„Schluss sag ich!“ Von Menschen, die in Würde altern wollten – Waltraud Berle

Klappentext:
Im Mittelpunkt dieser erzählerischen Dokumentation stehen die `drei Hoheiten´, drei alte Damen-darunter auch die Mutter der Autorin-, die das Schicksal in einem Pflegeheim an den selben Tisch verbannt hat. Waltraud Berle prangert die herz- und gedankenlosen Übergriffe auf die Würde alter Menschen an, deren Überlebenswillen, Findigkeit und Leistungsbereitschaft die nach dem Krieg Geborenen so viel zu verdanken haben. In ihrer oft traurigen, zuweilen aber auch zum Lachen komischen Erzählung gibt sie ihnen die `Würde des Alters´ zurück. Über fünf Jahre-die Zeit, in der ihre Mutter in Pflegeheimen lebte-recherchierte Waltraud Berle zu diesem Thema. Eine gewichtige Stimme inmitten der augenblicklichen gesellschaftlichen Debatte um Alter und Sterben.


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Titel: „Schluss sag ich!“ Von Menschen, die in Würde altern wollten
Autor: Waltraud Berle
Verlag: Osburg
Seiten: 208
ISBN: 978-3955100780
Meine Bewertung: 3 Sterne

Ich muss ehrlich sagen, dass mir diese Rezension sehr schwer fällt. Denn auf der einen Seite habe ich gemerkt, dass es für Waltraud Berle sehr schwer ist über das Erlebte zu schreiben, auf der anderen Seite habe ich mir aber auch mehr erhofft. Ich versuche, und das meine ich ernst, hier meine Gedanken zum Buch wieder zu geben, ohne das schwere Schicksal der drei Hoheiten herabzuwürdigen. Die Geschichten von Frau Gertrud, Frau Edith und Frau Schuster sind traurig, aufrüttelnd und schonungslos! Nun kommt allerdings mein ABER: durch den teilweise sehr emotionalen Ausdruck von Waltraud Berle war ich oft verwirrt was mir die Autorin mitteilen möchte. Durch diverse Zeitsprünge und Texte ohne Absätze bin ich teilweise einfach nicht mitgekommen. So erzählt Berle von Frau Schuster, dann vom Krieg und dann von wechselndem Pflegepersonal. Ich musste also Abschnitte mehrmals lesen um zu verstehen wo ich denn geistig gerade sein soll. Allerdings wurde gerade zu Beginn des Buches vieles wiederholt. So wurde beispielsweise immer wieder vorgerechnet woher denn nun Geld für das Heim kam und wie sich dieses zusammensetze. Im letzten Drittel des Buches scheint es auch der Autorin aufgefallen zu sein, dass die ewigen Zeitsprünge und wechselnden Geschichten nicht unbedingt dem Lesefluss dienen, so erwähnt sie im Text den Leser und erklärt, warum sie noch nicht bereit ist in der Geschichte um ihre Mutter fortzufahren, gerade weil es sie so mitgenommen hat. Das verstehe ich auch und ich kann das als emotionale Leserin auch nachvollziehen, aber die Ausweichgeschichten dazwischen haben mich einfach – es tut mir leid, wenn ich das so schreibe – genervt.

SPOILER ANFANG
Berle berichtet von offenen Beinen ihrer Mutter im Heim und ist dann so emotional dabei, dass sie einen Zeitsprung in die Jugend ihrer Mutter macht. Diesen Abschnitt breitet sie über mehrere Seiten aus und schreibt dann an den Leser, dass sie emotional noch nicht so weit ist um über das weitere Geschehen zu berichten und hält den Abschnitt von der jugendlichen Frau Gertrud weiter aufrecht.
SPOILER ENDE

Ich gebe zu, dass ich diese Geschichte von Missständen erwartet habe und ich bin soweit klar im Kopf, dass ich mir vorstellen kann, wie Wunden bzw Pflegemissstände aussehen bzw wie sie sich auswirken. Ich habe mir wohl eher erhofft, dass in diesem Buch Lösungsansätze, -vorschläge oä gegeben werden. Wie findet man gute Heime? Wieso gibt es keine emotionalen Pflegekräfte? Warum verschließen sich die Angestellten vor den Missständen? Und genau dies konnte ich aus diesem Buch nicht herauslesen und daher kann ich nur 3 Sterne vergeben, denn meine Erwartungen an „Schluss, sag ich!“ wurden so nicht erfüllt. Wer allerdings einen Erfahrungsbericht über 3 Damen und deren (Lebens-)Geschichte im sogenannten Pflegeheim lesen möchte und meine Erwartungen nicht teilt, ist mit diesem Buch sehr gut bedient.

