Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind – Sabine Kuegler

Reiheninfo:
Dschungelkind
Ruf des Dschungels
Jägerin und Gejagte
Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind

Klappentext:
Sabine Kuegler wuchs im Dschungel von Westpapua auf, ihr Buch Dschungelkind wurde ein weltweiter Millionenbestseller. Mit 17 Jahren kam sie nach Europa und erfuhr einen Kultur-Clash. Heute lebt sie in Hamburg, hat Kinder, Freunde und Arbeit. Aber noch immer ist sie eine Zerrissene zwischen den Welten und der innere Kampf um ihre Identität quält sie. Im Dschungel hatte sie gelernt, unsichtbar zu werden, um zu überleben – in der westlichen Welt muss man sichtbar sein. Sie wurde darauf trainiert, ihre Welt mit allen Sinnen wahrzunehmen, aber hier waren sie permanent überreizt. Sie zweifelt und blickt von außen und innen auf unsere Zivilisation: Sind wir hier glücklich? Entfremdet? Gesund? Krank? Mehrfach kehrt sie in den Dschungel zurück. Bei einer dieser Reisen erkrankt Sabine Kuegler schwer, gilt als austherapiert und unternimmt einen letzten verzweifelten Rettungsversuch: Sie verlässt Deutschland, gibt ihre Kinder in die Obhut ihrer Väter und geht zurück in den Dschungel, in die Kultur, in der sie sich beschützt fühlt. Sie erlebt dort Abenteuer, die für viele Menschen kaum zu glauben sind. Erst nach fünf Jahren kommt sie zurück und erzählt erstmals von dieser dramatischen Zeit, von ihrer Suche nach Heilung, Glück und ihrem Platz im Leben. Dabei öffnet ihr einzigartiges Leben vielleicht auch die Chance, in einer globalisierten Welt Mittlerin zwischen den Kulturen zu sein.

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Titel: Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind
Autor: Sabine Kuegler
Sprecher: Madeleine Coco Sanders
Verlag: rb media
Länge: 657 Minuten
ASIN: ‎B0CN1QX694
Meine Bewertung: 1 Stern – gefällt mir gar nicht

Inhalt:
Sabine Kuegler ist krank – lt. den westlichen Ärzten wahrscheinlich ein Parasit, den niemand kennt. Sie reist daher wieder in den Urwald und sucht ein Heilmittel.

Meinung:
Wer Dschungelkind kennt, kennt auch 50 % dieses Buches. Kuegler wiederholt sehr viel aus ihrer Kindheit – nicht alles deckt sich mit Dschungelkind (welches ich mir nach dem Hören dieses Buches noch einmal angehört habe, um zu klären, ob mir mein Gedächtnis einen Streich spielt oder ob die Autorin hier etwas geschummelt hat. Letzteres ist der Fall, denn es gibt bei einigen Sachen erhebliche Unterschiede.).

In den anderen 50 % geht es darum, dass Sabine krank ist. So krank, dass sie auf Morphin angewiesen ist und sich phasenweise nicht bewegen kann. Was macht sie? Ab in den Dschungel für 5 Jahre mit schwierigen Märschen und zu dutzenden Medizinmännern. Was ein Glück, dass sie immer nur in den Dörfen so gut wie bewegungsunfähig ist und die Stämme immer eine Hütte mit Schlafplatz für sie haben. Wenn es ihr gut geht, dann gibt sie gleich noch Tipps zum Ackerbau. Was macht die Autorin bitte beruflich – evtl. habe ich das überhört oder missioniert sie auch? Die nächste Frage, welche ich mir gestellt habe, ist, wer finanziert das ganze? Wie kann man 5 Jahre durch den Dschungel reisen und das auch noch mit einem oder mehreren Freunden? Haben die nichts zu tun, so als Häuptlinge und Unternehmer? Und so abgeschieden können auch die Dörfer nicht gewesen sein, wenn es Straßen, Autos, Strom, Handy, Laptop etc. gab. Einen Dschungel stelle ich mir anders vor. Woher hatte die Autorin die Kontakte und was verbindet gerade Micky mit ihr? Ich habe viele Fragen und insgeheim glaube ich, dass auch diese Handlung stellenweise sehr frei erfunden ist – ähnlich der Geschichte von der Meerjungfrau, welche im Buch wiedergegeben wird.

