Im Licht des neuen Tages – Jarka Kubsova

Klappentext:
Eine Reise in das Herz einer vergessenen Geschichte vom Kampf um weibliche Freiheit. Dieses Buch wird Sie zutiefst berühren.
Eine Schriftstellerin auf der Suche nach sich selbst. Tief im märchenhaften böhmischen Wald verschränken sich die Schicksale zweier mutiger Frauen.
Als Elli Hajek sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht, erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte: Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Elli will mehr erfahren – doch tief im Wald, zwischen leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.

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Titel: Im Licht des neuen Tages
Autor: Jarka Kubsova
Verlag: Fischer
Länge: 296 Seiten
ASIN: ‎B0DJFTM2KX
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Elli Hajek ist Schriftstellerin und gebürtige Tschechin. Als ihre Eltern nach Deutschland fliehen ist sie noch sehr jung, doch ihre Vergangenheit holt sie ein …

Meinung:
Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Ich hatte das Gefühl, dass es von zwei Personen verfasst wurde oder übermäßig literarisch korrigiert wurde. Der spannende und gut lesbare Teil beschäftigt sich mit der Vergangenheit von Elli und ihren Eltern – der Flucht aus Tschechien. Die Veränderungen im Leben der Familie waren greifbar, es waren Emotionen zu lesen und die Geschichte lebte. Anders war es im Fall von Božena Němcová, der tschechischen Schriftstellerin, welche die Geschichte um Viktorka erschuf. Bei beiden Frauen fehlte das Gefühl der Emotionen, der Tiefe und das, was Elli mit den beiden Frauen verband oder warum sie die Geschichte aufarbeiten wollte. Es war einfach irgendwie dahin geschrieben, ohne Tiefgang. Was extrem schade ist, denn das Jarka Kubsova richtig gut schreiben kann, hat sie im anderen Teil der Geschichte eindrucksvoll gezeigt. Was ist hier also passiert? Wurde zu offensichtlich versucht zu zeigen, dass Frauen falsch dargestellt werden? Das zu viel in eine Handlung interpretiert wird und das dadurch Leben zerstört werden?
Zudem springt die Handlung zwischenzeitlich sehr stark. Es ist daher nicht immer sofort zu erkennen, in welcher Epoche man sich gerade befindet. Das muss man mögen.

Cover:
Das Cover passt zum Inhalt, eine abgelegene Stelle im Wald, wo die Natur noch in Ordnung ist.

Fazit:
Zu viel auf einmal: Flucht aus Tschechien nach Deutschland, Aufarbeitung alter Mythen, Selbstfindung, Vergangenheitsbewältigung. Daher schafft es die Autorin nicht immer klar zu bleiben und so verliert die Geschichte an Tiefe und schweift ab in viele Erzählungen, welche zu konstruiert erscheinen. Ich vergebe daher nur 2 Sterne und eine Leseempfehlung nur an jene, welche sich mit der tschechischen Sage beschäftigen möchten.

Ich bedanke mich bei Fischer für das Rezensionsexemplar.

Der Zwerg reinigt den Kittel – Anita Augustin

Klappentext:
Sitzen vier Omas im Knast. Klingt wie ein Witz, aber Humor haben die Damen gerade keinen, dafür ein Problem. Schwere Körperverletzung, wahrscheinlich mit Todesfolge. Ursprünglich war das anders gedacht: Ferien für immer im Altenheim. Die Idee war gut, die Wirklichkeit nicht so. Club Tropicana hat zwar keine erwartet, aber diese Endlagerstätte für senile Altlasten auch nicht: tölpelhafte Zivis, verrückte Mitinsassen, sadistische Oberschwestern. Irgendwann reicht’s und die vier Alten schlagen zurück…

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Titel: Der Zwerg reinigt den Kittel
Autor: Anita Augustin
Sprecher: Mechthild Großmann
Verlag: Hörbuch Hamburg
Länge: 239 Minuten
ASIN: ‎B0091IO5PS
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Almut und ihre Freundinnen planen einen friedlichen Lebensabend im Altenheim, doch es wird harte Arbeit …

