Das Mädchen und der Zauberer – Heinz G. Konsalik

Klappentext:
Für Petra beginnt bald ein aufregendes Leben. Auf der Trauminsel Martinique wird sie den attraktiven Industriellen René Birot heiraten. Doch irgendjemand scheint etwas dagegen zu haben: Während der Schiffsreise findet sie in ihrer Kajüte eine Voodoo-Puppe mit einem Beil im Herzen …


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Titel: Das Mädchen und der Zauberer
Autor: Heinz G. Konsalik
Verlag: Hayne
Seiten: 288
ISBN: 978-3453772083
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Petra wird immer wieder von Männern angebaggert und immer lässt sie diese abblitzen. Doch René Birot ist eisern und schafft es die Deutsche auf seine Heimatinsel Martinique zu locken. Doch bereits auf der Reise in ihre neue Heimat wird die blonde Schönheit bedroht, die Zukunft mit René scheint in Gefahr…

Schreibstil:
Ich mochte Konsalik schon als Kind sehr gerne lesen, einfach weil mir die Raffinesse in den Geschichten gefällt und weil alles so bildhaft beschrieben ist. In diesem Buch steht die karibische Insel Martinique und der Voodoo-Kult im Vordergrund – beides sehr interessante Themen (einmal Urlaub, das andere ist Spannung mit Horror). Die Liebesgeschichte ist ein schöner Ausgleich zum Zauberkult und auch sonst bietet die Inselgeschichte viele kriminelle Machenschaften. Das Besondere bzw. mein Favorit an der Handung ist mittlerweile, dass Alter (Erstausgabe 1984), es gab noch keine Handys, kein social media, … es ist einfach schön dieser neuen Welt in einem Buch zu entfliehen, den Zauber der Geschichte zu verfolgen und sich etwas zurückversetzt zu fühlen.

Charaktere:
Es ist alles dabei: ein guter Polizist, ein Liebespaar, Voodoopriester, Rächer, Opfer, also alles was ein guter Krimi braucht. Besonders gefallen hat mir, dass die Figuren sich entwickeln, dass sie Ängste haben, diese zeigen und sich finden. Es wirkt alles auf eine Art echt. In Jean hätte ich mich wohl auch verguckt, seine planlose Art brachte mich immer wieder zum Lachen.

Cover:
Das Cover wirkt alt, nach Groschenroman an der Tanke, aber irgendwie passt das auch zur Geschichte – schwer zu beschreiben.

Fazit:
Wieder ein schöner Roman von Konsalik, der volle 5 Sterne bekommt, weil er mich gut unterhalten hat. Eine Leseempfehlung kann ich kaum aussprechen, wohl eher an Leser, welche Krimis von früher mögen, bei denen es noch um echte Ermittlungen geht.

Neun Fremde – Liane Moriarty

Klappentext:
Neun Fremde und zehn Tage, die alles verändern: In einem abgelegenen Wellness-Resort treffen fünf Frauen und vier Männer aufeinander, die sich noch nie zuvor begegnet sind. Sie alle sind in einer Krise und wollen ihr altes Leben hinter sich lassen. Bald schon brechen alte Wunden auf und lang gehütete Geheimnisse kommen ans Licht. Denn nichts ist so, wie es scheint in Tranquillum House …


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Titel: Neun Fremde
Autor: Liane Moriarty
Verlag: Diana
Seiten: 528
ISBN: 978-3453292345
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Ein Wellness-Resort bietet etwas völlig neues: Eine Neugeburt des Körpers und der Seele nach einer 10-tägigen Reinigung. Kling abstrus, das ist es auch, denn die Therapeuten kennen und nutzen neue Wege, um ihre Gäste neu zu sortieren …

