetzung liegt. Ganz eigenartig ist auch, dass angeblich Souad dieses Buch geschrieben hat und auf einmal eine Frau aus der Hilfsorganisation in „ich-Form“ schreibt. Bis ich dann an den Merkwürdigen Wiederholungen merkte – oh gleicher Stil ?! Ich fühle mich veräppelt! Entweder ich lasse diese Organisationsfrau reden – dann soll sie aber selber schreiben, oder jemand anderes schreibt für sie, dann ist aber bitte dieser teil nicht in „ich-Form“ zu schreiben.

Dann kamen noch so ziemlich viele Ungereimtheiten zusammen, die ich mir einfach nicht erklären kann.
Jedenfalls finde ich durch diese Ungereimtheiten das ganze Buch unglaubwürdig. Auch passieren Souad so viele „Zufälle“ das sich das Buch zum Ende hin wie ein Groschenroman liest. Ich, für mich, bin zu dem Schluss gekommen, dass das ganze Buch reine PR für die Organisation ist, die Souad angeblich das Leben rettete. Denn diese Organisation wird doch recht ausführlich dargestellt und auch der Gründer wird nicht nur einmal erwähnt. Auch finden sich alle Informationen zur Stiftung auf der letzten Seite – besonders groß natürlich.

Fazit:
Wie gesagt, halte ich das gesamte Buch für reine PR und bin daher echt giftig. Ich vergebe 2 Sterne für die Idee hinter Souad.

Frauenheld – Lutz Schebesta

Klappentext:
Bastian ist zweiunddreißig und unglücklich. Jeden Abend vor der Glotze abhängen und Sex nur ab und zu am Wochenende, wenn seiner Freundin gerade danach ist. Das reicht ihm einfach nicht, und er beschließt: Eine Veränderung muss her. Er trennt sich von seiner Freundin, und um keine Chance unversucht zu lassen, begibt er sich ins Internet. Doch dort wird ihm schnell klar, dass sich hinter einem scharfen Foto nicht zwangsläufig eine sexy Frau verbergen muss und dass es durchaus Frauen geben soll, die mehr an einer schnellen Nummer als einer dauerhaften Beziehung interessiert sind … Eine gnadenlos offene und brüllend komische Reise durch den Dschungel des Internet-Datings.


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Titel: Frauenheld
Autor: Lutz Schebesta
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 254
ASIN: B0075D58AC
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Frauenheld ist ein sehr witziger und durchaus ernstzunehmender Roman über das Internet-Dating. Bastian trennt sich von seiner Freundin Jule und ist dann auf Brautschau bei „Friendscout“…

Stil:
Der Stil von Lutz Schebesta ist herrlich. Witzig und gekonnt schreibt er über Bastians Schicksal und seine Bekanntschaften.

Charaktere:
Bastian ist ein witziger aber zeitweise auch ein verweichlichter Charakter. Zeitweise war ich echt am zweifeln ob Bastian wirklich zweiunddreißig Jahre alt sein soll, denn seine Bekanntschaften als „süße“ abzutun halte ich doch für „Teeni-Umgangssprache“. Gleiches gilt auch für seine SMS, die er den Mädels schreibt.

Auch die weiblichen Charaktere sind etwas zu hipp – oder ich werde alt und weiß nicht mehr wie man flirtet 😳

Cover:
Irgendwie ist der falsche Hund auf dem Cover – Bastian hat keinen Dackel …

Fazit:
Ein lustiges Buch, welches ich durchaus empfehlen kann. Was Basti dort erlebt ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern Realität! Wer es nicht glaubt, sollte sich wirklich mal – und wenn es nur für eine Woche ist – in einem Dating-Portal anmelden. – Ich spreche da aus Erfahrung und kann das Buch daher nur empfehlen 😉

Glimmen im Rumpf – Stephan Waldscheidt

Klappentext:
Ein alter Landstreicher sucht in einem Schiffswrack Unterschlupf. Der erniedrigende Angriff einer Jugendbande auf ihn nimmt eine unerwartete Wendung, als der alte Mann und einer der Jungen auf die Liebe zu sprechen kommen.


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Titel: Glimmen im Rumpf
Autor: Stephan Waldscheidt
Seiten: 14
ASIN: B0073T80XA
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Mit „Glimmen im Rumpf“ gewann Stephan Waldscheidt 2005 den 1. Preis im Literaturwettbewerb der Marktgemeinde Hard in Vorarlberg, Österreich. Dafür erstmal: Herzlichen Glückwunsch!

Die Kurzgeschichte ist trotz der 14 Seiten sehr aussagekräftig und tiefgründig. Mit nur wenigen Seiten schafft es der Autor eine bedrohliche Atmosphäre um ein altes Schiffswrack zu weben und mit dem Landstreicher mitzufühlen. Die Angst, die der Landstreicher vor gewalttätigen Übergriffen hat und die Gedanken über sein vergangenes Leben sind für den Leser greifbar und stimmten mich doch etwas traurig und nachdenklich. Auch ist der Fingerzeig auf den Umgang mit dem eigenen Leben und dem Leben anderer sehr deutlich.

Fazit:
Ein, für mich, sehr ergreifendes eBook. Ich empfehle es ab einer gewissen Reife, vor allem an Menschen mit Mangel an Respekt vor der Andersartigkeit. 2 bis 3 Seiten mehr hätten der Geschichte nicht geschadet, daher 4 Sterne.