Erschreckt hat mich der Teil, als Kuegler ihren Blutdurst beschreibt und auch hier gibt es Widersprüche. Sie erzählt auf eine Art, dass sie Kleintiere gejagt hat bzw. das sie es kann (bspw. Fledermäuse) und schafft es dann nicht ein angebundenes Wildschwein zielgenau zu treffen, weil ihr die Übung fehlt? Sie beschreibt einen Blutdurst, der sie zum Töten antreibt, sie muss jagen, damit dieses Verlangen gestillt wird. Sie beschreibt aber auch, dass die Naturvölker nie aus Blutdurst jagen, woher hat sie diesen denn? Ganz schlimm wird ihr Verhalten dann, als ihr die Meinung gesagt wird, da zeigt sich, das in ihrem Kopf etwas ganz gewaltig klemmt!

Um noch etwas Positives loszuwerden: Madeleine Coco Sanders liest wahnsinnig emotional und sie war auch der Grund, warum ich die Geschichte bis zum Ende gehört habe.

Cover:
Das Cover wirkt mystisch und passt daher zur Handlung.

Fazit:
Der Handlungsstrang um Sabines Krankheit wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Die zahlreichen Wiederholungen aus Dschungelkind waren mir bereits bekannt und sind zudem stellenweise widersprüchlich, was es für mich schwierig macht, der Erzählung zu vertrauen. Den einzigen Stern vergebe ich für die hervorragende Sprecherin. Eine Lese- bzw. Hörempfehlung kann ich für dieses Buch nicht aussprechen.

Dschungelkind – Sabine Kuegler

Reiheninfo:
Dschungelkind
Ruf des Dschungels
Jägerin und Gejagte
Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind

Klappentext:
Was uns unvorstellbar erscheint – Sabine Kuegler hat es erlebt. Unter archaischen Bedingungen wuchs sie im Dschungel West-Papuas auf. Heute lebt sie in Deutschland. »Angst habe ich erst hier kennen gelernt«, sagt sie. Und sie weiß, dass sie zurückkehren wird.Sabine Kueglers Geschichte beginnt, als sie mit fünf Jahren als Tochter deutscher Sprachforscher und Missionare nach West Papua kommt. Mitten im Urwald lebt die Familie mit dem Fayu-Stamm, der für Kannibalismus und unvorstellbare Brutalität steht und dessen Menschen erst langsam lernen, zu lieben statt zu hassen, zu vergeben statt zu töten. Für die heranwachsende Sabine wird der Stamm jedoch zum Teil ihrer selbst, der Dschungel zur Liebe ihres Lebens: Sie ist keine Deutsche mehr, kein weißes Mädchen aus Europa, sie wird eine Eingeborene, die schwimmt und jagt, fühlt und handelt wie eine Fayu.Mit 17 Jahren wird Sabine auf ein Schweizer Internat geschickt, um ihren Schulabschluss zu machen – ein katastrophaler Einschnitt für sie. »Angst habe ich erst hier gelernt«, sagt sie. Und immer spürt sie Heimweh, eine Sehnsucht, die ständig in ihr brennt. Sie wird zurückkehren in den Dschungel, um für sich herauszufinden: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich eigentlich, Fayu oder Europäerin?

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Titel: Dschungelkind
Autor: Sabine Kuegler
Sprecher: Elena Puszta
Verlag: rb media
Länge: 461 Minuten
ASIN: ‎B0DKK3HHHS
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Info zur Rezivorgeschichte:
Ich hatte Dschungelkind 2005 gelesen, als das Buch erschienen ist, fand ich es interessant und eindrucksvoll. Dass es danach noch mehrere Bücher zum Thema gab, ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Erst kürzlich entdeckte ich dann „Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind“ und hörte es mir an. In Teil 4, wie ich mittlerweile weiß, wurden viele Sachen aus Dschungelkind wiederholt und weil ich einiges anders in Erinnerung hatte, habe ich daher „Dschungelkind“ als Hörbuch gehört.

Inhalt:
Sabine Kuegler lebt mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern in unterschiedlichen Teilen der Welt. Den Großteil ihrer Kindheit verbringt sie dabei in Westpapua, im Urwald, bei den Fayu-Stämmen.

