Pferde fit füttern: Wie ich mein Pferd artgerecht ernähre – Dr. Christina Fritz

Klappentext:
Pferde fit füttern meint nicht etwa, den Pferden mit Zusatzfutter zu einer besseren Ausschöpfung des Potentials zu verhelfen. Vielmehr beschäftigt sich das Buch mit dem Thema „artgerechte Fütterung“ aus verschiedenen Blickwinkeln. Neben der genauen Beschreibung der Vorgänge im Verdauungstrakt werden auch die verschiedenen Futtermittel und ihre Wirkung auf den Stoffwechsel des Pferdes betrachtet. Der Leser findet hier eine Anleitung dafür, sein Pferd genau auf dessen Bedürfnisse abgestimmt zu füttern und damit gesund zu erhalten.


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Titel: Pferde fit füttern: Wie ich mein Pferd artgerecht ernähre
Autor: Dr. Christina Fritz
Verlag: Cadmos
Seiten: 192
ASIN: B00DJ6VWA4
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:

  • Vorwort
  • EINLEITUNG: Ernährung und Stoffwechsel des Pferdes
  • Stoffwechselregulation durch Katalysatoren
  • Das Verdauungssystem des Pferdes
  • Maulbereich
  • Zähne
  • Speicheldrüsen
  • Schlund (Oesophagus)
  • Magen (Gaster)
  • Dünndarm (Intestinum tenue)
  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Leerdarm (Jejunum)
  • Hüftdarm (Ileum)
  • Aufschluss von Nährstoffen im Dünndarm
  • Dickdarm (Intestinum crassum)
  • Blinddarm (Caecum)
  • Grimmdarm (Colon)
  • Mastdarm (Rectum)
  • Fermentation durch die Darmflora im Dickdarm
  • Leber (Hepar)
  • Lage und Bau der Leber
  • Aufgaben der Leber
  • Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
  • Lage und Bau der Bauchspeicheldrüse
  • Aufgaben der Bauchspeicheldrüse
  • Regulation von Stoffwechselbelastungen
    Regulation des Energiehaushaltes
    Futterbestandteile und ihre physiologische Bedeutung
  • Fette
  • Proteine
  • Kohlenhydrate
  • Blutzucker
  • Vitamine
  • Fettlösliche Vitamine
  • Wasserlösliche Vitamine
  • Mineralien und Spurenelemente
  • Mineralien
  • Futterarten und ihre Zuordnung
  • Raufutter
  • Heu
  • Weide, Grünfutter
  • Heulage (Anwelksilo, Grassilage, Haylage, Heusilo, Feuchtheu, Gärheu)
  • Stroh
  • Luzerne (Alfalfa)
  • Kraftfutter
  • Hafer
  • Gerste
  • Mais
  • Dinkel
  • Roggen
  • Weizen
  • Triticale
  • Hirse
  • Reis
  • Mischfutter – Müslis und Pellets
  • Saftfutter
  • Äpfel
  • Bananen
  • Birnen
  • Karotten und Futtermöhren
  • Rote Bete
  • Runkeln, Futterrüben
  • Zitrusfrüchte
  • Diätische Futterkomponenten
  • Erbsen
  • Flohsamen
  • Johannisbrot
  • Kartoffeln
  • Kräuter
  • Leinsamen
  • Mash
  • Melasse
  • Pflanzenöle
  • Seealgen
  • Soja
  • Sonnenblumenkerne
  • Topinambur
  • Weizenkleie
  • Zuckerrübenschnitzel
  • Vitaminisierte und mineralisierte Zusatzfutter
  • Wasser im Stoffwechsel des Pferdes
  • Zusammenstellung von Futterrationen
  • Futtermittelrechtliche Bestimmungen
  • Kennzeichnungen auf Fertigfuttermitteln
  • Zugelassene Zusatzstoffe in Mischfuttermitteln
  • „Stoffwechselsymptome“ des Pferdes
  • Anzeichen für Stoffwechselentgleisungen
  • Unterstützende Maßnahmen zur Futterumstellung und Stoffwechselsanierung

Stil:
Die Aufmachung des E-Books ist leider sehr mangelhaft. Auf meinem Tolino waren die Bilder (Organaufbau und Funktion) nur schwer zu erkennen und einige Texte (Kurzzusammenfassungen) durch grauen Text auf grauem Hintergrund nur schlecht lesbar. Für den Preis von knappen 23,- Euro ist dies einfach sehr ärgerlich und hätte anders gelöst werden können. Auch werden die Tabellen der Nährwertangaben abgehackt und es sieht sehr zerstückelt aus, schnelles und gezieltes nachschauen ist so leider nicht möglich.