Ich bedanke mich beim Osburg Verlag für das Rezensionsexemplar.

Numbers: Die Trilogie plus Prequel – Rachel Ward

Klappentext:
Sie wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die Gabe, die eigentlich ein Fluch ist. Wer sie besitzt, sieht in den Augen seines Gegenübers eine Zahl: das Datum seines Todes.


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Titel: Numbers (Trilogie + Prequel)
Autor: Rachel Ward
Verlag: Chicken House
Seiten: 1200
ASIN: B00KL5SXQC
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Das E-Book beginnt mit Teil 1 (Jem und Terry), dann folgt das Prequel, in dem nochmals alle Figuren vorgestellt werden und das Leben vor Teil 1 beleuchtet wird. In Teil 2 und 3 geht es um Adam, den Sohn von Jem und Terry.

Schreibstil:
Der Stil von Ward ist sehr einfach gehalten und in den ersten drei Büchern in einem eigenartigen Jargon geschrieben. So klingt alles sehr gestellt und übertrieben jugendlich, die Brutalität und die Ausdrucksweise der Charaktere sind auch nicht ohne, aber alles bessert sich im letzten Teil.

Charaktere:
Wirklich lieb gewonnen habe ich keinen Charakter, dafür umso mehr gehasst. Ich bin mit Terry einfach nicht warm geworden und konnte daher auch Jem wenig verstehen, wie sie sich zu einer Person hingezogen fühlen kann, die sich nicht wäscht und einfach nur gnadenlos stinkt. Auch war mit nicht klar, warum Rachel Ward ausgerechnet einen schwarzen Jungen als hyperaktiv, zappelig, unsauber und mit Spitznamen „Spinne“ betitelt. Ich finde das rassistisch. Ebenfalls war die Auswahl der anderen Personen fragwürdig, ein Kind von Teens und ein Kind, welches Inzest erdulden musste … schwere Last für ein Jugendbuch.

Cover:
Die Cover kommen auf dem Reader gut rüber und sind passend zur Geschichte.

Fazit:
Mich konnte „Numbers“ nicht überzeugen. Die Charaktere machten mir das Lesen nicht leicht und der Schreibstil tat sein übriges. Die Idee hinter „Numbers“ finde ich sehr gut und ich hätte mir einfach mehr gewünscht. Wem ich „Numbers“ empfehlen kann weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Die Einfachheit der Handlung macht das Paket zum Lesespaß für Jugendliche, allerdings ist die Brutalität und die Auswahl der Themen nicht unbedingt für Jugendliche gedacht.

Reiheninfo:
Teil 1 – Den Tod im Blick
Teil 2 – Den Tod vor Augen
Teil 3 – Den Tod im Griff

Numbers 03: Den Tod im Griff – Rachel Ward

Klappentext:
2030 – Adam ist kein Unbekannter mehr. Seit er versucht hat, die Menschen vor der bevorstehenden Katastrophe zu warnen, weiß jeder von seiner Gabe. Denn wenn Adam in fremde Augen schaut, kann er das Todesdatum seines Gegenübers sehen. Und genau das macht ihn zum Objekt der Begierde von Saul und seinen Männern. Um Adam unter Druck zu setzen, entführen sie Sarahs Tochter Mia. Adam bleibt nur eins: Er muss so tun, als wäre er zur Zusammenarbeit bereit. Denn noch ahnt niemand, dass auch Mia eine unheimliche Gabe besitzt. Und die kann zu ewigem Leben verhelfen …


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Titel: Numbers 03: Den Tod im Griff
Autor: Rachel Ward
Verlag: Chicken House
Seiten: 324
ASIN: B007SVJ8TI
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Adam hat es mit seiner kleinen Familie geschafft, sie befinden sich in einem kleinen Lager und versuchen ein neues Leben aufzubauen, bis die Regierung Adam aufspürt …

Schreibstil:
Was ist denn hier passiert? Es wurde endlich auf einen vernünftigen Ausdruck geachtet, der erstens jugendfreundlich und zweitens sogar ohne Slang auskam. Ansonsten war dieser Teil der rasanteste der Reihe und lies sich flott lesen.

