Drecksspiel – Martin Krist

Klappentext:
Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! – Hannahs Tochter schläft im Zimmer nebenan. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall …


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Titel: Drecksspiel
Autor: Martin Krist
Verlag: Ullstein
Seiten: 400
ISBN: 978-3548285375
Meine Bewertung:
3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Hannah und Philip wollen mit ihrer Tochter ein schönes Wochenende in einem Ferienhaus verbringen … Arthur will nur mit seinem Auto fahren … Aki und Pablo haben nichts als Unsinn im Kopf … Caro will eine heile Familie … David ermittelt privat in einem Entführungsfall und Richard unterstützt ihn … Toni versucht einen klaren Kopf zu behalten … und alle Schicksale sind irgendwie miteinander verbunden …

Schreibstil:
Martin Krist, alias Marcel Feige, schreibt detailiert, ausführlich (auch oder gerade Szenen mit Gewalt) und leider mit einer sehr vulgären Ausdrucksweise. So habe ich von einem Charakter nur noch „verf***te scheiße“ im Kopf. Diesen Ausdruck musste ich so oft lesen und ich fand es grausam 🙁 leider auch, dass in einigen Szenen immer Musik lief und die Texte immer zur Szene passten – so konnten diese wunderbar zitiert werden – zu Beginn fand ich das ja noch irgendwie passend, aber wenn auf einer Seite gleich 5 Musiktitel und Strophen daraus zitiert werden … das muss echt nicht sein!

Ansonsten waren die Kapitel und auch die Teilabschnitte sehr kurz gehalten. Alle Teile in einem Kapitel spielen in etwa zur gleichen Zeit und endeten immer mit einem Cliffhanger.

Unnütz fand ich das Personenregister zu Beginn des Buches. Ja, es gab viele Personen, aber mal ehrlich, wenn ich schon lese, wer wer ist, dann nimmt mir das einfach die Spannung.

Charaktere:
Diese gab es reichlich und als immer mehr auftauchten, dachte ich mir nur „das kann ja bei der Auflösung interessant werden“. War es dann auch, aber irgendwie zu langsam 🙁 Es wurde dann auch teilweise wiederholt – ggf. für den Leser, der nicht denken kann, und so durfte ich mir die „Auflösung gleich mehrmals durchlesen.

Ich konnte mich mit keinem Charakter identifizieren oder ihn näher kennen lernen, dafür waren die Abschnitte einfach zu kurz. Erinnern kann ich mich noch ziemlich gut an Toni, der anscheinend nur einen Kraftausdruck kannte und an David, der wenig redete, dafür aber immer mit „mhm“ antwortete.

Cover:
Das Cover gefällt mir richtig gut, es wirkt beängstigend und macht neugierig auf das Buch.

Fazit:
Ein Buch mit vielen unnötigen Gewaltszenen und Ausdrücken, allerdings gefällt mir die Idee der Handlung gut und das Buch lässt sich super lesen. Das Ende ist leider offen – ein Cliffhanger für den nächsten Band … Von mir gibt es nur 3 Sterne und eine Leseempfehlung an Thriller Liebhaber, die keine Probleme mit „verf***ter Scheiße“ und Gewalt haben.

Die Hurenkönigin ermittelt 02: Die Hurenkönigin – Ursula Neeb

Klappentext:
Frankfurt 1511: Am Gedenktag von Maria Magdalena wird die Leiche der Hübscherin Roswitha entdeckt. Ursel Zimmer, die Vorsteherin der städtischen Hurengilde, findet heraus, wer der letzte Freier war. Doch als man seiner habhaft wird, beteuert der verzweifelte Mann, er habe nur einen Auftrag erfüllt. Er erwähnt einen geheimnisvollen Ring, der die Hurenkönigin zwar auf eine heiße Spur bringt, sie aber auch höchster Gefahr aussetzt …


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Titel: Die Hurenkönigin
Autor: Ursula Neeb
Verlag: Ullstein
Seiten: 400
ISBN: 978-3548283760
Meine Bewertung:
3 Sterne – läst sich gut lesen

Nachdem ich vom 1. Teil (Das Geheimnis der Totenmagd) nicht so überzeugt war, aber „Die Hurenkönigin“ noch in meinem Bücherregal lagerte und ich das Buch nicht ungelesen abgeben wollte, habe ich mich zum Lesen überreden können.

