Das Schlimmste aber war der Judenstern – Helen Waldstein Wilkes

Klappentext:
Prag, 15. März 1939: Deutsche Truppen marschieren in die Tschechoslowakei ein, Hitler steht auf der Prager Burg. Am selben Tag, buchstäblich in letzter Sekunde, bekommen Helens Eltern Edmund und Gretl den entscheidenden Stempel in ihr Ausreisevisum gedrückt: `Genehmigt!´. Beginn einer Odyssee, die die junge jüdische Familie nach Kanada verschlägt. In Europa herrscht Krieg. In den Briefen aus der Heimat erfahren sie vom Schicksal ihrer Verwandten. Die Briefe werden weniger. Bald kommt keiner mehr. Helens Eltern beginnen zu schweigen. Jahre später entdeckt Helen Waldstein Wilkes die Briefe in einer zerschlissenen Pappschachtel. Verzweifelte Briefe. Sie liest, findet Fotos. Sie entdeckt eine verschwundene Welt. Und macht sich schließlich mit vielen Fragen und großer Hoffnung im Gepäck auf den Weg nach Europa.


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Titel: Das Schlimmste aber war der Judenstern
Autor: Helen Waldstein Wilkes
Verlag: Osburg Verlag
Seiten: 280
ISBN: 978-3955100438
Meine Bewertung: 5 Sterne – Leseempfehlung

Eine Rezension zu einer wahren Geschichte zu schreiben ist immer schwer. Noch schwerer ist es, wenn das Buch so gut war, dass einem die Worte fehlen. Und genauso geht es mir. Ich habe den Titel gelesen, habe mir das Cover angeschaut und wurde neugierig, auch der Klappentext versprach eine aufrührende Geschichte, dennoch hatte ich irgendwie Angst dieses Buch zu lesen. Ich bin immer sehr emotional und war mir nicht mehr sicher ob das Buch nicht „zu nah“ ist. Als ich es dann doch in den Händen hielt, war ich ziemlich nervös, was erwartet mich beim Lesen? Wie emotional schreibt die Autorin? was haben die Übersetzer aus der Geschichte gemacht? Und dann tauchte ich ein ….

In die Welt von Helen Waldstein Wilkes, wie sie im Alter von 60 Jahren einen Karton mit Briefen ihrer Familie öffnet und wie sie versucht ihre Familiengeschichte zu rekonstruieren. Sie nahm mich, mit ihren Schilderungen und den Briefauszügen, mit in ihr Leben, sie teilte sehr viel mit mir und ich sah ihre Familie vor meinem geistigen Auge auftauchen. Litt, weinte und fühlte mit ihnen. Durch die originalen Abschriften der Briefe war die Bindung so stark zu spüren, dass ich mich teilweise immer wieder distanzieren wollte, aber ich war so versessen auf Aufklärung, dass ich am Ball blieb. Wie muss es erst Helen Waldstein Wilkes ergangen sein?

Der Schreibstil ist sehr gut und passend. Es werden immer wieder Erfahrungen, Begegnungen und Briefe in chronologischer Reihenfolge niedergeschrieben. So wie die Autorin ihre Aufklärungsarbeit begonnen hat, so wird auch der Leser ins Geschehen integriert. Trotz der vielen Übersetzer, im Buch selbst sind 5 angegeben, bleibt die Geschichte authentisch und emotional – sogar sehr emotional – des Öfteren weinte ich und hatte Angst, aber auch Zuversicht mischte sich in meine Gedanken. Ich kann für mich sagen, dass dies eins der bewegendsten Bücher ist, welches ich je gelesen habe.

Hintergrundinfo:

Es gibt eine Lesereise zum Buch.
Helen Waldstein Wilkes spricht Deutsch und wird bei allen Veranstaltungen vom Verleger Wolf-Rüdiger Osburg begleitet.

Termine der Lesereise:

  • 28.08.2014: 18:00 Uhr: Deutsches Historisches Museum Berlin (öffentlich)
  • 01.09.2014: Lauenburgische Gelehrtenschule Ratzeburg
  • 02.09.2014, 09:30 Uhr: Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe Büchen
  • 02.09.2014, 20 Uhr: Pfarrei St. Answer Ratzeburg (öffentlich)
  • 03.09.2014: Anne-Frank-Schule Barkteheide
  • 03.09.2014: Synagoge Bad Segeberg (öffentlich)
  • 04.09.2014, 19 Uhr: Gesellschaft für Christich-Jüdische Zusammenarbeit Lübeck (öffentlich)
  • 05.09.2014: Waldorfschule in Ostholstein

 

Ich bedanke mich beim Osburg Verlag für das Rezensionsexemplar.