Meinung:
Der Klappentext klang witzig und das Buch ist unter Humor / schwarzer Humor gelistet, nach dem Hören kann ich dem allerdings nicht zustimmen. Das Buch ist stellenweise sehr wirr, brutal, sehr nah an den Tatsachen und nur, wenn man wirklich einen derben, bösartigen Humor hat, kann man stellenweise auch mal schmunzeln.
Mechthild Großmann hat die passende Stimme, um die Geschichte aus der Sicht von Almut Block wiederzugeben. Schade ist, dass die Kapitel nicht aufzeigen, wo die Geschichte gerade spielt. Almut erzählt ihre Geschichte dem Gefängnispsychiater Dr. Club (schließlich machen die Seniorinnen ja auch Urlaub im Club Altenheim) und so springt die Handlung sehr stark von den Ereignissen vor dem Altenheim, ins Altenheim, zu Almuts Fantasien, zum Arzt. Es ist nie sicher, wo man gerade ist, was das Hören (auch wenn es nur knappe 4 Stunden sind) stellenweise erschwert. Die Schilderungen von Almut sind stellenweise nachvollziehbar, aber dann auch wieder sehr überspitzt, eklig, vulgär. Irgendwie ist die Protagonistin sympathisch, aber auch nicht immer greifbar, weil man ihre Erzählungen nicht immer greifen kann. Wenn ich die Geschichte hätte lesen müssen, hätte ich sie daher wohl auch abgebrochen – es war einfach zu viel des Guten.
Das Ende ist komplett irre und man muss offen für die eigene Interpretation des Ganzen sein. Was nimmt man für sich selbst mit, wie deutet man die Ereignisse und wie deutet man die Erzählungen von Almut.

Cover:
Das Cover hat mich angesprochen, weil es hauptsächlich Pink ist, es hat so allerdings wenig mit dem Inhalt zu tun und passt daher nicht so wirklich.

Fazit:
Eine Geschichte, welche aufzeigt, dass wir im Alter eher Altlasten sind. Eine interessante Thematik, die allerdings nicht gut umgesetzt wurde, weil vieles zu überzeichnet und das Ende zu wirr ist. Ich vergebe für die Idee und die Stimme 2 Sterne und empfehle das Hörbuch an jene, welche sich auf eine abgedrehte Geschichte einlassen möchten und gerne selbst interpretieren.

Shaolin Mind: Die Suche nach wahrer Freiheit – Shi Heng Yi

Klappentext:
Shi Heng Yis herausfordernste Lebensmomente und wichtigste spirituelle Einsichten
Shi Heng Yi gehört zu den bekanntesten Meistern des 21. Jahrhunderts. Er nimmt uns mit seinen autobiografisch geprägten Einsichten mit auf eine innere Reise und schildert einschneidende Phasen und Erfahrungen seines Lebens. Mit all seiner Begeisterung und Überzeugung hat er sich seiner Lebensaufgabe gewidmet. Doch wer oder was bin ich jenseits der Rollen und Pflichten? Wie finde ich Ruhe inmitten der Bewegung? Was bedeutet es, ein wahrhaft freier Mensch zu sein? Aus der Tiefe des Zen-Buddhismus werden Fragen aufgeworfen, Spiegel gereicht und Einsichten geboten. Die Lehren des Zen führen nicht zu abgeschlossenen Antworten, sondern zu einer lebendigen und wachen Präsenz – zu einem Leben, das nicht beherrscht, sondern gemeistert wird. 
Neun Kapitel der Wandlung, Weisheit und inneren Klarheit
In diesem außergewöhnlich offenen Buch gewährt Shi Heng Yi seltene Einblicke in seinen Lebensweg – ehrlich, berührend und voller Tiefe. In neun Kapiteln erzählt er von prägenden Momenten, inneren Kämpfen und den Erfahrungen, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist.
Doch dies ist mehr als eine Autobiografie: Jedes Kapitel führt den Leser über die persönliche Geschichte hinaus in eine meditative Innenschau. Zen-buddhistische Einsichten eröffnen einen Raum zur Selbstreflexion, zur Klärung und zur persönlichen Transformation. Die zeitlosen Lehren des Zen werden nicht nur erklärt, sondern in den Alltag übersetzt – als konkrete Impulse zur Integration für ein bewusstes, kraftvolles und erfülltes Leben.
Shaolin Mind richtet sich an alle, die sich selbst besser verstehen wollen – und den Mut haben, ihrem Weg mit Klarheit und Herz zu folgen.

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Titel: Shaolin Mind: Die Suche nach wahrer Freiheit
Autor: Shi Heng Yi
Verlag: O. W. Barth
Länge: 241 Seiten
ASIN: ‎B0F4B9QF64
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Vorab Information:
Ich hatte Shaolin Spirit gelesen und fand es eher schlecht, weil ich Shaolin Mind aber schon hatte, wollte ich es auch noch lesen – 22,99 Euro sind mir zum „nicht lesen“ dann doch zu viel.