In diesem Band geht es wirklich um Ursel Zimmer, die Hurenkönigin. Im ersten Buch wurde sie nur erwähnt und fand weiter keine Beachtung, aber hier gab es schöne Einblicke in das Leben der Huren und wie die Gildemeisterin nun wirklich arbeitet.

Schreibstil:
Ursula Neeb verwendet wieder eine Menge Adjektive und bemüht sich viele unterschiedliche Wörter für Personen zu finden, so wirkt es einfach zu gekünstelt, wenn in einem Gespräch der eine immer „der Frauenhausknecht“ und sein Gesprächspartner „der Geliebte“, „der Gelehrte“, „der Doktor“ oder „Berthold“ genannt wird. Kurz: Auch dieses Buch erinnert vom Stil eher an einen Schulaufsatz. Allerdings ist dieser Band spannender und auch flüssiger zu lesen als der erste Teil.
Was ich aber immer noch gruselig fand ist diese gestellte „alte“ Sprache. Wer weiß denn heute noch wirklich wie die Menschen früher miteinander kommuniziert haben? Und wenn ich dann lese, dass Menschen in der dritten Person angeredet wurden und es wirklich gestelzt klingt und einen Satz später kommt „ach wir haben uns halt verkracht“, dann finde ich diese Aussage irgendwie lächerlich und unpassend.

Charaktere:
Ursel Zimmer scheint eine interessante Persönlichkeit zu sein, aber sehr einfach. Ihr Herz liegt ihr auf der Zunge und sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. War dies damals so? Eine Frau die so eigenständig ist, ich kann es mir schwer vorstellen fand Ursel aber sympathisch.

Die Huren fand ich alle sehr liebenswürdig und auch gewisse Praktiken schienen damals schon sehr auf dem Vormarsch zu sein, interessant.

Probleme hatte ich wieder mit anderen Figuren, die für mich ohne Hirn handelten und absolut verbohrt waren. Die Handlungen waren für mich unverständlich und es ging mir zu leicht für diese, doch sehr harte, Zeit.

Cover:
Das Cover ist wunderschö. Rot – verrucht – mit leichtem Gold …

Fazit:
Der zweite Band kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden und zeigt stilistisch eine deutliche Besserung, dennoch wirkt der Ausdruck zu gestellt. Ich finde, dass es bessere historische Romane gibt und spreche daher keine Leseempfehlung aus, als Lückenfüller ist dieses Buch aber allemal geeignet.

Die Macht des Mr. Miller – Charles den Tex

Klappentext:
Nach dem Erhalt seiner fristlosen Kündigung verschafft sich Unternehmensberater Michael Bellicher heimlich Zugang zu seinem früheren Büro. Eine fatale Entscheidung, denn er wird Zeuge eines Mordes und selbst der Tat verdächtigt. Michael taucht unter – und macht Bekanntschaft mit einem ominösen Mr. Miller, der alles über ihn zu wissen scheint, aber doch nicht greifbar ist …


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Titel: Die Macht des Mr. Miller
Autor: Charles den Tex
Verlag: grafit
Seiten: 447
ISBN: 978-3894255619
Meine Bewertung:
3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Michael Bellinger wird aus der Bahn geworfen. Sein Bruder taucht nach einer langen Zeit wieder auf. Belli muss dies erst verarbeiten und ist zu lange von seiner Arbeit ferngeblieben, sodass ihm die Kündigung droht. Doch Belli will nicht aufgeben, er versteckt sich heimlich im Büro und entdeckt im großen Gebäudekomplex die Leiche einer Kollegin. Doch das schlimmste: Belli ist Tatverdächtiger Nummer 1 – laut Computerüberwachung war er der einzige im Gebäude …

