Du kriegst mich nicht – Chris Carter

Klappentext:
Wenn Liebe lebenslänglich heißt
Nelson Stewart steht vor Gericht, angeklagt, seine Frau Samantha brutal misshandelt zu haben. 13 Jahre Haft lautet das Urteil. Doch bevor er abgeführt wird, schwört er Rache. Aufgewühlt folgt Samantha dem Rat des Staatsanwalts: Sie lässt sich scheiden, taucht unter, zieht mehrfach um und wählt einen Namen, der so gewöhnlich ist, dass niemand sie finden sollte. Als Mary Smith hofft sie auf einen Neuanfang, vielleicht sogar auf ein wenig Liebe. Aber sie weiß nur zu gut, wozu ihr Ex-Mann fähig ist. Und warum er auf Rache aus ist. Denn nichts ist, wie es scheint. Was ein neues Leben werden sollte, wird für Mary zu einem gnadenlosen Katz-und-Maus-Spiel. Und der Einsatz ist ihr eigenes Leben.

Anzeige über Amazon Partnernet

Titel: Du kriegst mich nicht
Autor: Chris Carter
Sprecher: Sascha Rotermund
Verlag: Hörbuch Hamburg
Länge: 792 Minuten
ASIN: ‎B0GY4DVLBR
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Samantha hat es nicht leicht, ihr Mann ist gewalttätig und als sie es schafft, sich von ihm zu trennen und ihn ins Gefängnis zu bringen, beginnt für sie ein Leben auf der Flucht …

Meinung:
Die Geschichte beginnt spannend und man ist gleich mitten in der Handlung. Man erlebt Samantha, wie sie unter ihrem Mann, Nelson, leiden musste und wie dieser dafür in den Knast kommt. Samantha beginnt daraufhin ein neues Leben und ist dauerhaft auf der Flucht. Dies kommt auf der Welt oft genug vor und daher hat die Handlung auch einen starken Bezug zur Gegenwart, wirkt beklemmend, erdrückend und die Angst (von Sam) ist greifbar. Was sich allerdings dann offenbart ist ein Schock und hat mich kopfschüttelnd zurückgelassen, es wurde tatsächlich richtig kriminell und nichts war mehr, wie gedacht. Hier zeigte sich deutlich, dass man nicht vorschnell urteilen darf und eine Geschichte immer zwei Seiten hat. Ein sehr genialer Plottwist! Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, kam dann der nächste Schock und ich war genauso verwirrt wie sämtliche Charaktere. Es wurde offensichtlich immer undurchsichtiger, aber im Nachhinein ergab alles Sinn. Das Ende war nahezu perfekt. Ich hatte zwar irgendwie das Gefühl, dass es zu abrupt kam, aber ich wüsste auch nicht, wie man es anders hätte umsetzen können. Auch wenn die Handlung am Anfang ein paar Längen aufweist, lohnt es sich dranzubleiben, denn das Thrillige kommt und es kommt heftig! Die Charaktere sind gut dargestellt und wirken lebendig, der Schreibstil ist gekonnt und Sascha Rotermund liest genial.

Cover:
Das Cover passt perfekt zum Inhalt, eine Frau, welche sich wegbewegt und im Laufen verschwimmt.

Fazit:
Ein genialer Thriller, mit kleinen Längen, aber dafür umso genialere Twists. Ich vergebe 4 Sterne und eine Empfehlung für alle, die psychologische Thriller mögen, wo eben nicht alles selbsterklärend ist.

Ich bedanke mich bei Hörbuch Hamburg für das Rezensionsexemplar.