Inhalt:
Shi Heng Yi berichtet in diesem Buch über die Entwicklung des Shaolin Temple Europe, nachdem Shaolin Spirit erschienen ist. Er schildert seine Reise mit dem Umgang der „nicht Anerkennung“ durch den ehrwürdigen Abt in China und wie er mit den ganzen Anfeindungen umgegangen ist, was er sonst noch aus seinen Entscheidungen gelernt hat und wie es ist, sich immer wieder in die Position des Schülers zu begeben.

Meinung:
Einen Monat ist es her, dass ich meine Rezension zu Shaolin Spirit verfasst habe und ich wollte Shaolin Mind so schnell wie möglich lesen, damit ich es überhaupt noch lese. Ich war nach Shaolin Spirit etwas ernüchtert, weil ich mir mehr Input und weniger Werbung erhofft hatte – dies war aber auch der Grund, warum Shaolin Mind nun so schnell gelesen werden musste, damit sich nichts Negatives in meinem Kopf festsetzen kann.
Neues Buch – neue Chance!
Shaolin Mind setzt sich aktiv mit der Kritik aus Shaolin Spirit auseinander. Wie die Reaktionen auf den Tempel und auf Shi Heng Yi gewirkt haben, wie sich der Autor fühlte, was generell in der Coronazeit passierte, wie sich der Tempel etabliert hat und wie andere Shaolin Schulen und der oberste Shaolin Tempel (China) auf das Geschehen in Europa geblickt haben.
Die Sichtweise und auch die privaten Einblicke fand ich interessant und auch der Umgang damit. Allerdings kommt auch dieses Buch nicht ohne Werbung aus, denn es wird immer wieder auf das Marketingkonzept eingegangen und auch aktiv auf Programme des Tempels verwiesen. Es ist wirklich schade, dass dieses Buch durch die unterschwellige Werbung an Glaubwürdigkeit verliert und auch, dass Shi Heng Yi in unterschiedliche Schreibstile verfällt – wer hat da mitgeholfen? Stellenweise wirken die Erzählungen und Erlebnisse schlüssig und spannend, dann scheint es in eine Art der Rechtfertigung abzudriften und dann in Selbstbestätigung. Der Autor wirkt daher nicht authentisch, nicht in seiner Mitte, um die es ihm ja immer geht. Mir hat eine tiefere Art der Selbstreflexion gefehlt, welche aus dem Inneren kommt.

Cover:
Es ist gestellt, genau wie die YouTube-Videos und sonstigen PR-Bilder.

Fazit:
Bedauerlicherweise ist auch dieses Buch nur eine Werbeanzeige für den Tempel in Otterberg und dafür ist es einfach zu teuer! Wenn es preislich unter 10,- Euro (als E-Book) liegen würde, könnte man die biografischen Anteile im Buch noch empfehlen. Für eine dicke Werbebroschüre mit persönlichen Einblicken ist es aber mit knappen 23,- Euro einfach zu viel und bekommt nur 2 Sterne und keine Leseempfehlung.

Qi Gong: Der heilige Weg – Hong Li Yuan

Klappentext:
Seit Tausenden von Jahren verfeinert man in China die Fähigkeit, mithilfe von Qi Gong Energie aus der Umwelt aufzunehmen, um damit das eigene Energiepotenzial zu erhöhen. Wenn die Energie in den Meridianen im Fluss ist, ist der Mensch gesund. Ist sie blockiert, können Müdigkeit, Kraftlosigkeit und längerfristig Krankheiten entstehen. Der Großmeister Hong Li Yuan unterrichtet seit fast dreißig Jahren Qi Gong und Tai Chi im Westen. Sein Qi Gong ist sehr erfolgreich, weil es für jeden leicht anwendbar ist und die positiven Auswirkungen sofort spürbar sind. Die klaren Übungsanleitungen sind verwoben mit der Philosophie des Daoismus und zeigen die universelle Weisheit des Qi Gong.