Schreibstil:
Ich hatte zu Beginn des Buches Schwierigkeiten in die Geschichte zu kommen. Die Überschriften zeigen zwar die Unterteilung der Geschichte und Bellis-Weblog, allerdings habe ich die Blog-Einträge nicht gleich verstanden. Sie weisen einen tiefen Einblick in Bellis Psyche, aber halt sehr abstrakt 😉

Die Geschichte selbst ist einfach geschrieben und zur heutigen Zeit keine große Kunst. Ich denke früher, so vor 10 Jahren (also in der Zeit, in der das Buch spielt) war das Verständnis für die digitale Überwachung noch nicht so weit und daher war dieser „Krimi“ auch eher als „Thriller“ eingestuft.

Charaktere:
Diese waren mir irgendwie über- oder unterzeichnet. Mal zu viel und mal zu wenig, teilweise zu einstudiert. Es gab wenig Leben.

Cover:
Passt zur Geschichte, aber ist kein eye-catcher.

Fazit:
Für Leser, welche sich mit IT-Technik auskennen, ist dieses Buch eher ein Lückenfüller, für alle anderen könnte es ein spannender Krimi sein. Mir war „Die Macht des Mr. Miller“ zu vorhersehbar und daher vergebe ich nur 3 Sterne.

Westside Blvd. Entführung in L.A. – Torsten Hoppe

Klappentext:
Die junge Schauspielerin Heather Simms wird in L.A. auf dem Weg nach Hause entführt.
Während die Polizei verzweifelt versucht, Hinweise oder Spuren zu finden, verfolgt der Entführer seine ganz eigenen, ungewöhnlichen Pläne.
Unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit stellt er Forderungen, doch Lieutenant Steve Delaney vom LAPD muss schnell feststellen, dass dieser Fall nach keinem gängigen Schema abläuft.
Während die Polizei im Zuge der Ermittlungen zu unkonventionellen Mitteln greifen muss, spürt auch Heather bereits sehr bald, dass sie in den Händen eines unberechenbaren Psychopathen gelandet ist.
Sie sieht sich gezwungen, einen gefährlichen Kampf um ihr Leben zu führen.
Einen Kampf, für den ihr niemand ein fertig geschriebenes Drehbuch reichen kann und dessen Regeln sie erst erlernen muss…


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Titel: Westside Blvd. – Entführung in L.A.
Autor: Torsten Hoppe
Verlag: neobooks
Seiten: 473
ASIN: B00CGK5LMO
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Heathers Leben war wie im Bilderbuch. Durch einen Zufall wurde die junge Frau als Schauspielerin entdeckt und bekam eine gute Rolle in einer Daily Soap. Alles lief nach Plan, bis sie eines Abends auf dem Weg nach Hause entführt wird …

Schreibstil:
Der Schreibstil von Torsten Hoppe ist sehr detailliert, drehbuchartig und amerikanisch. Ich hatte immer wieder das Gefühl, ich sitze am Set und erlebe was Heather auch erlebt, allerdings war mir das ganze zu viel 🙁 ich fühlte mich dadurch erdrückt und habe mir zwischenzeitlich gewünscht, auch meine eigenen Emotionen spüren zu können, statt immer vorhergesagt zu bekommen was Heather (oder auch die anderen Charaktere) fühlt, sieht, erlebt. Der Ausdruck ist gewählt, aber dennoch teilweise zu metaphorisch.

Charaktere:
Ich denke, dass es für einen Autor sehr schwer ist, eine Protagonistin zu wählen und diese als ich-Erzählerin fungieren zu lassen. Kein Mann wird jemals in der Lage sein eine Frau zu verstehen 😳 eventuell lag es genau daran, dass ich mit Heather nicht warm geworden bin. Vielleicht war es aber auch, dass jede kleine Regung von ihr beschrieben wurde und sie sich, in meinen Gedanken, nicht frei entfalten konnte. Sie war für mich eine Schauspielerin – ja das solle sie verkörpern – aber ich finde nicht auf diese Art.