Meinung:
Als ich das Buch 2005 das erste Mal gelesen hatte, war ich fasziniert von den vielen Eindrücken, welche Sabine Kuegler aus ihrem Leben schildert. 21 Jahre später, mit mehr Lebenserfahrung, kann ich mich dem nur noch teilweise anschließen. Der zeitliche Ablauf springt sehr stark und tatsächlich widerspricht sie sich auch in einigen Bereichen. Bspw. der Aufenthalt in Deutschland, Kindergartenbesuche, das Leben und die Ausbildung bei den Fayu, die Rolle ihrer Eltern.
Beim jetzigen Hören hatte ich daher ein sehr durchwachsenes Gefühl. Zudem bin ich auch mit der Stimme und den Emotionen von Elena Puszta (als Sprecherin) nicht ganz zurechtgekommen, es war mir zu distanziert.
Die Geschichte wirkt nicht ehrlich, sondern aufgehübscht, um Sachen zu verbergen, nur welche? Ich mag mich evtl. auch täuschen, aber wäre alles so gelaufen, wie die Autorin schreibt, dann war doch alles gut. Wenn aber alles gut war, warum ist die Familie so oft umgezogen? Warum verbringen Sprachforscher, auch Jahre nachdem sie die Sprache erfolgreich erforscht haben, noch Zeit mit den Fayu und lehren sie rechnen, schreiben und eine fremde Sprache? Ging es nicht doch eher darum, den wilden Stamm zu missionieren? Schließlich haben sich die Fayu von einigen ihrer Traditionen (bspw. Begräbnisse) abgewandt und verhielten sich eher christlich. Ein paar Anspielungen und Bibelzitate erwähnt Kuegler, aber kann es in einer Familie mit missionierender Tätigkeit wirklich nur so wenig gewesen sein? Warum sind so viele Details in der Handlung wässrig beschrieben?
Das Einzige, was wirklich ausführlich aufgeführt ist, ist die Angst und die Panik, welche Sabine außerhalb des Urwaldes hat. Sie versteht so wenig und ritzt sich aus Verzweiflung – kein Wort über Hilfe, welche sie erhalten hat, kein Wort, warum sie scheinbar immer allein dasteht – und das, obwohl sie auch schreibt, dass sie Menschen hat, die ihr nachstehen. Wo sind die denn hin?
Die Handlung wirkt damit nicht nach einem Buch, was über das Leben bei den Fayu aufklären soll, sondern nach einem ernsten Hilfeschrei (mit Geld-Druck-Charakter).

Cover:
Das Cover wäre mit einem Fayu authentischer.

Fazit:
Zahlreiche Ungereimtheiten, Zeitsprünge und vieles nur oberflächlich. Statt eines tiefen Einblicks in das Leben der Fayu stehen Sabines persönliche Ängste und ihre Schwierigkeiten außerhalb des Urwalds im Mittelpunkt – ein Aspekt, der zwar berührt, aber gleichzeitig unvollständig erzählt wirkt. Insgesamt bleibt für mich der Eindruck, dass viel Potenzial verschenkt wurde, daher nur 2 Sterne für eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Eine Empfehlung gibt es nicht wirklich – Leseproble anschauen und selbst entscheiden.

Shaolin Spirit: Meistere Dein Leben – Shi Heng Yi

Klappentext:
Wünschst du dir mehr Disziplin, Willensstärke, Mut, Ausdauer und tief empfundene Loyalität? Shi Heng Yi bietet dir auf Basis seines eigenen Lebensweges Werkzeuge, die dein Leben leichter machen – indem du stärker wirst.

Das Geheimnis der inneren Stärke basiert auf den Tugenden der Shaolin. Diese schrittweise in deinem Leben zu kultivieren, ist in Wahrheit so simpel, dass jeder Shi Heng Yis Lehre folgen kann. Lerne deinen Körper kennen und ergründe ihn – bereichere dein Leben mit den Methoden, die seit über 1500 Jahren erfolgreich praktiziert werden.

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Titel: Shaolin Spirit: Meistere dein Leben
Autor: Shi Heng Yi
Verlag: O. W. Barth
Länge: 289 Seiten
ASIN: ‎B0C263J982
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Werbung für den Shaolin Temple Europe und wer das Buch komplett liest, bekommt auch noch ein paar Lebensweisheiten.

