Mai
15
Basis-Guide für feine Hilfen: Ein praxisnaher Begleiter auf dem Weg zur Reitkunst – Katharina Möller
Cora

Klappentext:
Dieses Buch verknüpft moderne Lernpsychologie mit klassischer Reitkunst. Hier erfahren ambitionierte Freizeitreiter, die ihr Pferd selbständig aus- und weiterbilden möchten, wie sie von Anfang an eine feine Kommunikation etablieren können, aber auch, wie sich ein bereits stumpfes Pferd wieder auf feine Hilfen sensibilisieren lässt. Was bedeutet Reiten mit feinen Hilfen? Wie lernt ein Jungpferd, von vornherein auf feine Hilfen zu reagieren, und wie gelingt es, die Kommunikation mit einem stumpfen Pferd zu verfeinern? Wie also wird die Basis für genussvolles Reiten gelegt?
In diesem Buch erfährt der Leser, wie man die Hilfengebung gefühlvoll und für das Pferd logisch aufbaut. Ziel ist ein freudig mitarbeitendes Pferd, das sich selbständig bemüht, den Hilfen zu entsprechen: durch Lernen am Erfolg!
Zudem gibt es zahlreiche praktische Tipps, wie man sein Training im Hinblick auf immer feinere Hilfengebung gezielt selbst managen kann: Im Prinzip einfache Markerübungen erlauben es dem Reiter den Fortschritt der Ausbildung zu kontrollieren und schrittweise das Niveau anzuheben. Und eine regelmäßige Videokorrektur ermöglicht die Einschätzung von Stärken und Schwächen des Pferd-Reiter-Teams und schult das Auge für gymnastizierendes Reiten, getragen von Zufriedenheit, Freiwilligkeit und Leichtigkeit.

Titel: Basis-Guide für feine Hilfen: Ein praxisnaher Begleiter auf dem Weg zur Reitkunst
Autor: Katharina Möller
Verlag: Cadmos Verlag
Seiten: 128
ISBN: 978-3840410338
Meine Bewertung: 4 Sterne – gefällt mir

Inhalt:
Das Handwerkszeug des Reiters
– Die Sitzgrundlage: Richtig sitzen bedeutet das Pferd wahrnehmen!
– Kontrollübungen: Sitze ich in Balance und unabhängig von der Hand?
– Die Logik der Hilfengebung: Reiten ist nicht einfach, aber logisch!
– Von der Technik zur Gymnastik

Wie sag ich’s meinem Pferd? Ein Ausflug in die Lerntheorie
– Operantes Konditionieren
– Lernen am Erfolg
– Das Aussetzen der aktiven Einwirkung
– Gleichzeitig Erlebtes wird verknüpft

Die Prinzipien der Hilfengebung
– Vermittlung positiver Handlungsanweisungen
– Vier Prinzipien zum Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern
– Umgang mit Fehlern: „Nein!“ als unvollständige Information

Nicht alles, was ein Pferd lernen kann, ist auch sinnvoll!
– Exkurs: „Wie mache ich mein Pferd in kurzer Zeit völlig stumpf?“

Sechs Prinzipien der Hilfengebung mit dem Ziel der feinen Reaktion des Pferdes
– Reihenfolge der Hilfengebung einhalten
– Fein anfragen, aber zeitnah nachhaken!
– Vorwärtsreaktion zulassen!
– Vorrang der vorwärtstreibenden Hilfen
– Diagonale Hilfengebung
– Rhythmus der Einwirkung

Das Zusammenspiel der Hilfen: Gymnastizierend reiten

Grundelemente: Die Reaktion auf bestimmte Hilfen erarbeiten, verbessern und wiederherstellen
– Mein Pferd tritt nicht prompt an
– Mein Pferd tritt schlecht seitwärts
– Mein Pferd tritt schlecht rückwärts
– Mein Pferd lässt sich schlecht wenden
– Mein Pferd lässt sich im Tempo schwer zurücknehmen

Markerübungen für jedes Niveau
– Reiten auf Linie: Pylonenkreis
– Übergang auf Linie: Diagonale

Trainingsprinzipien
– Vom Leichten zum Schweren
– Von der Grobform zur Feinform
– Wechselspiel zwischen Haltung und Bewegung
– Wechselspiel zwischen Schubkraft und Tragkraft

Feines Reiten bedeutet nicht nur Technik, sondern auch Stil!