Der Aufbau des Buches dagegen ist sehr gut. Zuerst wird der komplette Verdauungstrakt des Pferdes bis ins kleinste Detail erläutert und bebildert. Für Laien ist diese „bis in die letzte Darmzotte“ ggf zu viel des Guten, aber genau diese akribische Beschreibung fand ich super um den genauen Weg des Futters zu verstehen. Danach geht Fritz auf sämtliche Futtermittel ein und beschreibt deren Vor- und Nachteile. Auch werden Stoffwechselkrankheiten beschrieben und erklärt (wobei es hier definitiv noch mehr zu berichten gäbe).

Fazit:
Ein interessantes Buch, welches den Leser animiert die Pferdefütterung zu überdenken. Wirkliche „Futterpläne“ liefert Fritz nämlich nicht. Die muss sich der Leser nach (wahrscheinlich) mehrmaliger Studie der Lektüre selber erarbeiten bzw. erstellen, mitdenken ist also gefragt. Wer dies nicht möchte oder kann, wird mit diesem Buch nicht glücklich. Auch weichen die Nährwerttabellen gewaltig, bei Fritz deutlich niedriger als bei allen anderen veröffentlichten Tabellen, ab. Zitat von Fritz zur Begründung der Abweichung: „[…] In dem Fall mag rechnerisch anhand von Futterwerttabellen zwar die Nährstoffversorgung gegeben sein, praktisch [sind die Mineralien, Vitamine etc.] für das Pferd aber nicht verfügbar [, weil diese nicht verstoffwechselt werden können]. […]“.

Vor mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für „Pferde fit füttern“, egal ob man sich einen neuen Futterplan erstellen möchte oder nicht, aber es ist einfach wahnsinnig interessant zu wissen, was wir unseren Tieren für Müll vorsetzen, wenn wir kaufen, was uns vorgesetzt und angepriesen wird. Einen Stern Abzug gebe ich für die schlechte Aufmachung des E-Books und die ständige Wiederholung von Fritz, dass gutes Heu und artenreiche Wiesen / Weiden das beste Futtermittel sind (einmal hätte gereicht 😉 ), daher 4 Sterne.

Genussvoll Reiten mit der Légèreté: Die Entdeckung der Leichtigkeit im Sattel – Pascale Berthier

Klappentext:
Grau ist alle Theorie? Von wegen. Wer Pascale Berthiers Texte liest, bekommt einen außergewöhnlich lebendigen Eindruck von der Reitkunst. Es hat viel von dem, was andere Werke haben: systematisch gegliederte, logische Anleitungen und nachvollziehbare Erklärungen. Allerdings hat es etwas, was im Fachbuchregal selten anzutreffen ist: Humor. Damit ist Pascale Berthiers Werk ein unterhaltsames Fachbuch, das komplizierte Sachverhalte in leicht verdaulichen, sehr bildhaften Häppchen serviert. Es beschreibt die Techniken der Légèreté von der Basisarbeit bis zur Entwicklung höherer Lektionen in der Reit- und Fahrpraxis. Das Wort Baucherismus wird vom theoretischen Begriff zur greifbaren Praxis. Wie setzt der Reiter, Hand, Knie oder Gesäß korrekt ein? Warum ist die festgestellte Hand viel sanfter, als viele glauben und was bringt die Arbeit mit nur einem Zügel? Berthier stellt kluge Fragen und serviert herzhafte Antworten. Ganz nebenbei lernt der Leser Berthier und ihren Lehrmeister Racinet kennen, was dem Buch eine ganz persönliche Note verleiht.