Schreibstil:
Jeder Charakter bekommt seine eigene Erzähllinie, so bekommt der Leser immer die Gedanken und Gefühle des einen Protagonisten ausführlich mit. Dadurch laufen allerdings viele Handlungsstränge nebenher und gerade der Einstieg ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Handlung bekommt durch die ganzen persönlichen Gedanken aber auch längen, denn der eine Charakter denkt und fühlt und im nächsten Kapitel gibt ein anderer seine Gedanken zum gleichen Thema preis und die Situation wiederholt sich. Das ist teilweise echt anstrengend aber auch interessant, weil gerade die innere und äußere Wirkung stark abweichen kann. Der Spagat zwischen den beiden (Gedanken und Realität) ist gut dargestellt, aber etwas weniger wäre schön gewesen. Im Allgemeinen hätte das Buch auch in allem weniger haben können. weniger Drama, weniger abgedreht und weniger Klischee.

Charaktere:
Alle Klischees sind abgedeckt. Es gibt keine plötzlichen Wendungen, sie entwickeln sich nicht, sind eher stoisch und wirken teils stark konstruiert.

Cover:
Das Cover ist genial! Diese Abgeschiedenheit wirkt erdrückend und wohltuend zugleich. Das birgt Spannung.

Fazit:
Starker Einstieg mit abgedrehtem Ende, hier war es eindeutig zu viel des guten. Die Geschichte hat gute Ansätze mit Burnout, Trauerbewältigung und Verlust (auch beruflich) umzugehen, aber im wesentlichen ist es zu abgedreht. Ich vergebe 3 Sterne für eine nette Unterhaltung mit guten Ansätzen.

Ich bedanke mich bei Bücher.de für das Rezensionsexemplar.

Das Geheimnis von Silent Rose – Isabell Schmitt-Egner

Klappentext:
Als die millionenschwere Erbin Nina zum High-Society-Sanatorium Silent Rose gebracht wird, stehen ihre Chancen auf ein langes Leben nicht besonders gut. Unter Adligen und It-Girls soll sie mitten im Nirgendwo zur Ruhe kommen und ihre Herzkrankheit auskurieren. Was sie tatsächlich vorfindet, ist gähnende Langeweile, und dazwischen Henry, einen echten Prinzen, dessen Lebensenergie zu ihrem Lichtblick wird. Doch dann erschüttert ein tödlicher Unfall das Sanatorium und stellt alles an diesem Ort schlagartig infrage. Was verbirgt Silent Rose? Und warum ist Nina wirklich hier?


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Titel: Das Geheimnis von Silent Rose
Autor: Isabell Schmitt-Egner
Verlag: impress
Seiten: 417
ASIN: B07BZJ43BP
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Nina ist Herzkrank, seit zwei Jahren versucht ihre Tante bereits sie wieder fit zu bekommen. Ihre letzte Chance ist das Sanatorium Silent Rose, doch nichts ist so wie es scheint …

Schreibstil:
Isabell Schmitt-Egner ist mir aus vielen schaurigen Kurzgeschichten bekannt, daher habe ich mit einer fesselnden Geschichte gerechnet, die ich auch bekommen habe. Das Ambiente ist gut, die Gefahren greifbar und die Handlung ist nachzuvollziehen. Die Ausdrucksweise passt und es ist in sich alles stimmig. Bis .. ja bis zum letzten drittel, dann haben sich die Fehlerchen eingeschlichen. Nicht von der Grammatik sondern vom logischen.
SPOILER: Die Teens sperren eine Person ein, die ihnen dann hilft die Bösen abzulenken. Es ist schwer vorstellbar, dass die helfende Person das ganze überlebt, aber sie tut es. Auch ist es nicht logisch, dass die Kreditkarte von einer Person noch funktioniert, obwohl sie längst ausgeschaltet sein sollte und die Benutzung bleibt natürlich ohne Konsequenzen.

Charaktere:
Alle sind sehr sympathisch und ihr handeln ist nachvollziehbar. Zwischenzeitlich ist die übliche Handlung 2 Boys 1 Girl etwas drüber, aber anders hätte man es wohl nicht machen können. Es gibt zumindest keinen epischen Kampf um das Mädchen und das war sehr entspannend. Alle sind sich einig – das hat was!

