Sprung ins Leben: Mein langer Weg nach Shaolin – Julian Jacobi

Klappentext:
Die Einheit von Körper und Geist, Kampfkunst auf höchstem Niveau und eine innere Kraft, die übermenschlich zu sein scheint – seit Julian Jacobi ein kleiner Junge ist, träumt er davon, Shaolin-Mönch zu werden. Sein ganzes Leben richtet er danach aus. Das beinharte Training und die mühevollen Übungen für Körper und Geist bringen ihn oft an den Rand seiner Möglichkeiten. Mit 17 wähnt Julian sich am Ziel. Er tritt als Novize einem Shaolin-Orden bei, doch die Auseinandersetzung mit den alten Traditionen werfen mehr Zweifel auf, als dass sie Halt geben. Als er auch in China keine Antworten auf seine Fragen bekommt, beschließt er, die Erleuchtung auf eigene Faust zu suchen.


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Titel: Sprung ins Leben: Mein langer Weg nach Shaolin
Autor: Julian Jacobi
Verlag: Luebbe
Seiten: 240
ISBN: 978-3785761083
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Ich habe 2010 einen Beitrag über Julian Jacobi bei Spiegel TV gesehen. Unter „Kämpfen für Buddha“ begleitete das Fernsehteam den jungen Solinger auf seinem Weg Shaolin-Mönch zu werden. 2012 ging die Dokumentation „Der Deutsche Bruce Lee“ weiter und nun ist sein erstes Buch erschienen.

„Sprung ins Leben“ wollte ich seit dem ersten TV Beitrag lesen – auch wenn damals noch nichts von einem Buch feststand, geschweige denn darüber nachgedacht wurde. Aber in der Dokumentation fehlte mir so viel, dass ich einfach Hoffnungen hatte, dass mir meine Fragen über eine ausführliche Biografie endlich beantwortet würden. Leider muss ich nun, nach dem Lesen sagen: die Dokumentation war genauso ausführlich bis nichts sagend wie das fertige Buch 🙁

Julian beschreibt seinen Weg als Novize im Kloster und wie es danach in China für ihn weitergeht – gleiches sah ich auch im TV-Beitrag, dort sogar mit Datum (Auszüge aus Julians Tagebuch welches das Kamerateam filmte). Im Buch fehlten jegliche Daten und ich fand mich dadurch nur sehr schwer zurecht. Auch blieben die gleichen Fragen wie bei der Dokumentation offen. Julian berichtet, dass bestimmte Dinge ihn im Kloster ärgerten, welche das genau waren äußert er nicht. Er schreibt im Buch, dass er sich des öfteren bei seinen Eltern über das Kloster aufregte, aber nicht worüber – ich hätte es gerne erfahren! Später schreibt er, dass ihm das Zölibat und die Hierarchie zu schaffen machte – war dies alles? Des Weiteren weiß ich immer noch nicht was ein Laienmönch ist – natürlich kann ich das googeln, aber wenn ich eine Biografie von jemanden lese, der jahrelang in einem Kloster lebte, dann wünsche ich mir einfach eine schöne Beschreibung, was ein Novize und ein Abt ist, wurde doch auch erklärt. Worin besteht oder worin sieht Julian den Unterschied der verschiedenen Kampfkunst-Disziplinen? Er berichtet ausführlich, dass ihm das Kung-Fu am meisten anzieht, aber warum? Was ist es genau? Was sagte er persönlich zu seinem chinesischen Namen, gefällt er ihm? Wer wählte diesen aus? Wie sieht Julian selbst seinen Aufstieg (2. Grad im Kung-Fu) im Kloster? Er schrieb zu Beginn seines Buches, dass ihm Ausbildungsstufen (Gürtelfarben) nicht interessierten.

Aufgrund dieser vieler Fragen und das mir das Buch nicht viel neues über Julians Weg verraten hat – viele Infos gibt es auch auf seiner Facebook-Seite -, vergebe ich nur 3 Sterne für dieses Buch. Eine Leseempfehlung gebe ich nur an absolute Fans von Julian Jacobi und an Leser, welche beide Dokumentationen nicht kennen. Zudem hat das Buch noch eine kleine Bildersammlung von Julians Werdegang im Mittelteil, welche seine Reise untermauern.

Tagebuch – Anne Frank

Klappentext:
Das Tagebuch der Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich. Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin.