Harem Girls: Mein Leben als Geliebte des reichsten Manns der Welt – Jillian Lauren

Klappentext:
Das Sultanat Brunei war ein Land, von dem ich gerade erst gehört hatte. Meine Jobbeschreibung war bestenfalls etwas ungenau, aber ich fantasierte mir zurecht, dass ich ankommen und ein wildes Abenteuer vorfinden würde, einen Haufen Geld undeinen Arbeitgeber, der nichts Geringeres als ein Märchenprinz wäre. Das war meine Chance, ein neues Bild von mir zu entwerfen – vielleicht als königliche Mätresse oder als Heldin eines Spionageromans. Zugleich ahnte ich, dass ich ebenunterschrieben hatte, eine internationale Quasi-Prostituierte zu sein. Ich hätte Schlimmeres tun können. Ein unmoralisches Angebot und ein Leben in der Welt von 1001 Nacht


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Titel: Harem Girls: Mein Leben als Geliebte des reichsten Manns der Welt
Autor: Jillian Lauren
Verlag: Lübbe
Seiten: 337
ASIN: B004ROTJQG
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Der Klappentext verspricht persönliche Einblicke in das Leben als Edel-Prostituierte. Tja, leider nicht 🙁 Ich hätte mir das Lesen auch sparen können, denn wer nach Jillian Lauren googelt erfährt schon genauso viel wie der Leser dieses Buches. Der Rest ist geschmückt mit Kindheitserinnerungen, Hass und Liebe zu ihren Eltern und ein ganz winziger Teil widmet sich dem Leben nach Brunai.

Der Schreibstil ist ungewöhnlich. Im E-Book gibt es zwar Kapitel, aber die Unterteilungen in diesen Kapiteln sind wirr. So schreibt Lauren über eine Skulptur im Schloss und springt dann gedanklich in ihre Kindheit und das ganze ohne Absatz noch fast im gleichen Satz. Diese, komplett aus dem vorherigen Kontext gezogenen Passagen, haben mich immer wieder stutzen lassen. Wie kann die Autorin und dann auch der Verlag Szenen so verhunzen? An einer anderen Stelle liegt Lauren mit dem Sultan im Bett, im gleichen Satz beginnt die Geschichte ihrer Jugend ?! mich hat dieses hin und her dermaßen genervt, dass ich das Buch immer wieder zur Seite gelegt habe. Noch schlimmer: Die Einschübe der Vergangenheit waren so lang, dass ich immer überlegen musste was sie vor diesem Exkurs nun gemacht hat. Denn auch der Sprung zurück war ein Übergang ohne Kennzeichnung.

Fazit:
Eine Biografie über ein kaputtes selbst, gespickt mit pikanten Einblicken in den Harem des Sultans von Brunai. Ich gebe keine Leseempfehlung, denn die paar Seiten, die Jillian Lauren auf ihr Thema „Harem“ eingeht, kann ergoogelt werden. Viele Fragen bleiben offen. Auch im Netz steht: Dass der Sultan mit ihr ohne Kondom schlief – mein Gedanke, dass sie dies im Buch verarbeiten bzw. Erklärungen liefern würde, blieb ein Wunsch. Die Autorin erwähnte dies, machte sich kurz Gedanken zum Thema AIDS und erwähnte es nie wieder. Bei mindestens 40 (immer wieder wechselnden) Frauen finde ich diesen Umgang sehr gruselig und hätte mir da einfach mehr Infos gewünscht (Bsp. ärztliche Versorgung).

Sprung ins Leben: Mein langer Weg nach Shaolin – Julian Jacobi

Klappentext:
Die Einheit von Körper und Geist, Kampfkunst auf höchstem Niveau und eine innere Kraft, die übermenschlich zu sein scheint – seit Julian Jacobi ein kleiner Junge ist, träumt er davon, Shaolin-Mönch zu werden. Sein ganzes Leben richtet er danach aus. Das beinharte Training und die mühevollen Übungen für Körper und Geist bringen ihn oft an den Rand seiner Möglichkeiten. Mit 17 wähnt Julian sich am Ziel. Er tritt als Novize einem Shaolin-Orden bei, doch die Auseinandersetzung mit den alten Traditionen werfen mehr Zweifel auf, als dass sie Halt geben. Als er auch in China keine Antworten auf seine Fragen bekommt, beschließt er, die Erleuchtung auf eigene Faust zu suchen.