Meinung:
Geschichten von Mönchen finde ich immer spannend und gerade die buddhistischen Mönche haben immer so lehrreiche Geschichten, dass ich unbedingt „Shaolin Spirit“ lesen wollte, in der Hoffnung, diese Geschichten dort auch zu finden. Wissentlich erinnern kann ich mich allerdings nur an eine und die kam auch erst sehr spät im Buch. Zudem wird dem Buch-Konsumenten unterstellt auf der Suche nach etwas zu sein, was sein Leben besser macht und man Hilfe braucht, die man nur von ihm und dem Tempel bekommt. Das ist anmaßend!
Der Einstieg war extrem trocken und bestand förmlich nur aus Werbung für den Tempel. Ich war wirklich genervt und wollte schon abbrechen, als es dann etwas persönlicher wurde und Tien Sy Vuong (so der bürgerliche Name von Shi Heng Yi) aus seinem Leben erzählte. Das war auch gefühlt ein anderer Schreibstil, er wirkte nicht nach Kommerz. Als der kurze Einschub dann vorbei war, ging es leider wieder in den trockenen Stil und was der Aufenthalt im Kloster für Vorteile hat. Kleine Einschübe von Übungen folgten (brachten meinen Tolino Vision aber jedes Mal zum Abstürzen). Zudem kann man die Übungen auch auf Youtube verfolgen, dort allerdings nur mit hinterlegter Musik, ohne Erklärungen. Das Buch bietet also einen kleinen Support bei einigen Übungen, welche bei Youtube zur Verfügung stehen. Nach dem Beenden der Lektüre bin ich zwiegespalten, was mir das Buch nun gebracht hat und ich kann sagen, dass es einen interessanten Einblick liefert, wie man geschicktes Marketing betreiben kann.

Cover:
Es tut mir leid, aber es wirkt nicht echt. Es erscheint gestellt und nach dem Lesen des Buches ist dem auch so – mehr Schein als sein.

Fazit:
Ein sehr teurer Marketingspaß für lesewillige. Es waren ein paar interessante Punkte dabei, aber das rechtfertigt kein E-Book für 25,- Euro! Ich vergebe daher nur 2 Sterne und eine Leseempfehlung erst nach dem Studium der Webseite vom Shaolin Tempel.

Keine Angst, Darling – Vera Buck

Klappentext:
Millionen wollen sein wie sie.
Doch ihr Leben ist eine gefährliche Lüge.

In der Luxussiedlung Santa Familia in Florida hat Lea endlich, wonach sie sich immer gesehnt hat: ein sicheres Zuhause, eine Tochter, die sie über alles liebt, und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Für ihr schillerndes Leben wird sie online von Millionen gefeiert – nur ihre Schwester Paula misstraut der makellosen Inszenierung. Als Lea plötzlich verstummt, reist Paula besorgt von Deutschland nach Florida. Doch in der Sancta Familia ist ihre Schwester nicht. Ihr Mann behauptet, sie sei in einem Retreat. Aber warum gibt es kein Lebenszeichen? Je tiefer Paula in die scheinbar heile Welt der Siedlung eindringt, desto sichtbarer werden die Risse: Strenge Regeln erfordern bedingungslosen Gehorsam. Und Frauen, die sich widersetzen, verschwinden …

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Titel: Keine Angst, Darling
Autor: Vera Buck
Verlag: Lübbe
Länge: 475 Seiten
ASIN: ‎B0GWR4BZYJ
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Frauen brauchen Sicherheit und die bekommen sie zu Hause, von ihrem Mann. Daher sollte sich die Frau auch dankbar zeigen und ihren Mann vergöttern. Dieses Bild stellt Lea in Social Media zur Schau und begeistert viele Menschen mit ihrem Lebensstil. Nur Paula, Leas Schwester ist nicht überzeugt und als Lea dann nichts mehr postet, sucht Paula nach ihrer Schwester …

Meinung:
Bereits der Debütroman „Runa“ von Vera Buck hat mich vor 10 Jahren mehr als begeistert und mit „Keine Angst, Darling“ schafft es die Autorin wieder, mich zu fesseln und mit extrem vielen Gedanken zurückzulassen.