Hinter goldenen Gittern – Choga Regina Egbeme

Klappentext:
Mit 42 Jahren lässt sich die Deutsche Lisa Hofmayer auf das Abenteuer ihres Lebens ein: Sie wird die 33. Frau eines reichen Afrikaners. In ihrer neuen Großfamilie findet Lisa ungeahnten Lebensmut Glücklich wächst ihre kleine Tochter Choga in der Obhut ihrer zahlreichen Mütter aus. Doch mit 16 Jahren wird ihr Leben zum Alptraum: Ihr Vater zwingt sie, einen 30 Jahre älteren Mann zu heiraten. Um Chogas Widerstand zu brechen, vergewaltigt er seine junge Frau brutal. Nur mit Hilfe ihrer Mutter gelingt Choga die FLucht …

Die Geschichte beginnt mit einem Treffen von Choga und ihrer deutschen Schwester Magdalena. Die beiden treffen sich das erste Mal in ihrem Leben und erzählen sich ihre Geschichten.
Magdalenas Bericht von der Zeit mit ihrer Mutter in Deutschland fällt sehr knapp aus, aber ausreichend. Während Choga in ihrem Roman die Kennenlernphase ihrer Mutter mit ihrem Vater schildert und dann ihre Erlebnisse von der Geburt bis zum Eintreffen der Schwester in Afrika ausführlich niederschreibt.

Ich hatte große Schwierigkeiten mich in dieses Buch einzulesen. Choga Regina Egbeme ist mir am Anfang zu sehr hin und her gesprungen, so dass ich mich zu sehr konzentrieren musste. Nach ein paar Seiten hatte ich mich aber an den Stil gewöhnt und konnte flüssig weiterlesen.

Verwirrt hatte mich der Begriff „Harem“. Ich kannte diesen nur aus dem muslimischen, dort wird der Harem als ein abgetrennter und bewachter Wohnbereich für Frauen und Kinder eines Familienoberhauptes bezeichnet und muslimisch war Familie Egbeme nicht. Es waren stark religiöse Christen – eine Gemeinschaft mit dem Namen „The Family Of The Black Jesus“. Es wurde sich meist an christliche Werte gehalten, diese wurden gepredigt und zitiert. Die Gottesfürchtigkeit und der Glaube an Gott, Teufel und Hölle war allgegenwärtig.  Nachdem ich also immer wieder über den Begriff „Harem“ stolperte und eigentlich eher an eine bewachte Frauenschar dachte, ging es mit dem Verstehen und Lesen wieder flüssiger weiter. Auch wurden mir viele Fragen nicht beantwortet. Was passierte mit den männlichen Kindern, die die Frauen gebaren? Es wurde zwar erwähnt, dass die Jungen 2 Jahre bei der Mutter blieben und die Frau auch Ruhe vor ihrem Mann hatte, aber was danach mit den Jungen passierte, blieb mir leider verborgen.

Auch die Beweggründe warum Lisa Hofmayer ihre Tochter doch etwas westlich aufwachsen lies und ihr somit das Leben als unterwürfige Erwachsene erschwerte habe ich nicht verstanden. Dennoch kam die Liebe der vielen Mütter die Choga empfand und erhalten hatte wunderbar herüber und rührte mich sehr.

Das Cover selbst hat mir auch etwas muslimisches Versprochen und es nicht wirklich gehalten, auch im Buch war oft die Rede von Verschleierung, das war mir irgendwie alles so unpassend. Natürlich mag es die Glaubensbewegung geben, völlig neu erschaffen von den Gründern der „Family Of The Black Jesus“.

Fazit
Eine Geschichte die viele Stile mischt. Den muslimischen und den christlichen Glauben, die südländische und westliche Erziehung und Begriffe, die ich mit Sachen verbinde, die ich nicht im Buch wiedergefunden hatte. Ich denke, dass das Buch sehr lesenswert ist es interessante Einblicke liefert, aber alle Fragen, die zum Leben von Choga Regina Egbeme gehören würden konnten mir nicht beantwortet werden und daher vergebe ich nur 3 Sterne.


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Titel: Hinter goldenen Gittern – Ich wurde im Harem geboren
Autor: Choga Regina Egbeme
Verlag: Ullstein
Seiten: 253
ISBN: 978-3548363042
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Die Entmutterung – Joana Dawos

Der Abschiedsbrief, der vor der Seele geschrieben wurde.

Es geht um die Autorin selbst, die einen Brief an ihre Eltern schreibt, der sich dann aber gezielt an die Mutter richtet. Die Autorin schreibt aus dem Bauch heraus mit vielen langen, meist wirren Sätzen, was dem Brief aber sehr gut tut.
Ich glaube in fast jeder Familie gibt es einen Mutter-Tochter-Konflikt, daher ist das Buch am Anfang noch sehr gut nachvollziehbar. Doch ab einem gewissen Zeitpunkt fand ich das geschriebene als sehr depressiv und beängstigend. Es wurde zu viel über die nicht vorhandene Liebe zwischen Mutter und Tochter geschrieben, wo ich mir denke – sowas muss doch von außenstehenden bemerkt werden, wieso hat nie einer etwas unternommen und dieser Familie geholfen?

Fazit: der Abschiedsbrief einer Tochter an die Mutter. Meist wirr, bis stark depressiv geschrieben. Mit einem erschreckenden Einblick in eine andere Familienwelt.

Ich tue mich wahnsinnig schwer mit der Sternchenvergabe, denn was ich in diesem Brief gelesen habe ist eigentlich nicht zu werten. Viel eher, sollte jeder für sich entscheiden, ob er solch einen Brief lesen möchte und wie das gelesene gewirkt und verarbeitet wird.
Ich persönlich kann dieses eBook nicht gut finden, dafür ist die Autorin zu depressiv und gehört für mich in eine Therapie. Auch ist der Brief ein Spiegel der Seele, somit ist er nicht schlecht, daher vergebe ich 3 Sterne.


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Titel: Die Entmutterung
Autor: Joana Dawos
Seiten: 153
ASIN: B0092G8M80
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen