Klappentext:
Es sollte der sicherste Ort der Welt sein. Das gemütliche Reetdachhaus hinter den Dünen, wo Lotta die glücklichsten Tage ihrer Kindheit verbrachte. Sie weiß genau, wo der Schlüssel liegt, wie die Krähen im Garten klingen. Hier will sie sich verstecken, hier wird sie niemand finden.
Doch anders als früher, als der Strand voller Touristen und alles bunt und lebendig war, scheint das Örtchen am Meer jetzt verwaist. Und auch im Haus ist etwas anders als früher. Lotta hat immer öfter das Gefühl, nicht allein zu sein. Jemand beobachtet sie. Jemand folgt ihr, wenn sie draußen ist. Jemand ist bei ihr, wenn sie schläft.
Lotta beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln. Was ist mit diesem Haus, das sie so gut kannte? Warum sind die Menschen so abweisend?
Als sie anfängt, Fragen zu stellen, setzt sich ein düsteres Bild zusammen. Das Haus in den Dünen scheint eine Geschichte zu haben, die es tief in sich bewahrt. Eine Wahrheit, verborgen in einem Tagebuch.
Dann erfährt Lotta von der jungen Frau, die vor ihr hier war. Die auch in diesem Haus wohnte. Die vor ihr hier gestorben ist…
Titel: Das Krähenzimmer
Autor: Carolin Frey
Sprecher: Anne Düe, Tim Gössler
Verlag: Argon
Länge: 695 Minuten
ASIN: B0H4WDPN1F
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut hören
Inhalt:
Lotta hat genug von allem und möchte ein neues Kapitel in ihrem Leben beginnen. Sie reist an die Küste, in das Haus ihrer Kindheit, doch was dann passiert, entwickelt sich zu einem Albtraum …
Meinung:
Die Geschichte wird gut gelesen von Anne Düe und Tim Gössler und beginnt spannend. Warum will Lotta ein neues Leben anfangen und warum wurde das Haus so stark umgebaut? Doch nach und nach bröckelt das Gerüst. Aus der starken Lotta, welche eigenständig sein will, kommt eine stark überzeichnete Frau mit psychischen Problemen ans Licht, welche eigenständig kaum lebensfähig erscheint. Das passt überhaupt nicht zu dem, was Lotta in anderen Situationen zeigt. Sie ist daher überhaupt nicht greifbar, was extrem ärgerlich ist, weil sie die Protagonistin ist. Lotta wirkt extrem naiv und es gibt noch einige Fehler in den Handlungen:
Man trachtet ihr nach dem Leben, sie wird mehrmals eingesperrt, ihr werden Sachen geklaut und dennoch geht sie allein in die Sauna – wird dort natürlich auch wieder eingesperrt und kommt nicht heraus. Jeder, der schonmal in einer Sauna war, weiß 1. nie allein gehen, es kann immer etwas passieren 2. wenn man Anfänger ist, startet man im niedrigen Temperaturbereich und Aufgüsse macht man nicht sofort, wenn man hineingeht 3. Ist die Saunatür als Glastür beschrieben, sie hämmert mit ihren Fäusten dagegen, bis diese Schmerzen und auch am nächsten Tag noch spuren davon tragen, auch die Aufgusskelle kann das Glas nicht zerstören, das ist Quatsch, auch eine Saunatür kann zerspringen.
Zudem ist es ein Widerspruch in sich, dass die Leute auf eine Art so verschlossen sind und dann findet Lotta umgehend 4 tolle Freunde, die alles für sie tun würden.
Die Geschichte ist daher im allgemeinen unrund und was mich am Hörbuch noch gestört hat (ob es im Buch auch so ist, kann ich nicht beurteilen) ist, dass es keine Kapitelüberschriften gab. Anne Düe liest aus der Sicht von Lotta und aus dem Tagebuch, weil es keine Abgrenzungen gab, ist der Wechsel nicht klar erkennbar. Als dies das erste Mal passierte, dachte, ich hätte etwas verschlafen, bis mir dann klar wurde, dass dies eine alte Erinnerung ist – aber von wem? Lotta? Das hat wenig mit Spannungsaufbau zu tun, sondern verwirrt.
Cover:
Das Cover ist gelungen, es wirkt gefährlich, einsam und düster.
Fazit:
Wenn man über die ganzen Konstruktionen und Klischees nachdenkt macht das Hörbuch keinen Spaß, berieseln lassen kann man sich dagegen durch die Stimmen von Anne Düe und Tim Gössler sehr gut. Ich vergebe daher 3 Sterne für das Hörbuch und spreche nur eine Empfehlung an diejenigen aus, die wenig über Handlungen nachdenken, sondern einfach nur Ablenkung in einer Geschichte suchen.
Ich bedanke mich beim argon Verlag für das Rezensionsexemplar.