Cover:
Es ist so schön gestaltet, es verbindet die Verletzlichkeit und die Dunkelheit, es wirkt mystisch.

Fazit:
Ein ganz toller Jugendkrimi der mich fesseln konnte, auch wenn er zwischendrin ein paar Fehler hatte und zeitweise etwas langatmig war, hat mich die Geschichte trotzdem überzeugt und ich vergebe 4 Sterne.

Wanka würde Wodka kaufen – Jule Kaspar

Klappentext:
Achtung, resolute Russin in Sicht! Wanka Nikolajewna Iwanowa ist notgelandet und mischt ihre neue deutsche Heimat auf. Der humorvolle Roman „Wanka würde Wodka kaufen“ von Jule Kaspar ist eine einzigartige Culture-Clash-Komödie mit einer liebenswert-schrägen Heldin.

Deutschland war eine schlechte Idee. Nicht, dass sie es sich ausgesucht hätte; sie wollte ja in Russland bleiben. Doch mit der Mafia kam das Zeugenschutzprogramm, und so musste Wanka, die im Zirkus zu Hause war, nehmen, was sie kriegt. Nicht nur das Land, sondern auch einen neuen, nicht einmal korrekten Namen: Jekaterina Poljakow. Plus den Schein-Ehemann. Weder mit ihm, Vladimir, noch mit seinen Gören versteht sie sich. Und ihr Betreuer, Herr Lehmann, zeigt bald allergische Reaktionen, wenn er nur ihren Namen hört. Denn die Russin versagt in jedem Job und begegnet den Deutschen auf eher besondere, ohne Zweifel Wanka-typische Weise. Ohne zu wissen, wohin sie kann, will sie bloß wieder weg, doch mit der Zeit macht ausgerechnet Vladimir ihr bewusst, dass Deutschland eigentlich ein ganz schönes Zuhause ist. Das Projekt „Integration“ scheint (fast) zu klappen, als die Russin auf Musikproduzent Max Leif aufmerksam wird, der eine Stelle als Putzfrau ausgeschrieben hat …

Eine Culture-Clash-Komödie zwischen Deutschland und Russland – originell, humorvoll und voller Situationskomik! Eine Komödie, die unter die Oberfläche und manchmal auch unter die Haut geht.


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Titel: Wanka würde Wodka kaufen
Autor: Jule Kaspar
Verlag: Knaur
Seiten: 336
ISBN: 978-3426521335
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Wanka wird über den Zeugenschutz von Russland nach Deutschland migriert. Kaum in Deutschland begibt sie sich widerwillig in eine Scheinehe und muss auf Jobsuche …

Schreibstil:
Jule Kaspar schreibt mit „Wanka würde Wodka kaufen“ ein Prequel zu den Max Leif Büchern (Die sieben Tode des Max Leif: Ein Hypochonder-Roman – Juliane Käppler und Die Schwangerschaft des Max Leif: Ein Roman in 9 Monaten – Juliane Käppler) und ja, Knaur hat ihr ein neues Pseudonym verpasst. Trotzdem ändert der neue Name nichts am gewohnt sympathischen Schreibstil. Auch in „Wanka“ baut Juliane wieder viele Alltäglichkeiten ein, lässt ihre Figuren leben und würzt das ganze mit viel Gefühl – von Tränen bis Lachkrämpfen ist alles dabei. Damit Wankas Dialekt richtig zur Geltung kommt, ist natierlich auch vieles in der typischen Ausdrucksweise von Wanka verfasst. So macht es auch noch Spaß das Buch vorzulesen und Wanka so richtig meckern zu lassen 😉

Charaktere:
Ich habe Wanka bereits in den Max Büchern ins Herz geschlossen und habe gebetet, dass es ein Buch über sie gibt. Und ja, jetzt habe ich sie noch mehr lieb. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, versucht es allen recht zu machen, macht weiter obwohl jeder von uns aufgegeben hätte und dennoch bleibt sie sich treu. Sie vermittelt eine wunderbare Stärke, mit Einfühlungsvermögen und dies mit einem Hauch Verletzlichkeit. Sie wirkt einfach verdammt real und das ist grandios.