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Titel: Genussvoll Reiten mit der Légèreté: Die Entdeckung der Leichtigkeit im Sattel
Autor: Pascale Berthier
Verlag: Cadmos Verlag
Seiten: 112
ISBN: 978-3840410574
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Zu Beginn möchte ich erst mal loswerden, dass mich der Klappentext in Verbindung mit der Seitenzahl des Buches schon zweifeln lies, ob ich wirklich das bekomme, was ich erwartet habe. Oder anders: Ich habe meine Erwartungen stark zurückgenommen als ich das dünne Buch sah!

Der nächste Punkt: Ich würde hier niemals von einem Fachbuch sprechen! Natürlich ist dieses Buch für Reiter geschrieben und setzt einen gewissen Grad an reiterlichem Können voraus, aber dennoch sind die Infos zu dünn und geben nur schwammige Anleitungen.

Ich habe wirklich Schwierigkeiten dieses Buch zu rezensieren. Es gab Stellen, die ich gut fand und wieder andere, bei denen ich mir dachte „was soll das alles?“

Gut erklärt ist der Gebrauch der „festgestellten Hand“ oder der sog. „main fixe“. Allerdings auch nicht wirklich gut, da dieses Thema Seiten füllen könnte und hier nur auf einer beschrieben ist zzgl. Bildern. So ähnlich geht es dann weiter. Themen werden angerissen und dann folgen Geschichten über Kochen und Backen – ist das der angepriesene französische Humor?

Der nächste Punkt ist das Longieren. Pascale Berthier stellt eine sehr eigenartige Version des longierens vor, welche ich noch nie gesehen habe. Ich finde die Art interessant, würde es aber nie umsetzen – ich longiere grundsätzlich mit dem Kappzaum und kann mir nicht vorstellen, dass so feines longieren auf Trense möglich ist. Die Autorin weist zwar darauf hin, dass die Longe – wenn nach ihrer Anweisung gearbeitet wird – durchhängt, aber dennoch liegt sie im Gebissring und belastet das Gebiss einseitig – für mich ein absolutes no-go! Auch finde ich es dogmatisch zu sagen, dass die „herkömmliche Art“ zu longieren nicht gut sei, denn hinten treiben und vorne halten bringt kein Pferd zum losgelassenen Gehen – Hier stimme ich Pascale Berthier teilweise zu „vorne halten und hinten trieben“ ist bei allen Arbeiten hinderlich, es hat aber nichts mit der regulären Longenarbeit zu tun, sondern beschreibt eine Sparte an Pferdeleuten die es einfach nicht besser kann! Unter Fachgerechter Anleitung kann gute Longenarbeit wunder bewirken und ein Pferd Gerade auf einer Kreisbahn zu halten ist ebenfalls ein langer Weg und harte Arbeit – die Pferde, auf den im Buch abgebildeten Fotos dagegen, sind schief. Wie sieht es überhaupt mit Gymnastik aus? Seitengänge habe ich im Buch vermisst, obwohl sie kurz erwähnt wurden das sie hilfreich sind.

Fazit:
Ich finde, dass dieses Buch einen Austausch zwischen Berthier und Racinet wiedergibt. Sie weiß nicht weiter und fragt ihren Lehrer, der ihr immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht. Diese Lehre versucht sie, in unveränderter Art, weiterzugeben und zeigt Auszüge ihrer Arbeit mit ihren Pferden sowie auf Kurspferden. Sie berichtet von der wichtigen Arbeit der losgelassenen Pferde und wie diese sinnvoll angewendet, auch bei Fahrpferden, wahre Wunder vollbringt. Dennoch hat das Buch in sich zu wenig Informationen.

Reiter, welche sich mit der Légèreté bereits beschäftigt haben, werden nichts neues Erfahren und Reiter, welche sich mit dieser Art zu Reiten noch nie befasst haben, werden verwirrt sein und Pferde erkennen, welche mit einer Aufrichtung laufen, aber eine schleppende Hinterhand zeigen – was ebenfalls wenig wünschenswert ist. Wie gesagt, finde ich das Buch nicht wirklich schlecht und auch nicht gut, daher vergebe ich 3 Sterne und empfehle jedem potentiellen Interessenten zuvor einen „Blick ins Buch“.