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Titel: Qi Gong: Der heilige Weg
Autor: Hong Li Yuan
Verlag: Nymphenburger
Länge: 121 Seiten
ASIN: ‎B00DSTXS5E
Meine Bewertung: 2 Sterne gefällt mir nicht

Inhalt:
Viele Heilversprechen von einem sehr überbelichteten Autor

Meinung:
Dieses Buch hat mich angesprochen, weil das Cover chinesische Schriftzeichen abbildet und der Inhalt von einem echten Chinesen stammt. Ich gehe immer davon aus, dass man den meisten Input an der Quelle bekommt und der Autor war dazu noch Vorstandsmitglied der Tai- Chi- und Qi-Gong-Gesellschaft Shanghai und ist Mitglied im internationalen Qi-Gong-Ärzteverband.
Bei diesem Hintergrund ist es verständlich, dass sich Hong Li Yuan in den ersten Kapiteln über Betrüger und Scharlatane aufregt und auch vor diesen warnt. Allerdings mag Hassreden niemand und es hätte auch einfach gereicht zu schreiben, dass man bei „echtem Qigong“ dieses und jenes zu fühlen hat und wenn dem nicht so ist, kann man ja mal einen anderen Lehrer probieren oder sich selbst hinterfragen. Nicht immer hängt alles am Lehrer 😉
Bedauerlicherweise geht es dann arrogant weiter, denn nicht nur, dass es viele schwarze Schafe gibt, nein, denn nur das Qigong vom Großmeister Hong Li Yuan ist das einzig wahre, es wurde ja schließlich auch nach ihm benannt – aber was sind schon Namen (O-Ton). Es reicht also, seine Übungen auszuführen und man wird besser. Die ersten 2 Jahre nur drinnen, damit der Wind und die Bäume uns nicht krank machen und nach mehrjähriger Praxis kann man dann auch mal hinausgehen – es sei denn, es kommt Wind. Diesen soll man zwar mit offenen Armen empfangen, aber nicht so doll. Es tut mir leid, aber das waren mir alles zu viele Dogmen. Auf der Webseite vom Autor sieht man ihn auf einer Dachterrasse (?) in Shanghai eine Übung ausführen, das kann er nur, weil er schon über 30 Jahre praktiziert ode wie soll man das verstehen?
Zudem werden im Buch Heilversprechen abgegeben – auch wenn er Mitglied im Qi-Gong-Ärzteverband ist, sollte dies doch unterlassen werden. Qigong kann helfen ja, aber ein Heilversprechen ist doch etwas sehr Großes und kann viele Menschen täuschen.
Was mich schockiert hat, waren dann aber aufgestellte Behauptungen (bspw. Sichtbarkeit der Meridiane bei der Schulmedizin oder Tote Pferde durch ihr Ego – weil sie einen Mückenstich nicht verkraftet haben), ohne Quellenangabe und folgende Widersprüche:
1. Man soll zu einem Meister gehen, der das traditionelle und alte Qi Gong praktiziert – Hong Li Yuan stellt dann aber „seine“ Übungen als die einzig richtigen und notwendigen dar.
2. Wenn man keinen guten Meister finden kann, soll man selbst praktizieren. Aber besser in der Gruppe, weil dann die Energie besser fließen kann. Wenn man aber was falsch macht, dann können Energiebahnen blockieren und man wird richtig krank – deswegen soll man sich einen Meister suchen…
Was mir gefallen hat, waren die Schriftzeichen und die Bilder, das lockerte den Text etwas auf.

Cover:
Wie schon erwähnt, gefällt mir das Cover, weil es authentisch wirkt.

Fazit:
Ein sehr dünnes Buch, was eher das Ego des Meisters beleuchtet, als das heilende Qigong. Ich vergebe 2 Sterne und spreche keine Empfehlung aus.

Dschungelkind – Sabine Kuegler

Reiheninfo:
Dschungelkind
Ruf des Dschungels
Jägerin und Gejagte
Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind

Klappentext:
Was uns unvorstellbar erscheint – Sabine Kuegler hat es erlebt. Unter archaischen Bedingungen wuchs sie im Dschungel West-Papuas auf. Heute lebt sie in Deutschland. »Angst habe ich erst hier kennen gelernt«, sagt sie. Und sie weiß, dass sie zurückkehren wird.Sabine Kueglers Geschichte beginnt, als sie mit fünf Jahren als Tochter deutscher Sprachforscher und Missionare nach West Papua kommt. Mitten im Urwald lebt die Familie mit dem Fayu-Stamm, der für Kannibalismus und unvorstellbare Brutalität steht und dessen Menschen erst langsam lernen, zu lieben statt zu hassen, zu vergeben statt zu töten. Für die heranwachsende Sabine wird der Stamm jedoch zum Teil ihrer selbst, der Dschungel zur Liebe ihres Lebens: Sie ist keine Deutsche mehr, kein weißes Mädchen aus Europa, sie wird eine Eingeborene, die schwimmt und jagt, fühlt und handelt wie eine Fayu.Mit 17 Jahren wird Sabine auf ein Schweizer Internat geschickt, um ihren Schulabschluss zu machen – ein katastrophaler Einschnitt für sie. »Angst habe ich erst hier gelernt«, sagt sie. Und immer spürt sie Heimweh, eine Sehnsucht, die ständig in ihr brennt. Sie wird zurückkehren in den Dschungel, um für sich herauszufinden: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich eigentlich, Fayu oder Europäerin?

