Brüssel sehen und sterben: Wie ich im Europaparlament meinen Glauben an (fast) alles verloren habe – Nico Semsrott

Klapüpentext:
»Die EU steckt in einer tiefen Krise – ich auch.«

Das Europaparlament – eine hervorragende Idee. Nur in der Realität leider ein Witz, und noch dazu ein sehr schlechter. Nico Semsrott berichtet ehrlich und komisch von seinen Erfahrungen aus fünf Jahren Europaparlament. Von der sinnlosen Pendelei zwischen Brüssel und Straßburg, in der schon alles steckt, was das Parlament im Kern ausmacht: Steuerverschwendung, Tragik und grober Unfug. Von gierigen Parlamentariern, die keines ihrer unsinnigen Privilegien ungenutzt lassen und sich ständig in die eigene Tasche wirtschaften. Und von seinem aufreibenden Selbstversuch, sich bei unzähligen Lobbyveranstaltungen in Brüssel kostenlos durchzufuttern, ohne Smalltalk zu betreiben. Denn ihm ist schnell klar: An dem Ort, an dem wir dringend auf Gerechtigkeit und Vertrauen angewiesen sind, wird Korruption nur selten bestraft, sondern meistens belohnt.

Nico Semsrott trat den »merkwürdigsten Job der Welt« als Idealist an, um seine letzten Ideale zu retten, beendet er seine Politkarriere freiwillig. Das ist deprimierend, aber immerhin muss er auf nichts und niemanden mehr Rücksicht nehmen. Ein tragikomischer, kluger Bericht aus den Untiefen des Europäischen Parlaments.


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Titel: Brüssel sehen und sterben: Wie ich im Europaparlament meinen Glauben an (fast) alles verloren habe
Autor: Nico Semsrott
Sprecher: Marian Funk
Verlag: argon
Länge: 608 Minuten
ASIN: B0CZ9MTF1B
Meine Bewertung: 3 Sterne

Inhalt:
Nico Semsrott wurde in das EU-Parlament gewählt und berichtet von 5 Jahren in Brüssel und seinen Depressionen.

Meinung:
Nico Semsrott hat dieses Buch nicht selbst geschrieben und es auch nicht gelesen, er lieferte nur die Informationen. Dass das Buch dann trotzdem unter seinem Namen (als Autor) und aus der ich-Form geschrieben ist, ist daher schwierig nachzuvollziehen. Zudem ist der Inhalt komplett gegendert, was auch Marian Funk (als Sprecher) des Öfteren ins Schwitzen bringt. Der Inhalt selbst ist interessant, so geht es viel um die Depression von Nico Semsrott, die Korruption im Parlament und die Verschwendung von Geldern. Natürlich ist das Buch sehr politisch und spiegelt eine politische Meinung wider. Schade ist, dass es sich stellenweise so liest, als würde der Autor die Verfehlungen von einzelnen Personen auf eine Partei übertragen. So werden einzelne Politiker namentlich mit ihren Fehltritten benannt und im nächsten Abschnitt die dazugehörige Partei verurteilt. Natürlich könnten die Parteien die Machenschaften ihrer Mitglieder unterbinden und einige Parteien haben sicherlich mehr korrupte Mitglieder als andere, dennoch ist eine allgemeine Verurteilung nicht korrekt.

Cover:
Das Cover passt zu Nico Semsrott und zum Inhalt – auch wenn er das Buch nicht wirklich geschrieben hat.

Fazit:
Den Inhalt des Buches zu bewerten, ist hier fast unmöglich. Die politischen Meinungen, Weltanschauungen und Vorstellungen sind für jedes Individuum individuell je nach Lebenslage und Erfahrungen. Es ist dennoch interessant und ein Blick hinter die Kulissen lohnt, auch wenn das Gendern einfach nervt. Daher vergebe ich 3 Sterne – es ist ganz informativ, aber haut einen nicht um.

7 Milliarden für nichts: Ein Landarzt rechnet mit dem Gesundheitssystem ab – Dr. Günther Loewit

Klappentext:
Dr. Günther Loewit ist seit 33 Jahren Landarzt. Schonungslos schildert er, wie die Politik das Gesundheitssystem kaputt macht, wie Gesundheit zur Ware und Patienten zu Kunden verkommen und wie dabei auch noch Milliarden an Steuergeldern verschwendet werden. Loewit beschreibt in diesem Buch, was viele Menschen bereits ahnen, in seiner vollen Tragweite aber nicht für möglich halten würden.


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Titel: 7 Milliarden für nichts: Ein Landarzt rechnet mit dem Gesundheitssystem ab
Autor: Dr. Günther Loewit
Sprecher: Peter Matzer
Verlag: edition a audio
Länge: 367 Minuten
ISBN: 9783991099116
Meine Bewertung: 5 Sterne – gefällt mir sehr

Inhalt:
Dr. Günther Loewit ist Landarzt und beschreibt in seinem Buch, wie Politik und Pharma unser System der Gesundheit kaputt machen.