Basis-Guide für feine Hilfen: Ein praxisnaher Begleiter auf dem Weg zur Reitkunst – Katharina Möller

Klappentext:
Dieses Buch verknüpft moderne Lernpsychologie mit klassischer Reitkunst. Hier erfahren ambitionierte Freizeitreiter, die ihr Pferd selbständig aus- und weiterbilden möchten, wie sie von Anfang an eine feine Kommunikation etablieren können, aber auch, wie sich ein bereits stumpfes Pferd wieder auf feine Hilfen sensibilisieren lässt. Was bedeutet Reiten mit feinen Hilfen? Wie lernt ein Jungpferd, von vornherein auf feine Hilfen zu reagieren, und wie gelingt es, die Kommunikation mit einem stumpfen Pferd zu verfeinern? Wie also wird die Basis für genussvolles Reiten gelegt?
In diesem Buch erfährt der Leser, wie man die Hilfengebung gefühlvoll und für das Pferd logisch aufbaut. Ziel ist ein freudig mitarbeitendes Pferd, das sich selbständig bemüht, den Hilfen zu entsprechen: durch Lernen am Erfolg!
Zudem gibt es zahlreiche praktische Tipps, wie man sein Training im Hinblick auf immer feinere Hilfengebung gezielt selbst managen kann: Im Prinzip einfache Markerübungen erlauben es dem Reiter den Fortschritt der Ausbildung zu kontrollieren und schrittweise das Niveau anzuheben. Und eine regelmäßige Videokorrektur ermöglicht die Einschätzung von Stärken und Schwächen des Pferd-Reiter-Teams und schult das Auge für gymnastizierendes Reiten, getragen von Zufriedenheit, Freiwilligkeit und Leichtigkeit.


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Titel: Basis-Guide für feine Hilfen: Ein praxisnaher Begleiter auf dem Weg zur Reitkunst
Autor: Katharina Möller
Verlag: Cadmos Verlag
Seiten: 128
ISBN: 978-3840410338
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Das Handwerkszeug des Reiters
– Die Sitzgrundlage: Richtig sitzen bedeutet das Pferd wahrnehmen!
– Kontrollübungen: Sitze ich in Balance und unabhängig von der Hand?
– Die Logik der Hilfengebung: Reiten ist nicht einfach, aber logisch!
– Von der Technik zur Gymnastik

Wie sag ich’s meinem Pferd? Ein Ausflug in die Lerntheorie
– Operantes Konditionieren
– Lernen am Erfolg
– Das Aussetzen der aktiven Einwirkung
– Gleichzeitig Erlebtes wird verknüpft

Die Prinzipien der Hilfengebung
– Vermittlung positiver Handlungsanweisungen
– Vier Prinzipien zum Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern
– Umgang mit Fehlern: „Nein!“ als unvollständige Information

Nicht alles, was ein Pferd lernen kann, ist auch sinnvoll!
– Exkurs: „Wie mache ich mein Pferd in kurzer Zeit völlig stumpf?“

Sechs Prinzipien der Hilfengebung mit dem Ziel der feinen Reaktion des Pferdes
– Reihenfolge der Hilfengebung einhalten
– Fein anfragen, aber zeitnah nachhaken!
– Vorwärtsreaktion zulassen!
– Vorrang der vorwärtstreibenden Hilfen
– Diagonale Hilfengebung
– Rhythmus der Einwirkung

Das Zusammenspiel der Hilfen: Gymnastizierend reiten

Grundelemente: Die Reaktion auf bestimmte Hilfen erarbeiten, verbessern und wiederherstellen
– Mein Pferd tritt nicht prompt an
– Mein Pferd tritt schlecht seitwärts
– Mein Pferd tritt schlecht rückwärts
– Mein Pferd lässt sich schlecht wenden
– Mein Pferd lässt sich im Tempo schwer zurücknehmen

Markerübungen für jedes Niveau
– Reiten auf Linie: Pylonenkreis
– Übergang auf Linie: Diagonale

Trainingsprinzipien
– Vom Leichten zum Schweren
– Von der Grobform zur Feinform
– Wechselspiel zwischen Haltung und Bewegung
– Wechselspiel zwischen Schubkraft und Tragkraft

Feines Reiten bedeutet nicht nur Technik, sondern auch Stil!