Trainingsmanagement: Selbstkontrolle durch Videokorrektur
– Was Sie filmen sollten
– Was der Ton verrät

Die Auswertung
– Zufriedenheit, Freiwilligkeit, Leichtigkeit
– Technische Ausführung der Übungen
– Selbstkritik, Umgang mit eigenen Schwächen

Gut reiten kann man auf jedem Niveau!

Meine Meinung:
Für wen ist dieses Buch? Es geht um feine Hilfen beim Ausbilden eines Jungpferdes und bei Korrekturpferden. Mal ehrlich: Wenn ich mir ein Jung- oder Korrekturpferd kaufe, dann kann ich hoffentlich so gut reiten, dass ich weiß, wie das mit den feinen Hilfen funktioniert. Wenn ich nicht so gut reiten kann, dann hole ich mir professionelle Hilfe und verlasse mich nicht auf ein Buch 😮

Ich, Käuferin eines Maul- und Schenkeltoten Pferdes, habe mein Pferd auch ohne dieses Buch wieder „weich“ bekommen (Dauer ca. 1 Jahr) und er reagiert mittlerweile sofort auf minimalste Gewichtshilfen. Dieses Buch hätte mir dabei wenig gebracht, weil mir ein wichtiger Punkt schlichtweg gefehlt hat. Es gibt keine Zeitangaben und der Punkt „lassen Sie sich und ihrem Pferd Zeit, es kann Monate oder Jahre dauern ein Pferd zu korrigieren“ fehlt schlichtweg – dieser Punkt ist elementar wichtig und darf nicht fehlen!

Das Buch ist gut gegliedert und die Beschreibungen sind bildlich nochmals sehr schön verdeutlicht. Was ich besonders schön finde ist, dass es auch negativ Beispiele gibt! In vielen Büchern sieht man immer nur Pferde mit Reitern in Harmonie, hier ist es ein Zusammenspiel zwischen „so sollte es aussehen – so sieht es leider oft aus – so soll es nicht aussehen“. Das macht gerade bei der Ausbildung Mut! Es ist nicht möglich, dass immer alles perfekt ist, jeder lernt und übt, da darf auch mal etwas nicht gut sein. Gerade an diesen „unschönen“ Bildern kann viel mehr gelernt werden, weil man weiß wie es nicht sein soll – und was natürlich gut fürs Ego ist: auch gute Reiter / Ausbilder reiten nicht immer gut 😉 und genau dies macht diesen Basis-Guide zu einer großen Hilfe für anspruchsvolle Freizeitreiter – die ihre Pferde „weich“ bekommen wollen. Dieses Buch ist, für mich, in erster Linie ein Guide für Feine Hilfen beim Reiten. Anschaulich erklärt am Beispiel „Jung- / Korrekturpferd“. Egal welches Ausbildungsstadium jedes Tier sollte fein, sanft und mit bedacht geführt werden!

Das verwirrende war allerdings ein Zitat auf Seite 50:

Wann setze ich Sporen ein?  Sporen haben mit der Vorwärtsreaktion des Pferdes nichts zu tun! Der Einsatz des Sporns führt dazu, dass das Pferd seinen Bauch vermehrt anspannt, und nicht, dass es schneller wird! Ein klemmendes Pferd zieht sich nur zusammen – es spannt seine Muskulatur zwar an, aber nicht rhythmisch an und ab. Nur durch dieses Wechselspiel ergibt sich aber die Vorwärtsbewegung. Traktiert man ein ohnehin schon klemmendes Pferd auch noch mit Sporen, wird es sich nur stärker zusammenziehen, statt in gestreckterem Gang nach vorn zu gehen. Deshalb gilt prinzipiell: Für mehr Vorwärtsbewegung benutze ich einzig die Waden und wenn nötig die Gerte. Soll sich das Pferd verkürzen und die Energie mehr in eine Aufwärtsbewegung umsetzen, kann ich die Füße/Sporen einsetzen, etwa in der Piaffe.

Das Zitat selbst finde ich sehr schön und wahr, allerdings finde ich es dann eher Missverständlich, wenn mir auf Detailbildern zur Beinhaltung (Gewichtsverteilung im Steigbügel) ein Stiefel mit Sporn gezeigt wird und das auf einem Jungpferd, welches noch weit entfernt von der Versammlung ist.

Fazit:
Eher ein Buch für anspruchsvolle Freizeitreiter, welche sich mit fein dosierten Hilfen befassen möchten. Leicht erklärt anhand von Fallbeispielen (Jung- und Korrekturpferd). Zur Ausbildung von Pferden definitiv zu dünn und zu wenig beschrieben. Daher nur 4 Sterne.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*



*