Guild Codex Spellbound 06: Ein Druide und ein Wodka – Annette Marie

Reiheninfo:
Guild Codex Spellbound 01: Drei Magier und eine Margarita
Guild Codex Spellbound 02: Dunkle Künste und ein Daiquiri
Guild Codex Spellbound 03: Zwei Hexen und ein Whiskey
Guild Codex Spellbound 04: Dämonenmagie und ein Martini
Guild Codex Spellbound 05: Alchemie und ein Amaretto
Guild Codex Spellbound 06: Ein Druide und ein Wodka

Klappentext:
„Ich habe bei meiner Mathe-Abschlussprüfung geschummelt, fahre regelmäßig bei Gelb über die Ampel und erzähle allen, wie heiß meine besten Freunde sind – aber als Barkeeperin einer Gilde muss ich zum Glück keine Heilige sein. Doch all das macht mich nicht wirklich böse. Bei einem gewissen dunklen Druiden/gesuchten Kriminellen/widerwilligen Freund sieht das schon anders aus. Er ist ein Schwarzmagier, ein Entführer, ein Mörder. Und er steht kurz davor, sich mit einem Blutbad an seiner Erzfeindin zu rächen – wenn ich ihn nicht aufhalte. Doch wer ist gut und wer ist böse, und was, wenn ich mich am Ende für die falsche Seite entscheide?“

Anzeige über Amazonpartnernet

Titel: Guild Codex Spellbound 06: Ein Druide und ein Wodka
Autor: Annette Marie
Sprecher: Yeşim Meisheit
Verlag: argon
Länge: 634 Minuten
ASIN: ‎B0G13SBV7R
Meine Bewertung: 3 Sterne

Inhalt:
Theoretisch sollte Ezra von seinem Dämon befreit werden, doch dann kommen ganz andere Probleme …

Meinung:
Nachdem ich den 5. Teil in 2 Tagen verschlungen hatte, habe ich mich auf den sechsten Band gefreut und habe so auf ein Happy End für Ezra gesetzt und ich wurde bitte enttäuscht. Ezra muss warten und es wurde sich um alles gekümmert, nur nicht um ihn. Dafür konnte ich mir stundenlang anhören, wie die Mythiker kämpfen, wie Tori kämpft und wie die Pläne aussehen, um weiterzukämpfen. Ich fand die Handlung sehr ermüdend und Yeşim Meisheit hat zudem noch schlecht gelesen. Sie hat stellenweise versucht den Charakteren eine Stimme zu geben, es dabei aber nicht immer durchgezogen oder hat auch anderen Charakteren in einer Unterhaltung dann die Stimme der anderen gegeben, sodass Tori und Twiggi mit der Stimmlage von Twiggi eine Unterhaltung führten. Bei anderen Figuren hätte man einen Porno laufen lassen können, warum sprechen die Mädels so lasziv, wenn sie sich über belangloses austauschen? Dass die Stimmlage eines Sprechers sich nicht mit der Stimmlage im eigenen Kopfkino decken ist klar, aber künstlich verzerren muss man das ganze auch nicht.
Die Charaktere waren sich in diesem Band auch nicht treu. So wirkte Tori ziemlich weinerlich, motivierte sich eher stümperhaft – weil es ihre konstruierte Aufgabe war – und hielt sich an Altlasten auf, die sie dann ständig wiederholte. Auch die anderen Charaktere wirkten nicht so stark wie sonst, alles etwas weinerlich und hilflos.

Cover:
Das Cover passt super zu den anderen Teilen.

Fazit:
Als Buch hätte mich die Geschichte dieses Mal nicht gefesselt, die Charaktere und die Handlung wirkten extrem konstruiert und Yeşim Meisheit liest stellenweise übertrieben oder unpassend. Daher bekommt das Hörbuch / Buch nur 3 Sterne von mir und ich denke, ich werde die Reihe damit auch beenden, denn SPOILER: es gibt noch zwei weitere Teile und Ezra wird wohl erst im 8. Teil erlöst und noch mehr Kämpfe muss ich mir echt nicht geben.

Ich bedanke mich bei argon für das Rezensionsexemplar.

