Klappentext:
Die 17-jährige Robyn ist wie besessen vom Ambrosia, dem Hotel gegenüber ihrer Wohnung. Seine düstere Geschichte und die zwielichtigen Langzeitgäste faszinieren die True-Crime-Liebhaberin so sehr, dass sie oft mit dem Fernglas am Fenster sitzt. Sie kennt die Routinen des Personals, die Gewohnheiten der Gäste und das ein oder andere schmutzige Geheimnis. Insgeheim träumt Robyn davon, einen Cold Case zu knacken. Doch dann wird sie Zeugin einer Entführung – und das Opfer ist für Robyn keine Unbekannte. Sofort ist ihr klar: Sie muss etwas tun! Aber wie? Aufgrund einer Erkrankung kann Robynm ihre Wohnung im sechsten Stock nicht verlassen. Kurzerhand schickt sie A.J., einen Jugendlichen von der Straße, ins Ambrosia, um gemeinsam mit ihr zu ermitteln. Doch keiner von beiden ahnt, welche Schrecken im Hotel auf ihn lauern …
Titel: Hotel Ambrosia
Autor: Katie Kento
Verlag: one
Länge: 481 Seiten
ASIN: B0DDZBWNFL
Meine Bewertung: 1 Stern – gefällt mir gar nicht
Inhalt:
Robyn ist begeistert von True-Crime. Daher passt es einfach zu gut, dass sie gegenüber vom Hotel Ambrosia wohnt, dort passieren seit Jahrzehnten immer wieder mysteriöse verbrechen …
Meinung:
Der Einstieg in die Handlung gelingt spielend und so ist man gleich bei Robyn, welche angeblich ME/CFS haben soll. Warum angeblich? Weil die Beschreibungen der Krankheit nicht immer zutreffend sind! Selbst im Nachwort hat die Autorin selbst geschrieben […] Mir ist bewusst, dass das nicht vollständig und durchweg gelungen sein mag […] – wenn es ihr bewusst ist, warum hat Katie Kento dann nichts verbessert?! Es ist schlimm genug, für Betroffene und Angehörige, sich immer wieder erklären zu müssen und zu wissen, dass das Leistungsvermögen nach jeder (über)Anstrengung schwindet. Das, was die Autorin hier mit Robyn versucht hat zu schildern, ist beschämend!
Also, für True-Crime-Fans ist die Handlung mehr als durchschaubar. Und auch für jeden, der sich schon mal mit ME/CFS beschäftigt hat, ist klar: Das, was Robyn hat, ist definitiv nicht diese Krankheit.
Der nächste Punkt: Robyn ist 17 Jahre alt, hat aber den Umbau ihrer Wohnung selbst bezahlt – mit ihrem eigenen Geld. Woher hat sie das, und wie bestreitet sie ihren Lebensunterhalt, wenn sie sich selbst im Homeschooling unterrichtet? Die Wohnung wurde also Rollstuhlgerecht umgebaut, aber das Schlafzimmer ihrer Großtante hat sie dabei vergessen, dieses ist nur über drei Stufen zu erreichen, warum? Wieso gibt es in einer Wohnung überhaupt Stufen, also im 6. Stock? Liest sich das keiner mehr durch, ob die Geschichte überhaupt Sinn ergibt?
Genug von der nicht vorhandenen Logik und weiter: Robyn konnte ich, aufgrund dieser Idee, das sie ME/CFS hat einfach nicht greifen. Zu krank, um eine Nachricht an eine Freundin zu verfassen, aber fit genug, um den ganzen Tag und die Nacht am Fenster und Laptop zu verbringen? Sie trauert ihrer Mobilität hinterher und ernährt sich von Zucker und Fastfood? So viel Ignoranz dem eigenen Körper und ihren Mitmenschen gegenüber ist unbegreiflich – kurz: ein furchtbar unsympathischer Charakter. Ihre Großtante ist auch nicht ganz sauber und so plätschert die Geschichte so dahin mit Gedanken und Überlegungen. Es passiert einfach nichts, sodass ich immer mehr Sachen überblättert hatte und der Geschichte trotzdem gut folgen konnte. Auf den letzten 100 Seiten nimmt die Geschichte dann doch noch etwas Spannung auf, aber dafür muss man sich nicht durchs Buch quälen.
Aufgelockert wird das Buch durch Zeichnungen, Chats und Mailverläufe.
Cover:
Das Cover passt einfach nicht zur Beschreibung im Buch. Hier hätte man sich besser abstimmen müssen.
Fazit:
Ein netter Versuch eine Krankheit zu integrieren und darüber aufzuklären. Leider voll nach hinten losgegangen und spannend wird es auch nur auf den letzten Seiten. Ich vergebe daher nur einen Stern und gebe keine Leseempfehlung.
Allen Betroffenen und Angehörigen, welche sich mit ME/CFS herumschlagen müssen, wünsche ich das allerbeste und viel Kraft!