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Titel: Tagebuch
Autor: Anne Frank
Verlag: Fischer Taschenbuch
Länge: 320 Seiten
ISBN: 978-3596152773
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Eine Autobiografie mit 2 Sternen zu bewerten ist schon recht arg, nun möchte ich auch gerne erklären warum:

Ich erinnere mich an meine Schulzeit, dort habe ich das Tagebuch der Anne Frank auch gelesen. Damals im Jahr 1996 kam mir das Buch viel dünner und nicht künstlich aufgebläht vor. Natürlich wurden in der neuesten Auflage auch noch Bilder von Anne und ihrer Familie abgedruckt – was ich gut finde – aber der Rest?!

1950* wurde das Tagebuch zum ersten Mal veröffentlicht, damals (angeblich) gekürzt, da gewisse Themen als unschicklich galten und nicht in ein Tagebuch einer 13-jährigen gehörten.

1986* erfolgte dann eine Ausgabe die durch das Niederländische Staatliche Institut für Kriegsdokumentation herausgebracht wurde, natürlich neu und vollständig überarbeitet.

1991* erfolgte dann durch den Anne-Frank-Fonds (dieser wurde von Annes Vater gegründet) eine erneute autorisierte Fassung.

1998* fand man dann bisher noch unbekannte Seiten des Tagebuches und schon musste eine neue Fassung mit neuen Erkenntnissen und Nachbemerkungen entstehen.

*Quelle der Jahreszahlen sowie Änderungen der Fassung / amazon.de

Nun frage ich mich als Leser: Was hat das noch mit einer Autobiografie zu tun?! Anna Frank schrieb ihr Tagebuch selbst und als sie hörte das ein niederländischer Minister im Exil nach dem Krieg alle Dokumente sammeln und veröffentlichen wollte, schrieb sie ihr Buch um. Sie erfand Namen – Pseudonyme – und veränderte ihr eigenes Werk, bis sie damit zufrieden war. Also warum hat man es nicht so gelassen?!

Diese Fassung hat wenig mit dem bewegenden und erschütternden Berichten von Anne Frank zu tun, die ich noch in Erinnerung hatte. Hier geht es um eine 13-jährige die ihr Tagebuch füttert und sich ihre Probleme (mit ihrer Mutter, ihren Klassenkameraden und Mitmenschen) von der Seele schreibt, nicht immer ist eine Neuauflage einen Kauf wert. Meine Leseempfehlung geht daher an die alten Auflagen, die ungeschönt und auf wesentliche reduziert sind. 2 Sterne für ein zu stark verändertes, in meinen Augen, nicht authentisches Buch.

SexLügen – Denise Harris

Klappentext:
Nymphomanisch veranlagt, lügt sie für Sex. Sie spielt in jungen Jahren mit den Männern und bekommt immer was sie will. Dieser Drang nach Sex verselbstständigt sich, je älter sie wird. Aber dann muss sie diese Erfahrungen plötzlich nutzen, um ihre Existenz zu sichern. Aus Spiel wird Ernst und keiner darf es wissen …


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Titel: SexLügen
Autor: Denise Harris
Verlag: blue panther books
Seiten: 256
ISBN: 978-3862771028
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Der 2. Teil der Biografie von Denise Harris.
In „SexLust“ beschrieb Denise Harris ihr Leben, mit ihrem Sohn und einer sehr offenen Ehe. In „SexLügen“ geht es fast genauso weiter, nur das Denise noch mehr auf das Leben hinter den Kulissen eingeht. So beginnt dieser Band nicht nach dem ersten sondern davor. Die Kindheit und die ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht werden geschildert und auch wie Denise die Krise, die sie in Band 1 schilderte, meistert. Noch drastischer schaut der Leser in das Leben von Denise und entdeckt Seiten, die ein Leben zur Lüge machen können …

Der Schreibstil ist immer noch sehr offen und ehrlich, der erotische Teil meist derb. Interessant fand ich, dass die Gefühle von Denise auf mich übergesprungen sind, die Verzweiflung und Trauer sowie die Liebe zu ihrem Sohn. Daher sollte der Leser wissen, dass er sich nicht nur auf einen erotischen sondern auch auf einen anderen, sehr bewegenden, Teil einstellen muss.

Fazit:
Eine lesenswerte Fortsetzung, die mich sehr berührte. Ich glaube, es könnte auch noch einen dritten Teil geben und bin gespannt ob dem so ist. Ich empfehle SexLügen an Leser, die den ersten Band bereits gelesen haben. Ein Einstieg ab Band 2 ist möglich, aber nicht empfehlenswert, da die Geschichte um Denise und ihre Familie so nicht wirken kann.