Trainingsmanagement: Selbstkontrolle durch Videokorrektur
– Was Sie filmen sollten
– Was der Ton verrät

Die Auswertung
– Zufriedenheit, Freiwilligkeit, Leichtigkeit
– Technische Ausführung der Übungen
– Selbstkritik, Umgang mit eigenen Schwächen

Gut reiten kann man auf jedem Niveau!

Meine Meinung:
Für wen ist dieses Buch? Es geht um feine Hilfen beim Ausbilden eines Jungpferdes und bei Korrekturpferden. Mal ehrlich: Wenn ich mir ein Jung- oder Korrekturpferd kaufe, dann kann ich hoffentlich so gut reiten, dass ich weiß, wie das mit den feinen Hilfen funktioniert. Wenn ich nicht so gut reiten kann, dann hole ich mir professionelle Hilfe und verlasse mich nicht auf ein Buch 😮

Ich, Käuferin eines Maul- und Schenkeltoten Pferdes, habe mein Pferd auch ohne dieses Buch wieder „weich“ bekommen (Dauer ca. 1 Jahr) und er reagiert mittlerweile sofort auf minimalste Gewichtshilfen. Dieses Buch hätte mir dabei wenig gebracht, weil mir ein wichtiger Punkt schlichtweg gefehlt hat. Es gibt keine Zeitangaben und der Punkt „lassen Sie sich und ihrem Pferd Zeit, es kann Monate oder Jahre dauern ein Pferd zu korrigieren“ fehlt schlichtweg – dieser Punkt ist elementar wichtig und darf nicht fehlen!

Das Buch ist gut gegliedert und die Beschreibungen sind bildlich nochmals sehr schön verdeutlicht. Was ich besonders schön finde ist, dass es auch negativ Beispiele gibt! In vielen Büchern sieht man immer nur Pferde mit Reitern in Harmonie, hier ist es ein Zusammenspiel zwischen „so sollte es aussehen – so sieht es leider oft aus – so soll es nicht aussehen“. Das macht gerade bei der Ausbildung Mut! Es ist nicht möglich, dass immer alles perfekt ist, jeder lernt und übt, da darf auch mal etwas nicht gut sein. Gerade an diesen „unschönen“ Bildern kann viel mehr gelernt werden, weil man weiß wie es nicht sein soll – und was natürlich gut fürs Ego ist: auch gute Reiter / Ausbilder reiten nicht immer gut 😉 und genau dies macht diesen Basis-Guide zu einer großen Hilfe für anspruchsvolle Freizeitreiter – die ihre Pferde „weich“ bekommen wollen. Dieses Buch ist, für mich, in erster Linie ein Guide für Feine Hilfen beim Reiten. Anschaulich erklärt am Beispiel „Jung- / Korrekturpferd“. Egal welches Ausbildungsstadium jedes Tier sollte fein, sanft und mit bedacht geführt werden!

Das verwirrende war allerdings ein Zitat auf Seite 50:

Wann setze ich Sporen ein?  Sporen haben mit der Vorwärtsreaktion des Pferdes nichts zu tun! Der Einsatz des Sporns führt dazu, dass das Pferd seinen Bauch vermehrt anspannt, und nicht, dass es schneller wird! Ein klemmendes Pferd zieht sich nur zusammen – es spannt seine Muskulatur zwar an, aber nicht rhythmisch an und ab. Nur durch dieses Wechselspiel ergibt sich aber die Vorwärtsbewegung. Traktiert man ein ohnehin schon klemmendes Pferd auch noch mit Sporen, wird es sich nur stärker zusammenziehen, statt in gestreckterem Gang nach vorn zu gehen. Deshalb gilt prinzipiell: Für mehr Vorwärtsbewegung benutze ich einzig die Waden und wenn nötig die Gerte. Soll sich das Pferd verkürzen und die Energie mehr in eine Aufwärtsbewegung umsetzen, kann ich die Füße/Sporen einsetzen, etwa in der Piaffe.