Der Roman behandelt viele Themen sehr differenziert u. a. das Frauenbild der Moderne im Gegensatz zur Tradition, häusliche Gewalt und Übergriffigkeit im öffentlichen Raum, Glaubenssätze sowie Social Media und bringt diese Themen damit sehr präsent in den eigenen Kopf ohne zu bewerten oder zu urteilen.
Die Handlung ist logisch aufgebaut und ist in mehrere Erzählweisen aufgeteilt. So gibt es die Geschichte von Paula in der Gegenwart, die von Lea vor dem Verschwinden, ein Haushaltsbuch als Tagebuch und Transkripte von Podcast und Social Media Posts. Es ist also sehr lebendig und zeigt (aufgrund der Transkripte) auch gleich die Marketingstrategien in Social Media auf.
Der Schreibstil ist flüssig und absolut punktiert, auch wenn ich zu Beginn etwas Bedenken hatte, dass ich mir nun Transkripte von perfekten Hausfrauen durchlesen muss, war ich absolut positiv überrascht, wie gut die Beschreibungen waren und das es genau das ist, was den Sog zur Nachahmung vertieft.

Die Charaktere entwickeln sich. Sehr interessant sind die langsam eingebauten Routinen, welche die Personen verändern. Es ist für außenstehende sehr schwer nachzuvollziehen, warum man sich (in gewissen Bereichen) manipulieren lassen kann, andererseits geht es in anderen Phasen sehr schnell und diese Dynamik zeigt Vera Buck anhand vieler Beispiele und die haben wir alle selbst in der Hand. Laufen wir vor der Arbeit zum Bäcker oder nutzen wir einen Drive-thru, um den Weg zur Arbeit ohne Fußmarsch schneller hinter uns zu bringen? Wir werden nicht gleich faul, aber wir gewöhnen uns daran und laufen dann weniger. Es sind Feinheiten, welche uns in Bahnen lenken, die wir später als normal empfinden und durch diese kleinen Routinen verändert sich das Leben und irgendwann findet man so vieles normal, was wir uns vor einiger Zeit nicht einmal vorstellen konnten. Diese Art der Manipulation ist perfekt dargestellt und bietet zudem gleich an, das eigene Verhalten zu hinterfragen und oder zu optimieren.
Besonders gefallen hat mir Paula, ihre Stärke und auch ihr Umgang mit Fehlern. So will sie nur helfen, setzt sich aber auch mit ihrer Vergangenheit auseinander und offenbart tiefliegende Traurigkeit und die Erkenntnis, nicht immer richtig gehandelt zu haben und das sie aus Fehlern lernen kann. Dennoch steht sie zu sich und zu ihrer Familie. Sie ist stark, allerdings nicht übermenschlich – sie wirkt einfach gut gefestigt im Leben.
Lea hat viel durch im Leben und sucht daher nach Schutz und halt – einfach logisch! Dass sie sich über kleine Routinen immer mehr von sich selbst entfernt ist ihr bewusst, aber was wiegt stärker, das eigene selbst oder der Wunsch nach einem sicheren Leben? Eine sehr spannende und individuelle Frage, welche die Autorin perfekt gelöst hat. Im Nachwort gibt es weitere Informationen, welche sehr schlüssig sind.
Auch die anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt, es gibt kein schwarz oder weiß, jeder hat etwas an sich, was ihn einzigartig macht und das auch bei Nebenfiguren!

Cover:
Das Cover sagt mir ehrlicherweise gar nicht zu. Die Farben beißen im Auge und spiegeln nicht den Inhalt wider. Eine glückliche Familie vor einem gepflegten Haus wäre passender gewesen. So wie Paula es in einer Szene beschreibt: Passend für eine Werbepostkarte für Sancta Familia.
Den Farbschnitt (Paperback) finde ich dagegen grandios!

Fazit:
Ein absolutes must read! Für jeden Thrillerfan und wer sich mit manipulierendem Verhalten, Social Media und dem Frauenbild in der Moderne und Tradition beschäftigen möchte. Von mir gibt es daher 5 Sterne.

Ich bedanke mich bei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

Die revolutionäre Kraft des Fühlens: Wie unsere Emotionen uns befreien – Maria Sanchez

Klappentext:
Aufbruch in ein neues Ich
Maria Sanchez erklärt aufschlussreich und einfühlsam, wie unsere Vergangenheit unsere Gegenwart prägt. Schritt für Schritt lernen Leser, sich selbst im Leben neu zu begegnen. Maria Sanchez zeigt, wie wir unsere Emotionen als Schlüssel zur Heilung von Körper und Geist einsetzen können. Fallbeispiele aus ihrer Praxis, zahlreiche anschauliche Illustrationen und Zusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels runden das Buch ab.