Kiefergelenkschmerzen, CMD und Zähneknirschen: Anleitungen und Meditationen zur gezielten Entspannung der Kiefermuskulatur – Dr. med. dent Mandy Scheunchen, Abbas Schirmohammadi

Klappentext:
Entlasten Sie Ihren Kiefer – und spüren Sie den Unterschied!
Morgens schmerzt der Kiefer, mittags ist der Nacken verspannt, abends kommt das Kopfweh, und nachts knirschen die Zähne?
Lassen Sie sich von Dr. med. dent. Mandy Scheunchen und Abbas Schirmohammadi helfen: Dieses Übungsprogramm bietet Ihnen Audio-Anleitungen zur gezielten Entspannung der Kiefermuskulatur. Ob Sie die Kaumuskeln, den Nackenbereich oder das gesamte Kiefergelenk ansteuern möchten – Sie können sich genau die Übungen heraussuchen, die Ihnen jetzt guttun.
Anschließend haben Sie die Möglichkeit, mit einer Reihe vielfältiger Entspannungstracks Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen und nachhaltig zu entspannen.

Anzeige über Amazon Partnerprogramm

Titel: Kiefergelenkschmerzen, CMD und Zähneknirschen: Anleitungen und Meditationen zur gezielten Entspannung der Kiefermuskulatur
Autor: Dr. med. dent Mandy Scheunchen, Abbas Schirmohammadi
Verlag: mankau
Länge: 97 Minuten
ISBN: 978-3863748043 ‎
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Das Übungsprogramm ergänzt den Ratgeber zu Kiefergelenkschmerzen, CMD und Zähneknirschen mit verschiedenen Entspannungsübungen, Meditationen und Anleitungen, die Betroffene im Alltag unterstützen sollen.

Meinung:
Das Übungsprogramm knüpft inhaltlich direkt an den Ratgeber an und legt – wie bereits das Buch – einen deutlichen Schwerpunkt auf Entspannungstechniken. Progressive Muskelrelaxation (PMR), Autogenes Training (AT) und Meditationen nehmen den größten Teil des Programms ein. Ich hatte allerdings gehofft, dass das Übungsprogramm den körpertherapeutischen Bereich stärker ausbaut. Da im Buch körperliche Ursachen einer CMD – etwa Fehlhaltungen oder funktionelle Zusammenhänge im Bewegungsapparat – bereits nur kurz angesprochen werden, hatte ich auf mehr praktische Übungen zur Mobilisation, Haltung sowie zum Ausgleich muskulärer Dysbalancen gehofft. Solche Übungen können verspannte Bereiche gezielt entlasten und die Kieferfunktion unterstützen. Stattdessen wird der Fokus erneut fast ausschließlich auf die seelische Entspannung durch PMR, Autogenes Training und Meditationen gelegt. Dadurch ergänzt die CD den Ratgeber für mich nur eingeschränkt und bietet inhaltlich weniger Neues als erwartet.
Kritisch sehe ich außerdem die Formulierungen in einigen Meditationen. Besonders bei den Einheiten für Kinder sind mir viele Negationen aufgefallen, etwa Formulierungen wie „nichts festhalten“ oder „nichts tun“. Gerade bei Kindern halte ich positive und konkrete Anweisungen für verständlicher und leichter umsetzbar.

Cover:
Das Cover passt perfekt zum Titel und zum Buch.

Fazit:
Die Meditationen und Entspannungsübungen sind gut angeleitet und erfüllen den angekündigten Schwerpunkt. Ich hätte mir allerdings mehr Übungen gewünscht, die Haltung und muskuläre Dysbalancen berücksichtigen. Diese körperlichen Aspekte werden zwar im Buch angesprochen, spielen im Übungsprogramm jedoch kaum eine Rolle. Zudem empfand ich die Formulierungen in einigen Kindermeditationen mit ihren vielen Negationen als nicht optimal gewählt, daher vergebe ich nur 4 Sterne und empfehle es an jene, welche sich geführte Übungen zur Entspannung wünschen.

Ich bedanke mich bei mankau für das Rezensionsexemplar.

Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind – Sabine Kuegler

Reiheninfo:
Dschungelkind
Ruf des Dschungels
Jägerin und Gejagte
Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind

Klappentext:
Sabine Kuegler wuchs im Dschungel von Westpapua auf, ihr Buch Dschungelkind wurde ein weltweiter Millionenbestseller. Mit 17 Jahren kam sie nach Europa und erfuhr einen Kultur-Clash. Heute lebt sie in Hamburg, hat Kinder, Freunde und Arbeit. Aber noch immer ist sie eine Zerrissene zwischen den Welten und der innere Kampf um ihre Identität quält sie. Im Dschungel hatte sie gelernt, unsichtbar zu werden, um zu überleben – in der westlichen Welt muss man sichtbar sein. Sie wurde darauf trainiert, ihre Welt mit allen Sinnen wahrzunehmen, aber hier waren sie permanent überreizt. Sie zweifelt und blickt von außen und innen auf unsere Zivilisation: Sind wir hier glücklich? Entfremdet? Gesund? Krank? Mehrfach kehrt sie in den Dschungel zurück. Bei einer dieser Reisen erkrankt Sabine Kuegler schwer, gilt als austherapiert und unternimmt einen letzten verzweifelten Rettungsversuch: Sie verlässt Deutschland, gibt ihre Kinder in die Obhut ihrer Väter und geht zurück in den Dschungel, in die Kultur, in der sie sich beschützt fühlt. Sie erlebt dort Abenteuer, die für viele Menschen kaum zu glauben sind. Erst nach fünf Jahren kommt sie zurück und erzählt erstmals von dieser dramatischen Zeit, von ihrer Suche nach Heilung, Glück und ihrem Platz im Leben. Dabei öffnet ihr einzigartiges Leben vielleicht auch die Chance, in einer globalisierten Welt Mittlerin zwischen den Kulturen zu sein.

Anzeige über Amazon Partnernet

Titel: Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind
Autor: Sabine Kuegler
Sprecher: Madeleine Coco Sanders
Verlag: rb media
Länge: 657 Minuten
ASIN: ‎B0CN1QX694
Meine Bewertung: 1 Stern – gefällt mir gar nicht

Inhalt:
Sabine Kuegler ist krank – lt. den westlichen Ärzten wahrscheinlich ein Parasit, den niemand kennt. Sie reist daher wieder in den Urwald und sucht ein Heilmittel.

Meinung:
Wer Dschungelkind kennt, kennt auch 50 % dieses Buches. Kuegler wiederholt sehr viel aus ihrer Kindheit – nicht alles deckt sich mit Dschungelkind (welches ich mir nach dem Hören dieses Buches noch einmal angehört habe, um zu klären, ob mir mein Gedächtnis einen Streich spielt oder ob die Autorin hier etwas geschummelt hat. Letzteres ist der Fall, denn es gibt bei einigen Sachen erhebliche Unterschiede.).

In den anderen 50 % geht es darum, dass Sabine krank ist. So krank, dass sie auf Morphin angewiesen ist und sich phasenweise nicht bewegen kann. Was macht sie? Ab in den Dschungel für 5 Jahre mit schwierigen Märschen und zu dutzenden Medizinmännern. Was ein Glück, dass sie immer nur in den Dörfen so gut wie bewegungsunfähig ist und die Stämme immer eine Hütte mit Schlafplatz für sie haben. Wenn es ihr gut geht, dann gibt sie gleich noch Tipps zum Ackerbau. Was macht die Autorin bitte beruflich – evtl. habe ich das überhört oder missioniert sie auch? Die nächste Frage, welche ich mir gestellt habe, ist, wer finanziert das ganze? Wie kann man 5 Jahre durch den Dschungel reisen und das auch noch mit einem oder mehreren Freunden? Haben die nichts zu tun, so als Häuptlinge und Unternehmer? Und so abgeschieden können auch die Dörfer nicht gewesen sein, wenn es Straßen, Autos, Strom, Handy, Laptop etc. gab. Einen Dschungel stelle ich mir anders vor. Woher hatte die Autorin die Kontakte und was verbindet gerade Micky mit ihr? Ich habe viele Fragen und insgeheim glaube ich, dass auch diese Handlung stellenweise sehr frei erfunden ist – ähnlich der Geschichte von der Meerjungfrau, welche im Buch wiedergegeben wird.