Das Zitat selbst finde ich sehr schön und wahr, allerdings finde ich es dann eher Missverständlich, wenn mir auf Detailbildern zur Beinhaltung (Gewichtsverteilung im Steigbügel) ein Stiefel mit Sporn gezeigt wird und das auf einem Jungpferd, welches noch weit entfernt von der Versammlung ist.

Fazit:
Eher ein Buch für anspruchsvolle Freizeitreiter, welche sich mit fein dosierten Hilfen befassen möchten. Leicht erklärt anhand von Fallbeispielen (Jung- und Korrekturpferd). Zur Ausbildung von Pferden definitiv zu dünn und zu wenig beschrieben. Daher nur 4 Sterne.

Klassische Reitkunst mit Anja Beran: Eine Anleitung für verantwortungsvolles Reiten – Anja Beran

Klappentext:
Jeder Reiter möchte sein Pferd bestmöglich reiten. Aber wie macht man das konkret? Dieses Buch hilft dem interessierten Reiter zu verstehen, warum und vor allem wie man ein Pferd klassisch ausbildet. Die Autorin erörtert die Lektionen und beschreibt, wie sie erarbeitet werden. Im Anschluss erklärt sie, welche Probleme auftreten können und was dann zu tun ist. Die klassische Dressur ist die Basis aller anderen Reitdisziplinen. Sie dient allein dazu, das Pferd gesund zu erhalten, es zu stärken und zu einer schönen, ausdrucksvollen Persönlichkeit reifen zu lassen.


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Titel: Klassische Reitkunst mit Anja Beran: Eine Anleitung für verantwortungsvolles Reiten
Autor: Anja Beran
Verlag: Cadmos Verlag
Seiten: 272
ISBN: 978-3840410260
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Zuerst möchte ich betonen, dass ein gebundenes Buch, egal wie schön es gestaltet ist, niemals diesen Preis rechtfertigt! Knappe 60,- Euro für ein Buch und knappe 50,- Euro für ein E-Book, ist ja wohl mehr als unverschämt! Kleiner Tipp: Schaut mal in eurer Bibliothek, ob ihr euch das Buch leihen könnt – so habe ich es gemacht und bin sehr zufrieden damit!

Inhalt:
VORWORT – WARUM EIN WEITERES BUCH?

INTERESSANTE FÄLLE AUS MEINEM REITERLICHEN ALLTAG
Friesenhengst „Gawain“
Westfalenwallach „Flamingo“
P.R.E.-Hengst „Ramon“
Hannoveranerwallach „Mephisto“

DIE ANALYSE – EINE BEWÄHRTE VORGEHENSWEISE, UM ERFOLGREICH AUSBILDEN ZU KÖNNEN
Beurteilung des Pferdes im Stehen
Beurteilung des Pferdes beim Freilaufen
Beurteilung des Pferdes an der Longe
Beurteilung des Pferdes unter dem Sattel
Die Befragung des Reiters, Züchters, Besitzers oder Verkäufers des Pferdes

AUSBILDUNG ENTSPRECHEND DEN ERGEBNISSEN DER ANALYSE
Die Basisarbeit
Das Verstehen der Reiterhilfen
Vorwärts als Basis
Der Schritt

Die Seitengänge als wichtigstes Instrument
Zum Mobilisieren
Zum Lösen
Zum An-die-Hilfen-Bringen
Zum Geraderichten
Zum Ins-Gleichgewicht-Bringen
Zum Versammeln
Lektionen erwachsen aus den Seitengängen

Weitere Grundlagen
Das Rückwärtsrichten
Der Trab
Die Übergänge
Der Galopp
Häufige Probleme beim Galopp
Das Reiten in Konterstellung