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Titel: Sprung ins Leben: Mein langer Weg nach Shaolin
Autor: Julian Jacobi
Verlag: Luebbe
Seiten: 240
ISBN: 978-3785761083
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Ich habe 2010 einen Beitrag über Julian Jacobi bei Spiegel TV gesehen. Unter „Kämpfen für Buddha“ begleitete das Fernsehteam den jungen Solinger auf seinem Weg Shaolin-Mönch zu werden. 2012 ging die Dokumentation „Der Deutsche Bruce Lee“ weiter und nun ist sein erstes Buch erschienen.

„Sprung ins Leben“ wollte ich seit dem ersten TV Beitrag lesen – auch wenn damals noch nichts von einem Buch feststand, geschweige denn darüber nachgedacht wurde. Aber in der Dokumentation fehlte mir so viel, dass ich einfach Hoffnungen hatte, dass mir meine Fragen über eine ausführliche Biografie endlich beantwortet würden. Leider muss ich nun, nach dem Lesen sagen: die Dokumentation war genauso ausführlich bis nichts sagend wie das fertige Buch 🙁

Julian beschreibt seinen Weg als Novize im Kloster und wie es danach in China für ihn weitergeht – gleiches sah ich auch im TV-Beitrag, dort sogar mit Datum (Auszüge aus Julians Tagebuch welches das Kamerateam filmte). Im Buch fehlten jegliche Daten und ich fand mich dadurch nur sehr schwer zurecht. Auch blieben die gleichen Fragen wie bei der Dokumentation offen. Julian berichtet, dass bestimmte Dinge ihn im Kloster ärgerten, welche das genau waren äußert er nicht. Er schreibt im Buch, dass er sich des öfteren bei seinen Eltern über das Kloster aufregte, aber nicht worüber – ich hätte es gerne erfahren! Später schreibt er, dass ihm das Zölibat und die Hierarchie zu schaffen machte – war dies alles? Des Weiteren weiß ich immer noch nicht was ein Laienmönch ist – natürlich kann ich das googeln, aber wenn ich eine Biografie von jemanden lese, der jahrelang in einem Kloster lebte, dann wünsche ich mir einfach eine schöne Beschreibung, was ein Novize und ein Abt ist, wurde doch auch erklärt. Worin besteht oder worin sieht Julian den Unterschied der verschiedenen Kampfkunst-Disziplinen? Er berichtet ausführlich, dass ihm das Kung-Fu am meisten anzieht, aber warum? Was ist es genau? Was sagte er persönlich zu seinem chinesischen Namen, gefällt er ihm? Wer wählte diesen aus? Wie sieht Julian selbst seinen Aufstieg (2. Grad im Kung-Fu) im Kloster? Er schrieb zu Beginn seines Buches, dass ihm Ausbildungsstufen (Gürtelfarben) nicht interessierten.

Aufgrund dieser vieler Fragen und das mir das Buch nicht viel neues über Julians Weg verraten hat – viele Infos gibt es auch auf seiner Facebook-Seite -, vergebe ich nur 3 Sterne für dieses Buch. Eine Leseempfehlung gebe ich nur an absolute Fans von Julian Jacobi und an Leser, welche beide Dokumentationen nicht kennen. Zudem hat das Buch noch eine kleine Bildersammlung von Julians Werdegang im Mittelteil, welche seine Reise untermauern.

Tagebuch – Anne Frank

Klappentext:
Das Tagebuch der Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich. Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin.


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Titel: Tagebuch
Autor: Anne Frank
Verlag: Fischer Taschenbuch
Länge: 320 Seiten
ISBN: 978-3596152773
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Eine Autobiografie mit 2 Sternen zu bewerten ist schon recht arg, nun möchte ich auch gerne erklären warum:

Ich erinnere mich an meine Schulzeit, dort habe ich das Tagebuch der Anne Frank auch gelesen. Damals im Jahr 1996 kam mir das Buch viel dünner und nicht künstlich aufgebläht vor. Natürlich wurden in der neuesten Auflage auch noch Bilder von Anne und ihrer Familie abgedruckt – was ich gut finde – aber der Rest?!