Erschreckt hat mich der Teil, als Kuegler ihren Blutdurst beschreibt und auch hier gibt es Widersprüche. Sie erzählt auf eine Art, dass sie Kleintiere gejagt hat bzw. das sie es kann (bspw. Fledermäuse) und schafft es dann nicht ein angebundenes Wildschwein zielgenau zu treffen, weil ihr die Übung fehlt? Sie beschreibt einen Blutdurst, der sie zum Töten antreibt, sie muss jagen, damit dieses Verlangen gestillt wird. Sie beschreibt aber auch, dass die Naturvölker nie aus Blutdurst jagen, woher hat sie diesen denn? Ganz schlimm wird ihr Verhalten dann, als ihr die Meinung gesagt wird, da zeigt sich, das in ihrem Kopf etwas ganz gewaltig klemmt!

Um noch etwas Positives loszuwerden: Madeleine Coco Sanders liest wahnsinnig emotional und sie war auch der Grund, warum ich die Geschichte bis zum Ende gehört habe.

Cover:
Das Cover wirkt mystisch und passt daher zur Handlung.

Fazit:
Der Handlungsstrang um Sabines Krankheit wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Die zahlreichen Wiederholungen aus Dschungelkind waren mir bereits bekannt und sind zudem stellenweise widersprüchlich, was es für mich schwierig macht, der Erzählung zu vertrauen. Den einzigen Stern vergebe ich für die hervorragende Sprecherin. Eine Lese- bzw. Hörempfehlung kann ich für dieses Buch nicht aussprechen.

Dschungelkind – Sabine Kuegler

Reiheninfo:
Dschungelkind
Ruf des Dschungels
Jägerin und Gejagte
Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind

Klappentext:
Was uns unvorstellbar erscheint – Sabine Kuegler hat es erlebt. Unter archaischen Bedingungen wuchs sie im Dschungel West-Papuas auf. Heute lebt sie in Deutschland. »Angst habe ich erst hier kennen gelernt«, sagt sie. Und sie weiß, dass sie zurückkehren wird.Sabine Kueglers Geschichte beginnt, als sie mit fünf Jahren als Tochter deutscher Sprachforscher und Missionare nach West Papua kommt. Mitten im Urwald lebt die Familie mit dem Fayu-Stamm, der für Kannibalismus und unvorstellbare Brutalität steht und dessen Menschen erst langsam lernen, zu lieben statt zu hassen, zu vergeben statt zu töten. Für die heranwachsende Sabine wird der Stamm jedoch zum Teil ihrer selbst, der Dschungel zur Liebe ihres Lebens: Sie ist keine Deutsche mehr, kein weißes Mädchen aus Europa, sie wird eine Eingeborene, die schwimmt und jagt, fühlt und handelt wie eine Fayu.Mit 17 Jahren wird Sabine auf ein Schweizer Internat geschickt, um ihren Schulabschluss zu machen – ein katastrophaler Einschnitt für sie. »Angst habe ich erst hier gelernt«, sagt sie. Und immer spürt sie Heimweh, eine Sehnsucht, die ständig in ihr brennt. Sie wird zurückkehren in den Dschungel, um für sich herauszufinden: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich eigentlich, Fayu oder Europäerin?