Ich bedanke mich bei blue panther books für das Rezensionsexemplar.

Als ich unsichtbar war: Die Welt aus der Sicht eines Jungen, der 11 Jahre als hirntot galt – Martin Pistorius

Titel: Als ich unsichtbar war: Die Welt aus der Sicht eines Jungen, der 11 Jahre als hirntot galt
Autor: Martin Pistorius
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 344
ISBN: 978-3404603565
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Klappentext:
Martin Pistorius war gerade zwölf geworden, als eine rätselhafte Erkrankung ihn seines bisherigen Lebens beraubte. Elf Jahre blieb er vollständig gelähmt, und seine Umwelt ging davon aus, dass er praktisch hirntot war. Er konnte sich in keiner Weise verständlich machen – und war doch innerlich hellwach. Niemand merkte, dass sein Gehirn sich nach einigen Monaten wieder vollständig erholt hatte. Von nun an musste er hilflos ertragen, dass er wie ein Baby behandelt wurde. Doch sein Geist löste sich von dieser Existenz, begab sich auf abenteuerliche Reisen, sah, hörte und spürte, wie die Welt um ihn herum sich wandelte, und wie die Menschen, die er liebte, sich veränderten, entwickelten, verliebten, zerstritten und wieder versöhnten. Elf Jahre lang blieb er Gefangener seines gelähmten Körpers, bis eine Therapeutin erstmals eine Reaktion wahrnahm und ihn endlich befreite. Martin entpuppte sich als wahres Computergenie, konnte schnell mittels neuer Programme kommunizieren und endlich ausdrücken, dass er als stiller Beobachter alles mitbekommen hatte, was um ihn herum geschah. Sein Buch ist der faszinierende Einblick in die dunkle Welt der Wachkoma-Patienten, der in einem erstorbenen Körper Gefangenen, es gewährt Einblick in eine Welt der scheinbaren Finsternis und ist tief berührend in seiner Weisheit, seinem Humor und seiner Dankbarkeit dem Leben gegenüber.

Leider ist der Klappentext nicht mit dem Inhalt kombinierbar und weckt falsche Erwartungen. Ich persönlich hätte gerne mehr über die ärztlichen Hintergründe, Untersuchungen und Gefühle bzw. Gedanken gelesen. Erhalten habe ich leider nur ein Buch welches über das Erlernen von Kommunikation geht und eine schnulzig geschriebene Liebesgeschte. Schade ist auch, dass Themen wie z.B. Einkaufen, Entscheidungen treffen und Personen nur angerissen werden und ein Ausgang dieser Erlebnisse einfach nicht beschrieben wurde. Dafür wurde vieles leider doppelt geschrieben/abgedruckt – wie Fantasiereisen, der Schmerz der Eltern und die Liebesschwüre.

Fazit: nicht schlecht und lesenswert, aber nur wenn der Leser sich für Kommunikationssysteme bzw -schwächen interessiert, denn diese Themen stehen eindeutig im Vordergrund – daher nur 3 Sterne.

Schwestermutter: Ich bin ein Inzestkind – Ulrike M. Dierkes

Die ISBN Nummer, Verlag und Link stimmen nicht mit meinem gelesenen Exemplar überein. Die neue Linksetzung erfolgte im September 2012.

Klappentext:
Sie ist fünf, als eine Nachbarin zu ihrer Mutter sagt: „Sieht doch ganz normal aus, das Kind.!
Sie ist zwölf, als sie versteht, dass die Frau, die sie immer für ihre Mutter gehalten hatte, nicht ihre Mutter ist. Sondern ihre große Schwester. Dass ihr Vater nicht im Krankenhaus ist, sondern im Gefängnis. Verurteilt wegen Kindesmussbrauchs. Das Beweismittel: sie.

Ein sehr mutiges Buch. Ulrike M. Dierkes schreibt, wie es ist, dass Kind der eigenen Schwester zu sein und dies grausam und einfühlsam zugleich. Mich hat dieses Buch, der Stil und die Geschichte sehr bewegt und gebe deshalb eine Leseempfehlung ab.


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Titel: Schwestermutter: Ich bin ein Inzestkind
Autor: Ulrike M. Dierkes
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 256
ISBN: 978-3404615537
Meine Bewertung: 5 Sterne –Leseempfehlung!