Stil:
Peter Matzer hat einen angenehmen Akzent und liest sehr gut. Durch seine ruhige Art ist das brisante Thema gut zu hören. Auch wenn man sich über so vieles ärgern möchte! Geldverschwendung, Gesundheitsverschwendung, krank machende Medikamente, zwanghafte Maßnahmen einen Menschen irgendwie am Leben zu lassen – aber ist vieles überhaupt noch ein Leben?

Dass vieles im Krankensystem schiefläuft, sollte mittlerweile jedem bewusst sein, dass es allerdings so viel ist, ist schlimm. Über 6 Stunden Fallbeispiele, Statistiken und Vorschläge (wie es besser geht) sind in diesem Werk gebündelt. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor wirkliche Fälle in seinem Buch nutzt, um den Irrsinn zu verdeutlichen. Und es ist traurig, dass so viele in diesem System mitmachen und nicht auch den Mut (oder die Kraft) aufbringen und aufstehen.

Cover:
Das Cover gefällt mir gut, ein sympathischer Mann auf dem Weg zum nächsten Patienten.

Fazit:
Ein (Hör-)Buch, welches man unbedingt kennen sollte. Mich hat es in vielen Bereichen bestärkt und aufgeklärt und daher bekommt es volle 5 Sterne. Eine Hör-/Leseempfehlung geht an jeden, der am Gesundheitssystem interessiert ist, krank ist oder krank war, der Angehörige hat, welche auf Medikamente oder Pflege angewiesen ist. Und generell ist es nicht schlecht sich weiterzubilden, daher ist es für jeden geeignet.

Mein Jahr mit Dir – Julia Whelan

Klappentext:
Du kannst dein Leben planen, aber nicht deine große Liebe …

Es soll das Jahr ihres Lebens werden. Mit einem Stipendium erfüllt sich Ella endlich ihren lang ersehnten Traum von einem Auslandsjahr in Oxford. Doch gleich am ersten Tag stößt sie dort mit dem arroganten Jamie Davenport zusammen, der zu allem Übel auch noch ihren Literaturkurs leitet. Als Ella und Jamie eines Abends gemeinsam in einem Pub landen, kommen sie sich viel näher als geplant. Und obwohl sie sich dagegen wehrt, spürt Ella, dass sie sich in ihn verlieben wird. Sie ahnt nichts von Jamies tragischem Geheimnis und davon, dass diese Liebe sie vor die größte Entscheidung ihres Lebens stellen wird …


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Titel: Mein Jahr mit Dir
Autor: Julia Whelan
Verlag: Penguin books
Seiten: 480
ISBN: 978-3328103219
Meine Bewertung: 2 Sterne – gefällt mir nicht

Inhalt:
Ella erfüllt sich ihren Traum und studiert in Oxford, es könnte alles so schön sein. Doch dann trifft sie auf Jamie, ihren Kursleiter, und verliebt sich in ihn…

Meine Meinung:
Julia Wehlan ist Drehbuchautorin und das sollte sie auch bleiben. Sie schreibt ein Buch, bei dem sie bereits die Filmrechte schon verschachert hat – na wenn das kein Kinoerfolg wird… Die Geschichte trieft nur so vor Herzschmerz, überdimensionalen Gefühlen und ganz einfachen Charakteren. Ob es an der Autorin oder der Übersetzerin lag, dass die Geschichte so oberflächig-kitschig wirkt oder es tatsächlich ist, ist fraglich. Die Zitate, welche nach jedem Kapitel eingearbeitet sind, sind furchtbar! Ich mag Zitate – gerade aus der englischen Literatur – aber hier passt es einfach nicht.

Die Charaktere sind, wie bereits geschrieben, sehr einfach gestrickt, sind zu übertrieben in ihren Handlungen und Gefühlen und es wirkt einfach alles zu „drüber“, ein bisschen tiefe und Normalität hätte hier mehr erreicht. Die Liebe zur Literatur sowie zur Politik ist nicht greifbar. Schreiben kann man viel, die wahre Leidenschaft fehlt komplett.

Das Cover spiegelt dafür die Geschichte sehr gut wieder. Es ist viel zu blumig, als gut zu sein. Der Aufkleber der Bestsellerliste zeigt sein übriges – gerne mal lesen wie diese Listen angefertigt werden 😉

Fazit:
Wer auf Herzschmerz und ganz viel „drüber“ steht, der wird dieses Buch lieben und mit „love it“ und „oh my gosh“ ganz viel Pipi in den Augen haben. Für alle anderen: lieber Finger weg und ein Buch von einer Autorin lesen, die es kann. Von mir gibt es 2 Sterne für eine nette Idee.

Ich bedanke mich bei Bücher.de für das Rezensionsexemplar.

Geister – Nathan Hill

Klappentext:
Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson . Er, der als kleines Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist. – Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.