Die Lektionen sind kein Endziel, sondern ein Mittel zum Zweck
Der Spanische Schritt
Probleme, die bei der Ausbildung des Spanischen Schritts auftreten können
Probleme, die im Spanischen Schritt auftreten, wenn die Schiefe des Pferdes nicht berücksichtigt wird
Die Piaffe
Probleme, die bei der Ausbildung der Piaffe auftreten können
Die Passage
Probleme, die bei der Ausbildung der Passage auftreten können
Der starke Trab
Probleme, die bei der Ausbildung des starken Trabs auftreten können
Der Spanische Trab
Probleme, die beim Spanischen Trab auftreten können
Der Außengalopp
Probleme, die bei der Ausbildung des Außengalopps auftreten können
Die fliegenden Galoppwechsel
Probleme, die bei den fliegenden Galoppwechseln auftreten können
Die Pirouette
Probleme, die bei der Ausbildung der Pirouette auftreten können

Anmerkungen zum Vorwärts-abwärts-Reiten
Handarbeit – hilfreich oder nicht?
Kondition und Muskelaufbau

DAS AUSBILDUNGSERGEBNIS

Woran ist ein erfolgreiches Ergebnis der Ausbildung zu erkennen?
Selbsthaltung
Schönheit und Ausdruck
Das Pferd kaut auf dem Gebiss
Der Schweif pendelt
Entspannte Atmung
Minimale Reiterhilfen
Reine Grundgangarten
Die Pferdebeine
Die Versammlung
Die Durchlässigkeit

Wie lange bleibt so ein positives Ausbildungsergebnis erhalten?

CHECKLISTE FÜR DEN REITER, UM SEIN PFERD EINSCHÄTZEN ZU KÖNNEN
Fragen, um die natürliche Schiefe beurteilen zu können
Fragen, die man sich stellen sollte, um die Ausbildung seines Pferdes beurteilen zu können
Im Schritt und im Halten
Im Trab
Im Galopp

Untrügliche Zeichen, die auf eine fehlerhafte Ausbildung hindeuten

Meine Meinung:
Das Buch ist für Reiter, welche sich weiterbilden möchten um noch feiner und gezielter trainieren zu können. Besonderes Augenmerk liegt auf der Geraderichtung des Pferdes und das Erreichen der Balance durch die Seitengänge. Wie genau sich die Seitengänge unterscheiden und diese genau geritten werden, wird allerdings nicht erklärt – mir fehlen die Erklärungen der unterschiedlichen Seitengänge sowie der Gewichts-, Schenken- und Zügelhilfen. Erklärungen fehlen teilweise auch bei der Piaffe und Passage. Es wird zwar beschrieben wie man vorgeht und wie das Pferd mit touchieren animiert wird, aber dennoch wird nur auf das „Fühlen“ verwiesen. Es ist zwar ausreichend aber irgendwie dennoch zu dünn – für den Preis. Auch hat mir nicht gefallen, dass Anja Beran zwar auf „Hand ohne Bein, Bein ohne Hand“ und auf nicht widersprüchliche Hilfen verweist, dann aber beim Kapitel „Rückwärtsrichten“ genau diese beschreibt. Zitat: […] Reagiert das Pferd nicht, sollte [der Reiter] versuchen, einen kurzen vorsichtigen Impuls mit dem Schenkel zu geben, diesen aber sofort mit der Hand in ein Zurücktreten umzuleiten. […] Ich persönlich finde diese Hilfe sehr widersprüchlich zumal ich dem Grundsatz von Philippe Karl: „No action of the leg when you go back. Its a bad idea.“ folge.

Was mich weiterhin irritierte waren die Bilder im Buch. Alle sitzen sehr Schambeinlastig und mit Hohlkreuz im Sattel. Zuerst dachte ich an einen Remonte- oder Entlastungssitz, aber nach kleinen Recherchen bei Youtube fand ich eine Videosequenz eines Schulungsvideos von Anja Beran in dem erklärt wurde, dass so die beste Hingebung möglich sei. Warum finde ich denn genau dies nicht im Buch?