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Titel: Die revolutionäre Kraft des Fühlens: Wie unsere Emotionen uns befreien
Autor: Maria Sanchez
Sprecher: Maria Sanchez
Verlag: GU / Eigenverlag / Mainwunder
Länge: 212 Seiten / 400 Minuten
ASIN: ‎B07L9DG5FC / ISBN: 9783982773391
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Was sind Emotionen und Gefühle und wie entstehen diese? Was macht uns krank und wie gehen wir gesund mit uns selbst um?

Meinung:
Das Buch ist 2019 bei Gräfe und Unzer erschienen, das Hörbuch 2026 im Eigenverlag / Mainwunder und wurde von der Autorin selbst eingesprochen.
Die Audioaufnahme ist gut, allerdings liegt mir der Sprachfluss von Maria Sanchez nicht. Sie macht Pausen an Stellen, an die keine Pause gehört und daher muss man sich unglaublich konzentrieren, um zu verstehen, was sie einem nun erzählen möchte. Zudem weist sie zu Beginn daraufhin, dass sie im Buch die weibliche Form verwendet und gendert dann zusätzlich, das klingt alles furchtbar. Wenn man sich daran gewöhnt hat, muss man sich an ihr Konzept der „inneren Kinder“ anpassen. Die Autorin unterteilt in das „geliebte Kindsystem“ und das „ungeliebte Kindsystem“ und kritisiert sämtliche anderen Formen – sei es nun ein bewusster Umgang mit sich selbst bzw. Achtsamkeit, Meditation oder andere Formen der Selbstoptimierung. Alles ist ihrer Meinung nach nur eine Verdrängung des ungeliebten Kindsystems und kann nicht zu einer Selbstheilung führen. Ihr Ansatz, so betont sie immer wieder, ist daher der einzig Wahre Weg, um aus seinem Trauma herauszufinden. Sie hat ihre Methode an sich selbst entwickelt (schwierige Kindheit und Traumata) und konnte nur mit ihrer eigenen Hilfe aus ihren Süchten entkommen. Als erfahrene Therapeutin stellt sie auch Fälle aus ihrer Praxis vor, welche mit anderen Methoden versagt haben und nur mit ihrer Hilfe geheilt werden konnten. Damit einem dies auch gelingt, gibt es immer wieder kleine Übungen zum Mitmachen, das Problem: wenn man keine Probleme in diesem Bereich hat, soll man das Kapitel überspringen, wenn man ein Problem erkannt hat, gibt es nach dem Selbsttest keine Hilfe. Sie sagt dazu: Die Selbstoptimierung mit ihrem Programm ist komplex und gehört in die Hände eines guten Therapeuten oder man probiert sich halt auf seinem eigenen Weg selbst. Auf eine Art hat sie recht: Jeder Mensch hüpft auf seinem Lösungsweg nicht gleichmäßig von A nach B, sondern eventuell über D und H nach C und das kann keine Methode vorhersehen. Andererseits ist es so wahrscheinlich für viele Lesende nur eine Werbelektüre, ohne Mehrwert.

Cover:
Das Cover suggeriert auf den ersten Blick Freiheit, Leichtigkeit, anderseits ist man immer noch an die Schaukel gefesselt. Ein bisschen passt es daher zum Inhalt, denn wirkliche Leichtigkeit erhält man mit dem Inhalt nicht.

Fazit:
Eine Werbebroschüre für ein System, das alle anderen kritisiert. Daher ist das Buch nur eingeschränkt zu empfehlen und ich vergebe nur 2 Sterne. Es sind ein paar interessante Denkansätze vorhanden und man hinterfragt eventuell mehr, allerdings bietet das Buch keine Lösungen und ist kompliziert vorgetragen. Eine Empfehlung gibt es daher nur an jene, welche sich schon viel mit Selbstoptimierung beschäftigt und noch nicht das passende, für sich, gefunden haben.

Ich bedanke mich bei Maria Sanchez für das Rezensionsexemplar.