Vladimir ist ein sehr interessanter Charakter. Zu Beginn war er sehr zurückhaltend, aber er taut immer mehr auf und zeigt was in ihm steckt. Sehr sympathisch ist seine eher stoffelige Art, er wirkt teilweise phlegmatisch aber bestimmt. Das passt wunderbar in die Geschichte.

Die Randfiguren der Geschichte passen ebenfalls voll ins Bild. Sie sind absolut aus dem Leben gegriffen und jeder wird auf die ein oder andere Art schon mit ihnen Bekanntschaft gemacht haben. Herrlich!

Cover:
Das Cover wirkt, blutrünstig, verrückt. Das passt definitiv zur Geschichte, auch wenn es kein wirklicher Krimi ist.

Fazit:
Wanka kann unabhängig der Max Bücher gelesen werden, es ist ein in sich geschlossener Roman und er hat es echt in sich! Es ist wirklich alles dabei: die Trauer etwas hinter sich zu lassen, bedenken vor etwas neuem, die Kraft bei sich zu sein und dabei offen für etwas oder jemanden. „Wanka würde Wodka kaufen“ ist bis jetzt mein Highlight 2019 und verdient volle 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

Ich bedanke mich bei Juliane für das Rezensionsexemplar.

Alles was ich dir geben will – Dolores Redondo

Klappentext:
»Er hatte den Verdacht, dass sein ganzes Leben auf einer Lüge aufgebaut war.« Als der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien. Dort ist das Unglück passiert. Dort ist die Polizei auffallend schnell dabei, die Akte zu schließen. Dort stellt sich heraus, dass Álvaro ihn seit Jahren getäuscht und ein Doppelleben geführt hat. Doch was suchte Álvaro in jener Nacht auf einer einsamen Landstraße? Zusammen mit einem eigensinnigen Polizisten der Guardía Civil und Álvaros Beichtvater stellt Manuel Nachforschungen an. Eine Suche, die ihn in uralte Klöster und vornehme Herrenhäuser führt. In eine Welt voller eigenwilliger Traditionen – und in die Abgründe einer Familie, für die Ansehen wichtiger ist als das Leben der eigenen Nachkommen.


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Titel: Alles was ich dir geben will
Autor: Dolores Redondo
Verlag: btb
Seiten: 608
ISBN: 978-3442757657
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Eine Liebe zwischen zwei Männern, die ein schlimmes Ende findet. Alvaro stirbt bei einem Autounfall in Galicien, dabei sollte er doch in Barcelona sein. Sein Mann Manuel versteht die Welt nicht mehr, hat Alvaro ein Doppelleben geführt?

Schreibstil:
Berührend und ergreifend schreibt Dolores Redondo über den Verlust, die Liebe und dunkle Familiengeheimnisse. Mich hat die Handlung von der ersten Seite an gepackt. Zwischendrin verstrickt sich die Autorin allerdings in Details und das zieht die Handlung etwas in die Länge, hier wäre weniger mehr gewesen. Das Ende ist wieder sehr schön und die Auflösung perfekt!

Charaktere:
Sie leben, sie entwickeln sich und sie haben Marotten, also genau so wie wir alle. Das macht sie natürlich mehr oder weniger sympathisch. Schön ist, dass sie wirklich so existieren könnten.

Cover:
Das Cover ist sehr schön, wirkt allerdings sehr traurig – was die Geschichte auch stellenweise ist.

Fazit:
Teilweise ein bisschen lang, aber im großen und ganzen sehr bezaubernd, traurig und lebendig. Wer Geschichten von Familiengeheimnissen und fernen Ländern mag, wird mit diesem Buch sehr glücklich. Von mir gibt es 4 Sterne für ein angenehmes Lesevergnügen.

Ich bedanke mich bei bücher.de für das Rezensionsexemplar.