Charaktere:
Ich hatte das Gefühl, dass zwischen Band 2 und 3 Jahrzehnte und nicht nur zwei Jahre vergangen sind. Die Charaktere sind alle gewachsen und haben sich gut entwickelt. Dennoch konnte ich alle durch kleine Macken wiedererkennen. Leider wurde die kleine Mia mit ihren 2 Jahren zu stark herausgearbeitet, auch mit ihrer alten Seele, kann sie sich nicht so benehmen und dies wirkte unglaubwürdig.

Cover:
Auch hier finde ich das Cover gelungen.

Fazit:
Für mich der beste Teil der Reihe, obwohl mir auch hier viel fehlt. So wurden Dinge, die passieren, hingenommen und dann einfach überspielt. Es ist nicht möglich erlebtes, einfach mal beiseite zu schieben und normal weiterzuleben, Traumata bleiben zurück bzw. beschäftigen im wahren Leben – aber Numbers ist ja nicht real … Ich vergebe aufgrund der rasanten Spannung und des guten Abschlusses 3 Sterne, eine Leseempfehlung spreche ich nur an Fans der anderen Teile aus.

Numbers 02: Den Tod vor Augen – Rachel Ward

Klappentext:
01.01.2028 – An diesem Tag werden sie sterben. Hunderte, Tausende von Menschen. Adam weiß es. Denn wenn er in fremde Augen schaut, sieht er das Todesdatum seines Gegenübers. Diese Gabe, diesen Fluch, hat er von seiner verstorbenen Mutter geerbt. Und offenbar hat auch sie irgendetwas über die bevorstehende Katastrophe gewusst. Adam trifft eine Entscheidung. Er wird versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Er wird das Schicksal herausfordern.


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Titel: Numbers 02: Den Tod vor Augen
Autor: Rachel Ward
Verlag: Chicken House
Seiten: 432
ASIN: B00527J53O
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
In diesem Band geht es um Adam (das Kind von Jem und Terry). Denn Adam hat nicht nur die Gabe seiner Mutter geerbt, sondern noch mehr: er kann den Tod fühlen. Diese Gabe bringt ihn fast um den Verstand, denn er sieht immer mehr Menschen, die zum Jahreswechsel (01.01.2028) sterben werden und es fühlt sich nach einer Naturkatastrophe an …

Schreibstil:
„Ich möchte ein „e“ kaufen!“, hab(e) ich mir beim Lesen dieses Teiles gedacht. Im ersten Band war die übertrieben jugendliche Ausdrucksweise schon grenzwertig, aber hier bin ich fast wahnsinnig geworden: „ich denk, ich hab, ich mach, ich hör, ich wünsch, …“ bei der wörtlichen Rede mag es ja noch gehen, aber wenn die Gedankengänge der Charaktere so sind, dann find(e) ich es schrecklich. Auch ist die Geschichte ebenso mit Kraftausdrücken ausgeschmückt wie der erste Teil.

Charaktere:
Adam war mich zu flach für seine 16 Jahre und ich habe die ganze Zeit überlegt woran das liegen mag. Ist es Absicht? Soll es auf die Erziehung durch Val hinweisen? Ich konnte keine Bindung zu ihm aufnehmen und es war mir egal, welches Schicksal er erleidet.

Val, die mir im ersten Teil recht sympathisch war schwächelt auch hier, sie versucht zwar immer das richtige zu tun, aber sie lässt zu viel selbst laufen. Schade 🙁

Sarah, die in diesem Teil den weiblich-mystischen Part übernimmt, fand ich sehr interessant. Ihr Schicksal ist grausam und so real beschrieben, dass mir teilweise die Tränen kamen.

Cover:
Das Cover gefällt mir wieder gut und ist passend.

Fazit:
Dieser Teil ist spannender als der erste und geht, durch Sarahs Geschichte, unter die Haut. Von mir gibt es durch die schwachen Charaktere und den gekünstelten Schreibstil nur 3 Sterne und eine Leseempfehlung für Neulinge im Bereich Dystopie. Für Jügendliche ist dieses Buch – genau wie Teil 1 – in meinen Augen nicht geeignet. Die Kraftausdrücke, Sarahs Geschichte (Inzest) und die Respektlosigkeit zu anderen Personen, finde ich unter aller Würde.