Auch die anderen Charaktere wirkten auf mich einstudiert und „lebten“ nicht. Sie verrichteten ihre Aufgabe, sie taten dies, was sie tun mussten.

Cover:
Das Cover finde ich sehr interessant. Dunkle Augen über L. A.

Fazit:
Ein Buch mit Potential, welches für Leser, die amerikanische Krimiserien mögen ein must read sein dürfte. Mir war das alles etwas zu viel, zu geplant und daher vergebe ich nur 3 Sterne.

Hintergrundinfo:
Torsten Hoppe wurde 1968 in Dortmund geboren, wo er als Groß- und Außenhandelskaufmann arbeitet.
Bücher waren schon immer ein fester Bestandteil seines Lebens, mit seinem Roman »Westside Blvd. – Entführung in L.A.« wechselt er nun die Fronten: vom Buchkonsumenten zum Autor, der es sich zur Aufgabe macht, seine Leser in eine andere Welt zu führen.

Ich bedanke mich bei Torsten Hoppe für das Rezensionsexemplar.

Lady Celias gewagter Plan – Sabrina Jeffries

Reiheninfo:
Lord Stonevilles Geheimnis
Spiel der Herzen
Ein vortrefflicher Schurke
Eine Lady zu gewinnen …
Lady Celias gewagter Plan

Klappentext:
Lady Celia Sharpe sucht nach einem passenden Ehemann, um das Ultimatum ihrer Großmutter zu erfüllen, die sie enterben will, sollte sie nicht bald heiraten. Sie beauftragt den Privatermittler Jackson Pinter, mögliche Kandidaten auszuspionieren, ohne jedoch zu ahnen, dass Pinter selbst ein Auge auf sie geworfen hat.


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Titel: Lady Celias gewagter Plan
Autor: Sabrina Jeffries
Sprecher: Cathlen Gawlich
Verlag: audible GmbH
Länge: 11 Std. 50 Min. (ungekürzt)
ASIN: B00KDNO7PS
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Im fünften und letzten Teil von „The Hellions of Halstead Hall“ geht es um Lady Celia, die jüngste der Sharpe-Geschwister. Sie lässt Jackson Pinter ihre Bewerber überprüfen und ahnt nicht, dass der smarte Ermittler selbst ein Auge auf die Lady geworfen hat. Nebenbei wird der Mord an den Sharpe-Eltern aufgeklärt …

Stil:
Wie in den anderen Teilen ist der Schreibstil gefühlvoll, seicht und einfach gehalten. Gawlich weckt das ganze durch ihre einmalige Stimme auf und beschert so einen ganz besonderen Hörgenuss.

Charaktere:
Wie immer sind alle Charaktere liebevoll und ehrlich beschrieben. Ihre Handlungen passen immer zu ihnen, ohne das etwas plump oder einstudiert wirkt.

Celias Zerrissenheit wird hier besonders deutlich. Sie ist hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen und findet am Ende das, was sie braucht.

Auch Pinter bekommt nach langer Zeit bei den Sharpes einen wundervollen Lohn – nicht nur Celia sondern auch Anerkennung – nun kann er endlich ohne Komplexe leben, was mich für ihn sehr freut.

Cover:
Das Cover ist wieder sehr schön und geheimnisvoll.

Fazit:
Ein wundervoller Abschluss der Pentalogie. Ich empfehle diesen Teil nur an Leser, welche die anderen Teile kennen – sonst gibt es zu viele Wissenslücken um den Mord der Sharp-Eltern – wer nur an der Liebesgeschichte zwischen Lady Celia und Pinter interessiert ist, kann natürlich sofort in die Geschichte eintauchen. Besonders gefallen hat mir der Spagat der Protagonisten und die Aufklärung des Mordes.