Fazit:
Um es also kurz zu machen: Ein interessanter Ausflug in die Welt der Seitengänge und eine tolle Erklärung wann ich welchen nutzen muss um die Balance des Pferdes herzustellen. Wer noch keine Erfahrung mit Seitengängen hat und nicht fühlen kann ist mit diesem Buch ganz sicher überfordert. Ich vergebe aufgrund der teilweise widersprüchlichen Hilfen, der fehlenden Begründung des reiterlichen Sitzes und des Preises nur 3 Sterne.

Irrwege der modernen Dressur: Die Suche nach der klassischen Alternative – Philippe Karl

Klappentext:
Philippe Karl, einer der mutigsten Kritiker einer Dressurwelt, für die ein Pferd „Material“ ist und deren Ausbildungsmethoden einzig darauf abzielen, ein Pferd möglichst schnell in mit hohen Preisgeldern dotierten Prüfungen an den Start zu bringen, legt mit diesem Buch den Finger in die Wunde. Auf der Grundlage der psychischen, anatomischen und physiologischen Voraussetzungen des Pferdes analysiert der Autor die Grundsätze der modernen Dressur, wie sie in den Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) festgeschrieben sind. Mit Gegenüberstellungen von Auffassungen der größten Meister der Reitliteratur von La Guérinière bis Baucher gelingt es ihm, Dogmen und Irrwege aufzudecken und einen Lösungsweg aufzuzeigen, der hinausführt aus der Sackgasse, in der sich die auf Turnieren gezeigte Dressur heute befindet. Anschauliche Zeichnungen – von Philippe Karl selbst erstellt – und zahlreiche Fotos ergänzen das umfangreiche Werk.


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Titel: Irrwege der modernen Dressur
Autor: Philippe Karl
Verlag: CADMOS
Seiten: 160
ISBN: 978-3861274131
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
1. Schlüsselprobleme der Dressur
– Psychische Aspekte
– Natürliche Schiefe
– Gleichgewicht
– Gymnastizierung

2. Die Hand
– Der offizielle Einsatz der Hand
– Problematik des An-die-Hand-Stellens
– Alternative
– Arbeit auf Kandare
– Wendungen

3. Schenkel
– Vorwärtsbewegung
– Biegung
– Untertreten der Hinterbeine

4. Der Sitz
– Seitengänge
– Angoloppieren
– Kontergalopp
– Fliegender Galoppwechsel

5. Übergänge und Versammlung
– Übergänge
– Rückwärtsrichten
– Piaffe
– Passage

6. Ein System und seine Auswirkungen
– Die Ausbildungsskala
– Sport, Zucht und Geschäft
– Klassisch or nor klassisch?

7. Vorschlag einer „klassischen“ Alternative
– Die Schule der Légèreté
– Ausbildungsplan

* Die oben genannten Punkte sind nur die Hauptthemen im Buch, es gibt noch wesentlich mehr Unterthemen!

Meinung:
Das Buch ist sehr aufwändig, mit vielen Fotos und Illustrationen, gestaltet. Philippe Karl erklärt anschaulich warum er etwas macht und gleichzeitig das wie. Besonders interessant fand ich die Unterschiede von seiner Reitweise zu der der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Gerade bei der Gegenüberstellung der Reitweisen habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind. „Endlich ! „, dachte ich mir, versteht mich jemand und stimmt mir zu, dass bei dieser völlig konfusen Reitweise (der FN) etwas nicht stimmen kann! PK schildert das Reiten so, wie ich es aus dem Bauch raus immer machen wollte bzw. mache und bestätigt mich, dass vorne festhalten und hinten treiben kontraproduktiv ist. Was ich (bei PK) befremdlich finde, sind die sehr stark schäumenden Pferdemäuler und die Flexion, aber PK befasst sich auch mit dieser Thematik ausführlich und erklärt einleuchtend und sachlich sein Handeln.

Fazit:
Ein sehr informatives und sachliches Buch, welches ich jedem Reiter und nicht Reiter empfehle. Es muss keiner seine Reitweise wechseln, aber über das „auf dem Pferd sitzen“ sollte überdacht werden. Was man dann aus dem neugewonnen Wissen macht, bleibt ja dann jedem selbst überlassen. Auf ein pferdefreundliches Reiten und volle 5 Sterne!