Anzeige über Amazon Partnernet

Titel: Dschungelkind
Autor: Sabine Kuegler
Sprecher: Elena Puszta
Verlag: rb media
Länge: 461 Minuten
ASIN: ‎B0DKK3HHHS
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Info zur Rezivorgeschichte:
Ich hatte Dschungelkind 2005 gelesen, als das Buch erschienen ist, fand ich es interessant und eindrucksvoll. Dass es danach noch mehrere Bücher zum Thema gab, ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Erst kürzlich entdeckte ich dann „Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind“ und hörte es mir an. In Teil 4, wie ich mittlerweile weiß, wurden viele Sachen aus Dschungelkind wiederholt und weil ich einiges anders in Erinnerung hatte, habe ich daher „Dschungelkind“ als Hörbuch gehört.

Inhalt:
Sabine Kuegler lebt mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern in unterschiedlichen Teilen der Welt. Den Großteil ihrer Kindheit verbringt sie dabei in Westpapua, im Urwald, bei den Fayu-Stämmen.

Meinung:
Als ich das Buch 2005 das erste Mal gelesen hatte, war ich fasziniert von den vielen Eindrücken, welche Sabine Kuegler aus ihrem Leben schildert. 21 Jahre später, mit mehr Lebenserfahrung, kann ich mich dem nur noch teilweise anschließen. Der zeitliche Ablauf springt sehr stark und tatsächlich widerspricht sie sich auch in einigen Bereichen. Bspw. der Aufenthalt in Deutschland, Kindergartenbesuche, das Leben und die Ausbildung bei den Fayu, die Rolle ihrer Eltern.
Beim jetzigen Hören hatte ich daher ein sehr durchwachsenes Gefühl. Zudem bin ich auch mit der Stimme und den Emotionen von Elena Puszta (als Sprecherin) nicht ganz zurechtgekommen, es war mir zu distanziert.
Die Geschichte wirkt nicht ehrlich, sondern aufgehübscht, um Sachen zu verbergen, nur welche? Ich mag mich evtl. auch täuschen, aber wäre alles so gelaufen, wie die Autorin schreibt, dann war doch alles gut. Wenn aber alles gut war, warum ist die Familie so oft umgezogen? Warum verbringen Sprachforscher, auch Jahre nachdem sie die Sprache erfolgreich erforscht haben, noch Zeit mit den Fayu und lehren sie rechnen, schreiben und eine fremde Sprache? Ging es nicht doch eher darum, den wilden Stamm zu missionieren? Schließlich haben sich die Fayu von einigen ihrer Traditionen (bspw. Begräbnisse) abgewandt und verhielten sich eher christlich. Ein paar Anspielungen und Bibelzitate erwähnt Kuegler, aber kann es in einer Familie mit missionierender Tätigkeit wirklich nur so wenig gewesen sein? Warum sind so viele Details in der Handlung wässrig beschrieben?
Das Einzige, was wirklich ausführlich aufgeführt ist, ist die Angst und die Panik, welche Sabine außerhalb des Urwaldes hat. Sie versteht so wenig und ritzt sich aus Verzweiflung – kein Wort über Hilfe, welche sie erhalten hat, kein Wort, warum sie scheinbar immer allein dasteht – und das, obwohl sie auch schreibt, dass sie Menschen hat, die ihr nachstehen. Wo sind die denn hin?
Die Handlung wirkt damit nicht nach einem Buch, was über das Leben bei den Fayu aufklären soll, sondern nach einem ernsten Hilfeschrei (mit Geld-Druck-Charakter).

Cover:
Das Cover wäre mit einem Fayu authentischer.

Fazit:
Zahlreiche Ungereimtheiten, Zeitsprünge und vieles nur oberflächlich. Statt eines tiefen Einblicks in das Leben der Fayu stehen Sabines persönliche Ängste und ihre Schwierigkeiten außerhalb des Urwalds im Mittelpunkt – ein Aspekt, der zwar berührt, aber gleichzeitig unvollständig erzählt wirkt. Insgesamt bleibt für mich der Eindruck, dass viel Potenzial verschenkt wurde, daher nur 2 Sterne für eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Eine Empfehlung gibt es nicht wirklich – Leseproble anschauen und selbst entscheiden.