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Titel: Dschungelkind
Autor: Sabine Kuegler
Sprecher: Elena Puszta
Verlag: rb media
Länge: 461 Minuten
ASIN: ‎B0DKK3HHHS
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Info zur Rezivorgeschichte:
Ich hatte Dschungelkind 2005 gelesen, als das Buch erschienen ist, fand ich es interessant und eindrucksvoll. Dass es danach noch mehrere Bücher zum Thema gab, ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Erst kürzlich entdeckte ich dann „Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind“ und hörte es mir an. In Teil 4, wie ich mittlerweile weiß, wurden viele Sachen aus Dschungelkind wiederholt und weil ich einiges anders in Erinnerung hatte, habe ich daher „Dschungelkind“ als Hörbuch gehört.

Inhalt:
Sabine Kuegler lebt mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern in unterschiedlichen Teilen der Welt. Den Großteil ihrer Kindheit verbringt sie dabei in Westpapua, im Urwald, bei den Fayu-Stämmen.

Meinung:
Als ich das Buch 2005 das erste Mal gelesen hatte, war ich fasziniert von den vielen Eindrücken, welche Sabine Kuegler aus ihrem Leben schildert. 21 Jahre später, mit mehr Lebenserfahrung, kann ich mich dem nur noch teilweise anschließen. Der zeitliche Ablauf springt sehr stark und tatsächlich widerspricht sie sich auch in einigen Bereichen. Bspw. der Aufenthalt in Deutschland, Kindergartenbesuche, das Leben und die Ausbildung bei den Fayu, die Rolle ihrer Eltern.
Beim jetzigen Hören hatte ich daher ein sehr durchwachsenes Gefühl. Zudem bin ich auch mit der Stimme und den Emotionen von Elena Puszta (als Sprecherin) nicht ganz zurechtgekommen, es war mir zu distanziert.
Die Geschichte wirkt nicht ehrlich, sondern aufgehübscht, um Sachen zu verbergen, nur welche? Ich mag mich evtl. auch täuschen, aber wäre alles so gelaufen, wie die Autorin schreibt, dann war doch alles gut. Wenn aber alles gut war, warum ist die Familie so oft umgezogen? Warum verbringen Sprachforscher, auch Jahre nachdem sie die Sprache erfolgreich erforscht haben, noch Zeit mit den Fayu und lehren sie rechnen, schreiben und eine fremde Sprache? Ging es nicht doch eher darum, den wilden Stamm zu missionieren? Schließlich haben sich die Fayu von einigen ihrer Traditionen (bspw. Begräbnisse) abgewandt und verhielten sich eher christlich. Ein paar Anspielungen und Bibelzitate erwähnt Kuegler, aber kann es in einer Familie mit missionierender Tätigkeit wirklich nur so wenig gewesen sein? Warum sind so viele Details in der Handlung wässrig beschrieben?
Das Einzige, was wirklich ausführlich aufgeführt ist, ist die Angst und die Panik, welche Sabine außerhalb des Urwaldes hat. Sie versteht so wenig und ritzt sich aus Verzweiflung – kein Wort über Hilfe, welche sie erhalten hat, kein Wort, warum sie scheinbar immer allein dasteht – und das, obwohl sie auch schreibt, dass sie Menschen hat, die ihr nachstehen. Wo sind die denn hin?
Die Handlung wirkt damit nicht nach einem Buch, was über das Leben bei den Fayu aufklären soll, sondern nach einem ernsten Hilfeschrei (mit Geld-Druck-Charakter).

Cover:
Das Cover wäre mit einem Fayu authentischer.

Fazit:
Zahlreiche Ungereimtheiten, Zeitsprünge und vieles nur oberflächlich. Statt eines tiefen Einblicks in das Leben der Fayu stehen Sabines persönliche Ängste und ihre Schwierigkeiten außerhalb des Urwalds im Mittelpunkt – ein Aspekt, der zwar berührt, aber gleichzeitig unvollständig erzählt wirkt. Insgesamt bleibt für mich der Eindruck, dass viel Potenzial verschenkt wurde, daher nur 2 Sterne für eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Eine Empfehlung gibt es nicht wirklich – Leseproble anschauen und selbst entscheiden.