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Titel: Geister
Autor: Nathan Hill
Verlag: Piper
Seiten: 864
ISBN: 978-3492057370
Meine Bewertung: 3 Sterne – lässt sich gut lesen

Inhalt:
Samuel ist noch sehr jung, als seine Mutter die Familie für immer verlässt. Selbst als er erwachsen ist, versteht und verkraftet er diesen Verlust noch nicht. Noch erschütternder ist allerdings, dass seine Mutter wieder Kontakt zu ihm sucht und ihm alles offenbart …

Schreibstil:
Nathan Hill hat eine wundervolle Art zu schreiben. Er berichtet von Politikern, welche lieber nicht gewählt werden sollten – den Rummel um diese und wie sie mit Manipulation der Wähler zum Erfolg kommen. Er schreibt von schlechten Eigenschaften der Menschen, dass diese lieber mit Horrormeldungen konfrontiert werden, als mit positiven Nachrichten. Die Geilheit auf das Unglück anderer ist der Menschheit einfach wichtiger als Weltfrieden … Egal was er schreibt, man möchte es lesen und das Kopfkino entsteht.

Leider hat er aber einen Hang dazu, alles bis ins kleinste Detail zu beschreiben und dadurch ziehen sich Szenen ins unermessliche. Auch springt der Autor in seinen Erzählungen extrem von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück und es scheint egal zu sein, ob der Leser folgen kann oder nicht. Diese beiden Kritikpunkte machen „Geister“ zu einer schweren Kost.

Charaktere:
Die Charaktere werden durch die genauen Beschreibungen und detailverliebten Schilderungen sofort greifbar und es bleibt kein Spielraum für eigene Interpretationen, man muss die Charaktere also genau so sehen, wie Hill sie haben will.

Cover:
Das Cover ist ein totales Highlight! Die Haptik ist ganz toll und durch die Farbtöne und den Aufbau wirkt der Buchtitel noch mysteriöser und macht damit noch neugieriger auf den geschriebenen Inhalt.

Fazit:
Obwohl der Stil von Nathan Hill und die Geschichte gut sind, haben mich doch die Längen und Zeitsprünge in den einzelnen Szenen genervt. Daher bekommt „Geister“ nur 3 Sterne von mir.

Ich bedanke mich bei Bücher.de für das Rezensionsexemplar.

Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt: Vom komischen Kauz zum Rabenvater – Nils Heinrich

Klappentext:
Ein heimlicher Rabenvater packt aus. Eine Frau, ein Mann. Und plötzlich ein Kind. Na und? Haben andere auch schon hingekriegt. Aber die haben sich nie getraut zuzugeben, wie doof das eigentlich sein kann. Der Kabarettist Nils Heinrich nennt das Kind beim Namen. Böse Geschichten und amüsante Stoßseufzer eines leidgeprüften Vaters. Ja, es gibt diese Momente, sagt Nils Heinrich, in denen man sich insgeheim wünscht, ein Rabenvater zu sein: diese langen Momente zwischen den wenigen schönen, in denen man versucht, den Elterngeldantrag zu verstehen. Oder in denen man verschreckt Nachrichten guckt und sich fragt, wer in eine solche Welt Kinder setzt. Und einem einfällt: ‚Ach, ich!‘ Und in denen einem schlagartig bewusst wird, dass das bisherige Leben definitiv vorbei ist. Und erst in circa fünfunddreißig Jahren weitergeht wenn das Kind endgültig aus dem Haus ist.


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Titel: Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt: Vom komischen Kauz zum Rabenvater
Autor: Nils Heinrich
Verlag: SATYR
Seiten: 224
ISBN: 978-3944035710
Meine Bewertung: 5 Sterne

Inhalt:
Kurioses aus der elterlichen Welt: Warum es nicht immer schön ist Eltern zu sein, aber doch das größte Glück.

Meine Meinung:
Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht sicher, wie ich den Schreibstil von Nils Heinrich beschreiben soll. Je nach Thematik / Problematik ändert sich auch die Ausdrucksweise, aber es bleibt immer realistisch. Die Handlungen der einzelnen Kurzgeschichten haben zwar immer mit dem Kind zu tun, sind aber dennoch weit gefächert und erreichen das Fernsehen (Sender, Programminhalt, etc), die Politik (Politiker, Beschlüsse, etc) und andere alltägliche Dinge, welche auch Leuten ohne Kind passieren würden. Und genau dies macht das Buch so lesenswert. Es scheint mitten aus dem Leben der Familie Heinrich gegriffen zu sein und es ist eine Freude dort mal Mäuschen zu spielen 😀

Fazit:
Ein absoluter Knüller im Bereich der Kinderbücher – für Eltern 😉 Ggf auch zur Abschreckung gedacht bloß keine Kinder in die Welt zu setzen, einfach weil das Leben ohne Quälgeist wesentlich entspannter ist – aber mit Kind gibt es einiges zu lachen und …. lest einfach selbst! Meine Empfehlung geht an junge Eltern, Paare, Singles, Jugendliche (damit sie merken wie ihre Eltern evtl. auch gelitten haben) und an Großeltern … also an alle und damit auch 5 Sterne für ein ganz tolles Leseerlebnis.