1950* wurde das Tagebuch zum ersten Mal veröffentlicht, damals (angeblich) gekürzt, da gewisse Themen als unschicklich galten und nicht in ein Tagebuch einer 13-jährigen gehörten.

1986* erfolgte dann eine Ausgabe die durch das Niederländische Staatliche Institut für Kriegsdokumentation herausgebracht wurde, natürlich neu und vollständig überarbeitet.

1991* erfolgte dann durch den Anne-Frank-Fonds (dieser wurde von Annes Vater gegründet) eine erneute autorisierte Fassung.

1998* fand man dann bisher noch unbekannte Seiten des Tagebuches und schon musste eine neue Fassung mit neuen Erkenntnissen und Nachbemerkungen entstehen.

*Quelle der Jahreszahlen sowie Änderungen der Fassung / amazon.de

Nun frage ich mich als Leser: Was hat das noch mit einer Autobiografie zu tun?! Anna Frank schrieb ihr Tagebuch selbst und als sie hörte das ein niederländischer Minister im Exil nach dem Krieg alle Dokumente sammeln und veröffentlichen wollte, schrieb sie ihr Buch um. Sie erfand Namen – Pseudonyme – und veränderte ihr eigenes Werk, bis sie damit zufrieden war. Also warum hat man es nicht so gelassen?!

Diese Fassung hat wenig mit dem bewegenden und erschütternden Berichten von Anne Frank zu tun, die ich noch in Erinnerung hatte. Hier geht es um eine 13-jährige die ihr Tagebuch füttert und sich ihre Probleme (mit ihrer Mutter, ihren Klassenkameraden und Mitmenschen) von der Seele schreibt, nicht immer ist eine Neuauflage einen Kauf wert. Meine Leseempfehlung geht daher an die alten Auflagen, die ungeschönt und auf wesentliche reduziert sind. 2 Sterne für ein zu stark verändertes, in meinen Augen, nicht authentisches Buch.

SexLügen – Denise Harris

Klappentext:
Nymphomanisch veranlagt, lügt sie für Sex. Sie spielt in jungen Jahren mit den Männern und bekommt immer was sie will. Dieser Drang nach Sex verselbstständigt sich, je älter sie wird. Aber dann muss sie diese Erfahrungen plötzlich nutzen, um ihre Existenz zu sichern. Aus Spiel wird Ernst und keiner darf es wissen …


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Titel: SexLügen
Autor: Denise Harris
Verlag: blue panther books
Seiten: 256
ISBN: 978-3862771028
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Der 2. Teil der Biografie von Denise Harris.
In „SexLust“ beschrieb Denise Harris ihr Leben, mit ihrem Sohn und einer sehr offenen Ehe. In „SexLügen“ geht es fast genauso weiter, nur das Denise noch mehr auf das Leben hinter den Kulissen eingeht. So beginnt dieser Band nicht nach dem ersten sondern davor. Die Kindheit und die ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht werden geschildert und auch wie Denise die Krise, die sie in Band 1 schilderte, meistert. Noch drastischer schaut der Leser in das Leben von Denise und entdeckt Seiten, die ein Leben zur Lüge machen können …

Der Schreibstil ist immer noch sehr offen und ehrlich, der erotische Teil meist derb. Interessant fand ich, dass die Gefühle von Denise auf mich übergesprungen sind, die Verzweiflung und Trauer sowie die Liebe zu ihrem Sohn. Daher sollte der Leser wissen, dass er sich nicht nur auf einen erotischen sondern auch auf einen anderen, sehr bewegenden, Teil einstellen muss.

Fazit:
Eine lesenswerte Fortsetzung, die mich sehr berührte. Ich glaube, es könnte auch noch einen dritten Teil geben und bin gespannt ob dem so ist. Ich empfehle SexLügen an Leser, die den ersten Band bereits gelesen haben. Ein Einstieg ab Band 2 ist möglich, aber nicht empfehlenswert, da die Geschichte um Denise und ihre Familie so nicht wirken kann.

Ich bedanke mich bei blue panther books für das Rezensionsexemplar.