Numbers 01: Den Tod im Blick – Rachel Ward

Klappentext:
Augen, so heißt es, sind das Fenster zur Seele. Doch wenn Jem in fremde Augen blickt, sieht sie eine Zahl. Und die ist unauslöschlich. Denn die Zahl ist ein Datum. Der Tag, an dem ihr Gegenüber sterben wird.

Diese Gewissheit hat Jem seit dem Tod ihrer Mutter. Deshalb meidet sie Menschen. Ist am liebsten allein. Bis sie Spinne kennenlernt – und mit ihm das Leben. Jem ist glücklich, zum ersten Mal. Doch als die beiden zum Riesenrad, dem London Eye fahren, passiert es – um sie herum haben alle dieselbe Zahl. Jem weiß: Etwas Furchtbares wird passieren. Heute. Hier. Fluchtartig verlassen Spinne und sie das Gelände. Und lösen damit eine Kettenreaktion aus. Spinne und Jem werden zu Gejagten. Von der Polizei, den Medien, den Menschen. Und Spinnes Todestag rückt näher und näher …


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Titel: Numbers 01: Den Tod im Blick
Autor: Rachel Ward
Verlag: Chicken House
Seiten: 372
ASIN: B0050MM7OA
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Jem hatte es nicht leicht im Leben. Als 7-jährige verliert sie ihre Mutter, die sich den Goldenen Schuß setzte, und wandert von einer Pflegefamilie zur nächsten. Nirgendwo scheint sie dazu zu gehören, bis sie Spinne kennenlernt. Der große Junge, der immer in Bewegung ist, hat es Jem angetan. Schlimm nur, dass Jem bei jedem Menschen, den sie ansieht, eine Zahl vor Augen hat – das Todesdatum der Person – und Spinnes Datum liegt in naher Zukunft …

Schreibstil:
Der Schreibstil von Rachel Ward ist jugendlich und der Übersetzer (Uwe-Michael Gutzschhahn) hat wirklich alles daran gesetzt es entweder noch zu übertreiben oder das Lektorat hat sämtliche Fehler übersehen. Bei den Unterhaltungen von Jem und Spinne ist alles locker, flockig und es wird Wert auf eine super coole Sprache gelegt. Es mag ja ein Jugendbuch sein, aber ein Buch hat auch einen Bildungsauftrag und da sollte ein Satz nicht immer mit „Mann“ enden und auch Wörter komplett ausgeschrieben werden und nicht nur angeschrieben, weil es einfach cooler klingt.

Charaktere:
Ich beschreibe diesmal nicht jeden Charakter einzeln, sondern pauschalisiere jetzt, da es doch zu viele „unglücke“ im Verhalten der Personen gibt.

Jem und Spinne flüchten vor einer Explosion und wollen mit Sack und Pack verschwinden. Als kluge und treusorgende Oma erwarte ich von Val, dass sie den beiden Teens davon abrät und ihnen ins Gewissen redet, dass wenn sie nichts gemacht haben einfach bleiben können. Aber nein! Val gibt den beiden auch noch Geld und findet es super, dass Spinne mit einem geklauten Auto vorfährt und Jem abholt – ja gehts noch?!

Spinne scheint eine Angst vor Wasser und Seife zu haben. Zumindest wird immer erzählt, dass er stinkt und immer in dreckigen Klamotten herumläuft, das findet Jem zu Beginn auch total widerlich, aber später will sie sich selber nicht mehr waschen, weil sie so lecker nach Spinne riecht – brech …

Cover:
Das Cover finde ich interessant und gelungen.

Fazit:
Alles in allem muss ich sagen, dass ich alle Personen absolut weltfremd fand und ich die Story nicht unbedingt für jugendfreundlich halte. So wird suggeriert, dass 1. unser Symstem ganz schlimm ist 2. sich nicht waschen total ok ist 3. durchbrennen und Babys machen ist auch klasse, vor allem wenn man noch nicht mal mit der Schule durch ist und 4. wenn man schon nen Baby hat, dann sorgt der Staat schon für einen. Ganz ehrlich: miese Number, daher nur 2 Sterne.