Inquisitor Corvus 01: Die Geburt des Raben – Uwe Zander

Klappentext:
„Ich bin ein aufgeklärter Mann. Als Inquisitor interessiert mich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Gibt es Dämonen und Hexen? Bis vor wenigen Tagen wäre meine Antwort einfach ein unzweifelhaftes Nein gewesen. Doch jetzt…?“ Ein Verbrechen. Ein ermordeter Weihbischof und der Hexerei verdächtigte Frauenzimmer bilden den Rahmen für die kriminalistische Untersuchung des Verbrechens, geschehen in Gengenbach, einem kleinen Städtchen an der Kinzig. Inquisitor Corvus und Inquisitor Monheim beleuchten die Hintergründe der Tat, sprechen mit Verdächtigen und nutzen die Mittel ihrer Zeit. Die Handlung spielt zu Beginn des frühen 18. Jahrhunderts am Eingang des Schwarzwalds. Einer Zeit, noch vor der Aufklärung, in welcher der Glaube an Dämonen und Hexen weit verbreitet und in der Gesellschaft tief verankert war. Es gab zu jener Zeit und auch in den Zeiten zuvor schon Stimmen, welche an der Existenz von Dämonen und Hexen zweifelten. Hatten diese Zweifler recht? Oder übersahen sie das Offensichtliche? Gibt es Dämonen & Hexen?

Anzeige über Amazon Partnernet

Titel: Die Geburt des Raben
Autor: Uwe Zander
Verlag: BoD
Länge: 298 Seiten
ISBN: ‎978-3695140435
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Inquisitor Corvus hat alle Hände voll zu tun: Ein Weihbischof wurde ermordet, die Kerker sind voller der Hexerei angeklagter Frauen und dann sind da noch seine rätselhaften Albträume. Doch als Mann der Wissenschaft will Magister Balthasar Corvus der Wahrheit auf den Grund gehen. Beharrlich ermittelt er weiter – selbst dann, als er dadurch zunehmend in Gefahr gerät.

Meinung:
Die Geburt des Raben ist der Debütroman von Uwe Zander und konnte mich mit seiner düsteren Atmosphäre und spannenden Handlung überzeugen. Die Zeit der Hexenverfolgung sowie die Machtstrukturen innerhalb der Kirche und der Stadträte werden interessant dargestellt und verleihen der Geschichte ein authentisches historisches Flair.
Vor dem Lesen hatte ich etwas Bedenken, wie detailliert die Folterungen während der sogenannten peinlichen Befragungen beschrieben werden würden – schließlich wird die Geschichte aus der Sicht eines Inquisitors erzählt. Diese Sorge erwies sich jedoch als unbegründet. Balthasar Corvus ist ein sympathischer und besonnener Protagonist, der großen Wert auf sorgfältige Ermittlungen legt und nicht vorschnell urteilt. Dadurch entwickelt sich der Roman eher zu einem historischen Kriminalfall mit zahlreichen Wendungen, die zum Miträtseln einladen. Wer hat den Weihbischof ermordet? Warum wurden die Frauen der Hexerei beschuldigt? Nach und nach werden alle Fragen schlüssig beantwortet und das Ende rundet die Geschichte gelungen ab. Dennoch hätte ich mir etwas mehr Tiefe bei den Figuren gewünscht. Außerdem waren mir stellenweise etwas zu viele Details eingebaut, wodurch mein Kopfkino gelegentlich ins Stocken geriet.

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Farbgestaltung und der Rabe passen hervorragend zur düsteren Atmosphäre der Geschichte und machen neugierig auf den Inhalt.

Fazit:
Die Geburt des Raben ist ein gelungenes Debüt, das mit einer spannenden Kriminalhandlung und einem interessanten historischen Setting überzeugt. Trotz kleinerer Schwächen bei der Figurenzeichnung hat mich der Roman gut unterhalten und macht definitiv Lust auf weitere Geschichten rund um Balthasar Corvus. Von mir gibt es 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle Fans historischer Krimis.

Ich bedanke mich bei Uwe Zander für das Rezensionsexemplar.